Ein Vorwort
In den letzten zwei Jahren habe ich meine Vorliebe für trashige Horrorfilme gefunden. Bisher waren die meisten „Kreaturen“ aber doch die klassischen Haie, so dass der Orginal Anaconda an mir komplett vorbeiging (inklusive aller Fortsetzungen). Dass hier jetzt eine relativ hochwertig aussehende Hollywoodproduktion den Film aufgreift, um ihn selbst zu parodieren und als Komödie herauszubringen, war ein Ansatz, der mich sofort ins Kino rennen lies. Warum er mich leider doch nicht, wie angenommen, begeistern konnte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung
Die besten Freunde Doug und Griff stecken mitten in ihrer Midlife-Crisis, einer als gescheiterter Regisseur, der andere unerfolgreicher Schauspieler. Bei der Geburtstagsfeier von Doug schlägt Griff ihm und zwei weiteren Freund*innen vor, zu dem Film Anaconda ein Reboot zu drehen. Doch im Amazonas kommt alles ganz anders als geplant.
Meine Meinung
Reboots bietet uns Hollywood weiterhin am laufenden Band. Erst im letzten Jahr hat Warner mit James Gunns Superman ihr komplettes DC Universe gerebootet. Doch ein Film, der davon handelt, dass ein realer Film ein Reboot bekommen soll? Das klang nach einem Konzept, das neu genug klang, um für mich interessant zu werden. Und dann harmonierten Paul Rudd und Jack Black im Trailer bereits bestens, was regelrecht Vorfreude auf den Film schürte. Leider kann das Endergebnis nicht mithalten, aber fangen wir am Anfang an.
Wir lernen Doug und Griff kennen, die jeder auf ihre Weise mitten in einer Midlife-Crisis aus vernachlässigten Träumen steckt. Zwar haben beide ihre Passion zum Beruf gemacht, sind Regisseur und Schauspieler, aber eben nicht erfolgreich und nicht dort, wo sie gern wären. Es kommt zu jenem verhängnisvollen Geburtstag, wo die Idee zum Reboot Dreh kommt. Thandiwe Newton, die ich generell gern auf der Leinwand sehe, kommt noch als Love Interest dazu und Steve Zahn für den Slapstick. Die Darstellenden harmonieren in ihren Rollen gut miteinander, auch wenn Newton mehr zur Stichwortgeberin verkommt, als ihr Talent ausüben zu dürfen. Nach dieser Exposition geht es endlich nach Südamerika, wo die Dreharbeiten beginnen sollen. Hier kommt eine zweite Ebene des Films dazu, in Form von Daniela Melchior als Ana Almeida, die vor bewaffneten Männern auf der Flucht ist und durch Zufall das Boot entführt, mit dem die Truppe drehen will.
Was fehlt für einen Film, der Anaconda heißt noch? Genau, eine Schlange. Leider ist das der Faktor, der in diesem Film viel zu kurz kommt. Zumindest zu Beginn. Zwar wird für den Dreh eine engagiert, für die jedoch nach kurzer Zeit Ersatz besorgt werden muss. Hier ist bereits circa die Hälfte des Films vorbei und wir haben erstmals die eigentliche Anaconda im Bild. Die ist zwar beeindruckend und bekommt gerade am Ende noch ordentlich Bildschirmzeit, aber da war die Erwartung beim Titel einfach größer.
Zumal hier auch nicht auf die unsichtbare Gefahr gesetzt wurde, die durch Atmosphäre durchaus spannend sein kann, sondern eben die relativ plumpe Handlung durchgezogen wird und irgendwann fällt ihnen halt ein, dass vielleicht auch mal eine Anaconda im Bild sein sollte. Die Handlung und die vermeintlichen Witze sind dann leider auch eine weitere Schwäche des Films. Denn so gut gemacht der Anfang ist, und wir die Charaktere irgendwo verstehen, wird dann viel Zeit mit sinnlosen Diskussionen verschwendet. Auch die Witze kommen eher zu kurz und wenn sie komplett ausgespielt werden, dann gern wieder im Fäkalbereich, was leider nicht für das Niveau des Films spricht. Auch die ganze Nebengeschichte rund um Schmuggel ist so vorhersehbar und unnötig, das hier viel Potential für mehr Interaktion mit der Anaconda gewesen wäre.
So hatte Anaconda wesentlich mehr Potential, steckt die Energie aber an die falschen Stellen und hätte mit Cast, Grundidee und Umgebung wesentlich mehr rausholen können. Wirklich Spaß hatte ich eher im letzten Viertel, so dass ich zwar final gut unterhalten aus dem Film kam, aber der Weg dahin war einfach zu lang.
Das Fazit
Anaconda ist von der Grundidee als Reboot/Sequel und mit starkem Cast eigentlich bestens ausgestattet, nutzt das Potential aber nicht und verrennt sich in Dialogen und Nebenhandlungen. Die namensgebende Schlange hat viel zu wenig Screentime und auch die Witze zünden nur stellenweise. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.
Anaconda läuft seit dem 25.12.2025 in den deutschen Kinos