Dreierlei Weihnachten

Ihr Lieben, ich wünsche euch ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest, auch wenn es dieses Jahr wohl für viele anders ausfällt, als erhofft. Wie jedes Jahr möchte ich euch zu Weihnachten drei Kurzkritiken vorstellen, alle zum Thema Weihnachten.

Der Weihnachtosaurus

Die Handlung: William Trudel wünscht sich nichts mehr als einen echten Dinosaurier vom Weihnachtsmann. Und wie es der Zufall so will schlüpft genau zur Weihnachtszeit am Nordpol ein Dino. Der Weihnachtsmann nimmt diesen bei sich auf und gibt ihm den Namen Weihnachtosaurus. Doch am Weihnachtsabend kommt alles ganz anders und William und der Weihnachtosaurus erleben ein gemeinsames Abenteuer.

Meine Meinung: Der Weihnachtosaurus ist ganz klar ein Buch, das für Kinder konzipiert wurde. Der Schreibstil ist sehr einfach und auch die Geschichte selbst ist grundsätzlich sehr simpel gehalten. Aber dennoch ist es ein großer Spaß für groß und klein. Die Geschichte ist einfach wahnsinnig süß und vor allem für mich als Dinofan war der Weihnachtosaurus etwas ganz besonderes. Auch wenn die meisten Charaktere am Anfang in ein ganz klares Schema gepresst werden, sind doch Entwicklungen möglich. In welche Richtung diese abtriften, ist für den erfahrenen Leser wohl vorhersehbar, bietet aber gerade für Kinder eine schöne Moral. Schön ist auch, dass William im Rollstuhl sitzt, dies aber als relativ normal dargestellt wird. Das Buch hat darüber hinaus auch eine gute Portion Humor zu bieten und ist an den richtigen Stellen auch spannend. Ich konnte es zwischenzeitlich kaum aus den Händen legen, weil ich wissen wollte, wie es weitergeht. Zu guter Letzt möchte ich noch die unfassbar süßen Illustrationen erwähnen, die sich durch das ganze Buch ziehen. Dadurch werden Charaktere, Figuren und Geschichte noch einmal wesentlich lebendiger, es ist aber dennoch ein Roman und kein Bilderbuch.

Der Bär und die Nachtigall

Die Handlung: Im hohen Norden von Rus werden die alten Sagen noch hochgehalten. Bis sich Gutsherr Pjotr Wladimirowitsch eine neue Frau nimmt, die den christlichen Glauben ver-stärkend unterstützt. Vor allem Pjotrs jüngste Tochter Wasja leidet darunter, denn sie kann die alten Hausgeister und Sagengestalten sehen und weiß, dass sie nicht nur Märchen sind. Doch die Kräfte der Geister schwinden und der Bär ist erwacht. Reichen Wasjas Kräfte aus, um die Hoffnung zu erhalten?

Meine Meinung: Der Bär und die Nachtigall ist so ein Buch, über das ich im Buchladen durch Zufall gestolpert bin. Die Geschichte klang interessant, also musste es mit. Aber dann landete es auf meinem SuB und verweilte dort auch eine ganze Weile. Ich schlich immer wieder um die Geschichte herum und nahm sie doch nicht in die Hand. Und auch wenn es eher eine Wintergeschichte ist als eine wirkliche Weihnachtsgeschichte, passte sie doch wunderbar in die jetzige Zeit. Tatsächlich bin ich auch jetzt am Ende noch immer ein wenig zwiegespalten. Ich mochte die Geschichte und gerade die Einbindung der russischen Sagen war wirklich toll gemacht. Auch die Charaktere waren, wenn auch nicht immer sympathisch, so doch immer passend für die Geschichte. Aber letztlich wurde mir als nicht Kenner der russischen Märchen und Sagen ein bisschen zu wenig erklärt. Das war etwas störend. Und für den doch sehr langen Aufbau war mir das Ende etwas zu schnell. Da war die Erwartung und Spannung, die im gesamten Buch aufgebaut wurde höher, als es am Ende gelöst wurde. Dennoch bin ich sehr gespannt auf den zweiten Band, wie diese Geschichte weitergehen soll.

Holidate

Die Handlung: Sloane (Emma Roberts) findet die Weihnachtsfeiertage bei ihrer Familie einfach nur gräßlich. Denn seit sie Single ist, bekommt sie von allen nur Mitleid und Verkupplungs-vorschläge. Auch Jackson (Luke Bracey) hat die Nase voll von Dates zur Weihnachtszeit. Als die beiden in der Mall aufeinander treffen, handeln sie eine Vereinbarung aus. Sie sind ab sofort das Holidate für den jeweils anderen. Das bedeutet, dass sie nur an den Feiertagen daten – und davon gibt es eine ganze Menge – aber ansonsten keinen Kontakt haben.

Meine Meinung: Ich habe dieses Jahr irgendwie mehr Weihnachtsserien als -filme gesehen. Aber zumindest einen wollte ich gesehen haben, um ihn euch hier vorzustellen. Und mit der romantischen Komödie Holidate habe ich mir zwar nicht den absolut tiefgründigsten Film vorgestellt, aber zumindest einen, der mich unterhält. Nun ja, unterhalten hat er mich zwar, aber wohl eher nicht auf eine gute Art. Denn trotz eines starken Anfangs und interessanten Charakteren, macht der Film erstaunlich wenig aus seinen Charakteren und hat dafür extrem viel Fremdschämpotential. Gefühlt ist jeder Witz einfach ein bisschen zu sehr gewollt und übertrieben. Ansonsten hält er sich an den typischen Aufbau einer romantischen Komödie, was grundsätzlich nicht schlimm ist, aber der Film sagt dauernd, dass sich in romantischen Komödien alle komplett blöd verhalten und das sie ja viel besser wären. Nein, ihr seid noch viel schlimmer! Letztlich hat der Film zwar interessante Charaktere, man erfährt aber eigentlich nichts über sie, wirft mit platten Witzen um sich, treibt diese auf die Spitze und bringt einen dazu sich für den Film zu schämen und das mit einer absolut vorhersehbaren Handlung. Das nächste Mal ein bisschen weniger über andere romantische Komödien herziehen und erstmal selbst etwas anständiges abliefern bitte. So und weil ich diesen Beitrag mit etwas positivem abschließen möchte, so sei gesagt, dass wenigstens die Feiertage gut getroffen wurden.

Ich wünsche euch alle schöne Weihnachten und hoffe, dass ihr trotz der aktuellen Lage ein paar besinnliche Tage verbringt 🙂