Eine Handvoll Serienkritiken

Ich bin aus meiner Auszeit zurück und hoffe euch nun wieder regelmäßig ein paar Artikel präsentieren zu können. Ob und wann die Kinos wieder öffnen, ist weiterhin nicht final entschieden und daher kommen wir nun wieder zu meinen obligatorischen Überbrückungsbeiträgen. Die Serienkritiken machen hier den Anfang.

The Marvelous Mrs. Maisel – Staffel 2

Die Handlung: Miriam „Midge“ Maisel arbeitet weiter an ihrer Karriere als Stand-up-Comedian. Seit ihr Ex-Mann Joel davon Wind bekommen hat, ist es auch um ihre Erneuerung der Ehe vorbei. Dennoch stehen große Abenteuer bevor. Midges Mutter Rose Weismann ist nach Paris abgehauen und Midge muss ihr mit ihrem Vater hinterherreisen, um sie zurückzuholen. Dann steht der Sommer bevor, den die Familie alljährlich in den Catskills verbringt. Und vielleicht gibt es auch für Midge einen neuen Verehrer.

Meine Meinung: Während die erste Staffel ein Warmwerden mit den Charakteren war und vor allem durch die Scheidung von Midge und Joel dominiert wurde, gibt es nun viele kleinere Geschichten, die erzählt werden. Allein die Catskills nehmen drei Folgen ein, was der Serie aber gut tut. Durch den regelmäßigen Tapetenwechsel geht der Serie nicht die Puste aus und gleichzeitig arbeiten alle Folgen weiterhin an Midges Traum. Wir bekommen alte liebgewonnende Charaktere zurück und neue hinzu, die wir genauer betrachten dürfen. Der Witz, aber auch die Spannung, kommen nicht zu kurz. So gesehen eine gelungene Fortführung der Serie. Wobei mir die zweite Staffel noch besser gefiel als die erste.

Star Trek: Discovery – Staffel 2

Die Handlung: Der Krieg mit den Klingonen ist vorbei und die Discovery ist unterwegs nach Vulkan, um ihren neuen Captain zu begrüßen. Unterwegs treffen sie auf die Enterprise mit Captain Pike. Dieser kommt zusammen mit zwei Offizieren an Bord und nimmt das Kommando an sich. Es wurden sieben rätselhafte Signale abgefangen und Pike soll zusammen mit der Besatzung der Discovery diesen nachgehen.

Meine Meinung: Lange habe ich mit mir gerungen, ob ich die zweite Staffel überhaupt noch sehen mag. Denn die erste hat mir nicht so richtig zugesagt. Die viel zu langgezogene Staffel rund um den Klingonenkrieg hatte zu viele Wendungen und Zwischengeschichten (ich sag nur Spiegeluniversum) um spannend zu bleiben. Dies ändert sich in der zweiten Staffel jedoch vollkommen und mit Captain Pike wird ein cooler neuer/alter Charaktere hinzugefügt, mit dem die Star Trek Formel nun wieder aufgeht. Wir haben durch die Signale zwar eine zusammenhängende Geschichte, aber irgendwo auch Einzelepisoden. Das harmoniert sehr gut zusammen und wird nur mit minimalen kleineren Geschichten gestreckt. Auch die Charaktere harmonieren nun viel mehr miteinander und haben sich zu einer kleinen Familie zusammengerauft. So kommt der typische Charakter der früheren Star Trek Serien wieder durch. Lediglich das Ende stimmt mich wieder nachdenklich, ob die dritte Staffel dann auch wieder so gut funktionieren kann.
PS: Zwischen den beiden Staffeln gibt es vier Kurzfilme. Die sollten vor dem Staffelfinale gesehen werden, sonst versteht man nicht, wo der eine Charakter auf einmal herkommt 😉

Foodhacks mit Nadiya Hussain – Staffel 1

Die Handlung: Die meisten dürften das Problem kennen. Man kommt gestresst von der Arbeit und dann soll man noch für die Familie kochen. Teilweise kommen dann noch Kinder dazu, die ja auch noch bespaßt werden wollen. Nadiya Hussain nimmt sich diesem Problem an und zeigt Rezept mit wenig Aufwand, die man wunderbar vorbereiten kann oder die einfach Zeit sparen. Außerdem begibt sie sich hinter die Kulissen einer Lebensmittel und deren Herstellung.

