Verpasst, aber nicht vergessen – Teil 8

Hallo ihr Lieben,
es wird mal wieder Zeit euch ein paar Filme meiner Verpasst-Liste vorzustellen, die ich inzwischen nachholen konnte.

1) Kundschafter des Friedens

Wenn der BND überfragt ist, aber dringend eine Lösung her muss, ja dann müssen die inzwischen pensionierten „Kundschafter des Friedens“, also die früheren Auslandsagenten der DDR her. So wurde im Trailer ein Generationskonflikt angekündigt im komödiantischen Stil mit ein bisschen Action. Leider schoss der Film am Ziel vorbei und konnte nur bedingt unterhalten. Neben vielen netten Ideen wurde der Film zu sehr auf Slapstick ausgelegt und konnte einfach keine Spannung aufbauen. Stattdessen mischte sich ganz nebenbei eine zu große Portion Drama mit ein, die dem Film nicht gut tat. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

2) Unsere Zeit ist jetzt

Seit neustem scheint es ja Mode zu sein, dass jeder Musiker auch schnell seinen eigenen Film bekommt. So auch Cro, der in seinem Film aber nicht seine Geschichte erzählt – wie noch Bushido in „Zeiten ändern dich“ – sondern eine fiktive Geschichte über eine Ideenausschreibung zu seinem eigenen Kinofilm. Vanessa, Ludwig und Dawid gewinnen diese und versuchen nun ihre Ideen umzusetzen. Dabei geht es im Film mehr um die Beziehungen der Charaktere untereinander, als wirklich um Cro und seine Musik. Einerseits ist dies mal ein neuer Ansatz für einen Musikerkinofilm, andererseits krankt der Film an der nicht ausgereiften Handlung und dem sehr sprunghaften Drama zwischendurch. So hat der Film zwar gute Ansätze, weiß aber nicht so richtig, was er aussagen soll und sagt daher einfach gar nichts aus und verliert sich in zu vielen einzelnen Handlungssträngen. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.

3) Gods of Egypt

So viel Gold hat die Leinwand wohl seit Onkel Dagoberts Geldspeicher nicht mehr gesehen. Dazu wurden allerlei bekannte Schauspieler gecastet von Gerard Butler über Geoffrey Rush bis zu Nikolaj Coster-Waldau. Doch auch der größte Prunk und die besten Schauspieler können eine abstrose, mit CGI zugebombte Handlung nicht retten. Hier wurde die ägyptische Mythologie genommen und solange darauf eingeprügelt, bis nes ins 08/15 Hollywood Klitschee passte. Abgesehen von ein paar Orten und ein paar Namen ist nicht viel von ihr übrig geblieben. Wäre die Geschichte nun wenigstens spannend oder interessant, hätte man darüber hinwegsehen können, aber so versagt der Film auf ganzer Linie. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

4) Can a song save your life?

Was wenn Musik deine ganze Leidenschaft ist, aber das Leben einfach immer wieder dazwischen funkt? So erzählt der Film liebevoll die Geschichten von Gretta, die von ihrem inzwischen erfolgreichen Musikerfreund betrogen wurde und Dan, der aus seinem eigenen Musiklabel gefeuert wurde. Zusammen suchen sie ihren eigenen Weg und leben dabei ihre Liebe zur Musik voll aus. Der Film hat vielleicht nicht die ausuferndste oder originellste Handlung, aber er macht es mit einer Menge Charme und einem tollen Soundtrack wieder wett. Gleichzeitig merkt man den Schauspielern an, dass sie eine Menge Spaß bei den Dreharbeiten hatten und so ist es einfach ein Feel-Good-Movie. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

5) A royal Night

Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs wollen die beiden Schwestern Elisabeth und Margaret sich dem Feiertrubel auf Londons Straßen anschließen. Das Problem an der Sache ist nur, dass sie die Prinzessinen des Landes sind. Aus dieser Grundvoraussetzung wird ein charmanter kleiner Film, der ganz nebenbei die verschiedenen Charaktere von Margaret und Elisabeth untersucht, aber auch die Nachwirkungen, die der Krieg hinterlassen hat. Dabei braucht er keine große ausufernde Handlung und schafft es trotzdem Spannung aufzubauen und zu halten. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst, aber nicht vergessen – Teil 7

Hallo ihr Lieben,
der Oktober ist zwar vollgepackt mit dem Horroroctober, aber trotzdem habe ich mal wieder einige Filme meiner Verpasst-Listen nachgeholt und berichte hier, wie gewohnt, nun in Kurzkritiken darüber.

