Filme, die musst du gesehen haben #2 – Alices Filme

Es ist tatsächlich schon über zwei Jahre her, dass ich diese Kategorie ins Leben gerufen habe, damals mit den Filmen meines damaligen Kollegen Jan. Seitdem standen zwar einige Filme bei mir herum, aber erst jetzt habe ich alle gesehen, die mir meine beste Freundin Alice in die Hand gedrückt hat. 

Was ist „Filme, die musst du gesehen haben“?

Immer wieder höre ich von Freunden, wenn ich mich mit ihnen unterhalte, „Was den Film kennst du nicht! Aber den muss man doch gesehen haben!“. Um diese Aussagen zu überprüfen, bitte ich immer wieder Freunde darum, mir doch genau diese Filme zur Ansicht zu geben. Hier erfahrt ihr nun, ob sie meiner Meinung nach Recht haben, oder eher nicht.

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1 – Cry_Wolf

Owen kommt neu an ein Elite-Internat, nachdem er von seiner letzten Schule geflogen ist. Er findet schnell Freunde in dem sogenannten „Lügenclub“, die er schnell in deren eigenem Spiel schlägt. Da gleichzeitig eine Schülerin vermisst und später ermordet aufgefunden wird, beschließt der Club die Sage vom „Wolf“ zu erfinden, einem Serienmörder. Letztendlich glaubt Owen sich aber selbst verfolgt und denkt, dass der Mörder des Mädchens dahinter steckt.

Diesen Film habe ich bereits 2016 zum Horroroctober besprochen (seitdem lagen die Filme auf meinem Schreibtisch). Hier meine damalige (und damit aktuellere) Bewertung: Bei Cry_Wolf  wird ein vermeintlicher Serienkiller erschaffen, der wenig später wirklich auftaucht. Nur leider mangelt es dem Film an guten Ideen, die zur Spannung beitragen könnten. So verläuft er sich in eine Aneinanderreihung von vorhersehbaren Ereignissen ohne Spannung zu erzeugen und schafft eine so große Distanz zwischen Charaktere und Publikum, dass einem selbst der Ausgang des Films komplett kalt lässt.

2 – Sucker Punch

Ein Mädchen wird nach dem Tod ihrer Mutter durch ihren Stiefvater in eine psychiatrische Einrichtung für eine ungenehmigt Lobotomie eingeliefert. Um damit umzugehen generiert ihr Unterbewusstsein eine alternative Handlung. Babydoll, wie das Mädchen nun heißt, wird in ein Bordell geschickt. Dort kann sie andere durch ihren Tanz bewusstlos machen. Können sie und die anderen dadurch aus dem Bordell fliehen?

Zack Snyder schaffte es mit seinem Dawn of the Dead und seinem die Legende der Wächter meine Bewunderung zu wecken. Allerdings ist er auch verantwortlich für das nicht gerade gut laufende DC Extended Universe (Man of Steel, Dawn of Justice & Justice League). Bei Sucker Punch hat er nun auch noch das Drehbuch geschrieben und sich dabei anscheinend einmal komplett ausgetobt. Dadurch entstand dieser Film mit drei Handlungsebenen, also einem Film im Film eines Films. Während Inception jedoch noch immer Vorreiter ist, um mehrere Handlungsebenen geschickt zu verknüpfen, bleibt Sucker Punch leider am Ende nur ein netter Versuch. Denn insgesamt ist er zwar nett zu interpretieren, aber leider doch viel zu abgedreht. Die einzelnen Ebenen scheinen nur bedingt etwas miteinander zu tun zu haben und Snyder scheint sich auch einfach einmal bei der Action und den Effekten ausgetobt zu haben. So bleibt ein Film zurück, bei dem man nur mit den Schultern zucken kann, was genau das denn nun sollte. Vor allem die Tonmischung ist auf der Bluray-Fassung extrem schlecht. Denn während man die Dialoge kaum verstehen konnte, befürchtet man bei den Actionsequenzen, dass selbst den Nachbarn noch die Trommelfälle platzen könnten.