Meine Meinung: Wunderbar kurzweilige Serie für zwischendurch. Einige interessante Fakten zu Lebensmitteln sind dabei und auch einige Rezepte, die ich vielleicht doch einmal ausprobieren werde. Im großen und ganzen bin ich mir jedoch unsicher, ob die Rezepte wirklich den gewünschten Effekt haben. Denn selbst, wenn ein Essen nur 10 Minuten für die Vorbereitung braucht, finde ich durchschnittlich 40 Minuten im Ofen doch sehr lang. Wenn ich im Schichtsystem von der Spätschicht nach Hause komme, halte ich keine 40 Minuten mehr durch, um auf das Essen zu warten. Auch sind manche Tipps für mich keine Alternative. Zum Beispiel werde ich nicht mit vorgeschälten Kartoffeln aus dem Glas arbeiten. Da plane ich lieber die Schälzeit mit ein. Aber einiges dient dann doch auch einfach zur schönen Inspiration. Freue mich trotz allem auf eine zweite Staffel.

Miss Fishers mysteriöse Mordfälle – Staffel 1

Die Handlung: Phryne Fisher ist Aristokratin und kehrt in den 1920er Jahren nach vielen Jahren in Europa in ihre Heimat Melbourne, Australien zurück. Dort hilft sie bei der Aufklärung eines Mordes mit. Fortan mischt sie sich gerne in die laufenden Ermittlungen bei Mordfällen ein. Detective Inspector Jack Robinson ist davon wenig begeistert, kann Miss Fishers Enthusiasmus aber auch nicht stoppen.

Meine Meinung: Ich präsentiere eine Crimeserie, die in Australien spielt, in den 1920er Jahren und dann noch eine sehr unkonventionelle Ermittlerin hat. Wie bei den meisten Crimeserien, die sich mit dem Fall der Woche befassen, ist es hier vor allem das Zusammenspiel der verschiedenen Charaktere, die den Charme der Serie ausmachen. Tatsächlich ist mir Phryne Fisher fast noch am unsympathischsten, was allerdings nicht viel heißt. Spannend ist es jedoch zu beobachten, wie Miss Fisher die Täter überführt, denn die technischen Mittel  waren damals doch eher mau. Neben dem Crimefaktor hat man also auch noch den Historienfaktor, der sich vor allem in faszinierenden Kleidern niederschlägt. Ein Blick lohnt hier auf jeden Fall.

Küchenhelden – Staffel 1

Die Handlung: Kurz gesagt ist es ein Familien-Koch/Back-Duell mit von Disney inspirierten Themen. Fünf Familien mit jeweils vier Familienmitgliedern treten in 10 Runden gegeneinander an. Thema ist jeweils ein Disneyfilm und es wird die Art vorgegeben (Hauptspeise/Dessert/Snack). Am Ende kostet jeweils ein Chefkoch aus Disney World die Gerichte und bestimmt dann den Gewinner.

Meine Meinung: Eigentlich bin ich für Koch- und Backwettbewerbe wenig zu haben. Das große Backen konnte mich für ein oder zwei Staffeln nochmal fesseln, verloren dann aber auch einfach wegen der Länge den Reiz. Bei den Küchenhelden funktioniert das ganz gut, weil jede Folge nur knapp 30 Minuten geht und der Kochprozess daher nicht in die Länge gezogen wird. Die Folgen beginnen mit der Vorstellung des Disneyfilms, um den es geht und die beiden Familien, die in der Runde antreten, dürfen in Disney World die jeweils passende Abteilung besuchen und Inspiration sammeln. Dann geht es ans Kochen/Backen. Dafür gibt es eine Stunde Zeit. Zwischendurch gibt es noch ein Gartenduell, bei dem jeweils zwei Familienmitglieder gegeneinander antreten, während die anderen weiterkochen dürfen. Der Gewinner des Duells bekommt den goldenen Löffel, der der Siegerfamilie einen Vorteil, wie z.B. Extra-Zeit, einbringt. Am Ende wird verkostet. So gesehen eine schöne Serie für Zwischendurch. Die Folgen sind immer Freitags auf Disney+ erschienen und am kommenden Freitag steht das große Finale bevor.

