Zoomania

Am 03.03.2016 erschien ein neuer Disney-Pixar Film in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Judy Hopps hat sein Kindheitstagen nur einen Traum: Sie möchte Polizistin werden. Nur leider ist sie als Hase sehr klein und daher stehen ihre Chancen sehr schlecht. Doch sie schafft die Ausbildung und zieht nach Zoomania, wo „jeder alles werden kann“. Doch auch dort trifft sie auf viele Vorurteile. Als sie einen ausweglos scheinenden Fall zugeteilt bekommt, für den sie nur 48 Stunden Zeit hat und von dem ihre Karriere abhängt, braucht sie Hilfe und findet sie in einem kleinkriminellen Fuchs.

Nach uns Pixar im letzten Jahr mit „Alles steht Kopf“ gezeigt hat, wie es bei uns im Kopf aussieht, geht es diesmal um unsere Träume. Mit der Geschichte der Judy Hopps zeigt uns Pixar, dass wir groß träumen dürfen und mit viel Mühen auch unseren Traum leben können. Zunächst lernt der Zuschauer Judy Hopps in Kindheitstagen kennen. Zusammen mit ihrer sehr großen Familie lebt sie in einem kleinen Dorf und träumt davon Polizistin zu werden. Dabei wird sie von allen Seiten belächelt, denn ein kleines Tier, wie ein Hase, hat keine Chance Polizistin zu werden. Doch Hopps beweist es allen und besteht als Jahrgangsbeste die Polizeiakademie. Sie wird in Zoomania eingesetzt, die Stadt mit dem Motto „Wo jeder alles sein kann“. Doch schnell lernt Hopps, dass es nicht der Realität entspricht. Wieder muss sie sich den gängigen Vorurteilen stellen. Aber Judy Hopps wäre nicht Judy Hopps, wenn sie nicht weiter nach der Erfüllung ihres Traumes streben würde. Allen Widrigkeiten zum Trotz.
Zoomania ist ein Film, der sehr ernste Themen anspricht und sie in eine Hülle aus Humor packt. Die Hauptthemen sind Benachteiligung und Rassismus. Jemand, der klein ist, kann kein Polizist werden. Ein Fuchs kann nicht anständig sein. Raubtiere können von Natur aus nicht gutartig sein, sondern irgendwann bricht immer ihre böse Natur aus. Der Film greift diese Themen auf und verpackt sie in eine süße Geschichte, die trotzdem zum nachdenken anregt. Dies scheint ein Versuch zu sein, aktuelle Themen aufzugreifen und auch schon der jüngsten Generation näher zu bringen. Ob diese die Themen dann wirklich verstehen oder sich eher über das liebevolle Setdesign und die vielen witzigen Einlagen freuen, ist fraglich. Doch Zoomania ist auch ein Film, der bei dem erwachsenen Publikum punkten kann, gerade mit Anspielungen auf den Paten und Breaking Bad. Doch leider wollte der Film ein bisschen zu viel. Durch die beiden großen Themenkomplexe wirkt der Film sehr vollgestopft, auch wenn am Ende versucht wurde beide zu verbinden. Hier hätte es ein Thema – Benachteiligung oder Rassismus – durchaus auch getan. Trotzdem schafft der Film es das Publikum durchweg gut zu unterhalten. Gerade die vielen kleinen Nebencharaktere machen das gewisse Etwas aus und bringen viel frischen Wind auf die Kinoleinwand. Es wird mit einigen Klitschees gespielt, die die Vielfalt der Tiere zeigen.

Alles in allem ist Zoomania ein Film, der gut unterhält aber ein bisschen zu viel wollte. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Arlo und Spot

Am 26.11.2015 erschien ein neuer Film aus dem Hause Disney/Pixar in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Arlo, ein kleiner Dinosaurier, lebt zusammen mit seiner Familie auf einer Maisfarm. Während sich seine Geschwister gut in die Farmarbeit einfügen, stehen Arlo seine Ängste regelmäßig im Weg. Als er von seinem Vater die Aufgabe bekommt, den Maisdieb zu fangen, will er zumindest dies nicht vermasseln. Doch durch seine tollpatschige Art und seiner Angst vor so ziemlich allem, landet er im Fluss und wird weit von zu Hause weggeschwemmt. Nun muss Arlo sich seinen Ängsten stellen und den Heimweg antreten. Dabei trifft er auf den verwilderten Menschenjungen Spot. Eine ungewöhnliche Freundschaft beginnt.

