War Dogs

Am 29.09.2016 erschien ein Film über die etwas anderen Waffenschieber in den deutschen Kinos.

Efraim Diveroli und David Packouz nutzen eine Lücke im amerikanischen Waffengesetz aus und können so kleine Waffendeals an Land ziehen. Das ganze funktioniert ganz gut, bis sie einen 300 Millionen Dollar Deal für den Irakkrieg bekommen und sich dabei auf dubiose Geschäftspartner einlassen.

In den USA gibt es ein Gesetzt, dass die Regierung nicht alle Waffendeals an die größten Firmen gehen dürfen, sondern auch einige an die Allgemeinheit ausgeschrieben werden müssen. Dabei werden meistens nur kleinere Deals ausgeschrieben, doch wenn man gut genug sucht, findet sich manchmal auch eine kleine Goldgrube.
Dass er einmal Waffenschieber wird, hat sich David wohl nie auch nur träumen lassen. Nach der Schule weiß er nicht so wirklich, was er mit seinem Leben anfangen soll und massiert reiche Leute und versucht sich immer wieder an neuen Verkaufsprojekten, die aber nie so richtig funktionieren wollen. Als seine Freundin schwanger wird, steht er vor dem Problem, wie er seine Familie ernähren soll. Da taucht sein bester Freund aus Kindertagen wieder auf. Efraim gehört zu den kleinen Waffenschiebern, die die Gesetzeslücke der USA ausnutzen. Zusammen mit David möchte er das ganze ausbauen. Schnell finden sie genug Deals, um in Saus und Braus zu leben. Dann entdecken sie den Deal ihres Lebens und schaffen es einen 300 Millionen Dollar Deal an Land zu ziehen. Dafür brauchen sie jedoch neue Geschäftspartner und damit nimmt das Unheil seinen Lauf.
War Dogs basiert auf wahren Ereignissen, was die Geschichte noch unglaublicher macht. Der Film erinnert ein bisschen an „Lord of War“, hat aber einen noch weniger ernsten Ton. Der Film versucht einen Spagat zwischen Komödie und Thriller, schafft diesen aber nicht ganz, so dass die erste Hälfte eher zur Komödie und die zweite Hälfte eher zum Thriller wird. Das liegt vor allem daran, dass das Ende sehr vorhersehbar ist. Aber der Weg ist im typischen fünfstufigen Dramastil gehalten und funktioniert da sehr gut. Die Geschichte ist wenig bekannt und daher bietet sie immer wieder etwas neues und unvorhersehbare Wendungen, auch wenn der Trailer leider schon wieder viel vorwegnimmt.
War Dogs hat mit seiner Castingentscheidung alles richtig gemacht. Miles Teller und Jonah Hill stellen gut die beiden Gegensätze der Geschäftspartner dar und harmonisieren perfekt auf der Leinwand. Hill übernimmt die Rolle des Ephraim Diveroli, ein jähzorniger Lebemann, der einfach nur schnell viel Geld machen will. Teller übernimmt die Rolle des David Packouz, der zurückhaltende und bedachtere der beiden. Diese Gegensätze werden geschickt genutzt, um Teller/Packouz die Geschichte erzählen zu lassen und Hill/Diveroli für die Witze zu nutzen.
Mit einer Spiellänge von 114 Minuten wurde genau die richtige Zeit abgepasst, um die Geschichte mit allen Hoch- und Tiefpunkten zu erzählen, ohne Längen aufkommen zu lassen. Durch regelmäßige Wendungen in der Geschichte bleibt das Spannungslevel oben und die Erfolgsgeschichte der beiden kleinen Waffenschieber kann mitreißen.