Picard & Inhumans – Ein Duo Serienkritiken

Eigentlich sollte es hier wieder eine Handvoll Serienkritiken geben, genug Staffeln hatte ich zusammen. Doch dann schrieb ich die ersten beiden Beiträge und sie wurden immer länger. Also beschloss ich, es bei einem Duo zu belassen. Passenderweise gefiel mir eine Serie richtig gut, während mich die andere nicht überzeugen konnte.

Star Trek – Picard – Staffel 1

Die Handlung: 2399. Jean-Luc Picard hat 14 Jahre zuvor die Sternenflotte verlassen, nachdem es durch den Zerfall des romulanischen Imperiums und einem Androiden-Angriff auf dem Mars zum Zerwürfnis kam. Als jedoch die junge Dahj ihn um Hilfe ersucht, stellt er eine neue kleine Mannschaft zusammen, um ihre Zwillingsschwester Soji zu retten. Auf seiner Reise trifft er auf alte Freunde und neue Feinde.

Meine Meinung: Ich war nie der größte Trekkie. Während mein Lebensgefährte alle bisher erschienenden Serien gesehen hat, habe ich immer mal wieder eine mitgesehen. Star Trek – Next Generation kannte ich bereits aus meiner Kindheit, da meine Mutter großer Fan der Serie ist. Mit Discovery habe ich es selbst probiert, bin bisher aber nicht über die erste Staffel hinaus gekommen. Erst Picard konnte mich so richtig in seinen Bann ziehen. Obwohl ich eigentlich großer Fan von Einzelepisoden – dem sogenanten „Monster of the Week“-Prinzip – konnte ich mir hier mit der großen Handlung über eine Staffel anfreunden und war jede Woche wieder gespannt auf die neue Folge.
Für alle Star Trek-Neulinge, bietet die Serie genug Erklärungen, um die Rahmen-handlung zu verstehen. Natürlich werden einige Dinge vorausgesetzt. Man soll wissen, wie die einzelnen Spezies sind, was also ein Romulaner ausmacht und was es mit den Borg auf sich hatte. Aber auch ohne dieses Wissen kann man sich relativ schnell in die Serie reinfuchsen und kann sie gut verstehen. Für Star Trek-Fans gibt es dann natürlich die Anspielungen auf frühere Abenteuer. Es gibt mehrere Gastauftritte, die immer wieder für ein freudiges Wiedersehen sorgen. Trotzdem ist es eine komplett neue Handlung, in der man auch als Fan immer wieder neues entdeckt.
Die Geschichte an sich, ist gut durchdacht, hat überraschende Wendungen und schafft es interessante neue Charaktere einzuführen. Lediglich eine etwas überambitionierte Gegenspielerin strapaziert die Nerven der Zuschauer, hat sie doch keinen Tiefgang. Ihre einzige Motivation ist ihr Ziel zu erreichen. Während man am Anfang das neue Team einfach vorgesetzt bekommt, erhalten jedoch alle Charaktere immer wieder Raum in den Folgen, um auf ihre Hintergründe einzugehen und ihnen Tiefgang zu geben. So fiebert man auch mit ihnen mit und auch Handlungsstränge, an denen Picard nicht teilnimmt, bleiben interessant und spannend.
Die erste Staffel ist in sich geschlossen, kann also als alleinstehendes Abenteuer gesehen werden. Dennoch freue ich mich auf die angekündigte zweite Staffel.

Das Fazit: Star Trek – Picard bietet zugleich Auftakt für viele neue Abenteuer, als auch eine in sich geschlossene Geschichte. Es werden neue Charaktere, Welten und Szenarien geboten, ebenso wie ein Wiedersehen mit Altbekanntem. Die geschickte Verflechtung von beidem macht Picard zu einem spannenden Weltraumabenteuer.

