Bronwick Hall

Ein Vorwort

Nachdem mich Autorin Laura Labas bereits mit Hexen und einer Parallelwelt in New Orleans begeistern konnte, mich absolut begeistern konnte mit Hexen in Seoul und der Dämonenwelt Koreas, wurde es nun Zeit in die Welt der Magiebegabten unter London und an die mysteriöse Bronwick Hall Academy einzutauchen. Warum ich auch diesmal nicht enttäuscht wurde, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Band 1 – Dornengift

Die Handlung: Die magische Schule und Universität Bronwick Hall bildet junge Hexende aus. Blaine, die wegen des Hochverrats ihres Vaters in Ungnade fiel, versucht möglichst unauffällig zu bleiben und sucht in der Verlobung mit Karan Schutz. Doch Henry Saints, ein neuer Professor, lockt sie aus ihrer Deckung. Nach einem Rebellenangriff, bei dem Karan schwer verletzt wurde, setzt sie alles auf ein Gegenmittel. Doch dafür braucht sie Saints Hilfe. 

Meine Meinung: Dark Academia ist gerade voll im Trend und macht auch vor der Fantasy nicht halt. Denn was bietet sich mehr an als altehrwürdige Universitäten und Magie? So lernen wir hier zunächst Blaine kennen, die aus verschiedenen Gründen eine Außenseiterin ist. Wir lernen Bronwick Hall kennen, wie es aufgebaut ist und welche Magiearten es gibt. Dafür wird sich zwar viel Zeit genommen, doch wird es durch Blaines Vergangenheit und ihre Problem damit, nicht langweilig. Stattdessen werden wir bereits an einer frühen Stelle mit den Rebellen und einem Angriff konfrontiert und lernen im Zuge dessen noch viel mehr von der Welt kennen. Der Weltenbau ist sehr gelungen und es gab genug Szenen, die Spannung erzeugten, welche die die Welt erklärten, aber auch genügend zwischenmenschliches. Aber inzwischen wusste ich gut genug, dass Laura Labas es versteht, einen in Sicherheit zu wiegen, man fühlt sich in die schöne Geschichte ein, vielleicht habe ich auch einen leichten Crush auf Henry Saints entwickelt, nur um dann mit einem Cliffhanger abgestraft zu werden. Wobei dieser im Vergleich zu den Emerald Witches fast human war. Dennoch war es gut, dass ich diesmal erst mit Band 1 angefangen habe, nachdem Band 2 bereits bei mir einziehen durfte.

Band 2 – Dornenkrone

Die Handlung: Nach dem letzten Rebellenangriff muss Blaine die Scherben ihres Lebens zusammensuchen. Ihr bleiben nur ihre Freundin Linden und ihr noch immer Verlobter Karan. Doch sie hat den Entschluss gefassen, sich bei den Rebellen einzuschleusen, um den Anführer Smoke zu vernichten. Doch wo soll sie ansetzen?

Meine Meinung: Nach dem nervenaufreibendem Finale von Band 1 fängt Band 2 erstaunlich langsam an. Wieder baut sich die Geschichte langsam auf, diesmal allerdings fast zu langsam. Nach über 300 Seiten war noch immer nicht so viel passiert, dass ich mir vorstellen konnte, dass auf den letzten 150 Seiten das komplette Finale passen sollte. Versteht mich nicht falsch, die Geschichte bis dahin war nicht langweilig und es war viel Platz für Charakterentwicklung, aber es stand dann eben doch im ungünstigen Verhältnis zum Finale. So dachte ich bis zu dem Zeitpunkt jedenfalls, denn das Finale war auserzählt rund und hat mich komplett zerstört. Hier sind Dinge passiert, die ich überhaupt nicht vorherseh und die mich bittere Tränen der Verzweiflung haben weinen lassen. Auf das noch kommende wurde ich dadurch jedoch in keiner Weise vorbereitet. Auf den letzten ca. 100 Seiten durfte mich keiner ansprechen, Hunger und Zeitgefühl waren komplett vergessen. Es gab nur noch mich und das Buch. Um mich dann am Ende wieder komplett zu zerstören. Um mich mit dem Epilog wieder zu besänftigen. Um mir ein rundes Ende zu geben, dass ich nach der Achterbahnfahrt aber auch verdient hatte. Nur um dann mit dem allerletzten Satz wieder alles kaputt zu machen. Wie fies möchte eine Autorin sein? Laura Labas hat sich wohl einen Platz auf dem Treppchen der fiesesten letzten Sätze gesichert.

Das Fazit
Bronwick Hall war eine runde Reihe, mit tollen Charakteren, mit einem faszinierendem Weltenbau und Laura Labas hat wieder einmal bewiesen, warum ich bei Büchern über Hexen und Magie auf ihre Bücher setzen kann. Ich freue mich auf weitere Werke aus ihrer Feder.