Einmal mehr zeigt Pixar, dass sie Meister sind in der Erschaffung liebevoller Charaktere und einer gleichzeitig herzerwärmenden und herzzerreißenden Handlung. Der Film führt auf einer Gradwanderung zwischen Drama und Komödie vor einer wunderschönen Kulisse.
Der Film beginnt an jedem Tag, der so schicksallastig hätte sein können. Ein Komet löst sich und rast auf die Erde zu. Doch im Gegensatz zu den in unseren Geschichtsbüchern beschriebenen Ereignissen, verfehlt er die Erde und löst damit  keine Kettenreaktion aus, die zu dem Aussterben der Dinosaurier führte. Viele Millionen Jahren haben sich neben den Dinosauriern trotzdem auch andere Arten entwickelt. Doch auch die Dinosaurier haben sich weiterentwickelt. So haben der Langhals-Dinosaurier Henry und seine Frau eine Maisfarm erbaut. Zufrieden blicken sie auf die frisch schlüpfenden Eier. Doch während zwei der Jung-Dinos gut genährt und voller Tatendrang auf die Welt kommen, traut sich der kleine Arlo nicht einmal wirklich aus der Eierschale hervor. Während die drei Geschwister aufwachsen bleibt die Rollenverteilung gleich. Seine Geschwister fügen sich gut in die Farmarbeit ein. Arlo dagegen bekommt immer nur leichte Aufgaben. Durch seine Tollpatschigkeit und seine vielen Ängste misslingen ihm aber selbst diese. Gekränkt durch die Sticheleien seiner Geschwister wird Arlo von seinem Vater regelmäßig wieder aufgemuntert und mit neuen Aufgaben versehen. Als sich regelmäßig ein Dieb in den Wintermaissilo schleicht und daher das Futter für den Winter für die Familie langsam knapp wird, glaubt Henry endlich eine geeignete Aufgabe für Arlo gefunden zu haben. Doch bei der Fallenstellung und der Jagd im Anschluss geht einiges schief. Bei der Verfolgung stürzt Arlo letztendlich in den reißenden Fluss. Doch er überlebt und wird weit entfernt wieder an das Ufer gespült. Allein und voller Angst hat er nur einen Wunsch. Er möchte zurück nach Hause. Etwas hilfsbedürftig baut er einen notdürftigen Unterstand. Am nächsten Morgen findet ihn der verwilderte Menschenjunge Spot und bringt ihm etwas zu Essen. So beginnt eine ungleiche Freundschaft. Auf dem Weg nach Hause treffen sie die verschiedensten Charaktere. Dabei treffen die bekannten Vorurteile der verschiedenen Dinosaurier-Arten nicht immer zu.
Es ist das erste Mal, dass Pixar zwei Filme in einem Jahr veröffentlicht hat. Mit „Alles steht Kopf“ hat Pixar dieses Jahr schon ein absolutes Meisterwerk für Groß und Klein abgeliefert. Bei Arlo und Spot merkt man dabei, dass den Machern dieses Jahr wohl die Puste ausgegangen ist. Die Charaktere sind zwar auch liebevoll gestaltet, aber weniger durchdacht, wie noch Angst, Freude, Ekel, Kummer und Wut. Auch die Handlung ist bei Arlo und Spot auf das einfachste zusammengeschnitten. Nur an einem wurde nicht gepart. Die übliche Portion Drama, Trauer und Witzmomente. Vor allem die Landschaft kann bei Arlo und Spot dann doch noch überzeugen, die spektakulär aussieht und mit Liebe zum Detail konstruiert wurde. Während „Alles steht Kopf“ beim jungen wie beim etwas älteren Publikum sehr gut ankam, zielt Arlo und Spot eindeutig auf eine jüngere Zielgruppe ab. Dabei ist jedoch ein eindeutiger Fehler passiert. Denn der Film zeigt einige Gewaltszenen sehr ausführlich, sehr brutal und sehr blutig. Im Überlebenskampf mag dies zwar notwenig, aber es in jedem Detail zu zeigen, ist für einen Kinderfilm dann doch ungerechtfertigt und stört das Filmgefühl.
Während der Film viele unvorhersehbare Wendungen hatte und so den Spannungsbogen halten konnte, wirkt das Ende wieder sehr künstlich konstruiert und war sehr vorhersehbar. Nichtsdestotrotz war es wieder einmal ein sehr trauriges Ende, so dass das eigentliche Happy End nur unter Tränen genießbar war.