Star Trek: Picard ist auf Amazon Prime verfügbar

Inhumans – Staffel 1

Die Handlung: Inhumans sind eine eigene Spezies, die bei einer Prozedur einzigartige Fähigkeiten erhalten, und sich dadurch von den Menschen unterscheiden. Sie leben im Verborgenen auf dem Mond, in der Stadt Attilan. Durch ein strenges Kastensystem wird der Unmut in der Bevölkerung immer größer. Doch König Black Bolt und Königin Medusa halten an dem alten System fest. Ebenfalls mit zur königlichen Familie gehören die Cousins Karnak und Gorgon, sowie Medusas Schwester Crystal.  Black Bolts Bruder Maximus, der durch die Prozedur zu einem gewöhnlichen Mensch wurde, neidet seinem älteren Bruder und putscht schließlich mit Hilfe der königlichen Leibgarde. Die königliche Familie kann zur Erde fliehen, landet jedoch an unterschiedlichen Punkten in Hawaii. Nun müssen sie sich wieder finden und ein Plan muss her. Maximus verspricht dem Volk die Aufhebung des Kastensystems, verfolgt aber ganz eigene Ziele.

Meine Meinung: Eine schwierige Serie, die nicht ohne Grund bereits nach der ersten Staffel wieder eingestellt wurde. In acht Folgen wird der Fall und die Rückkehr der königlichen Familie erzählt. Dabei bleibt der Spannung wegen vieles auf der Strecke. Alle Gefallenen finden auf der Erde Verbündete. Hier entstehen ein paar interessante Geschichten, auf die lediglich kurz eingegangen wird. Eigentlich hastet die Serie von Schauort zu Schauort und findet keine Zeit, um etwas zu erklären. So wird vieles angedeutet, aber nicht fertig erklärt.
Die erste Hälfte der Serie ist man noch damit beschäftigt aufzuzeigen, was für ein schlechter Herrscher Black Bolt war, nur um ihn direkt danach wieder zum Helden zu deklarieren. Maximus, der von Anfang an zwischen eigenen Interessen und dem Wohl des Volkes hin und herschwankte, wird dann komplett zum egoistischen Herrscher erklärt. Man macht es sich also sehr einfach, ohne wirkliche Diskussion, was alles falsch lief. Lediglich Medusa darf am Ende dann doch noch ein paar Sachen auf beiden Seiten anzweifeln. Die Zahl der agierenden Charaktere bleibt stets übersichtlich, so dass man kein Problem hat, sich die wichtigsten Namen einzuprägen.
Ich bin zwar ein großer Fan von kürzeren Staffeln, damit die Handlung nicht künstlich gestreckt wird, doch hier wäre eine längere Staffel tatsächlich angebracht. Man hätte sich zunächst mit den Inhumans und Attilan auseinander setzen können. Dann wäre man zu dem Disput der beiden Brüder übergegangen, die im Putsch geendet hätte. Nun hätte jeder gefallene Charakter eine eigene Folge bekommen, um die kleinen Einzelgeschichten etwas näher beleuchten zu können. Dann geht es wieder nach Attilan und zeigt Maximus, der wirklich Änderungen und Maßnahmen vornimmt. Danach finden sich die Gefallenen wieder und kehren nach Attilan zurück. Dort versuchen sie ihre Macht wieder zu erlangen. Maximus wird dadurch immer paranoider und es stellen sich seine eigennützigen Absichten heraus. Black Bolt und Maximus vernichten sich gegenseitig und Medusa wird Königin, die von beiden Seiten lernt. Genauso hätte ich mir die Staffel gewünscht und dann hätte sie vielleicht auch besser funktioniert.

Das Fazit: Inhumans gehört zwar zum Marvel Cinematic Universe, erzählt aber eine schwache unausgereifte Geschichte, die zu sehr springt und ständig versucht neue Spannungsszenen einzubauen, dabei aber vergisst den Zuschauer in die neue Welt einzuführen.

