Cinemathek: Café Society

Willkommen in der Cinemathek, heute mit: Café Society. Der Film lief ursprünglich ab dem 10.11.2016 in den deutschen Kinos.

In den 1930er Jahren versucht der junge Bobby zunächst in Hollywood und später in New York seinen Weg zu finden. Doch auf seinem Weg trifft ihn die Liebe.

Hollywood in den 1930er Jahren, das goldene Zeitalter. Filmpläne werden auf rauschenden Partys besprochen und es ist ein reines Sehen und Gesehen werden. Genau in diese Zeit entführt uns Woody Allen mit seinem neuen Film.
Bobby will nicht in das Geschäft seines Vaters einsteigen und verlässt daher New York und zieht nach Los Angeles. Auf Bitte seiner Mutter nimmt sein Onkel Phil ihn ein bisschen unter seine Fittiche. Phil führt eine erfolgreiche Casting-Agentur in Hollywood und hat wenig Zeit für Bobby. Dieser verliebt sich in Phils Sekretärin Vonnie, die ihm die Stadt zeigt. Nach anfänglichem Zögern erwidert sie seine Gefühle. Doch es gibt kein Happy-End für die beiden und nach einer Entscheidung Vonnies kehrt Bobby dem Leben in Los Angeles den Rücken zu und kehrt nach New York zurück. Dort eröffnet er mit Hilfe seines Bruders Ben, der viel Geld durch kriminelle Machenschaften verdiente, einen Club, der sehr schnell sehr bekannt wird. Doch Vonnie kann er nicht vergessen.
Café Society ist ein Film, der praktisch ohne große Aussage bleibt. Auch ist es schwierig eine Handlungszusammenfassung zu schreiben, weil der Film gemütlich vor sich hin plätschert und eher ein Gefühl als eine Handlung vermittelt. Grundsätzlich wird der Kontrast zwischen Los Angeles bzw. der schillernden Welt von Hollywood und New York und deren Gangsterszene dargestellt, obwohl beide Seiten gleichwertig und urteilsfrei dargestellt werden. Hollywood wird immer sonnig und in eher goldenen Farbtönen dargestellt. Hier werden viele Partys gefeiert, auf der sich alles was Rang und Namen in der Filmbranche hat, trifft. Es lockt das große Geld mit scheinbar wenig Aufwand. New York wird im starken Kontrast dazu eher grau dargestellt. Hier gibt es weniger Gartenpartys, hier leben eher die echten Arbeitstiere. Die Grundeinstellung ist hier: Wer sich anstrengt, kann es ganz nach oben schaffen. Unser Protagonist Bobby stolpert im Laufe des Films in beide Leben einmal hinein. Während sein Onkel Phil in Hollywood voll und ganz aufgeblüht ist, findet er seinen Weg eher in New York.
So plätschert die Handlung vor sich hin, beschäftigt sich mit Phil und seinen Geschäften in Los Angeles, beschäftigt sich mit Ben, Bobbys Bruder, und seine kriminellen Machenschaften in New York und vor allem mit unserem Protagonisten Bobby und seiner großen Liebe Vonnie, zeigt uns von allen Seiten das Leben zu der Zeit. Der Film möchte auch gar nichts groß aussagen. Er möchte einfach nur einen Querschnitt durch die Zeit machen. Und mit seiner gemütlichen Art und dem Witz an angebrachten Stellen schafft er es auch den Zuschauer irgendwo abzuholen und 96 Minuten zu unterhalten. Ein Film für Kinogänger, die einmal wenig Action und trotzdem nicht viel nachdenken wollen, sondern sich einfach nur an eine ganz andere Zeit zurückdenken wollen.
Mit einem guten Cast u.a. mit Steve Carell und Jesse Eisenberg lässt sich der Film gut angucken. Lediglich Kristen Stewart sticht einmal mehr negativ hervor, da ein Gesichtsausdruck auch für diesen Film nicht ausreicht.

