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Ein Vorwort

Ich bin ein großer Fan von Alice im Wunderland und diversen Adaptionen. Dabei ist die Bandbreite der Möglichkeiten sehr groß, doch eine wirklich gute zu finden, ist dennoch schwierig. Bis ich auf Kristin Ullmanns Adaption gestoßen bin. Warum ich sie so gut fand, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Your soul in Wonderland

Die Handlung: Cat Ceshire ist eine royale Seelenfängerin in Wonderland. Doch bei einem Auftrag geht alles schief und sie muss nun nicht nur ihr eigenes, sondern auch die Leben ihrer Familie beschützen. Dabei scheint es mehr als nur eine Wahrheit zu geben.

Meine Meinung: Eine Alice im Wunderland-Adaption, wo die Grinsekatze in menschlicher Form die Protagonistin ist? Auch wenn ich auf meiner ersten Buch Berlin sehr lange um den ersten Band herumgeschlichen bin, bin ich nur froh, mich letztlich doch dafür entschieden zu haben. Denn gerade am Anfang gibt es sehr viel zu entdecken. Autorin Kristin Ullmann schafft es bekannte Figuren aus dem Wunderland zu nehmen und geschickt in ihre eigene Version einzubauen. Und auch, wenn die Geschichte sich Zeit nimmt, um sich aufzubauen, so war sie doch von Beginn an so spannend, dass ich das Buch innerhalb eines Tages komplett durchgelesen habe. Der locker und leichte Schreibstil war super flüssig zu lesen, was das nochmal begünstigt hat. Lediglich das Ende war dann etwas wirr erzählt, was mich das ein oder andere Mal etwas rausgebracht hat. Aber dennoch war ich sehr bereit für den nächsten Band.

Our souls in your Dreams

Die Handlung: Um ihre Schwester Maddie zu retten, muss sich Cat Ceshire mit dem Prinzen Gil und dem Mirriner Al zusammen tun und in ihren Traum eintauchen, um sie aufzuwecken. Doch vorher muss sie sich ihrem eigenen Traum stellen. Und dieser will sie nicht so einfach loslassen.

Meine Meinung: Nach dem gelungenen Auftakt war ich sehr gespannt, was uns im zweiten Band erwarten würde. Denn dieser ist in vielen Trilogien lediglich ein Füllband, um das Finale im dritten Band vorzubereiten. Doch auch hier wurde ich positiv überrascht, denn die Handlung wird zeitgleich vorangetrieben und durch die Traumsequenz hat der Band auch eine große eigene Geschichte, die schon für sich allein genommen sehr spannend ist. Wir lernen dadurch nochmal einiges über unsere Charaktere, was sonst vielleicht nir zur Sprache gekommen wäre. Zudem sind die verschiedenen Träume sehr kreativ gestaltet und bieten vieles zum entdecken. Auch hier bin ich wieder innerhalb weniger Tage durchgeschlittert und konnte es kaum aus der Hand legen, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Und gerade das Ende konnte dann nochmal sehr viel rausholen, was die Balance zwischen den Charakteren eindeutig verändert hat. Ich war sehr gespannt auf alles, was im Finale noch kommen sollte.

My soul in your hands

Die Handlung: Um den Krieg Wonderlands gegen Mirror zu verhindern, müssen die Verbündeten rund um Cat Cheshire hinter die Spiegel reisen. Dort erwarten sie allerlei neue Abenteuer. Doch der größte Kampf steht noch bevor. 

Meine Meinung: Mein Hauptproblem bei Reihen ist, dass ich manchmal einfach nicht die Zeit finde sie zeitnah hintereinander zu lesen oder mir bewusst Pausen nehme. Allerdings war dadurch zwischen Band Zwei und Drei eine Pause von über einem Jahr. In der Zwischenzeit habe ich viele Bücher gelesen und viele Namen und Geschichten kennengelernt. Weswegen mir der Einstieg in Band Drei sehr schwer fiel. Natürlich hätte ich die anderen Bände auch vorher einfach nochmal lesen können, aber bei meinem wachsenden SuB war das dann doch keine Option. War es mir in den Bänden zuvor gar nicht so aufgefallen, doch gab es inzwischen einfach sehr viele Charaktere. Bis ich die alle wieder richtig zuordnen konnte, verging doch etwas Zeit. Den ein oder anderen eingebauten Hinweis in der Geschichte wäre gut gewesen. Aber letztendlich konnte die wieder sehr spannende Geschichte auch davon gut ablenken. Denn wir haben hier ein Abenteuer hinter den Spiegeln, dann die Vorbereitungen zum Finale und dann natürlich noch den Endkampf, der an Spannung nochmal alles von den Lesenden abverlangt. Denn hier werden alle Charaktere, die einem über drei Bände ans Herz gewachsen sind, einer großen Gefahr ausgesetzt und alles ist möglich. Ich werden den Ausgang hier nicht vorweg nehmen, denn die Reihe ist es wert, gelesen zu werden!

