Furiosa – A Mad Max Story

Ein Vorwort

2015 konnte George Miller mit Fury Road beweisen, wie gute Action geht. Trotz geringer Handlung war man an die Filmleinwand gefesselt und kam aus dem Staunen kaum heraus. Nun beinahe 10 Jahre später darauf ein Spin-off zu gestalten, ist irgendwie schon ein Zeichen dafür, dass es Hollywood weiterhin an neuen Ideen fehlt. Warum auch der Film nicht wirklich überzeugt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Inmitten einer größtenteils unbewohnbaren Welt wächst Furiosa im grünen Tal auf, eine grüne Oase im Outback. Von dort wird sie entführt und Dementus, dem Anführer einer Motorradgang, gebracht, der sie adoptiert, um den Weg zum grünen Tal zu erfahren. Doch selbst die Folter ihrer Mutter, die ihr folgte, bringt Furiosa nicht zum reden. Also versucht Dementus stattdessen die Zitadelle von Immortan Joe einzunehmen.

Meine Meinung

Furiosa trägt den Beinamen A Mad Max Story, da namensgebender Herr nicht auftaucht. Furiosa – ein Drama in fünf Akten wäre aber genauso passend – oder gar passender – gewesen. Denn der Film ist tatsächlich in fünf Akte unterteilt, wie wir direkt am Anfang erfahren. Inklusive Schwarzblende und Kapitelüberschrift. Diese fünf Sinnabschnitte der Geschichte sind zwar irgendwie zusammenhängend, zeigen aber auch, dass in der Geschichte immer wieder größere Zeitsprünge dabei sind. Denn von Furiosas Kindheit bis zum Beginn von Fury Road ist so ziemlich alles dabei. Die einzelnen Abschnitte lassen sich dennoch zu einer großen Geschichte zusammenfügen.
Dabei haben sie alle das gleiche Problem: Sie sind viel zu lang. Hatte Fury Road eine Lauflänge von 120 Minuten, bringt es die Vorgeschichte nun auf stattliche 148 Minuten. Macht durchschnittlich ca. 30 Minuten pro Abschnitt. Diese haben aber selten genug Handlung dafür bzw. wiederholen sich auch gern in ihrem gezeigten immer wieder. So haben wir nicht eine atemraubende Verfolgungsjagd, die in allen Facetten gezeigt wird und in ihrer Brachialität die Zuschauenden vom Hocker zu hauen weiß, sondern immer wieder einzelne Verfolgungsjagden, die aber nie an den Vorgänger heran zu kommen weiß. Dabei will er natürlich auch kein zweites Fury Road sein.
Die Actionszenen sind zwar weiterhin auf hohem Niveau, aber die Verfolgungsjagden scheinen sich einfach nur zu doppeln und holen einen einfach nicht mehr ab. Egal, wie viel Zerstörung angerichtet wird und wie gut die Stunts aussehen. Man hat sie gesehen und dabei bleibt es. Hier hätte es vermutlich wirklich geholfen, wären die Abschnitte zusammengekürzt worden. Auch der Soundtrack kann nicht so richtig für Spannung sorgen. Nur, wenn das Theme aus Fury Road wieder eingespielt wurde, hatte ich einmal mehr das Gefühl voll in der Szene drin zu sein. Darüber hinaus hatte der Soundtrack keinerlei Wiedererkennungswert.
War ich nach dem Trailer von der Besetzung von Anya Taylor-Joy und Chris Hemsworth nicht wirklich überzeugt, so kann der Film doch zeigen, dass die beiden defintitiv nicht das Problem sind. Während Hemsworth seine Rolle geradezu lebt, zeigt Taylor-Joy endlich mal wieder, warum sie als Schauspielerin so groß gefeiert wird. Denn gerade in ihren letzten Filmen hatte ich das Gefühl, dass sie ihren halb arrogant-herablassenden Gesichtsausdruck zu sehr perfektioniert hatte, um ihn wieder ablegen zu können. Sei es in Das Damengambit, Last Night in Soho, New Mutants oder zuletzt The Menu überall war dieser typische Gesichtsausdruck omnipräsent. Doch diesen vermochte sie durchaus abzulegen und konnte ihre Furiosa gut umsetzen und die Emotionen gut rüberbringen, auch wenn vieles gewollt hinter einer unbeeindruckten Fassade blieb.
So hatte Furiosa eine interessante Protagonistin, deren Geschichte durchaus Potential hatte, gute Schauspieler und ein gutes Setting. Abe durch die Länge und die Wiederholungen bei der Action, konnte er mich nicht final abholen.

Das Fazit

Furiosa bietet eine interessante Vorgeschichte der namensgebende Protagonistin, schafft es aber nicht sich über die Länge zu halten, da alle fünf Akte zu lang geraten sind. Selbst ein tolles Setting und gute engagierte Darstellende konnten die Langatmigkeit nicht aufhhalten. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Furiosa – A Mad Max Story läuft seit dem 23.05.2024 in den deutschen Kinos

Mad Max: Fury Road

Am 14.05.2015 erschien der Endzeit-Film des Regisseurs George Miller als vierter Teil in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Die Welt ist am Ende, die Landschaft nur noch Ödland und der wertvollste Rohstoff ist das Wasser. Die letzte Quelle wird vom Tyrann Immortan Joe und seinen Warboys beherrscht. Doch eines Tages bricht seine Imperatorin Furiosa mit den fünf schwangeren Frauen Joes aus und versucht in ihre ursprüngliche Heimat zu gelangen. Eher unfreiwillig begleitet sie Mad Max, der zuvor von Joes Warboys gefangen genommen wurde. Es beginnt eine spannende Jagd.

Ich habe die ursprüglichen Filme der Mad Max Reihe nicht gesehen und bin auch in diesen eher zufällig hineingestolpert, muss aber sagen, dass ich positiv überrascht bin! Der Film zeigt im Prinzip eine einzige große Hetzjagd mit den abgefahrensten Autos. Das heißt Spannung ab der ersten Sekunde des Films. Nachdem ich den Trailer gesehen hatte, hätte ich nicht gedacht, dass der Film wirklich spannend bleibt, aber George Miller hat es geschafft. In keinem Moment des Filmes dachte man auch nur daran, dass sich der Film wohl gerade etwas zieht oder die Spannung abnimmt.
Unter den ganzen bildgewaltigen Actionszenen bleibt allerdings die Handlung an sich etwas links liegen. Natürlich wurde ein grobes Konzept entwickelt, das als Handlung dient, aber es ist nur ein Nebenbestandteil des Films. Dies wurde aber beabsichtigt und auch von Anfang an so angekündigt. Doch gerade dies finde ich positiv, denn meistens hält sich ein Film eher mit der Handlung auf und vernachlässigt dabei die Actionszenen.
Heftig kritisiert wurde inzwischen vorallem von Männerrechtlern, dass der eigentliche Held Max durch die starke Frauenfigur der Furiosa komplett in den Hintergrund gerät. Da gibt es wirklich einmal eine starke Frau in einem Film und schon wird dies kritisiert. Natürlich heißt der Film Mad Max, aber ich bin begeistert, dass man es einmal schafft eine starke Frauenfigur in so einen Actionstreifen einzubauen.

Alles in allem ein Muss für alle Actionfans, denn der Film tritt den Filmen der letzten Jahre einmal ordentlich in den Arsch und zeigt, wie es geht. Dafür erhält er von mir 08 von 10 möglichen Punkten.