When we Dream – Fall – Hope

Ein Vorwort

Als ich den ersten Band auf meine 21 für 2021 Liste packte, ahnte ich nicht, dass ich etwas über ein Jahr später durch diverse K-Dramen wesentlich intensiver in der koreanischen Kultur und auch das Phänomen K-Pop wesentlich besser verstehen konnte. So konnte ich die beiden Folgebände in diesem Jahr noch wesentlich mehr genießen. Wie mir die Reihe darüber hinaus gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

When we Dream

Die Handlung: Ella lebt seit dem Tod ihrer Eltern mit ihren beiden Schwestern zusammen in Chicago. Sie liest viel und zieht sich aus der Außenwelt zurück. Dann lernt sie Jae-Yong kennen. Beide haben sofort einen Draht zueinander. Doch Jae-Yong ist ein weltweit berühmer K-Pop-Star. Und sein Vertrag verbietet ihm eine Freundin zu haben.

Meine Meinung: Den ersten Band habe ich Ende letzten Jahres gelesen und hatte ihn mir nur wegen der ganzen positiven Rezensionen zugelegt. Mit K-Pop konnte ich wenig anfangen, aber das ist bei dem Werk  auch gar nicht schlimm, denn im Prinzip könnte es auch ein Rockmusiker oder ähnliches sein, es geht primär um die verschiedenen Welten, Paparazzi und die Vorteile und Bürden des berühmten Lebens. Aber dennoch eben anders und neu und mit einer schönen Portion koreanischer Kultur (auch wenn die in den Folgebänden noch stärker wird). Der Schreibstil ist sehr leicht und flüssig zu lesen und so bin ich schnell in dem Buch versunken und konnte es fast nicht mehr aus den Händen legen. Da es diesmal in allen drei Bänden um das gleiche Paar geht, war mir klar, dass es mir etwas dramatischem enden musste, aber hier hat es mich nicht gestört. Normalerweise mag es nicht, wenn Liebesgeschichten sich zu lange ziehen und zu viele Wendepunkte haben, aber hier war es gut ausgearbeitet und das Kennenlernen ist langsam von statten gegangen und auch die Gefühle haben sich langsam aufgebaut, was mir gut gefallen hat. Die Charaktere waren sehr sympathisch, auch wenn man bei der ein oder anderen Sache ein Auge zudrücken musste (Ihre kleine Schwester ist ein riesen NXT Fan und Ella kennt nicht einen der Mitglieder?).
Da die Folgebände auf diesem aufbauen sind kleine Spoiler gerade in der Inhaltsangabe nicht zu vermeiden. Wer also gar nicht mehr wissen möchte, sollte hier aufhören zu lesen.

When we Fall

Die Handlung: Ella und Jae-Yong sind nach dem Skandal in New York getrennt. Doch beide kommen damit nicht gut klar. Zaghaft bauen sie ihren Kontakt wieder auf, doch die Probleme bleiben die gleichen. Schaffen sie es diese zu überwinden? 

Meine Meinung: When we fall ist zwar im großen und ganzen ein typischer Mittelband, der den Bogen zwischen Aufbau in Band eins und Finale in Band 3 schließen muss, aber trotzdem hat es sich nicht wie ein reiner Füllband angefühlt. Er hatte genug eigene Handlung, um eine Daseinsberechtigung zu haben und baut die Beziehung zwischen Ella und Jae-Yomg langsam und realistisch wieder auf. Den zweiten Band habe ich im Mai diesen Jahres gesehen, als ich bereits mitten im K-Drama Fieber war und daher auch vermehrt K-Pop gehört habe. War es für mich vorher in Band 1 nicht störend, war die Thematik jetzt ein großer Pluspunkt für mich. Man merkt, dass sich die Autorin mit der Branche befasst hat und neben den positiven Seiten, eben auch die Schattenseiten aufzeigt. Die Geschichte konnte mich noch immer mitreißen und so flog ich nur die Seiten.

When we Hope

Die Handlung: Ella und Jae-Yong sind sich in den letzten Wochen wieder näher gekommen. Doch noch immer trennen sie tausende von Kilometern und auch sein Management ist noch strikt gegen die Beziehung. Können sie alle Hindernisse überwinden und ihr gemeinsames Glück finden?

Meine Meinung: Auch im dritten Teil wurde es noch einmal spannend. Wir lernen endlich Jae-Yongs Leben in Korea kennen, es wird noch einmal dramatisch mit dem Management und einige andere Hindernisse gilt es zu überwinden. Als Abschluss der Reihe funktioniert der Band sehr gut und auch wenn die Geschichte schon zwei Bände dauert, sind keine Längen vorhanden, es gibt genug Handlung und die Geschichte ist einfach nur toll. Vor allem merkt man auch die Entwicklungen nicht nur in der Beziehung, sondern auch der Charaktere allgemein. Ich mochte die Schwesterndynamik, die Dynamiken innerhalb von NXT und konnte auch Band 3 nicht mehr aus der Hand legen. Ein schöner Abschluss einer unvergesslichen Reihe, die einen großen Platz in meinen Herzen bekommt.

