Knights

Ein Vorwort

Die Reihe rund um Ophelia Scale von Lena Kiefer war eine meiner absoluten Highlights, die ich in kürzester Zeit inhaliert habe. Als eine neue Urban Fantasy Reihe der Autorin angekündigt wurde, habe ich nicht lange gezögert. Inzwischen ist auch der dritte und letzte Teil veröffentlicht und es wird Zeit einen vollständigen Beitrag dazu zu schreiben. Ob mir die Reihe wieder so gut gefiel, wie Ophelia Scale?

Ein gefährliches Vermächtnis

Die Handlung: Charlotte will seit einem Vorfall in ihrer Kindheit nichts mehr mit der Geheimgesellschaft der Erben der Tafelrunde, kurz KORT, zu tun haben. Doch als eine abtrünnige Gruppe sie aufsucht, rennt sie in eine Gruppe KORTs und muss bei ihnen Unterschlupf suchen. Dabei erfahren diese von ihren sehr seltenen Fähigkeiten. Nun muss sie ihr Erbe begreifen und zusammen mitder Gruppe gegen eine uralte böse Macht antreten. Gleichzeitig muss sie mit ihren Gefühlen für den Lancelot-Erben Noel zurecht kommen. 

Meine Meinung: Wenn man eine großartige Reihe gefunden hat, sind die Erwartungen an den*die Autor*in umso höher. Dennoch versuchte ich meine Erwartungen zurückzuschrauben und möglichst unvoreingenommen an die Reihe ranzugehen. Das war allerdings gar nicht nötig, denn sie sog mich sehr schnell wieder in ihren Bann. Zusammen mit Charlotte stolpern wir in die Welt der Knights und KORT (Knights of the round table). Hier bekommen wir nach und nach die benötigten Informationen und freunden uns mit den Charakteren an. Dabei sind zunächst einige Namen zu merken und ich konnte mir bis zuletzt nicht die alle Zugehörigkeiten merken. Zum Glück gibt es vorne eine Übersicht, welcher Charakter zu welchem Knight gehört. Die ganzen Verstrickungen zu den Rittern der Tafelrunde waren sehr interessant und gut ausgearbeitet. So nahm mich die Geschichte wieder für sich ein und der Schreibstil der Autorin tat ihr Übriges. Es war kein neuer Ophelia Scale, an die Reihe kommt wohl auch lange nichts heran. Aber es war eine wunderbare Geschichte, die spannend, witzig und voller Gefühl war.

Die Handlungszusammenfassungen der Folgebände enthalten potentielle Spoiler für die Reihe

Ein gnadenloses Schicksal

Die Handlung: Nach den Geschnissen in Band 1 wollen Charlotte und Noel nicht einsehen, dass ihre Liebe potentiell die Welt zerstören könnte. Oscar erholt sich derweil von seinen Verletzungen. Doch Morgana ruht nicht und greift mit den Darks weitere Teams an. Charlotte muss sich ihrem Merlin-Erbe stellen. 

Meine Meinung: Was war das Ende von Band 1 ein Schlag ins Gesicht. Das musste ich erst einmal ganz schön verdauen. Fairerweise muss man sagen, dass die Geschichte, auch wenn sie mir sehr missfiel, absolut logisch aufgebaut war. Die Probleme häufen sich weiter an, die Knights geraten immer weiter in eine ausweglose Situation und versuchen irgendwie eine Lösung zu finden. Zwischenzeitlich war es mir fast ein bisschen zu viel, aber der weiter wunderbar fesselnde Schreibstil, hat mich bei der Stange gehalten. Das Ende war dann noch besonders überraschend, da es sich irgendwie wie das eigentliche Ende anfühlte. Die bisherige Gegenspielerin wird vernichtet und doch bleiben zu viele Fragen offen. Aber es gab ja noch einen dritten Band.

Eine erbarmungslose Macht

Die Handlung: Guinevere krallt sich Noah, der unter Morganas Kräften kurz vorm Zusammenbrechen ist. Charlotte und die Knights versuchen ihn aus den Fängen zu befreien und zu retten, doch das gestaltet sich schwerer, als KORT sich gegen sie wendet. Doch sie bekommen Hilfe, von der Person, von der sie es am wenigsten erwartet hatten. 

Meine Meinung: Nachdem ich sehr lange auf die Fortsetzung warten musste, war ich doch hin- und hergerissen. Morgana war besiegt, Noah hatte ihre Kräfte und im Epilog von Band 2 wurde eine neue Gegenspielerin angekündigt. Gerade das Letzte war dann auch mein Problem mit dem Buch. Während Morgana zuvor gut aufgebaut wurde, wird Guinevere einfach in die Handlung geworfen. Es wirkt etwas gehetzt, zumal es auch so wieder genug andere Probleme gibt. Ich möchte an keiner Stelle behaupten, dass die Reihe schlecht geschrieben ist. Aber mir war es irgendwie zu viel hin und her. Es hatte keinen direkten Sog auf mich und das obwohl die Reihe so vielversprechend begann.

