Talus 2 – Die Magie des Würfels

Ein Vorwort

Im letzten Jahr hab ich euch bereits den ersten Teil „Die Hexen von Edinburgh“ vorgestellt. Mit einem der miesesten Cliffhanger, den ich in den letzten Jahren gelesen habe – vielleicht abgesehen von Ophelia Scale – ließ uns Autorin Liza Grimm ein ganzes Jahr warten. Doch nun ist es endlich da. Ob sich das Warten gelohnt hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Talus, der geheime Würfel der magischen Welt, der den Herzenswunsch, aber auch die größte Angst erfüllt, wurde gewürfelt. Die ersten Folgen sind zu merken. Erin und Kaito sitzen im magischen Gefängnis, bis ihr Mitwirken geklärt ist. Noah versucht das Verschwinden seines Vaters zu klären. Und dann ist da noch Jessica, eine Runenhexe, die mit dem Tod eines geliebten Menschen nicht zurecht kommt. Können sie die Pläne der gefährlichen Caradain aufhalten?

Meine Meinung

Wenn zwischem dem Lesen von zwei Bänden eine zu große Spanne liegt, wird das bei mir oft zum Problem, wenn keine kleinen Wiederholungen eingebaut werden. Diese kleinen Erinnerungsstützen, die nicht stören, wenn man die ganze Reihe in einem wegliest, aber denjenigen hilft, die eine gewisse Spanne dazwischen hatten. Glücklicherweise baut Liza Grimm diese in ausreichendem Maße ein, so bin ich schnell wieder die in die magische Welt unter Edinburgh eingetaucht.
Der zweite Band setzt dort an, wo der erste aufgehört hat. Wir erleben die Protagonist*innen dabei, wie sie die Ereignisse versuchen zu verarbeiten. Doch dafür ist keine Zeit, geschehen sofort wieder allerhand Dinge, die alle in Atem halten. Dabei kommt es zu neuen Bündnissen und vielen Entwicklungen, die ich sehr mochte. Liza Grimm baut ihre Welt weiter aus und schafft damit einen Sog, da man unbedingt immer noch mehr wissen will.
Dennoch war es gerade das erste Drittel, was sich bei mir beim Lesen etwas gezogen hat. Ich bin zwar schnell wieder in die Welt eingetaucht, aber nach der ersten Orientierung gibt es die Momente, wo alle auf der Stelle zu laufen scheinen. Sobald dieser Punkt überwunden war, wurde es wieder so spannend, dass ich, gerade gegen Ende, das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte.
Dabei hat mir die Autorin an mindestens zwei Stellen – wieder einmal – das Herz gebrochen und mit einigen Entwicklungen war ich nicht einverstanden, aber das ändert nichts daran, dass sie logisch ausgearbeitet waren und es halt einfach nicht danach geht, was ich für die Figuren wollte. Und auch wenn es ein bittersüßes Ende war, konnte ich mich gut damit anfreunden, da die wichtigste Entwicklung für mich Bestand hatte.
Die Entscheidung die Geschichte in einer Dilogie zu erzählen, war definitiv die Richtige. Auch wenn ich mir mehr Geschichten aus dieser Welt wünsche und mit den Charakteren gerne mehr Zeit verbracht hätte, so ist die Geschichte doch auserzählt. Hier auf Biegen und Brechen einen dritten Band aus dem Hut zu zaubern, hätte der Spannung nicht gut getan. Und vielleicht gibt es ja irgendwann ein Spin-off und ein erneutes Eintauchen in dieser faszinierende Welt.

Das Fazit

Talus 2 – Die Magie des Würfels ist ein gelungener Abschluss der Dilogie. Alle Fragen werden beantworten und bis auf einen kleinen Hänger im ersten Drittel hält das Buch einen in Atem. Dennoch sollte man Taschentücher bereit stellen.

Talus

Ein Vorwort

Ich will schon seit vielen Jahren einmal nach Schottland. Und dieses Jahr hätte es soweit sein können, die Reise nach Edinburgh war bereits gebucht. Aber wie bei so vielen anderen hat Corona meine Reisepläne gecancelt. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als zumindest durch Buchwelten in die Stadt einzutauchen. Und Talus wollte mich nicht nur nach Edinburgh mitnehmen, sondern auch noch in eine magische Welt unter Edinburgh. Wie mir das Buch in die magische Welt gefallen hat, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Die Touristenführerin Erin glaubt an Magie, wird dafür aber immer ausgelacht. Als sie dann aber bei einer Führung in den Vaults einem echten Geist begegnet, ist sie gar nicht mehr so begeistert. Und schon steckt sie mitten in einem Wettlauf um den magischen Gegenstand Talus zu finden. Mit dabei ist der Tarotleger Kaito, die Gebräuhexe Lu und der Schattenleser Noah. Doch Talus ist mächtig und sollte nicht in die falschen Hände geraten.

