A Quiet Place – Tag Eins

Ein Vorwort

Es wurde still im Kinosaal. 2018 und 2020 brachte John Krasinski die Horrorthriller A Quiet Place in die Kinos. Die Prämisse: Die Monster reagieren auf Geräusche. Also psssst! Und wenn Hollywood die Ideen ausgehen, dann werden halt funktionierende Franchises ausgeschlachtet. So bekommen wir nun das Prequel zum Tag als die Aliens auf der Erde ankamen. Warum das dennoch größtenteils funktioniert, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Sam (Lupita Nyong’o) ist an Krebs erkrankt und unternimmt einen Ausflug mit anderen Bewohnendes des Hospizes. Immer an ihrer Seite ihre Therapiekatze Frodo. Doch in Manhatten kommt es zu einer Alieninvasion. Sie kann mit anderen in ein Marionettentheater fliehen, von wo aus sie die Informationen bekommen, dass die Aliens auf Geräusche reagieren. Doch während alle sich zu Evakuierungspunkten begeben, will Sam eine letzte Pizza genießen und versucht nach Harlem zu gelangen. Dabei trifft sie auf Eric (Joseph Quinn), der völlig unter Schock ihr folgt.

Meine Meinung

Grundsätzlich klang die Idee die Vorgeschichte zu A Quiet Place zu erzählen gar nicht mal so verkehrt. Dabei gab es aber schon von Anfang an einen Haken: Der zweite Teil beginnt mit einer Rückblende auf eben jenen Tag. Wir haben also schonmal gesehen, wie unsere Hauptfamilie mit der neuen Situation konfrontiert wurde und damit umgehen musste. Was konnte Tag Eins also noch großartig erzählen, was wir noch nicht wussten?
Eine weitere Änderung sorgte bei mir auch vorab für Stirnrunzeln. John Krasinski zog sich vom Regiestuhl zurück und übergab das Zepter an Michael Sarnoski, der zuvor den als Geheimtipp verschrienen Pig gedreht hatte. So wurde die Uhr also nicht nur zurückgedreht, sondern wir bekamen gleich ganz andere Charaktere, mit Manhatten ein anderes Setting und einen neuen Regisseur. Der Erfahrung nach also eher schlechte Voraussetzungen.
Doch dafür funktioniert A Quiet Place: Tag Eins erstaunlich gut. Zunächst lernen wir Sam kennen, die mit ihrer Erkrankung kämpft, dabei aber weniger die bedauernswerte Patientin gibt, sondern eine, die sich mit Sarkasmus und klaren Worten versucht oben zu halten. Der Film hält zielstrebig auf das ausschlaggende Event zu und dann haben wir den direkten Überlebenskampf.
Dieser ist auch sehr spannend inszeniert. Denn auch, wenn schnell geklärt wird, dass die Aliens auf Geräusche reagieren – wie auch immer das so schnell herausgefunden werden konnte – so ist es gar nicht so leicht in einer zerstörten Stadt keine Geräusche von sich zu geben. Informationen werden oft per Hubschrauber und Lautsprecher weitergegeben, die natürlich kurz darauf angegriffen werden und so haben wir gleich wieder mehr Zerstörung. Dadurch wird aber auch die Spannung hoch gehalten.
Und auch, wenn die Absicht Sams mit der Pizza zunächst aus der Luft gegriffen schien, rundet sich das Bild ihres Charakters immer stärker ab und spätestens, wenn sie auf Eric trifft, kommt eine gute Dynamik auf. Die Szene im Pub ist dann auch noch etwas fürs Herz – Nein, wir haben hier keine Liebesgeschichte mit drin – und wertet den Film ordentlich auf.
So ist der Film größtenteils rund erzählt und kann auf jeden Fall Spannung aufbauen. Allerdings gibt es auch ein paar Punkte, die schlechter funktionieren, weswegen das Prequel doch nicht an die guten Vorgänger anschließen kann. Zum einen ist ein Kritikpunkt, dass die Stille nicht genutzt wird. Während in den vorherigen Filmen es gerade beängstigend wurde, wenn die Musik und die Sounds auf stumm gedreht wurden. Wenn überall etwas lauern könnte und man bloß kein Geräusch machen darf. In Tag Eins wird leider lieber mit viel Sound und den Genretypischen Jumpscares gearbeitet. Dadurch geht leider viel vom Charme und der Spannung verloren, weil man lediglich damit beschäftigt ist auf den nächsten Jumpscare zu warten, statt wirklich Atmosphäre aufzubauen.
Zum anderen gibt es ganze Szenen, die irgendwie die Geschichte der Aliens weiter ausbauen sollen, aber einfach absolut nichtssagend sind. Ebenso muss über das ein oder andere Logikloch hinweggesehen werden. Hätte es das Prequel gebraucht? Vermutlich nicht, aber unter den Umständen macht es eine ziemlich gute Figur, auch wenn es bei weitem nicht an die Vorgänger herankommt.

Das Fazit

A Quiet Place: Tag Eins schafft es zwar eine spannende Geschichte zu erzählen und die Charaktere gut in den Mittelpunkt der Handlung zu stellen, verpasst aber auch einige Chancen, gerade weil zu sehr auf Jumpscares gesetzt wird. Charme und Atmosphäre der Vorgänger kann daher nicht gehalten werden, ist aber ein grundsolider Film. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

A Quiet Place: Tag 1 läuft seit dem 27.06.2024 in den deutschen Kinos