Panik 10 Years

Ich schaffe es leider nur selten auf Konzerte zu gehen, da die Bands, die ich mag, leider selten in meiner Nähe spielen oder wenn sie mal in meiner Nähe spielen direkt ausverkauft sind. Doch als meine absolute Lieblingsband 8 Jahre nach ihrer Auflösung bekannt gab, dass sie anlässlich ihres 10 jährigen Bandjubiläums sich noch einmal zusammen tun und ein Jubiläumskonzert spielen, konnte ich nicht anders, als mich sofort auf eine der heiß begehrten Karten zu stürzen und meinen Freund zwangszuverpflichten mich nach Hamburg zu fahren. Begeistert schrieb ich mit mehreren Freunden, die ich erst durch die Band kennenlernte, und fand schnell Begleitung fürs Konzert.

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Panik startete im Jahre 2007 noch unter dem Namen Nevada Tan. Ich war damals süße 14 Jahre alt und die sechs schnuckeligen Bandmitglieder ließen mich meine ersten Fangirl-Momente erleben. Doch auch die Musik konnte mich begeistern und die Faszination für die Kombination aus Rock mit einzelnen Hip-Hop-Elementen (mit denen ich ansonsten bis heute nichts anfangen kann) hielt bis zum heutigen Tage. Auch wenn sie im Jahre 2009 ihre Trennung bekannt gaben, nach gerade einmal zwei Alben, hatte ihre Musik immer einen großen Platz in meinem Herzen. 2009 wollte ich dann schon unbedingt auf eines ihrer Abschiedskonzerte, hatte letztendlich auch eine Begleitung gefunden, die mich mit nach Hamburg nehmen würde. Leider platzte dann dieser Traum durch mangelnde Zeit. Viele Jahre war es nun ruhig um die Band, sie lebte aber in den Herzen der Fans weiter. Meine zwischenzeitliche Mitbewohnerin war auch relativ schnell textsicher, da ich meine WG beim Kochen gerne mit dieser Musik beschallte (aber hey, ihretwegen bin ich relativ textsicher bei den Toten Hosen). Mein Freund wurde inzwischen auch relativ häufig beschallt, weigert sich aber partout textsicher zu werden.

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Nach nun acht Jahren der Abwesenheit meldeten sich drei der ehemaligen Bandmitglieder zunächst mit einem neuen Song “Ausnahmezustand” unter dem neuen Namen Zorkkk zurück. Kurz darauf dann die Ankündigung: Aufgrund des 10-jährigen Jubiläums seit ihrem Durchbruch 2007 wird sich die alte Formation noch einmal vereinen und ein einziges Konzert in Hamburg geben. In kürzester Zeit wurde der Verkauf der Karten zum Selbstläufer, obwohl die Werbung lediglich über die sozialen Netzwerke lief. Aber wir Fans ließen es uns nicht nehmen auch weite Anfahrtswege in Kauf zu nehmen um “unsere Jungs” noch einmal zu sehen.
Letzten Freitag war es dann soweit, die Taschen waren gepackt, das Hörbuch im Autoradio eingespeist und ab ging die Fahrt nach Hamburg. Schnell ins Hotel eingecheckt und dann ging es auch schon zum Konzert. Meine fleißigen Freunde bibberten zu dem Zeitpunkt schon eine ganze Weile im kaltnassen vor der Tür. So konnte ich mich relativ weit vorne zu ihnen stellen, ansonsten wäre ich doch sehr weit hinten gelandet. Nach einer lautstarken Diskussion mit einem französischen Fan, der der Ansicht war sich nicht mal einen winzig kleinen Millimeter zur Seite zu bewegen, damit ich zumindest zwischen seinem Rücken und dem Rücken des nächsten gefühlt 2m großen Mannes hindurchschauen kann, konnte seine Freundin ihn letztendlich dazu bewegen zur Seite zu gehen und so konnte ich direkt hinter den Rollstuhlfahrern stehen und damit auch sehen (mit gerade einmal 1,55m ist das Sehen auf einem Konzert leider wirklich schwierig). Aber letztendlich stand ich und konnte nach links und rechts noch neue Bekanntschaften schließen.
Als Vorband wurde die befreundete Band Destination Anywhere (die vom Gitarristen Paniks produziert wird) engagiert. Mir war sie bisher unbekannt, aber auf jeden Fall haben sie Laune gemacht und diverse Alben der Band werden bestimmt noch in meinem Regal landen.
Dann ging es auch schon los. Im Laufe des zweistündigen Konzerts wurden nahezu alle Lieder gespielt, die jemals produziert wurden. Mitunter wurden Lieder nur kurz angespielt und dann nach dem ersten Refrain zum nächsten gewechselt. Aber so konnten mehr Lieder gespielt werden und die “wichtigsten” Lieder wurden in voller Länge gespielt.

Besonders schön zu sehen, war, dass alle angereisten Fans noch absolut textsicher waren. Die “Kreische-Teenies” von damals sind alle “alt” geworden und sangen lieber lautstark mit, als den Namen des Lieblingsbandmitglieds zu kreischen. Das Publikum war vor allem auch schön international, denn die Fans sind nicht nur von überall aus Deutschland angereist, sondern sogar große Gruppen aus Russland, vereinzelte aus Frankreich und ein Fan war sogar aus Kanada angereist. Und alle hatten sie die deutschen Texte gelernt (teilweise sogar ganze Deutsch-Sprachkurse belegt!) und konnten so lautstark mitsingen. Mitunter waren die Fans sogar textsicherer als die beiden Sänger.