Inhumans ist auf Disney+ verfügbar

Star Trek Discovery

Ein Vorwort

Der Weltraum unendliche Weiten. Na wer weiß, wie es weitergeht? 1966 brachte uns Gene Roddenberry eine neue Serie rund um Raumschiff Enterprise mit seiner Besatzung Captain Kirk, der Vulkanier Spock, Scotty, Pille und so vielen mehr. Nach nur drei Staffeln war jedoch Schluss mit der Serie, nicht jedoch mit dem Franchise. Es folgten die Folgeserien „Next Generation“, „Deep Space Nine“, „Voyager“, sowie die Prequel Serie „Enterprise“. 10 Kinofilme brachte Star Trek hervor.
Dann 2009 traten Kirk und seine Crew wieder in Aktion. Wesentlich verjüngt durch eine komplette Neubesetzung startet der Film wieder bei Null. Star Trek bekam ein Reboot und mit den Folgefilmen „Into Darkness“ und „Beyond“ auch eine neue Zeitlinie. Denn während die Serien und bisherigen Kinofilme alle auf der gleichen Zeitlinie basierten, möchte sich J. J. Abrams nicht daran halten. Nach dem nicht mehr so erfolgreichen Beyond kündigte Netflix an, nun auch eine neue Serie im Star Trek Franchise anzuordnen. Diese ordnet sich aber wieder in der alten Zeitlinie ein und spielt noch vor Kirk zur Zeit des großen Krieges mit den Klingonen.

Die Handlung

Michael Burnham (Sonequa Martin-Green) ist Sternflotten-Offizierin auf der USS Shenzhou. Dort trifft sie mit der restlichen Besatzung auf das Klingonenschiff von T’Kuvma, der sich als Erlöser sieht und das Klingonenreich vereinen will. Nach einer Meinungsverschiedenheit mit ihrem Captain Philippa Georgiou (Michelle Yeoh) meutert sie, kann den dadurch resultierenden Krieg aber trotzdem nicht aufhalten. Verurteilt zu lebenslanger Haft gelangt Burnham durch mehrere Zufälle an Bord der Discovery. Captain Gabriel Lorca (Jason Isaacs) nimmt sie trotz ihrer Vorgeschichte mit an Bord und unterstellt sie dem Wissenschaftler Lieutenant Commander Paul Stamets (Anthony Rapp). Zusammen versuchen sie einen neuen Antrieb für das Raumschiff zu konstruieren und gleichzeitig greift die Discovery immer wieder ins Kriegsgeschehen ein, obwohl sie eigentlich ein Wissenschaftsschiff ist.