Meine Meinung

Liza Grimm schafft es spielerisch eine völlig neue magische Welt unter Edinburgh zu schaffen. Dabei hat sie sich die richtige Stadt ausgesucht, die bereits voller Mythen und Legenden ist. Gut recherchiert, Legende aufgegriffen und ein steter Glaube an die Magie. Schon haben wir mit Erin auch unsere erste der vier Protagonisten. Sie ist ein Mensch und Touristenführerin. Sie ist mit dem steten Glauben an Magie aufgewachsen, bis ihre Tante Charly erkrankte. Eben jene Frau, die sie immer bestätigte und ihr die Begeisterung für die Magie gab. Umso begeisterte ist sie, als sie nach dem Erlebnis mit dem Geist erfährt, dass es wirklich Magie gibt. Da die anderen Protagonisten alle zur magischen Welt gehören, haben wir mit Erin praktisch unseren Verknüpfungspunkt. Wenn ihr die Grundlagen der magischen Welt erklärt werden, dann werden sie dadurch auch dem Leser erklärt, ohne in ständige Ausschweifungen zu verfallen.
Weitere Protagonisten sind Kaito, ein Tarotleger, der lieber in der Menschenwelt lebt, weil er als Tarotleger automatisch einen niedrigeren Stand in der magischen Welt hat. Noah, ein Schattenleser, der von Geburt an einen hohen Stand hat und verzweifelt versucht den hohen Erwartungen seines Vaters zu erfüllen. Als er die Ermittlungen eines wichtigen Falls übernehmen darf und vom Rat der Hexen direkt dafür ausgewählt wurde, kann er sein Glück kaum fassen. Doch dieser Fall hat es in sich. Und zu guter Letzt hätten wir dann noch Lu, eine Gebräuhexe. Sie lebt gerade für zwei Jahre in der Menschenwelt, da dies zu ihrer Ausbildung gehört. Dabei ist ihr größter Wunsch eine Wasserhexe zu sein. Bis auf Kaito bekommen alle Protagonisten Kapitel, die aus ihrer Sicht erzählt wurde. Ein bisschen schade, da ich Kaito am meisten mochte und mich seine Gedanken schon sehr interessiert hätten.
Alle vier sind vom Charakter und von ihrer Geschichte her sehr unterschiedlich, aber ihre Geschichten überschneiden sich an bestimmten Stellen, so dass man erahnen kann, wo sich sich letztlich treffen werden. Wie das ganze dann aber doch geschieht, ist dann noch einmal eine völlige Überraschung und traf mich auch sehr unvorbereitet.
Über das Ende zu reden, ist nicht leicht, da hier schnell gespoilert werden kann. Sagen wir es einfach mal so: Das Buch baut sich relativ langsam auf und nimmt sich die Zeit die Charaktere, die magische Welt und die Rätsel aufzubauen, die nach und nach gelöst werden wollen. Viele Rätsel werden noch mit in den zweiten Teil genommen, einige Fragezeichen konnten aber auch gelöst werden. Dennoch ließ mich der erste Teil sehr fassungslos zurück. Da war Frau Grimm nicht nur sehr gemein zu ihren Lesern, sondern musste auch noch einen großen Cliffhanger einbauen.
Letztlich ist es eine Geschichte, die mich komplett abholen konnte, obwohl ich sonst solche Aufbaubände eher weniger mag. Aber Liza Grimm weiß es, neben dem Weltenbau und der Charakterisierung eben genug Brotkrumen zu verstreuen, um den Leser bei der Stange zu halten und durch ihren sehr schönen und flüssigen Schreibstil das Buch in einem zu verschlingen. Und nun heißt es warten auf den zweiten Teil.

Das Fazit

Talus zieht den Leser in seinen Bann und wenn man mitten in der wunderbaren magischen Welt in Edinburgh versunken ist und die Charaktere lieb gewonnen hat, ist es auch schon zu Ende – das ist übrigens positiv gemeint und ist ein deutliches Zeichen für Liza Grimms sehr schönen Erzähl- und Schreibstil.

Talus ist seit dem 01.10.2020 in allen Buchhandlungen zu finden

PS: Erinnert mich daran, demnächst nur noch Bücher zu lesen, wo der/die AutorIn die Fortsetzung bereits geschrieben hat und nicht erst noch schreiben muss…