Ein Vorwort
Bei Dracula-Adaptionen bin ich ja immer dabei. Nachdem Renfiel in diesem Jahr bereits begeistern konnte, war ich auch bei diesem Film wieder mit dabei. Allerdings war der Ansatz diesmal lediglich ein einziges Kapitel des Buches zu verfilmen. Warum das erstaunlich gut funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung
Die Demeter sticht in Rumänien in See. Ihr Ziel: Großbritannien. An Bord die übliche Fracht und ein Großauftrag, der ihnen eine fette Prämie einbringen soll. Doch diese stellt sich bald als ihr Verderben heraus, denn sie haben niemand geringeres als Dracula an Bord. Und er ist hungrig.
Meine Meinung
Dracula ist ein Buch, das zwar gerne adaptiert wird, aber in seiner Gesamtheit schwer in einem Film zu erfassen ist, weswegen die meisten Verfilmungen doch stark abweichen. Das liegt zum einen wohl daran, dass der Roman in Briefform verfasst ist. Tagebucheinträge, Briefe und auch Logbucheinträge wechseln sich hier ab. Und gerade das Letztere ist es, was die Macher des Films wohl genug fasziniert hat. In nur einem Kapitel mit nur wenigen Seiten beschreibt Bram Stoker die Überfahrt Draculas von Rumänien nach Großbritannien. Dabei geht es nicht sonderlich gut für die Crew aus.
Mit der Prämisse startete ich in den Film. Doch wie sollten die wenigen Seiten für ein ganzes Drehbuch herhalten? Das funktioniert sogar erstaunlich gut, denn allein die Atmosphäre auf dem Schiff und die Ausweglosigkeit auf hoher See bilden eine wunderbare Grundlage für den Horrorfilm. Das Knarzen der Bretter, das Rauschen der Wellen, die Gischt, die gegen das Schiff schlägt.
Während sich grundsätzlich an die Handlung des Buches gehalten wird, so wage diese auch war, werden die zuvor namenlosen Charaktere gut eingeführt und bekommen teilweise eigene Geschichten. Doch zu sehr sollte man sich mit ihnen nicht anfreunden.
Die letzte Fahrt der Demeter schafft es die Atmosphäre langsam aufzubauen, so dass Dracula selbst zunächst nur sehr selten gezeigt werden musste und dennoch die Horrorelemente funktionieren. Diese steigern sich nach und nach und hier wird vor nichts halt gemacht. Für mich als Schisserin war es gerade noch erträglich, wirkliche Horrorfans könnten aber enttäuscht werden. Es ist neben dem Horror rund um Draculas Figur, eben auch die Beengtheit an Bord und die Ausweglosigkeit.
So ganz ohne Logiklöcher kommt der Film dann leider doch nicht aus. Doch diese sind nicht schlimmer als in anderen Horrorfilmen und man kann über die meisten hinwegsehen. Da der Ausgang ziemlich vorhersehbar ist – vor allem wenn man das Buch gelesen hat – geht es mehr um das Wie als das um das Was. Und genau das bekommt der Film gut hin.
Das Fazit
Die letzte Fahrt der Demeter ist ein sehr atmosphärischer Horrorfilm, der den wenigen Stoff der Vorlage gekonnt umsetzt und mit Charakteren füllt. Ein paar Logiklöcher trüben die Qualität nur leicht, doch die Optik und Atmosphäre trösten gut darüber hinweg. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.
Die letzte Fahrt der Demeter läuft seit dem 17.08.2023 in den deutschen Kinos