Meine Meinung

Ich muss gestehen ich bin nicht mit allen Serien und Filmen des Star Treks Universums vertraut. Die meisten Folgen habe ich wohl von Star Trek – Next Generation gesehen. Dennoch reizte mich die neuste Serie, die seit dem 25.09.2017 auf Netflix zu sehen ist. Die 15 Episoden wurden dabei wöchentlich immer 24 Stunden nach der Ausstrahlung in den USA gezeigt. Von November bis Januar pausierte die Ausstrahlung nach neun Folgen. Die restlichen sechs Folgen wurden ab Januar ebenfalls im wöchentlichen Rhythmus gezeigt.
Das erste, was bei der Sichtung von Discovery auffiel, ist wohl das neue Design der Uniformen, die den Rang nicht mehr deutlich sichtbar in den Farben rot, gelb und blau zeigten, sondern eine blaue Grundfarbe hatten und mit Gold und Silber als Ranganzeige arbeiteten. Auch die Klingonen bekamen ein ganz neues Aussehen – leider ebenfalls nicht im Positiven. Eine Modernisierung des Stoffes in allen Ehren, aber warum mussten die Uniformen und Klingonen so hässlich werden? Einmal darüber hinweggekommen, begeistert das neue Intro, dass sich zwar am Intro von Voyager orientiert, es aber noch einmal abstraktiert und nun neu und frisch anzusehen ist.
Während die früheren Star Trek Serien sich noch häufig am Episodenprinzip, also dem „Monster of the week“ orientierten, wirft Discovery dieses Prinzip direkt über Bord und präsentiert sich als ein Spielfilm aus 15 Folgen mit ca. 45 Minuten Länge. Zunächst etwas ungewohnt, funktioniert das Prinzip doch sehr schnell sehr gut, auch wenn einzelne Folgen mitunter ein wenig wie ein Lückenfüller wirken, um die Staffel auf 15 Folgen zu strecken. Auch konzentriert sich Discovery nicht mehr primär um den Captain und seine Hauptbesatzung, wie man es bisher kannte, sondern macht die Außenseiterin Michael Burnham zur Protagonistin. So wenig Screentime wie Captain Lorca hatte wohl noch kein Star Trek Captain. Aber genau das bringt diesen frischen Wind in die Serie und dadurch schafft Discovery es zu funktionieren. Denn hätten die Showrunner nur stur wieder das gleiche Prinzip angewandt, wären die Vergleiche mit den älteren Serien sofort zur Hand gewesen. Aber so lässt sich Discovery einfach nicht mit einer der bisherigen Serien vergleichen und genau das ist gut so.
Die erste Staffel von Discovery schafft es geschickt die Hauptcharaktere komplett durch zu charakterisieren und doch die Handlung permanent voranzutreiben. Während man bisher sehr sicher war, dass die Hauptcrew alle Staffeln überlebt, wird dies bereits in der zweiten Folge zerstört. Auch danach bleibt kein Charakter sicher, auch wenn es noch lange keine Game of Thrones Ausmaße annimmt. Dadurch bleibt die Serie jedoch auch spannend. Durchkreuzt wird das durchgehend hohe Niveau leider durch einen Handlungsstrang in den letzteren Folgen, der mir dann doch etwas zu abstrus war. Gut geschrieben und gut umgesetzt war er ohne Frage. Doch leider für eine erste Staffel schon viel zu übertrieben.
Neben der großen Haupthandlung bringt Discovery auch immer wieder kleinere Nebenhandlungen mit hinein, in dem es um Freundschaft, Vertrauen und Liebe geht. So hat Discovery das erste homosexuelle Pärchen an Bord. Gerade die kleineren Anspielungen setzen Discovery auf ein ganz hohes Niveau, das bis zum Ende durchgehalten wird.
Schauspielerisch hat Discovery ebenfalls viel zu bieten. So wurde Sonequa Martin-Green – vielen wohl aus The Walking Dead bekannt – als Michael Burnham gecastet. Geschickt schafft sie es den von Vulkaniern erzogenen Menschen zu spielen, die immer wieder gegen ihre Gefühle ankämpft, sie aber doch nicht immer vollständig verbergen kann. Jason Isaacs tritt nach seiner Rolle als Lucius Malfoy in den Harry Potter Filmen nun einem neuen Franchise bei und übernahm die Rolle des Captain Lorca. Auch hier weiß er durch minimalistisches Spiel zu überzeugen und schwankt zwischen strengem Captain und Vaterrolle hin und her. Doug Jones überzeugte erst in der vergangenen Oscarsaison als Wasserwesen in The Shape of Water. Auch in Star Trek bekam er wieder ein aufwendiges Make-up und wurde so zu dem Kelpianer Saru. Desweiterem sind in den Hauptrollen Anthony Rapp als Lieutenant Commander Paul Stamets, Mary Wiseman als Fähnrich Sylvia Tilly – und damit als die gute Seele der Serie – und Shazad Latif als Lieutenant Ash Tyler zu sehen.

Das Fazit

Alles neu bei Star Trek Discovery, aber auf eine gute Art und Weise. Ein würdiger Erbe im großen Franchise, auch wenn nicht jede Folge zu 100% überzeugen kann und die Handlung gegen Ende doch etwas abdriftet. Aber Fans des Franchises können sich die Serie gut und gerne einmal ansehen. Zeit ist bis 2019, wenn die zweite Staffel voraussichtlich erscheinen soll.

Star Trek – Beyond

Am 21.07.2016 erschien pünktlich zum 50. Jubiläum der Star Trek Serie der dritte Reboot-Film der Reihe in den deutschen Kinos.

Die Enterprise ist mitten in ihrer fünfjährigen Mission im Weltall unterwegs, als sie bei einer Rettungsmission angegriffen werden. Dabei wird die Enterprise komplett zerstört und die Mannschaft in alle Winde auf einem fremden Planeten gestreut. Nun kann sie nur ihr eiserner Zusammenhalt noch retten.