Alles in allem bleibt der Film hinter den Erwartungen, zielt eindeutig auf das junge Publikum als Zielgruppe ab, ist hierfür aber stellenweise zu brutal. Daher gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Into the woods

Am 19. Februar 2015 erschien die neue Musical-Verfilmung aus dem Hause Disney in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Ein Bäcker und seine Frau wünschen sich nichts sehnlicher als ein Kind. Doch ihr Haus ist verflucht von einer Hexe. Doch diese gibt ihnen nun die Möglichkeit sich ihren Wunsch zu erfüllen. Also brechen Bäcker und Bäckersfrau auf in den angrenden Wald, um die benötigten Dinge zu besorgen. Dabei treffen sie auf verschiedensten Personen, die alle eine Märchenfigur darstellen. Alle haben einen Herzenswunsch, aber man sollte vorsichtig sein, was man sich wünscht.

Ich war schon von der Grundidee total begeistert und musste unbedingt ins Kino. Die ersten zwei Drittel des Filmes sind auch eine schöne Mischung aus altbekannten Märchen, einprägsamen Songs und guten Witzen. Auch das große Happy-end aller Handlungsstränge wurde gut inzeniert. Aber dann lässt der Film deutlich nach. Gerade als der spannende Teil anfängt, wie sich die Märchen ins Negative wenden, fängt der Film an sich zu ziehen und schafft es einfach nicht die benötigte Spannung aufzubauen.
Während die meisten Schauspieler gut gewählt wurden und ihre Rolle sehr gut spielen, allen voran Meryl Streep, scheint Daniel Huttlestone nur eine Kopie seiner Rolle in Les Miserables darzustellen. Singen kann er ganz klar, aber seine Schauspielfähigkeiten sind zu verbessern. Auch finde ich Johnny Depps Auftritt enttäuschend. Er wurde groß mitangekündigt, als ein Hauptcharakter, ist im Endeffekt aber nur einen Auftritt von ca. 5 Minuten. Sein Auftritt ist absolut genial, das muss man ihm lassen, die Rolle als Wolf passt auch zu ihm. Aber das hätte gerne ausgeweitet werden können.
Die Lieder sind an sich alle gut und verpassen einem den einen oder anderen Ohrwurm. Jedoch zieht sich die Grundmelodie durch den ganzen Film und teilweise mangelt es an Abwechslung und ein Lied klingt wie das andere. Dann gibt es wieder absolute Ausreißer, wie The last midnight oder Agony, bei welchem Chris Pine und Billy Magnussen eindeutig alle singenden Prinzen der Filmgeschichte gekonnt aufs Korn nehmen.
Der Film ist an sich wirklich gut gemacht und nett anzusehen, mich hat er einfach nur enttäuscht, weil ich vorab einfach zu hohe Erwartungen hatte. Ich hätte mir gewünscht, dass die Märchen sich deutlich schlimmer ins Schlechte wenden, aber dann wär es wahrscheinlich nicht mehr als Kinderfilm durchgegangen.

Alles in allem erhält der Film 07 von 10 möglichen Punkten und eine Filmempfehlung für einen gemütlichen Filmabend.

Baymax – Riesiges Robowabohu

Am 22. Januar erschien der Disney-Film, der kurz darauf auch den Oscar als bester Animationsfilm gewann.

Kurz zur Story: Hiro Hamada vertreibt sich seine Zeit mit illegalen Bot-Kämpfen und muss mehr als einmal von seinem Bruder Tadashi gerettet werden. Dieser überredet Hiro nach einem Besuch in seinem Labor an der Universität ebenfalls zu studieren. Doch bei Hiros Ausnahmepräsentation kommt es zu einem Feuer. Tadashi, der seinen Professor aus den Flammen retten will, stirbt. Nach Monaten voller Trauer, entdeckt Hiro Tadashis letztes Projekt – Baymax. Ein Gesundheitsroboter. Baymax erkennt Hiros Trauer und setzt von nun an alles daran Hiro wieder glücklich zu machen.

Wenn man erst einmal die seltsame Verschmelzung von San Francisco und Tokyo zu San Fransokyo verdaut hat, fängt der Film an Laune zu machen, während man Hiro beobachtet, wie er versucht seinen Platz zu finden. Im nächsten Moment ist man stolz, dass er es an die Uni geschafft hat, nur um im nächsten Moment den Tränen nahe zu sein, weil Tadashi stirbt. Disney schafft es wieder einmal mit den Emotionen der Zuschauer zu spielen und sie in alle Extreme zu drängen. Freude, Erheiterung, Trauer, Wut. Und doch schafft der Film es das schwierige Thema Trauerbewältigung anzusprechen und gekonnt zu verarbeiten, so dass es nicht wie die altbekannte Predigt eines Moralapostels wirkt.

Alles in allem ist es ein gelungener Disneyfilm für groß und klein und bekommt von mir 8 von 10 möglichen Punkten und eine eindeutige Filmempfehlung.