Alles in allem eine mitreißende Komödie, auch wenn das Ende sehr vorhersehbar ist. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Fantastic Four

Am 13.08.2015 erschien der neue Versuch die vier Marvel Helden auf die Leinwand zu bekommen in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Reed Richards weiß seit seiner Kindheit, dass er irgendwann Lebewesen in andere Dimensionen teleportieren möchte. Doch auch als er älter wurde, wurde er dafür immer nur ausgelacht und von seinen Lehrern verurteilt. Nur sein Freund Ben Grimm hielt immer zu ihm. Bis er auf … und Sue Storm trifft, die an seine Vision glauben und bereits ähnliche Versionen wie Reed entworfen haben. Kurzerhand wird Reed angeworben zusammen mit Victor van Doom und Sues und ihrem Bruder Johnny an einem Teleporter zu arbeiten. Tatsächlich schaffen sie es auch, nur das die Geldgeber nicht die Erbauer auch die ersten Teleportieren sein lassen wollen. Also versuchen sie es zusammen mit Reeds Freund aus Kindertagen Ben in einer Nacht und Nebel Aktion, die vollkommen nach hinten los geht.

Seit dem letzten Versuch von 2004 kennt man die vier Helden, die sich die Fantastic Four nennen. Reed Richards, der seine Gliedmasen gummiartig ausdehnen kann, Sue Storm, die sich unsichtbar machen kann, Johnny Storm, die menschliche Fackel und Ben Grimm, der nach dem Unfall nur noch ein großer Steinhaufen ist. Während viele Stimmen aus den Kritikerreihen, diesen Film als sehr schlecht und weit unter dem bereits schlechten ersten Teil sehen, muss ich sagen, dass ich die schlechten Kritiken nur teilweise nachvollziehen kann.
Denn im Gegensatz zum vorherigen Teil wird hier viel mehr auf die Details geachtet. Es beginnt schon mit der Schauspielerauswahl. Diesmal wird auf jüngere Darsteller gesetzt, allen voran Miles Teller, der spätestens seit Whiplash zeigte, was er drauf hatte. Das diese leider anhand des nicht gelungenen Drehbuches mit seinen teilweise sehr platten Dialogen grundsätzlich unterfordert scheinen, merkt man dem Film schon an, aber trotzdem holen sie viel aus dem Film heraus. Hinzu kommen geschlossene Handlungslöcher aus dem letzten Film. Denn diesmal wird ganz genau gezeigt, wieso die vier ausgerechnet diese “Kräfte” erhalten und keine anderen. Das ist zuvor immer unklar geblieben. Hinzu kommen liebevolle Details, wie klarere menschliche Umrisse bei Ben Grimm als “Das Ding”, wie einen sehr menschlich geformten Hintern.
Das sich Regisseur Josh Trank bereits von dem Film distanzierte, weil die für ihn entscheidenden Szenen herausgeschnitten wurden und er zu diesem Ende “gezwungen” wurde, ist schon verständlich, aber trotzdem merkt man, dass er sehr viel Herzblut in den Film investiert hat und auch die Charaktere auf einer sehr tiefen Ebene hätten liegen können. Reed wird diesmal nicht einfach plump als guten Wissenschaftler dargestellt, sondern wir lernen ihn bereits in der 5. Klasse kennen und erfahren, wie er Ben Grimm kennenlernte. Das macht ihn viel menschlicher und so fühlt man viel mehr mit ihm und seinen Entscheidungen als zuvor. Auch Johnny Storm bleibt zwar der bekannte Draufgänger, bringt aber mit seinem Ego in Verbinung mit seinen Kräften niemanden mehr in Gefahr, wie noch in der Version von 2004. Allgemein erhalten alle Charaktere mehr Tiefgang und so auch mehr Sympathiepunkte im Publikum.
Die viseullen Effekte sind der heutigen Generation angepasst und sorgen so für ein sehr schönes Bild zum angucken. Durch Liebe zum Detail, aber auch einer schönen Orientierung an den Comics fühlt man sich an die Qualität der Marvel-Reihe erinnert.

Alles in allem ist die Kritik am Film teilweise berechtigt, aber so schlecht wie viele ihn sehen, kann ich ihn einfach nicht bewerten, weil er durchaus auch seinen Wert hat. Dafür erhält er von mir 05 von 10 möglichen Punkten.