Song of Silver & Dark Star Burning

Ein Vorwort

In letzter Zeit habe ich immer wieder Bücher gelesen, die sich mit der japanischen oder koreanischen Mythologie befassten. Doch als mein Buchclub eine Reihe mit Einflüssen aus der chinesischen Mythologie vorschlug, war ich auch direkt begeistert, war es doch nochmal eine neue Richtung. Wie mir die Reihe gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Beide Bücher arrangiert vor einem Bücherregal. Im Vordergrund ist eine Plastik eines schlafenden Drachen mit Drachenbaby im Ei.

Song of Silver

Die Handlung: Lans Heimat ist vor einigen Jahren erobert worden und hat ihrer Familie das Leben gekostet. Nun versucht sie sich als Singmädchen über Wasser zu halten. Doch in einer schicksalshaften Nacht verliert sie alles, was sie bis dahin kannte. Dabei trifft sie auf den geheimnisvollen Zen, der sie jenseits der Stadt bringt und eine Welt zeigt, die Lan für verloren gehalten hat.

Meine Meinung: Wie häufig bei Fantasy-Stories brauchte ich eine Weile, um in die Welt reinzukommen. Es gab am Anfang einiges an Infos zu verdauen, da alles rund um die Eroberung erzählt wurde. Zeitgleich ging es aber auch direkt in die Vollen und wir bekommen die direkten Konsequenzen eines eroberten Landes. Hier fehlen mir die Kenntnisse über die chinesische Geschichte, um nachvollziehen zu können, inwiefern dies hier Bezug darauf nimmt, aber allein der Unterschied zwischen den Küstengebieten und den ländlichen Gebieten wurde gut als Fantasywelt umgesetzt. Lan als Protagonistin fand ich direkt nahbar. An ihr bleiben wir auch dran und erleben direkt ein ziemliches Abenteuer. Im Mittelteil wird dies um einiges ruhiger, wenn sie mit Zen durchs Land reist und schließlich im Tempel einiges über sich lernt. Dabei war es vorallem das Erlernen des Magiesystems mit dem Chi und den Varianten Yin und Yang, die gut umgesetzt, wenn auch stellenweise sehr kompliziert erklärt wurden. Hinter jeder Ecke gab es etwas zu erkunden und im Nachgang bin ich sehr neugierig, wie viel davon auf der chinesischen Mythologie basiert und wie viel für die Geschichte dazugedichtet wurde. Durch den Cliffhanger am Ende empfiehlt es sich direkt den zweiten Band parat liegen zu haben.

Dark Star Burning

Die Handlung: Nach der Zerstörung des Tempels, der für Lan kurzzeitig ein Zuhause war und dem Verlust von Zen, sucht sie verzweifelt nach einem Weg die elantinische Besatzung doch noch zu beenden. Dafür reist sie in die Wüste und sucht nach einem Ort, der nicht mehr existieren soll. Wird sie ihre Welt retten können?

Meine Meinung: Der zweite Band schließt direkt an den ersten an, dennoch habe ich eine Weile gebraucht, um wieder in die Geschichte rein zu kommen. Dadurch, dass Lan und Zen getrennt sind und wir daher auch vermehrt abwechselnde Perspektiven haben, kommt nicht so richtig der Lesefluss auf, wie noch im ersten Teil. Vor allem der Teil rund um Zen scheint eine Weile still zu stehen. Das ändert sich zum Glück wieder und dann hat die Geschichte auch noch einiges zu bieten. Hier gehen einige Entwicklungen ganz schön schnell und wirken teilweise gehetzt. Im Gegensatz zu anderen aus meinem Buchclub, glaube ich nicht, dass hier noch ein kompletter dritter Band hilfreich gewesen wäre, aber den doch sehr kurzen zweiten Band ein wenig ausgearbeiteter zu lesen, wäre schön gewesen. Vom Ende kann man halten, was man will, aber es ist zumindest rund erzählt. Ich war kein Fan und nach der allgemein doch sehr gewaltreichen Dilogie brauchte ich erstmal wieder einen cosy Roman.