Lediglich zwei Sachen sind bei diesem Konzert negativ aufgefallen. Zum einen fehlte leider der ursprüngliche Bassist, da dieser inzwischen in die USA ausgewandert ist und nicht nur für ein Konzert in die Heimat zurückfliegen wollte. Er wurde durch ein neues Gesicht ersetzt.
Zum anderen war der Konzertsaal (Knust in Hamburg) einfach viel zu klein für die Massen, die sich hinein drängten. Auch die Bühne war relativ klein – als ich von der Garderobe zum Konzertsaal ging, dachte ich erst, ich wäre irgendwo falsch abgebogen. Doch die kleine Bühne war tatsächlich die richtige. So quetschten sich insgesamt sechs Musiker auf die Bühne plus ein kleines Kamerateam. Da war nicht mehr viel Platz für Entertainment. Auch die Akkustik war hinter dem Niveau, das ich gewohnt bin auf Konzerten.

Aber ansonsten war die Stimmung super, man fühlte sich wieder um Jahre zurückversetzt und der Nackenmuskelkater am nächsten Tag (sehr unpraktisch, wenn man am nächsten Tag Sightseeing machen möchte) zeigte deutlich, dass man genügend geheadbangt hat. Und am Ende des Abends blieb einem, wie nach jedem Konzert, schmerzende Füße, ein schmerzender Nacken, viele glückliche Erinnerungen und eine Leichtigkeit im Herzen.

Star Trek – Beyond

Am 21.07.2016 erschien pünktlich zum 50. Jubiläum der Star Trek Serie der dritte Reboot-Film der Reihe in den deutschen Kinos.

Die Enterprise ist mitten in ihrer fünfjährigen Mission im Weltall unterwegs, als sie bei einer Rettungsmission angegriffen werden. Dabei wird die Enterprise komplett zerstört und die Mannschaft in alle Winde auf einem fremden Planeten gestreut. Nun kann sie nur ihr eiserner Zusammenhalt noch retten.

1966 startete die erste Besatzung der USS Enterprise in die unendlichen Weiten des Weltalls. Gene Roddenberry schaffte zwar damals nicht den großen Erfolg, aber baute sich über die Jahre eine große Fangemeinde auf, die sich liebevoll Trekkies nannten, und mit den Jahren immer größer wurde. Nach der Originalserie folgten noch fünf Serienableger. Es wurden sechs Kinofilme mit der Originalcrew gedreht, die mit „Treffen der Generationen“ abgelöst wurde. Es folgten vier Kinofilme mit der Besatzung aus der Serie „The next Generation“. Schließlich im Jahre 2009 kam ein Reboot in die deutschen Kinos. Die ursprüngliche Crew wurde durch jüngere Ausgaben ersetzt und auf ein neues Abenteuer geschickt. So wurde auch eine neue Generation an Zuschauer herangezogen. Es folgte „Into Darkness“ im Jahr 2013 und nun „Beyond“. Was ist anders? Zum einen ist J.J. Abrams nur noch Produzent und die Regie übernahm Justin Lin. Zum anderen wurde ein Großteil des Drehbuchs vom bekennenden Trekkie Simon Pegg geschrieben, der auch wieder in die Rolle des Ingenieurs Scotty schlüpft.
Star Trek Beyond besinnt sich wieder mehr auf die ursprüngliche Serie zurück, in dem der Großteil des Films nicht auf der Enterprise stattfindet, sondern die Planeten entdeckt werden. Diesmal ist es allerdings nicht so ganz freiwillig. In der Mitte ihrer 5-jährigen Mission hält die USS Enterprise an einer Raumstation, um das Schiff kontrollieren zu lassen und ein bisschen zu verschnaufen. Dort erreicht sie der Hilferuf der Kapitänin Kalara, deren Schiff zerstört wurde und deren Mannschaft sich nun auf einem fremden Planeten befindet. Sofort eilt die Enterprise zur Hilfe. Doch auch sie ereilt das gleiche Schicksal. Die Enterprise wird zerstört und die Crew wird in alle Himmelsrichtungen zerschlagen. Doch sie müssen nun nicht nur auf einem fremden Planeten überleben. Denn hier leben Krall und seine Anhänger, die Rache an der Sternenflotte üben wollen. Schafft die Crew es sich zu wehren?
Auch der dritte Film der Reboot-Reihe kann wieder mit seinem bildgewaltigen Material überzeugen. Ob nun Weltraumschlachten oder der Überlebenskampf auf einem fremden Planeten. Hier merkt man, dass der Film als Abschluss einer Trilogie gelten könnte und daher noch einmal alles in Action verwandelt. Die Figuren agieren in ihren üblichen Verhaltensmustern, entwickeln sich aber, im Gegensatz zu den beiden Vorgängerfilmen, nicht weiter. Auch die neu eingeführten Charaktere bleiben sehr eindimensional, allen voran der Bösewicht Krall. Dieser wird sehr eindrucksvoll vorgestellt und sein Hass auf die Sternenflotte ist zwar nicht nachvollziehbar, dafür aber ein dominantes Thema. Doch am Ende wird dies wieder auf die einfachsten Gründe heruntergebrochen, die man immer wieder in Filmen sieht, und die im Nachhinein Krall zum 08/15-Bösewicht machen. Der altbekannte Witz der Reboot-Reihe wird beibehalten und gerade der analytische Spock und der impulsive Pille in Kombination bieten viel Humor.
Das Grundthema des Films ist der Zusammenhalt der Crew. Leider wird dieses Thema nicht subtil, sondern mit dem Vorschlaghammer eingebracht und immer wieder betont. Dadurch wirkt es zu aufgesetzt und nimmt dem Thema den Charme. Auch wirkt der Film dadurch zu konstruiert, woran auch das nervenzerreißende Finale nichts ändert.

Alles in allem macht der Film vieles richtig und kann begeistern, er wirkt aber nicht wie ein dritter Teil oder ein mögliches Finale. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.