Jane got a gun (Kurzkritik)

Am 31.12.2015 erschien ein neuer Western mit Natalie Portman in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Jane und ihr Mann Bill werden von einer Bande schwerer Verbrecher verfolgt – der Bishop Bande. Als Bill angeschossen wurde, bittet Jane ihren Ex-Freund Dan um Hilfe. In Vorbereitung auf den Angriff der Bishop Bande müssen die drei auch ihre Vergangenheit aufräumen.

Nach vielen Anfangschwierigkeiten wurde uns Jane got a gun zum Ende des Jahres doch noch präsentiert. Es begann als Western mit einer starken Frauenfigur. Natalie Portman schien in die Fußstapfen von Charlize Theron, Emily Blunt und Daisy Ridley steigen zu wollen, die uns dieses Jahr ebenfalls starke Frauen in Actionfilmen zeigten. Doch nach einem starken Anfang verliert sich der Film schnell in Klitschees. Dass Jane nicht die ganze Bishop Bande alleine aufhalten kann, ist natürlich klar, also holt sie Hilfe. Ihr Ex-Freund scheint die einzige Anlaufsstelle zu sein, an die sie sich wenden kann. Ab dieser Stelle wird Jane sehr passiv und lässt sich vollkommen durch Dan bestimmen. Dan baut die Fallen und bereitet das Haus auf den Angriff vor. Dabei werden dem Zuschauer verschiedene Rückblenden gezeigt, um zu verstehen, warum Jane Dan verließ und ein neues Leben mit Bill begann. Doch auch Dan und Bill treffen unweigerlich im Haus aufeinander und fechten ihre eigenen Kämpfe verbal aus. Dabei wird bald das wesentliche aus den Augen verloren und es geht nur noch um die Dreiecks-Beziehung.
Das einzig positive an dem Film ist Ewan McGregor, der die Rolle des Bishop übernimmt, der die nach ihm benannte Bande leitet. Seine Rolle zeugt zwar nicht gerade von Tiefe, denn sie ähnelt so ziemlich jedem  Bösewicht aus einem Western. Aber McGregor gibt dem Charakter einen gewissen Charme, so dass wenigstens ein paar Minuten Spannung auf der Leinwand ist.

Alles in allem ist Jane got a gun nicht spannend, versagt bei der starken Frauenrolle und ist zusammengefasst eine Dreiecksbeziehung in einen Western gepresst. Daher gibt es nur 03 on 10 möglichen Punkten.

Gesehen im Dezember 2015

Hallo ihr Lieben,
nachdem ich in den letzten Monaten kaum zu Filmen neben denen im Kino und in meiner Verpasst Reihe kam – und natürlich Serien – gibt es nun dank der Weihnachtszeit wieder eine neue Ausgabe meiner Gesehen im – Reihe.

  1. The Wizard of Oz:
    Lange habe ich es mir vorgenommen, nun kam ich endlich dazu die Originalverfilmung mit der bezaubernden Judy Garland in der Hauptrolle zu sehen. Die Geschichte der Dorothee, die durch einen Sturm in das Land Oz gerät und dort Abenteuer erlebt. Natürlich ist der Film nicht zu messen mit den heutigen Effekten und sieht für unsere Augen vielleicht teilweise „schlecht“ aus, aber für damalige Verhältnisse durchaus ein sehr schöner Film.

2. Terminal:
Erst vor kurzem entdeckt in einer Top-Liste der Tom Hanks Filme und zugleich einmal angesehen. Der Film deckt alle Emotionen ab. Am Anfang fühlt man mit Hanks mit bzw. mit seiner Rolle Victor Navorski, der aus fiktiven Krakosien nach New York City möchte, um dort Sightseeing zu machen. Doch es gab in seinem Heimatland einen Putsch und sein Pass und sein Visum werden nicht mehr anerkannt. Nun darf er den internationalen Terminal des Flughafens nicht verlassen. Der Film ist lustig, traurig, dramatisch und verzaubernd und hat mich sehr berührt.