1966 startete die erste Besatzung der USS Enterprise in die unendlichen Weiten des Weltalls. Gene Roddenberry schaffte zwar damals nicht den großen Erfolg, aber baute sich über die Jahre eine große Fangemeinde auf, die sich liebevoll Trekkies nannten, und mit den Jahren immer größer wurde. Nach der Originalserie folgten noch fünf Serienableger. Es wurden sechs Kinofilme mit der Originalcrew gedreht, die mit „Treffen der Generationen“ abgelöst wurde. Es folgten vier Kinofilme mit der Besatzung aus der Serie „The next Generation“. Schließlich im Jahre 2009 kam ein Reboot in die deutschen Kinos. Die ursprüngliche Crew wurde durch jüngere Ausgaben ersetzt und auf ein neues Abenteuer geschickt. So wurde auch eine neue Generation an Zuschauer herangezogen. Es folgte „Into Darkness“ im Jahr 2013 und nun „Beyond“. Was ist anders? Zum einen ist J.J. Abrams nur noch Produzent und die Regie übernahm Justin Lin. Zum anderen wurde ein Großteil des Drehbuchs vom bekennenden Trekkie Simon Pegg geschrieben, der auch wieder in die Rolle des Ingenieurs Scotty schlüpft.
Star Trek Beyond besinnt sich wieder mehr auf die ursprüngliche Serie zurück, in dem der Großteil des Films nicht auf der Enterprise stattfindet, sondern die Planeten entdeckt werden. Diesmal ist es allerdings nicht so ganz freiwillig. In der Mitte ihrer 5-jährigen Mission hält die USS Enterprise an einer Raumstation, um das Schiff kontrollieren zu lassen und ein bisschen zu verschnaufen. Dort erreicht sie der Hilferuf der Kapitänin Kalara, deren Schiff zerstört wurde und deren Mannschaft sich nun auf einem fremden Planeten befindet. Sofort eilt die Enterprise zur Hilfe. Doch auch sie ereilt das gleiche Schicksal. Die Enterprise wird zerstört und die Crew wird in alle Himmelsrichtungen zerschlagen. Doch sie müssen nun nicht nur auf einem fremden Planeten überleben. Denn hier leben Krall und seine Anhänger, die Rache an der Sternenflotte üben wollen. Schafft die Crew es sich zu wehren?
Auch der dritte Film der Reboot-Reihe kann wieder mit seinem bildgewaltigen Material überzeugen. Ob nun Weltraumschlachten oder der Überlebenskampf auf einem fremden Planeten. Hier merkt man, dass der Film als Abschluss einer Trilogie gelten könnte und daher noch einmal alles in Action verwandelt. Die Figuren agieren in ihren üblichen Verhaltensmustern, entwickeln sich aber, im Gegensatz zu den beiden Vorgängerfilmen, nicht weiter. Auch die neu eingeführten Charaktere bleiben sehr eindimensional, allen voran der Bösewicht Krall. Dieser wird sehr eindrucksvoll vorgestellt und sein Hass auf die Sternenflotte ist zwar nicht nachvollziehbar, dafür aber ein dominantes Thema. Doch am Ende wird dies wieder auf die einfachsten Gründe heruntergebrochen, die man immer wieder in Filmen sieht, und die im Nachhinein Krall zum 08/15-Bösewicht machen. Der altbekannte Witz der Reboot-Reihe wird beibehalten und gerade der analytische Spock und der impulsive Pille in Kombination bieten viel Humor.
Das Grundthema des Films ist der Zusammenhalt der Crew. Leider wird dieses Thema nicht subtil, sondern mit dem Vorschlaghammer eingebracht und immer wieder betont. Dadurch wirkt es zu aufgesetzt und nimmt dem Thema den Charme. Auch wirkt der Film dadurch zu konstruiert, woran auch das nervenzerreißende Finale nichts ändert.

Alles in allem macht der Film vieles richtig und kann begeistern, er wirkt aber nicht wie ein dritter Teil oder ein mögliches Finale. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.