3 – Alice im Wunderland (2009)

Alice (Caterina Scorsone) folgt ihrem entführten Freund Jack (Philip Winchester) in ein Land hinter einem Spiegel. Dort muss sie sich der Herzkönigin (Kathy Bates) stellen und hat nur Hilfe vom Hatter (Andrew Lee Potts). 

Hierbei handelt es sich um eine britische Fernsehfilmfassung und Adaption von Lewis Carolls Alice im Wunderland. Dabei pickt sich Regisseur und Drehbuchautor Nick Willing jedoch nur einzelne Brotkrumen der ursprünglichen Geschichte heraus und inszeniert eine völlig abstruse Geschichte (man kann sie leider nicht mehr verrückt nennen, was ja noch gepasst hätte) und verirrt sich in seinen Handlungssträngen, so dass diese auch irgendwann einfach nicht mehr spannend sind. Auch schauspielerisch hat der Film leider wenig zu bieten. Das einzige, was überhaupt überzeugen kann, ist die sehr eigenwillige Optik. Hier findet man doch teilweise noch einmal eine schöne Neuinterpretation von Wunderland. Der Film ist in zwei Teile unterteilt und beide gehen ca. 90 Minuten. Herausgekommen ist eine Geschichte, die sich auf 3 Stunden erstreckt, aber allerspätestens nach 2 Stunden fertig erzählt wäre, mit ein paar geschickten Änderungen vielleicht auch schon nach 90 Minuten. Aber so ist die kaum vorhanden Handlung noch einmal künstlich aufgebläht.

4 – Wild Things

Der allseits beliebte Lehrer Sam Lombardo (Matt Dillon) wird beschuldigt eine Schülerin vergewaltigt zu haben. Die Detectives Ray Duquette (Kevin Bacon) und Gloria Perez (Daphne Rubin-Vega) beginnen gegen den Lehrer zu ermitteln, was seine Karriere ruiniert. Doch in der Gerichtsverhandlung kommt alles anders. Was ihr wahr und was nicht?

Wild Thing ist einer dieser Filme bei denen man vorab nicht so viel von der Handlung wissen sollte, damit er funktioniert. Denn die Handlung macht nach ca. der Hälfte eine 180° Wendung. Leider spielt er ein bisschen zu viel mit diesen Wendungen und irgendwann ist es alles einfach nicht mehr glaubhaft. Letztlich ist er für das, was er erzählen wollte auch einfach viel zu lang geraten. Obwohl der Film nur 103 Minuten Lauflänge hat, hat er viele Längen und kann die Spannung nicht wirklich halten. Trotzdem hat er eine interessante Handlung und ein Blick lohnt sich doch mal.

5 – Zwielicht

Staranwalt Martin Vail (Richard Gere) übernimmt einen Fall pro bono, der eigentlich so gar nicht in sein Beuteschema passt. Aaron Stampler (Edward Norton) ist ein schüchterner Messdiener und wird beschuldigt den Erzbischof von Chicago brutal ermordet zu haben. Vail versucht einen Freispruch zu bekommen, da er sich nicht vorstellen kann, dass Stampler dazu fähig wäre, doch die Beweise sprechen gegen ihn.

Zwielicht kommt als typisches Gerichtsdrama daher. Doch unter der oberen Schicht steckt noch viel mehr. Was das genau ist, werde ich hier nicht näher erläutern, denn auch Zwielicht lebt davon, dass man nicht allzu viel von der Handlung weiß. Mich hat der Film wirklich überrascht und konnte mich durchaus begeistern. Schauspielerisch ist es vor allem Edward Norton, der hier sein Schauspieldebut gibt und zugleich einen Golden Globe gewann und für einen Oscar nominiert wurde.