Das Fazit

Ob K-Pop Fan oder nicht, die Geschichte ist einfach nur zuckersüß, tolle Charaktere, der Aufbau hat gut über drei Bände funktioniert und der Schreibstil war super flüssig. Ich habe die Bände nur inhaliert.

 

Eine Handvoll Serien – 3/22 – K-Drama Special

Willkommen zur dritten serientastischen Handvoll in diesem Jahr! Heute mit: einer Ärztin in einer Comicwelt, Liebesgeflüster in einem Verlag, einem funkelnden Stern, dem Lindern von Grollen und einer besonderen Freundschaft.

W – Two worlds apart

Die Handlung: Oh Yeon-joo ist Assistenzärztin und Tochter des berühmten Comicautors Oh Sung-moo. Als sie ihren Vater besucht landet sie aus Versehen in seinem Comic W und trifft auf den Protagonisten Kang Cheol. Während sie zunächst nur versucht in ihre Welt zurückzukehren, verstrickt sie sich immer mehr in Kang Cheols Suche nach dem Mörder seiner Familie. 

Meine Meinung: Nach Extraordinary You stand die Frage im Raum, ob es mein erstes und letztes K-Drama bleibt. Doch irgendwo war der Reiz da und nachdem mir W empfohlen wurde, da es ebenfalls (unter anderem) in einer Comicwelt spielt, war die Entscheidung gefallen. Am Anfang baut es sich etwas merkwürdig auf, ebenfalls wie bei Extraordinary You hat mir die erste Folge überhaupt nicht gefallen. Danach wurde es aber immer besser und die Spannung baute sich sehr stark auf, so dass Folge um Folge verschlungen wurde. Gleichzeitig war aber auch ein gewisser Humor immer mit dabei, so dass die einzelnen Folgen auch einfach Spaß machten zu sehen. Die Verschmelzung von realer und Comicwelt harmonierte gut und sorgte immer wieder für neue Ideen. Mehr als einmal verzweifelte ich durch die Wendungen und auswegslos erscheinenden Situationen. Doch es wurde immer auch eine realistische Lösung gefunden. Nach hinten raus ist die Serie vielleicht ein/zwei Folgen zu lang, so dass es hin und wieder eine Wendung zu viel gab, aber am Ende  kam ein stimmiges Drama heraus. Große Empfehlung auch als Einstieg in die K-Drama Welt.

Romance is a bonus book

Die Handlung: Cha Eun-ho und Kang Dan-i sind schon ewig befreundet. Doch traut sie sich nicht ihm vom Scheitern ihrer Ehe zu erzählen. Da sie jedoch droht auf der Straße zu landen, schleicht sie sich wieder in sein Leben. Als im Verlag, bei dem Eun-ho Cheflektor ist, eine Stelle frei wird, fälscht Dan-i ihren Lebenslauf. Doch im Verlag versuchen beide ihre Freundschaft zu verbergen – oder ist da mehr?

Meine Meinung: Durch W wurde mir Romance is a bonus book immer wieder von Netflix vorgeschlagen, da Lee Jong-suk auch hier den Protagonisten spielt. Da ich sein Spiel mochte und mir die Handlung zusagte, entschied ich mich hierfür als nächstes Drama. Hier fiel mir der Einstieg jedoch noch einmal etwas schwerer. Denn die Freundschaft zwischen Eun-ho und Dan-i wirkt ziemlich merkwürdig auf mich. Sie benehmen sich gleichzeitig wie die besten Freunde seit Jahren, aber hatten doch so viele Jahre keinen richtigen Kontakt, dass zumindest er kaum etwas noch von ihr weiß. Sobald man sich jedoch an diese Ausgangssituation gewöhnt hat, bekommt man ein liebevolles Drama mit vielen tollen Charakteren, einem tollen Verlagsleben und neben der Liebesgeschichte auch ein großes Geheimnis, was es zu entdecken gab. Hier bleibt am Ende der ganz große Knall bzw. die ganz große Wendung zwar aus, aber es gab trotzdem genug Drama für alle Folgen, um sie spannend zu halten. Vor allem ist die Liebe zu Büchern hier sehr präsent, was ich sehr mochte.

Do Do Sol Sol La La Sol

Die Handlung: Auf der Hochzeit von Gu Ra-Ra stirbt ihr Vater. Dadurch mittellos geworden, platzt die Hochzeit und ihr bisher behütetes Leben. Einer Intuition folgend wagt sie einen Neustart in einer anderen Stadt und trifft dort auf den ebenfalls mittellosen Sunwoo Joon. Zusammen versuchen sie über die Runden zu kommen und Ra-Ra gründet schließlich eine eigene Klavierschule La La Land.