Alles in allem ein sehr ruhiger Film, der lediglich von der Zielgruppe der ruhesuchenden Kinogänger angesehen werden sollte. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

American Ultra

Am 15.10.2015 erschien ein Film über eine kiffende Killermaschine mit Jesse Eisenberg in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Mike Howell führt mit seiner Freundin Phoebe ein ziemlich verkifftes Leben. Er arbeitet die Nachtschichten in einem Supermarkt und ist so tollpatschig, dass es ein Wunder scheint, dass Phoebe bei ihm bleibt. Doch eines Tages taucht eine Frau im Laden auf und sagt einen Code vor ihm auf. Kurz darauf wird er überraschenderweise angegriffen und entdeckt dabei versteckte Fähigkeiten in ihm.

American Ultras ist noch viel traschiger als sein Trailer vermuten lässt. Am Anfang lernt man Mike kennen, der sich selbst als Versager und Tollpatsch darstellt. Gleichzeitig kifft er viel und oft. Er stellt seine Freundin Phoebe vor, die seiner Aussage nach viel zu gut für ihn ist. In der nächsten Szene sieht man sie zusammen in ihrer heruntergekommenen Wohnung kiffen und denkt sich, da haben sich aber zwei gefunden. Mike ist voller Unsicherheiten und Selbstzweifel und schafft es nicht einmal in ein Flugzeug zu steigen und in den bereits bezahlten Urlaub zu fliegen. Phoebe ist enttäuscht, scheint aber alles hin zu nehmen, was Mike tut. Alles ändert sich als eine Frau Mike in den 24 Stunden offenen Supermarkt, in dem er arbeitet, besucht und irgendeinen komischen Code vor ihm aufsagt. Als kurz darauf der Supermarkt und Mike angegriffen werden, schafft er es die Gegener elegant zu überwältigen, nur um im nächsten Monat fast einen Zusammenbruch zu erleiden und panisch Phoebe anzurufen. Als diese die beiden überwältigten Männer sieht, denkt sie sofort, dass Mike wieder Mist gebaut hätte, da dieser auch schon wieder zugekifft ist. Doch die beiden sind in einen Strudel geraten, der sich nicht mehr aufhälten lässt. Denn jemand möchte Mike tot sehen.
Jesse Eisenberg übernimmt die Rolle des ewig zugekifften Mikes. Mike identifiziert sich praktisch über das kiffen, denn seine Charaktereigenschaften sind Unsicherheit und Selbstzweifel. Um diese zu überspielen, dreht er sich ständig neue Joints, auch in den absolut unpassendsten Momenten. Er verkörpert den Wunsch jeder Menschen, die mit ihrem eigenen Leben unzufrieden sind. Der Traum etwas besonderes zu sein. Nur das sein Traum in Erfüllung geht und man ihn deswegen umbringen möchte. Jesse Eisenberg scheint wie für die Rolle gemacht. Er nimmt sich seines Charakters an und bringt uns alle Gefühle, Gedanken und Emotionen glaubhaft herüber.
Kristen Stewart übernimmt die Rolle der Phoebe. Ihr Schauspiel wirkt wie immer, eingerostet, einschläfernd und absolut emotionslos. In den kiffenden Szenen passt es vielleicht, dass sie nie den Mund zu zukriegen scheint, doch gerade in den emotionsgeladenen Szenen merkt man wie weit sie hinter Eisenberg liegt. Daher ist ihr Charakter Phoebe auch etwas undurchsichtig. Ohne sichtbare Emotionen ist es schwierig zu deuten, was sie denkt oder wieso sie sich in bestimmten Situationen so verhält. Hier hätte man definitiv stärker besetzen können.
American Ultra ist ein Film, der in der Grundidee bestimmt funktionieren könnte, aber so langsam erzählt wird, dass jeder Spannungsbogen verloren geht. Lediglich der Humor kann etwas punkten, wobei die meisten Szenen eher durch die Kifferei komisch werden, als wirklich einen humorvollen Gehalt zu haben. Heißt, dass der Zuschauer im ersten Moment lachen muss, weil der Film teilweise so absurd ist, aber sich im Endeffekt nicht unterhalten fühlt. Bis auf einige Ausnahmen sind viele Szenen vorhersehbar oder zumindest erahnbar, so dass der Film keinen Wiedererkennungswert hat.

Alles in allem liefert der Film eine schlechte Leistung ab, die auch durch ein paar witzige Szenen und der Schauspielleistung von Jesse Eisenberg nicht mehr gerettet werden kann. Daher gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.