6 – Donnie Darko

Der 16-jährige Donnie Darko überlebt einen Unfall nur, weil ihm in der Nacht zuvor ein Mann im Hasenkostüm erschienen ist, der ihn aus dem Haus gelockt hat. Seitdem erscheint ihm immer wieder der Hase und gibt ihm verschiedenen Anweisungen, die Auswirkungen auf die Menschen in seinem Umfeld haben.

Donnie Darko war so ein Film, von dem ich bisher sehr viel positives gehört hatte, ihn aber selbst nie gesehen hatte. Bei den von Alice ausgesuchten Film ist er auch mein Favorit geworden. Denn er vereint die typischen Teenagerdrama-Elemente mit Science-Fiction und bringt sie aber auch noch auf eine psychologische Ebene. Dabei überzeugt vor allem Jake Gyllenhaal als Donnie. Den Film genauer zu beschreiben ist eigentlich unmöglich. Man muss ihn einfach gesehen haben!

Film, die musst du gesehen haben #1 – Jans Filme

Hallo ihr Lieben,
ich möchte eine neue Kategorie ins Leben rufen: Filme, die musst du gesehen haben! Immer wieder höre ich von Freunden, wenn ich mich mit ihnen unterhalte „Was den Film kennst du nicht! Aber den muss man doch gesehen haben!“. Um diese Aussagen zu überprüfen, bitte ich immer wieder Freunde darum, mir doch genau diese Filme einmal zur Ansicht zu geben. Dies hat nun zunächst mein Arbeitskollege Jan getan und ich habe seine Filme nun durchgeschaut. Hier erfahrt ihr nun, ob sich die Filme meiner Meinung nach wirklich lohnen.

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1) Red Cliff:

Im Jahr 208 ist China in drei Reiche aufgeteilt. Um das Reich zu einen wird der Kaiser der Han-Dynastie überredet, die anderen beiden Reiche anzugreifen, die sich aber erbitterlich wehren. Am ‚Red Cliff‘ findet die Entscheidungsschlacht statt.

Der Film besteht im chinesischen Original aus zwei Teilen, die aber in der westlichen Welt zu einem Film zusammengeschnitten wurden. Dies merkt man nicht direkt beim sehen, aber die Handlung ist stark undurchsichtig und einige Handlungsstränge lassen sich nicht wirklich erklären. Für mich war es sehr schwierig den Film zu verstehen, weil jedes der drei Königreiche hat einen Kaiser, einen großen Feldheeren und noch einige andere Hauptfiguren, so dass man durch die Namen schnell nicht mehr durchstieg. Optisch macht der Film auf jeden Fall etwas her und die Schlachten sind sehr schön inszeniert.

2) Defiance:

Die vier Bielski-Brüder sind in Ostpolen lebende Juden zur Zeit des zweiten Weltkrieges. Um den Nazis zu entkommen und nicht in Konzentrationslager gesteckt zu werden, ziehen sie sich zusammen mit Gleichgesinnten in die Wälder zurück. Doch die Nazis sind ihnen weiterhin auf den Fersen und sie müssen irgendwie den Winter überstehen.

Der Film basiert zwar auf wahren Ereignissen, allerdings sehr lose. Gerade die Beziehungen zu sowjetischen Truppen werden nur angerissen, was vor allem von polnischer Seite stark kritisiert wird. Auch ansonsten plätschert der Film ohne Spannungsbogen vor sich hin. Anstatt auf die politischen Spannungen einzugehen, scheint der Film sich eher auf das Drama der „Waldbevölkerung“ untereinander zu konzentrieren. Dabei schafft er es weder eine Aussage zu treffen noch eine wirkliche Handlung zu generieren. Kein Film, den man gesehen haben muss.

3) Syriana:

 Der Orient hat Öl und der Westen, allen voran die USA, wollen es haben. Der Rohstoffexperte Bryan Woodman, der Anwalt Bennett Holiday und der CIA Agent Bob Barnes sind alle auf ganz unterschiedliche Weise in diese Geschäfte verwickelt.