Habt ihr die Reihe gelesen? Wie fandet ihr sie?

Black – die Panther-Trilogie

Nachdem ich die Deadly-Sin-Saga der Autorin Lana Rotaru begonnen hatte und nach dem Cliffhanger im zweiten Teil nun sehnsüchtig auf den dritten Teil warte – Frau Rotaru hauen sie bitte in die Tasten! – konnte ich mich noch nicht von ihrem Schreibstil lösen und beschloss daher ihre bereits abgeschlossene Fantasy-Reihe zu lesen. So lernte ich Familie Black kennen.

Amelia Bennett dachte eigentlich sie wär ein ganz normales Mädchen aus Chicago. Bis eines Tages die Zwillinge Graham und Alexander Black in ihr Leben treten. Kurz darauf häufen sich merkwürdige Zufälle und Lia muss feststellen, dass sie niemals normal war.

Band 1 – Das Herz der Panther

Im ersten Band lernen wir die Protagonistin Amelia Bennett – von allen nur Lia genannt – kennen. Man bekommt einen kurzen Einblick in ihr Leben, ehe die Zwillinge Graham und Alexander Black in ihr Leben treten. Diese sind – natürlich – sportlich, gutaussehend und nach kürzester Zeit sehr beliebt. So viel zum Klitschee, das wir bereits in vielen vergleichbaren Werken gelesen haben. Hier enden dann aber die Gemeinsamkeiten, denn Lia lässt sich nicht einfach aus Liebe zu irgendetwas hinreißen. Erst nach und nach erfährt sie, dass die Blacks ihretwegen nach Chicago gezogen sind, um sie zu beschützen. Denn jemand gefährliches ist hinter ihr her und die Blacks sind keine gewöhnlichen Schüler, sondern Krieger, die sich in Panther verwandeln können – was man sich beim Titel der Bücher bereits denken konnte.
Der erste Teil ist unglaublich spannend, charakterisiert alle Personen, so dass alle vielschichtig gezeichnet sind und geizt auch nicht mit der Liebe. So bekommt der Leser was fürs Herz – auch wenn die Dreiecksstory manchmal etwas nervig wird – geboten und liest doch durch die geschaffene Spannung immer fleißig weiter. Trotz vieler schöner Ideen und neuen Handlungssträngen, greift Frau Rotaru leider auch immer wieder auf altbekanntes zurück, weswegen der Ausgang des dritten Bandes und Lias Herzensentscheidung bereits schnell durchschaut werden können. Trotzdem kann ich nur immer wieder Frau Rotarus Schreibstil loben, der einen immer wieder bei der Stange hält, ansonsten hätte ich das Buch an manchen Stellen doch gerne aus der Hand gelegt.

Band 2 – die Entscheidung der Panther

Während ich im ersten Band mein Herz noch Alexander Black verlor, habe ich es mir während des zweiten Bandes gleich wieder zurück geholt. Er war mir dann doch nicht mehr so sympathisch, zumal er einige Entscheidungen traf, die ich nicht nachvollziehen wollte. Nach dem Cliffhanger am Ende des ersten Teil – Frau Rotaru, wenn das in all ihren Werken so ist, wird das Warten auf die noch sieben ausstehenden Deadly Sin Bände eine echte Herausforderung – wird es erst einmal wieder ruhiger, was nach dem nervenaufreibenden Finale des ersten Teils sehr gut tut. Doch auch hier musste es irgendwann weiter gehen. Leider mit einem neuen Charakter, den ich einfach nicht dabei haben wollte. ab hier plätschert die Handlung etwas vor sich hin und verliert sich etwas in Zickenkriege. Das ändert sich dann jedoch als das große Finale näher rückt. Denn der Abschluss diesen Bandes wäre eigentlich ein guter Abschluss der ganzen Reihe geworden. Leider wurde hier zuviel Pulver verschossen, um das im dritten Teil noch einmal zu topen. Dafür war hier keine Spur von dem „Fluch des zweiten Bandes“, dem man sonst meistens anmerkt, dass er die Lücke zwischen Auftakt und Finale füllt.

Band 3 – Die Prophezeiung der Panther

Was tun, wenn nach einem großen Finale noch nicht alles vorbei sein kann und man noch einen weiteren Band füllen möchte? Eine Menge zusammenhangloser Handlungsfetzen beginnen. Der dritte und letzte Teil der Panther Trilogie beginnt wieder nervenaufreibend, denn natürlich ist noch nicht alles gesagt. Leider wiederholen sich hier viele Szenen aus den vorherigen Bänden und Lia scheint immer wieder das Gleiche zu passieren, ohne das die Handlung voran kommt. So plätschern zwei Drittel des Buches nur so vor sich hin. Im letzten Drittel passiert dafür wieder umso mehr. Anstatt die losen Handlungsstränge zu einem guten Ende zu verknüpfen, passiert noch einmal so viel, dass man das Buch nicht mehr weglegen kann. Und so gipfelt auch dieser Teil in ein Finale, der aber nur noch wie ein billiger Abklatsch des Finales des zweiten Bandes wirkt. Als wäre Frau Rotaru am Ende die Puste ausgegangen und sie hatte keine Energie mehr ein gutes Ende zu schreiben. Auch fehlen mir am Ende gute 50 Seiten. Denn es kommt zum finalen Kampf, Punkt und schon erscheint der Epilog, der Jahre später spielt. Wo bleibt das Lecken der Wunden nach dem Endkampf? Wo bleibt die Verarbeitung alles Geschehene? Wo bleibt das zu Ruhe kommen und das wieder Zusammenfinden? Ich fühlte mich nach dem Ende um viele wichtige Szenen und Erklärungen betrogen und konnte so noch immer nicht mit der Reihe abschließen. Hier wurde sich um einen guten Abschluss gedrückt. Damit ist der dritte leider der enttäuschendste Band der Reihe.