3. Million Dollar Baby:
Der Film hat vier Oscars gewonnen, nur warum? Der Film über die Frau, die unbedingt von Frankie Dunn trainiert werden will, aber eigentlich schon viel zu alt für eine Profikarriere ist. Ihr Weg und ihr Triumpf und ihr Fall wird in diesem Film thematisiert. Aber mir fehlt ein Stück Spannung, ein Stück Emotion und das gewisste Etwas, um vier Oscars inkls. bester Film zu rechtfertigen.

4. A Chrismas Carol:
Ich habe ja, wie in meinem Weihnachtsspecial geschrieben, es dieses Jahr wieder nicht geschafft das passende Buch zu lesen. Aber dafür habe ich mir die Neuverfilmung aus dem Hause Disney angesehen. Ich mag schon die neue Animationsart nicht und dann bietet der Film auch keinen weiteren Mehrwert zu anderen Verfilmungen. Daher hier Finger Weg!

5. The Cabin in the Woods:
Am Anfang des Films verdreht man die Augen und denkt sich: Boah voll der Klitscheehorrorfilm. Eine Gruppe Teenager machen Urlaub in einer abgeschiedenen, heruntergekommen Hütte. Aber durch eine Parallelhandlung wird das ganze bewusst zur Horrorkomödie gestaltet und die Klitschees werden ganz bewusst aufgegriffen und genutzt, so dass sie das erste Mal wirklich funktionieren. Daher funktioniert der ganze Film und hier daher eine Filmempfehlung!

6. The Transporter:
Nachdem ich in vielen Kritiken zu The Transporter – Refueled gelesen habe, dass Ed Skrein nicht an Jason Statham herankam, habe ich nun doch einmal den ersten Teil gesehen. Es mag vielleicht an der Reihenfolge liegen, in der ich die Filme gesehen habe, aber für mich hat Refueled mehr Eleganz, mehr Action, mehr Spannung und einfach mehr Charme. Möge meine Steinigung beginnen 😉

Und das waren dann auch schon wieder die Filme, die ich im Dezember 2015 gesehen habe. Was für Entdeckungen habt ihr gemacht?

Star Wars – Das Erwachen der Macht

Am 17.12.2015 erschien der langersehnte siebte Star Wars Film endlich in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Nachdem das Imperium vernichtet wurde, wurde eine neue Republik gegründet. Doch die Erste Ordnung hat andere Pläne. Zusammen mit einer neuen Armee versuchen sie ihre Interessen durchzusetzen. Fern ab davon führt Rey ein Leben als Schrottsammlerin. Bis sie auf den Droiden BB-8 trifft. Dieser hat geheime Informationen für die Rebellen, die die Erste Ordnung nur zu gerne in die Finger bekommen möchte. Zusammen mit dem flüchtigen Krieger der Ersten Ordnung Finn stürzt sie sich in ein Abenteuer.