Das Fazit

Die Dilogie rund um Lan und Zen bietet eine atemraubende und actionreiche Handlung mit einem gelungenen Weltenbau, der stark von der chinesischen Mythologie beeinflusst ist und tolle Protagonist*innen bietet. Abgesehen davon, dass ich bei beiden Bänden am Anfang ein paar Probleme hatte reinzukommen und der zweite Band stellenweise etwas gehetzt wirkt, so ist die Reihe doch empfehlenswert. 

Talus 2 – Die Magie des Würfels

Ein Vorwort

Im letzten Jahr hab ich euch bereits den ersten Teil „Die Hexen von Edinburgh“ vorgestellt. Mit einem der miesesten Cliffhanger, den ich in den letzten Jahren gelesen habe – vielleicht abgesehen von Ophelia Scale – ließ uns Autorin Liza Grimm ein ganzes Jahr warten. Doch nun ist es endlich da. Ob sich das Warten gelohnt hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Talus, der geheime Würfel der magischen Welt, der den Herzenswunsch, aber auch die größte Angst erfüllt, wurde gewürfelt. Die ersten Folgen sind zu merken. Erin und Kaito sitzen im magischen Gefängnis, bis ihr Mitwirken geklärt ist. Noah versucht das Verschwinden seines Vaters zu klären. Und dann ist da noch Jessica, eine Runenhexe, die mit dem Tod eines geliebten Menschen nicht zurecht kommt. Können sie die Pläne der gefährlichen Caradain aufhalten?

Meine Meinung

Wenn zwischem dem Lesen von zwei Bänden eine zu große Spanne liegt, wird das bei mir oft zum Problem, wenn keine kleinen Wiederholungen eingebaut werden. Diese kleinen Erinnerungsstützen, die nicht stören, wenn man die ganze Reihe in einem wegliest, aber denjenigen hilft, die eine gewisse Spanne dazwischen hatten. Glücklicherweise baut Liza Grimm diese in ausreichendem Maße ein, so bin ich schnell wieder die in die magische Welt unter Edinburgh eingetaucht.
Der zweite Band setzt dort an, wo der erste aufgehört hat. Wir erleben die Protagonist*innen dabei, wie sie die Ereignisse versuchen zu verarbeiten. Doch dafür ist keine Zeit, geschehen sofort wieder allerhand Dinge, die alle in Atem halten. Dabei kommt es zu neuen Bündnissen und vielen Entwicklungen, die ich sehr mochte. Liza Grimm baut ihre Welt weiter aus und schafft damit einen Sog, da man unbedingt immer noch mehr wissen will.
Dennoch war es gerade das erste Drittel, was sich bei mir beim Lesen etwas gezogen hat. Ich bin zwar schnell wieder in die Welt eingetaucht, aber nach der ersten Orientierung gibt es die Momente, wo alle auf der Stelle zu laufen scheinen. Sobald dieser Punkt überwunden war, wurde es wieder so spannend, dass ich, gerade gegen Ende, das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Dabei hat mir die Autorin an mindestens zwei Stellen – wieder einmal – das Herz gebrochen und mit einigen Entwicklungen war ich nicht einverstanden, aber das ändert nichts daran, dass sie logisch ausgearbeitet waren und es halt einfach nicht danach geht, was ich für die Figuren wollte. Und auch wenn es ein bittersüßes Ende war, konnte ich mich gut damit anfreunden, da die wichtigste Entwicklung für mich Bestand hatte.
Die Entscheidung die Geschichte in einer Dilogie zu erzählen, war definitiv die Richtige. Auch wenn ich mir mehr Geschichten aus dieser Welt wünsche und mit den Charakteren gerne mehr Zeit verbracht hätte, so ist die Geschichte doch auserzählt. Hier auf Biegen und Brechen einen dritten Band aus dem Hut zu zaubern, hätte der Spannung nicht gut getan. Und vielleicht gibt es ja irgendwann ein Spin-off und ein erneutes Eintauchen in dieser faszinierende Welt.

Das Fazit

Talus 2 – Die Magie des Würfels ist ein gelungener Abschluss der Dilogie. Alle Fragen werden beantworten und bis auf einen kleinen Hänger im ersten Drittel hält das Buch einen in Atem. Dennoch sollte man Taschentücher bereit stellen.