Syriana ist ein Film, dessen Handlung man eigentlich nicht in ein paar kurzen Sätzen zusammen fassen kann. Das zentrale Thema ist das Öl und die Auswirkungen auf die Ölverkauenden Länder und die Wirtschaft der Ölkaufenden Länder. Dabei gibt es mehrere Handlungsstränge, die lose miteinander verwoben sind. Ohne Hintergrundinformationen über das Funktionieren der Wirtschaft ist es sehr schwer dem Film zu folgen und ein wirklicher Spannungsbogen wird auch nicht geschaffen. Stattdessen plätschert die Handlung vor sich hin und es werden so viele Charaktere vorgestellt, dass man schnell die Übersicht verliert. Definitiv nur ein Film, für jemanden, der sich ganz stark für die Thematik interessiert.

4) Blood Diamond

Vor dem Hintergrund des Bürgerkrieges in Sierra Leone schmuggelt der Söldner Danny Archer Blutdiamanten aus dem Land. Dabei hört er von einem besonders großen, den der Einheimische Solomon Vandy gefunden hat. Dieser wurde bei einem Angriff der Rebellen von seiner Familie getrennt. Archer verspricht Vandy für den Diamanten vereint er ihn wieder mit seiner Familie.

Blood Diamond ist ein Film, der bereits ab der ersten Szene zutiefst schockiert. Die Zustände die während des Bürgerkrieges in Sierra Leone herrschten sind für uns in der westlichen Welt einfach unfassbar und schockierend. Durch die hohe Brutalität und schonungslose Ehrlichkeit fällt es schwer einen tieferen Bezug zum Film und zu den Charakteren aufzubauen. Der Film selbst ist sehr spannend und sehr gut gespielt. Ob man den Film unbedingt gesehen haben muss, hängt davon ab, ob man mit so viel Realität zurecht kommt. Er regt auf jeden Fall zum nachdenken an.

5) Lord of War – Händler des Todes

Yuri Orlov ist von Beruf Waffenhändler. Er erzählt während des Films völlig nüchtern über seine Arbeit und wie alles funktioniert und welche Tricks er nutzt, um nicht gegen das Gesetz zu verstoßen.

Die Eröffnungsszene, in der die Herstellung einer Patrone gezeigt wird, ist sehr bekannt. Der Film zeigt viele brutale Auswirkungen von Waffenhändlern und erzählt die Geschichte von Yuri Orlov trotzdem komplett nüchtern. Der Film unterscheidet sich durch die Erzählweise stark von anderen Filmen und obwohl er nicht auf einen großen Spannungsbogen setzt, kann man doch nicht wegschalten. Ein Film, den man gesehen haben sollte.

6) Invictus – Unbezwungen

Nelson Mandela wurde aus dem Gefängnis auf Robben Island entlassen. Nach dem Ende der Apartheid gewinnt er die Wahl zum Präsidenten und wird der erste schwarze Präsident Südafrikas. Um seine Stellung auch bei der weißen Bevölkerung zu stärken und beide Gruppen einander näher zu bringen, unterstützt er die Rugby-Mannschaft, die Südafrika bei der bevorstehenden Weltmeisterschaft vertreten soll.

Der Film greift die Themen Rassismus und Politik auf und verpackt sie in ein Sportdrama. Ein sehr geschickter Schachzug, denn dadurch werden die brisanten Themen aufgelockert und der Zuschauer kriegt eher einen Bezug zum Film. Vorallem die sehr guten schauspielerischen Leistungen von Morgan Freeman und Matt Damon machen den Film zu einem einzigartigen Erlebnis. Ein Film, den man auf jeden Fall gesehen haben muss und der auch mein persönlicher Favorit von Jans Filmen ist.

So das war die erste Ausgabe von dem neuen Format „Filme, die man gesehen haben muss“. Hat es euch gefallen, gibt es Anmerkungen?