Viele Jahre war es still im Star Wars Universum. Doch nun ging es endlich weiter. Von den Fans zwiespaltig erwartet, ging der Vorhang auf, um die Zuschauer ein siebtes Mal in eine Galaxie weit weit weg zu entführen. Vorab wurde viel gemunkelt. Kann J. J. Abrahms an die Werke von George Lucas anknüpfen? Wie viele der alten Charaktere tauchen wieder auf? Können die neuen überzeugen? Nach den ersten Trailern war zumindest eins klar: Technisch orientiert sich das Erwachen der Macht an der Originaltrilogie, also wenig CGI und viel an aufwendig gestalteten Sets gedreht. Auch sieht man ab dem ersten Trailer, dass Han Solo, Chewbacca und Leia Organa wieder mit dabei sind. Nicht wenigen ging das Herz auf, als Han sagte: „Chewie? Wir sind zu Hause!“. Doch wie groß wüden die Rollen werden? Die Erwartungen waren sehr hoch gesetzt, Karten für das Startwochenende schon lange im Voraus ausverkauft und eifrig wurde der 17.12. im Kalender rot angestrichen. Sobald der Vorhang sich öffnet, ist das Publikum still, keiner wagt etwas zu sagen. Und schon ertönt die altbekannte Titelmelodie und der Vorspann erscheint. Ein wohliger Schauer geht durch das Publikum und Gänsehaut bildet sich. Sogleich wird man mitten ins Geschehen geworden. Der Spannungsgrad klettert zugleich hoch und lässt sich bis zum Ende nicht nehmen. Trotzdem nimmt der Film sich Zeit die beiden neuen Hauptcharaktere vorzustellen. Doch trotz vieler Kampfszenen merkt man schnell, dass der Auftakt zur neuen Trilogie auch wirklich das ist: ein Auftakt. Die Handlung an sich ist etwas schwach geraten, sie litt unter dem Bedürfnis durch viel Action den Spannungsbogen zu halten. Es tauchen viele neue Charaktere und Begriffe auf, die jedoch teilweise mehr Fragen aufwerfen als beantwortet wird. Abrahms scheint so bemüht allen Erwartungen gerecht zu werden, dass er scheinbar vergisst Erklärungen einzubauen. Es bleibt zu hoffen, dass diese in den folgenden Teilen nachgereicht werden. Die Schauplätze und Charaktere hingegen wurden mit großer Sorgfalt und Hingabe kreiert und sind eines Star Wars Films würdig. Und dem Zuschauer wird einiges geboten. Von altbekannten Schlachten im All bis zu nervenzerreißenden Laserschwert-Kämpfen, hier wird das Fan-Herz glücklich. Das Ganze gespickt mit humorvollen Dialogen, gerade wieder zwischen Han und Chewie, und vielen schönen Anspielungen auf die alten Filme machen den Film sehr unterhaltsam und sorgen für einen guten Ausgleich zu den vielen Actionszenen. Trotzdem scheinen diese Anspielungen eher der Versöhnung mit den Fans zu dienen. In den folgenden Filmen kreiert der Film hoffentlich seinen eigenen Kultstatus und lässt auch den neuen Charakteren etwas mehr Freiraum.
Daisy Risley übernimmt die Rolle der Rey. 2015 war ein gutes Jahr für die Frauenwelt. Endlich mehr Platz auf der Kinoleinwand. Vorreiter dazu war Mad Max-Fury Road, aber auch Sicario und jetzt Star Wars können da mithalten. Rey ist keine Nebenrolle und exisitiert auch nicht nur für die Quote, oder um eine Liebesgeschichte aufbauen zu können. Rey ist die Hauptfigur des Films. Eine toughe junge Frau, die auf einem Wüstenplanet alleine für ihren Lebensunterhalt sorgt und sehr widerwillig sich in das Abenteuer hineinziehen lässt. Abrahms überrascht mit unbekannten Gesichtern auf der Leinwand. So ist die Wahrnehmung der neuen Darsteller nicht durch vorherige Charaktere getrübt. Dies funktioniert ebenso bei John Boyega als Finn. Seine Motive bleiben noch etwas Unklar, aber im wesentlichen ist er als zweiter Hauptcharakter erkennbar.
Lediglich Adam Driver, der die Rolle des Hauptbösewichts Kylo Ren übernimmt, hat schon in einer Handvoll bekannter Filme mitgespielt. Während er eine solide Darstellung abliefert, solange sein Gesicht unter der Maske Rens verborgen liegt, wird die Glaubwürdigkeit seiner Rolle nach Abnehmen der Maske ziemlich untergraben, was nicht in seinen Schauspielkünsten, sondern vielmehr in seinem Aussehen liegt. Vielleicht hätte man ihm wenigstens seinen Bart lassen sollen, denn so wirkt Driver leider eher wie ein verängstigter Schuljunge. Zwar mag dies teilweise zum Charakter passen, entlockt dem Zuschauer aber doch eher ein Glucksen.
Desweiteren ist der Cast bunt gemischt zwischen Hollywood Größen, wie Oscar Isaak, Simon Pegg, Domnhall Gleeson und Andy Serkis in mehr oder weniger großen Rollen, was einen schönen Wiedererkennungswert hat, aber auch sehr gute Schauspielleistungen nach sich zieht.

Alles in allem ist der neue Star Wars Teil technisch brilliant, bietet Witz und gute Schauspieler, kann aber letztendlich nicht in der Handlung überzeugen. Daher gibt es „nur“ 07 von 10 Punkten für eine solide Leistung, die aber Spielraum nach oben setzt. Es bleibt abzuwarten, wie der nächste Teil wird.