Alles in allem ist die Panther-Trilogie vielleicht nicht der stärkste Vertreter des Genres, kann aber durchaus mitreißen und lässt einen so schnell nicht wieder los. Leider bleibt der erste Band der stärkste. Mit einem runden und gelungenen Ende hätte ich vielleicht stärker über die negativen Aspekte hinwegsehen können, aber leider bleibe ich irgendwo enttäuscht zurück. Am Ende des ersten Bandes hätte ich die Reihe noch viel höher gelobt. Aber ich empfehle die Reihe trotzdem weiter, denn wenn man sich so die Kritiken der anderen Leser anschaut, bin ich wohl die einzige, die das Ende als so negativ empfindet.

Die Pan-Trilogie – Band 1 – Das geheime Vermächtnis des Pan

Vor ein paar Wochen fand ich durch einen längst vergessenen Zufall die Pan-Trilogie von Sandra Regnier.Und ich habe sie verschlungen! Ich habe alle drei Teile in nur ca. 2 Wochen gelesen und das obwohl ich sehr selten Zeit zum Lesen finde. Daher hier nun meine erste Buchkritik.

Band 1: Das geheime Vermächtnis des Pan

Kurz zur Story: Der Elf Leander FitzMor, kurz Lee, besucht eine Schule in London. Denn hier soll er die Prophezeite finden. Durch einen Kuss, möchte er sie an sich binden, denn sie ist ihm durch die Prophezeiung als Frau versprochen und der Kuss eines Elfen lässt eine Frau nie wieder jemand anderen lieben. Schnell findet er Felicity und durch seinen Charme kommt es zum Kuss. Doch kurz darauf muss er feststellen, dass es zwei Felicitys an der Schule gibt und er die falsche an sich gebunden hat.

Seit Stephanie Meyers Erfolg mit Twilight sind die Vergleiche mit diesen Romanen nicht mehr Weit, sobald es in den realitätsbezogenen Fantasy geht. Doch auch wenn der Schauplatz wieder an einer Schule beginnt, tritt „Das geheime Vermächtnis des Pan“ Twilight sehr schnell in den Hintern. Zwar ist Lee als unglaublich hübsch beschrieben, aber sein Charakter hat viel mehr Tiefgang als ein Edward Cullen. Denn zunächst ist er überglücklich, dass seine prophezeite Frau ebenfalls wunderhübsch ist, bis er herausfindet, dass es sich um eine Verwechslung handelt. Die richtige Felicity ist das absolute Gegenteil. Dicklich, ungepflegt und durch das Arbeiten im Pub ihrer Mutter auch immer mit dem Duft nach Whiskey. Lee ist natürlich alles anderes als begeistert und versucht trotzdem sie kennenzulernen. Aber nein auch hier zieht nicht das typische Aschenputtel-Klitschee, sondern Felicity versucht mit Hilfe ihrer Freunde selbst etwas zu ändern. Sie geht regelmäßig joggen und versucht nicht mehr so spät im Pub zu arbeiten. Lee hält sie erst einmal auf Abstand. Doch er versucht sie trotzdem näher kennenzulernen.
Der Freundeskreis von Felicity ist begrenzt, aber voller verschiedenster Charaktere. Man fühlt sich schnell als Mitglied des Freundeskreises und wird nach und nach mit Hintergrundinformationen der einzelnen Charaktere gefüttert.
Die ersten zwei Drittel scheinen aus dem Leben eines normalen Teenagers gegriffen zu sein, nur leicht gespickt, mit rätselhaftem Verhalten Lees oder leichten rätselhaften Vorfällen in Felicitys Leben. Erst danach kommt man langsam dahinter, was Lee ist und was Felicity mit allem zu tun hat. Aber ich für meine Fälle mag es, wenn sich die Story langsamer aufbaut und nicht alles Knall auf Fall über den Protagonisten hereinbricht.
Der Schreibstil von Regnier ist leicht und locker, aber doch mit der gewissen Portion Anspruch. Also ein guter Lesefluss ist gewährleistet.
Also für jeden, der endlich einmal etwas lesen möchte, der realitätsbezogenen Fantasy gerecht wird, eine absolute Leseempfehlung!