Meine Meinung: Wer über den Namen dieses K-Drama stolpert, sollte es versuchen zu singen, denn es handelt sich dabei um die Noten zu Funkel, Funkel kleiner Stern von Mozart. Dieses Lied spielt eine große Rolle in diesem Drama, generell geht es viel um Musik. Mir gefiel gut, dass wir uns hier mal außerhalb Seouls befinden, denn die kleine Hafenstadt war sehr entzückend. An die einzelnen Charaktere musste ich mich erst gewöhnen, gerade Ra-Ra war sehr gewöhnungsbedürftig. Angefangen habe ich das Drama auch eher wegen Lee Jae-wook, der mir schon in Extraordinary You sehr gut gefallen hat. Doch je länger die Serie lief, desto mehr wurde ich Teil der Gemeinschaft und desto mehr konnte ich mit den Charakteren mitfühlen und sie teilweise sogar verstehen. So hat die Serie einen sehr starken Mittelteil. Leider zerstört sie sich in der letzten Folge komplett selbst. Ich mochte die Entwicklung gegen Ende schon nicht, aber die letzte Folge reißt einem den Boden unter den Füßen weg, um dann mit der billigsten Erklärung überhaupt zu kommen. Das hat leider sehr viel kaputt gemacht, weswegen dieses Drama aktuell für mich zu den schwächsten zählt, die ich gesehen habe.

Mystic Pop-up Bar

Die Handlung: Han Kang-Bae stolpert in eine unauffällige Pop-Up-Bar.  Als die Besitzerin Weol-Ju erkennt, dass Kang-Bae durch Berührung Menschen unfreiwillig dazu bringt, ihm alle ihre Sorgen anzuvertrauen, wittert sie die Chance ihren 500 Jahre dauernden Fluch zur Erfüllung zu bringen. Immer an ihrer Seite ist Guibanjang. 

Meine Meinung: Hier war es tatsächlich der Name, der mich dazu bewogen hat das Drama zu sehen. Etwas verwirrt war ich nach der Zusammenfassung als mich die erste Folge ins historische Korea zurückreisen ließ. Hierzu gibt es auch immer wieder Rückblenden, doch glücklicherweise wird viel in der Gegenwart erzählt, denn ich mochte die Schauspieler*innen aus diesem Teil nicht unbedingt. Dafür ist der Rest jedoch umso besser! Die Geschichte ist übernatürlich und das wird auch vollständig ausgenutzt. Es gibt so viele tolle Ideen, allein die Jenseits-Olympischen-Spiele um die Lottozahlen war für mich ein absolutes Highlight. Zwar ist die Geschichte an sich übergeordnet und erstreckt sich über die ganze Serie, dennoch sind die meisten Folgen in sich relativ abgeschlossen, da es meist um den einen Fall der Woche geht. Das mag ich an Serien ja besonders gern und es konnte mich auch hier sehr begeistern. Generell waren es aber einfach die Charaktere, die Aufmachung, die Geschichte, die Witze, die mich alle mitreißend konnten. Hier stimmte einfach fast alles, weswegen die Serie auf jeden Fall unter meinen Top 3 landet. Allerdings sollte man die Serie (wie die meisten Dramas) nicht hunrig gucken.

Thirty Nine

Die Handlung: Cha Mi-jo, Jeong Chan-young und Jang Joo-hee sind seit ihrer Kindheit beste Freundinnen. Zusammen haben sie die  Krankheit von Joo-hees Mutter überstanden und Mi-jo auf der Suche nach ihrer leiblichen Mutter beigestanden. Jetzt sind sie 39 und überlegen, ob sie alles im Leben erreicht haben. Doch eine Nachricht reist ihnen den Boden unter den Füßen weg.

Meine Meinung: Das war wohl das traurigste Drama, das ich bisher gesehen habe. Die Geschichte dreht sich um die Nachricht, die relativ zu Anfang bekannt gegeben wird (aus spoilergründen möchte ich sie nicht verraten)  und zieht sich durch die ganze Serie. Die lockere Freundschaftsgeschichte, die mir versprochen wurde, war hier nicht vorhanden. Was ich jedoch bekommen habe, sind drei tolle Freundinnen, die zwar sehr unterschiedlich sind, aber gerade deshalb so gut miteinander funktionierten. Im Laufe der Geschichte bekommt jede auch noch ihre Liebesgeschichte – unter anderem mit Lee Tae-Hwan und möglicherweise sind öfter mal Schauspieler*innen der Grund für die Auswahl meiner Dramas. Dadurch entspannt sich die Handlung etwas, doch die getrübte Stimmung bleibt bestehen. Hier fehlten mir am meisten die leichten Witze, die oftmals in Dramas mit eingebaut werden. Generell war die Handlung sehr ruhig erzählt, was mir nicht unbedingt zusagte. Es ist dennoch eine gute Serie, aber mir fehlte von der Stimmung her das gewisse Etwas. Vielleicht  hatte ich auch einfach nur etwas anderes erwartet.

Was sind eure liebsten K-Dramas? Gern her mit euren Empfehlungen! Ansonsten arbeite ich bereits ganz fleißig an Ausgabe 2 des Specials…