Emerald Witches

Ein Vorwort

Im Zusammenhang mit der zunehmenden Popularität von K-Pop und K-Dramen auch im deutschsprachigen Raum, haben auch die Geschichten aus Fernost zugenommen. Bisher habe ich überwiegend Romance/New Adult aus dem Bereich gelesen. Umso mehr habe ich mich gefreut, als die Reihe um die Hexenzirkel in Seoul von Laura Labas angekündigt wurde. Nachdem ich Band 1 absolut verschlungen habe, ist nun endlich auch der zweite Band erschienen. Warum ihr die Reihe unbedingt auf dem Schirm haben solltet, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Ahnenmond

Die Handlung: Kang Hana ist die Erbin des Smaragdzirkels, einer der sieben Hexenzirkel von Seoul. Beim Ahnenmond soll sie sich gegen ihre Konkurrentinnen durchsetzen, um den Vorsitz wieder vom Opalzirkel zu ihrem zu lenken. Doch die Opalhexen betrügen und kurz darauf muss sich Hana mit dem Dämon Bobby einlassen, um ihr Leben zu retten.

Meine Meinung: Der Einstieg hat gut funktioniert, da uns mit Kang Hana als Protagonistin zunächst die wichtigsten Informationen über das Zirkelsystem vermittelt werden. Die Spannung baut sich nach und nach auf, ehe es sehr zeitnah beim Ahnenmond-Ritual zum ersten großen Ereignis kommt. Mit der anschließenden Flucht wird ordentlich Tempo aufgebaut. So fliegt man durch die ersten Seiten nur so durch und es fällt schwer das Buch zur Seite zu lesen. Danach gibt es aber Zeit zum durchatmen. Hier nimmt sich Laura Labas die Zeit, um ihre Charaktere auszubauen und die Welt weiterzuentwickeln. Alte Muster werden hinterfragt und es gibt einige gute Denkanstöße. Hier zeigt sich, wie gut für das Buch recherchiert wurde, denn Mythen und Legenden verweben sich zu einer spannenden und gleichzeitig faszinierenden Geschichte. Der Showdown hat es dann auch noch einmal ordentlich in sich. Hier durfte man mich keinesfalls stören, weil ich unbedingt wissen musste, wie es weitergeht. Der folgende Cliffhanger war dann eindeutig Folter, war es bis zum Release von Band 2 noch deutlich zu lang dafür. Hier half nur ein Schwelgen und der verzweifelte Versuch noch ein wenig in der Welt zu verbleiben. Und die verzweifelte Suche nach einem Adoptionsvertrag für Bacon.

Seidenblume

Die Handlung: Diese Inhaltsangabe enthält Spoiler zu Band 1. Nach ihrer verzweifelten Flucht wird Kang Hana doch vom freigelassenen Dämonenfürst Woong eingefangen. Ihr Bewacher ist niemand anderes als der totgeglaubte Bobby, der sein Gedächtnis verloren zu haben scheint. Gefangen zwischen ihren Gefühlen für Bobby und der Angst vor Woongs Macht, versucht sie einen Ausweg zu finden und muss dafür bis zu ihren Wurzeln zurück finden.

Meine Meinung: Was hatte ich nach dem Cliffhanger in Band 1 auf dieses Buch hingefiebert. Daher hatte ich zu Beginn auch mit meinen typischen Problemen zu kämpfen, wenn die Vorfreude zu groß ist. Ich bin einfach nicht wieder in die Geschichte reingekommen. Hatte mir der Schrittweise Spannungsaufbau in Band 1 noch super gefallen, zog es sich hier zunächst ein wenig, auch wenn kleinere Spannungsausschläge dabei waren. Dabei würde ich das gar nicht zu sehr auf Schreibstil und Handlung schieben, sondern eher auf mein eigenes ungeduldiges Wesen, dass nach der Auflösung lechzte und der der Weg nicht schnell genug gehen kann. Denn mit Woong wurde ein faszinierender Antagonist geschaffen, der mächtig, aber auch vielschichtig ist. Grundsätzliche gesellschaftliche Probleme werden adaptiert und auf das Zirkelsystem gelegt, so dass sich die Spannung gerade gegen Ende wieder ins unermessliche steigert. Der Sog der Geschichte aus Band 1 war zurück und der Schauplatz Seoul wurde einmal mehr gekonnt eingesetzt. Das Ende ist absolut rund und löst alle losen Handlungsfäden zu einem gelungenen Finale auf. So war der Abschied zwar viel zu schnell, zumal die Welt Platz für mehr Geschichten bieten würde, aber dennoch war das Schließen des Buches sehr befriedigend.

Das Fazit

Emerald Witches ist eine gelungene Dilogie, die gekonnt eine spannende Handlung, gut ausgearbeitete Protagonist*innen und Gesellschaftskritik in eine faszinierende Fantasywelt mit Mythen und Legenden aus Südkorea verbindet. Kleinere Längen zu Beginn des zweiten Bandes schmälern das Lesevergnügen keineswegs. Der einzige Haken an den Büchern ist, dass sie das Fernweh nach Korea und besonders Seoul noch mehr anfeuern.