1) Big friendly Giant
Roald Dahl ist für seine Kinderbücher bekannt, dessen bekanntestes Werk bisher wohl Charlie und die Schokoladenfabrik war. Nun hat Steven Spielberg sich nach vielen Jahren wieder an einen Kinderfilm getraut, der nach E.T. wieder einmal die Herzen von Groß und Klein höher schlagen lässt. Mit liebevoll gezichneten Figuren, geht es darum Kindern die Themen Einsamkeit und Ausgrenzung näher zu bringen. Dies wurde geschafft und dabei so viel Witz und Charme erzeugt, dass man noch Stunden später ein erwärmtes Herz hat. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

2) Findet Dorie
2003 entführte uns Findet Nemo in die kunterbunte Welt des Ozeans, der aber auch voller Gefahren ist. Bereits dort lernten wir Dorie kennen, der Pailettendoktorfisch ohne Kurzzeitgedächtnis. Nun 13 Jahre später erschien endlich die ersehnte Fortsetzung. Viele bekannte Gesichter sind wieder mit dabei, aber auch viele neue Charaktere. Dabei geht es im groben darum, dass Dorie immer wieder Erinnerungsfetzen sieht, die ihre Vergangenheit betreffen. Auf einmal erinnert sie sich an ihre Eltern und will sie unbedingt finden. Auch das zweite große Abenteuer im Ozean ist wieder voller Witz und liebenswerter Charaktere. Dabei war Hank, der siebenarmige Oktopus, wohl der liebenswerteste. Ein Film voll mit Witz, Spannung und unvergessbaren Charakteren, dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

3) Raum
Joy und ihr fünfjähriger Sohn Jack sind in einen nur 9qm großen Raum gesperrt und das schon seit vielen Jahren. Joy wurde entführt und seitdem als Objekt der Begierde genutzt. Dadurch ist auch Jack entstanden, den Joy nun versucht jeden Tag wieder fit, gesund und vor allem bei Laune zu halten. Dabei erfindet sie immer Geschichten, da Jack nun einmal nicht mehr als die 9qm kennt. Raum ist ein emotional geladener Film, der vorallem von der Liebe einer Mutter zu ihrem Kind lebt. Die Geschichte nimmt einen mit und gleichzeitig bewundert man Joys Durchhaltevermögen. Brie Larson hat zu Recht sowohl Oscar als auch Golden Globe für diese Film gewonnen. Raum bekommt 08 von 10 möglichen Punkten.

4) Die Winzlinge – Operation Zuckerdose
Nach einem Picknick lässt ein Pärchen ein paar Sachen zurück. Die werden sofort von den Wald- und Wiesenbewohnern beschlagnahmt. Auch ein kleiner Marienkäfer, der von seinen Eltern getrennt wurde, sucht Schutz in einer Zuckerdose. Am nächsten Morgen entdecken die roten Ameisen die Dose und wollen sie zu ihrer Königin bringen. Doch auch die schwarzen Ameisen sind an der Zuckerdose interessiert. Ein Film, in dem kein einziges Wort wirklich gesprochen wird. Intentionen werden lediglich durch tierische Geräusche dargestellt. Trotzdem ist der Film voller Witz, Charme und guter Botschaften über Freundschaft. Der Film ist durchgehend spannend und voller interessanter Charaktere. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

5) #Zeitgeist
Der Film stellt einige Stereotype im Umgang mit der digitalen Welt vor und zeigt eigentlich eher, wie man es nicht machen sollte. Dabei gibt es immer die Elternseite und die Kinderseite. Zum Beispiel gibt es die Mutter, die alle digitalen Schritte ihrer Tochter kontrolliert, alle Nachrichten, alle besuchten Seiten, alle geposteten Inhalte. Als krasses Gegenteil gibt es die Mutter, die ihrer Tochter gerne eine Karriere als Star ermöglichen möchte und daher eine Website angelegt hat, auf der sie Fotos ihrer Tochter postet, teilweise sogar in aufreizender Wäsche. Die verschiedenen Handlungsstränge überschneiden sich nur selten, spielen aber alle in der gleichen Stadt. Alle Charaktere sind stark überzeichnet, aber trotzdem bleibt der Film irgendwo realistisch und zeigt den falschen Umgang mit der digitalen Welt. Ein spannender und mitreißender Film, der seine Botschaft nicht mit dem Vorschlaghammer auf den Zuschauer einprügelt, sondern durch seine ruhige Erzählweise zum Nachdenken anregt. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.