Ein Vorwort
Nachdem ich mit meiner besten Freundin regelmäßig Film- und Serienquizze mache, ist uns aufgefallen, dass man Natürlich Blond meist relativ gut erkennt. Allerdings hatte ich den Film noch nie gesehen. Als Prime mir dann anzeigte, dass sie dabei waren die Filme aus dem Programm zu nehmen, habe ich das als Anlass genommen und mir gleich die ersten beiden Teile an einem Filmabend reingezogen. Wie ich sie fand, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Natürlich Blond
Die Handlung: Elle Woods studiert Mode und lebt auch für diese. Als ihr Freund ihr nicht den erwarteten Antrag macht, sondern sie abserviert, um in Harvard Jura zu studieren, schreibt sie sich ebenfalls ein und wird trotz eines unkonventionellem Bewerbungsvideo genommen. Doch ihr Freund ist inzwischen verlobt und glaubt auch nicht, dass sie ihr Studium schaffen könnte. Sie beschließt es allen zu zeigen, auch wenn ihr Weg, manchmal merkwürdig ist.
Meine Meinung: Wir haben Anfang der 2000 Jahre und seichte Komödien sind voll im Trend. Neben einem Plötzlich Prinzessin und wie die ganzen Vertreter heißen, erblickt auch die Natürlich Blond Reihe das Licht der Kinos. Und für das angesprochene Genre macht der Film eigentlich eine ganz gute Figur. Zumindest, wenn man über eine ganze Reihe von fragwürdigen Handlungsentscheidungen hinwegsieht.
Das fängt schon am Anfang an, wo Elles einzige Motivation für das Jura-Studium in Harvard ist, dass sie ihren Ex-Freund zurückgewinnen will. Also ist – wie leider sehr oft – die Motivation der Frau die Liebe eines Mannes. Haben wir diesen Fakt einmal verdaut, macht der Film eine ganze Weile auch Spaß. Denn Elles ungewöhnliche Herangehensweise ist irgendwie gleichzeitig charmant und doch sehr lustig. Auch hier muss man wieder damit klar kommen, dass einer der begehrten Plätze in Harvard an jemandem mit sehr experimentellem Bewerbungsvideo vergeben wurde. bei dem sie größtenteils im Bikini und im Pool zu sehen war. Hat auch wieder eine fragwürdige Aussage, aber gut, sehen wir auch hier nochmal drüber hinweg. Dann haben wir natürlich noch den obligatorischen Zickenkrieg, weil natürlich die Verlobte von Elles Ex keineswegs begeistert über die Konkurrenz ist.
Aber genau hier schafft der Film dann seine Stärken zu zeigen. Denn die beiden freunden sich an und beweisen, dass Frauen mehr sind als nur das Drama um einen Mann. Die eigentliche Liebesgeschichte baut sich auch wunderbar dezent im Hintergrund auf und ist sehr süß geworden. Denn hier werden die eigentlichen Stärken von Elle auch erkannt. Auch die sexuelle Nötigung, die zwischendurch versucht wird, wird stark ausgespielt und auch hier ist die Message, dass Frauen alles schaffen können und nicht auf die Machtspiele der Männer angewiesen sind. So zeigt der Film gerade gegen Ende seine eigentliche Stärke, man darf halt vorher nicht abgeschalten haben.
Natürlich Blond 2 – Red, White & Blonde
Die Handlung: Im zweiten Teil plant Elle Woods, inzwischen als Anwältin praktizierend, ihre Hochzeit. Dafür will sie auch die leibliche Mutter ihres Hundes einladen. Dieser ist jedoch eingesperrt für Tierversuche. Ihre einzige Chance ist es, ein Gesetz gegen Tierversuche auf den Weg zu bringen. Also beschließt Elle kurzerhand ihre Kontakte in Washington aufzusuchen und dort eben dies zu versuchen. Dabei rennt ihr allerdings die Zeit weg, denn ihre Hochzeit steht bereits kurz bevor.
Meine Meinung: Nach dem ersten Film war ich irgendwie motiviert genug, um zu sehen, was der zweite Teil so kann. Und zunächst war ich positiv überrascht. Denn wir haben hier zwar auch den typischen Zeitsprung, aber es ist eben nicht alles wieder bei Null. Wir kriegen nicht wieder eine neue Liebesgeschichte präsentiert, weil die große Liebe plötzlich und unerwartet diese eben doch nicht war, sondern die Beziehung der beiden hat gehalten und sie stehen sogar kurz davor zu heiraten. Dann wurde ein Anlass gesucht, um Elle aus Uni und Anwaltskanzlei gleich ganz groß nach Washington zu kriegen. Das Thema Tierversuche wird dabei leider sehr einseitig behandelt und nicht größer diskutiert, sondern nur als Anlass genommen, um Elle das politische System ordentlich durchwirbeln zu lassen.
Und hier muss man auch einfach wieder über eine ganze Menge Logiklöcher hinwegsehen, denn so einfach, wie es dargestellt ist, ist das System natürlich nicht. Und auch Elle kommt nur durch eine ganze Menge Zufälle ans Ziel, weil gefühlt jede zweite Person bei ihrer Studentinnenverbindung dabei war oder ebenfalls Tiere besitzt. Aber wenn man darüber hinwegsehen kann, macht der Film wieder gute Laune. Reese Witherspoon lebt auch einfach ihre Rolle als Elle Woods.
Leider wurde das ein wenig zu sehr ausgereizt und irgendwann ist ihr sonniges Gemüt durchaus ein wenig angestrengend. Hat der Zusammenhalt der Frauen im ersten Teil am Ende noch gut funktioniert, wirkt hier alles ein wenig zuviel. Es musste einfach überall noch eine Schippe drauf gelegt werden und das bekommt dem Film nicht. Damit kann der zweite Teil zwar durchaus noch unterhalten, wenn man über die sehr konstruierte und unlogische Handlung hinwegsieht, aber kommt nicht mehr mit einer starken Botschaft am Ende daher. Lediglich die Liebesgeschichte, die sich weiter durch den Film zieht, ist mal ein schönes Beispiel.
Das Fazit
Die Natürlich Blond Reihe reiht sich in die typischen 2000er seichten Komödien ein, macht dabei keine allzu schlechte Figur für die Verhältnisse, kann in seiner Gesamtheit aber nicht wirklich überzeugen. Für ein paar kleine Lacher an einem verregneten Sonntag kann man sich aber gerade den ersten Teil doch einmal geben.