Das Fazit

Wer eine gute Alice im Wunderland-Adaption sucht, die zwar bekannte Charaktere und Motive aufgreift, daraus aber eine komplett eigene Geschichte macht, mit einem super flüssigen Schreibstil, der ist hier genau richtig. Aber lest die Reihe am besten direkt hintereinander weg, da sie doch viele Charaktere bietet.

Alice im Düsterland – Ein Spielbuch

Ein Vorwort

In meiner kurzen Bloggerpause vor ein paar Wochen war meine beste Freundin zu Besuch. Genau wie ich, ist sie ein großer Bücherwurm und wir zeigen uns gerne unsere Neuanschaffung. Diesmal hatte sie eine ganz besondere Neuentdeckung im Gepäck. Ein Spielbuch. Damit ist der Leser mittendrin, statt nur dabei. Was es damit genau auf sich hat, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Alice kann sich an ihre Abenteuer im Wunderland kaum noch erinnern. Doch als sie Jahre später wieder zurückkehrt, kehren Erinnerungen zurück. An das weiße Kaninchen, ihren Fall durch das Kaninchenloch und noch vielem mehr. Doch etwas ist passiert im Wunderland. Die wunderlichen Gestalten von früher scheinen nun Alpträumen entsprungen zu sein. Begleite Alice bei ihrem Weg zur roten Festung.

Meine Meinung

Seid ihr auch noch genauso verwirrt über den Begriff Spielbuch, wie ich es war, als mir davon erzählt wurde? Kurz erklärt bedeutet das, dass man nicht nur rein eine Geschichte liest, sondern direkten Einfluss auf das Geschehen nehmen kann. Hierzu trifft man Entscheidungen, würfelt Kampfe und Proben aus und muss Rätsel lösen.
Dafür gibt es keine Kapitel im klassischen Sinne, sondern mal kürzere oder mal längere Abschnitte. Am Ende jedes Abschnitts gibt es entweder eine Entscheidung, eine Probe oder einen Kampf. Je nachdem, was man wählt, springt man zu einem neuen Abschnitt im Buch. Dadurch entwickelt sich eine ganz persönliche Geschichte. Man kann das Buch daher auch mehrfach spielen, da es immer wieder Abschnitte gibt, die man vorher gar nicht gelesen hatte, einfach weil man diesmal andere Entscheidungen trifft. Schlechte Entscheidungen können aber auch zum sofortigen Ende des Abenteuers führen. Daher kann es passieren, dass man mehr oder weniger gezwungen wird, noch einmal von vorne anzufangen und andere Entscheidungen zu treffen.
Zum Spiel braucht man natürlich das Buch, zwei Würfel, Stift und einen Zettel für Notizen. Im Buch gibt es Alices‘ Abenteuerblatt. Ich empfehle es zu kopieren, damit man während des Spiels weniger blättern muss. Hier werden Alices Fähigkeiten, Kampfwerte und der Wahnsinnslevel notiert, die sich im Laufe des Spiels verändern können. Außerdem gibt es zwei Sonderfähigkeiten „Seltsam und seltsamer“ sowie „Die Feder ist mächtiger“, die man begrenzt und an bestimmten Stellen einsetzen kann. Außerdem dient das Abenteuerblatt zur besseren Übersicht bei den Kämpfen. 
Wenn man alle Spielutensilien bereit gelegt hat, kann es auch schon losgehen. Zunächst folgt eine kurze Einleitung, wie einzelne Anweisungen auszuführen sind und wie das Buch generell aufgebaut ist. Gerade die Erklärung über den Ablauf von Kämpfen ist ein wenig länger. Hier empfiehlt es sich beim ersten Kampf nochmal zur Anleitung zurückzublättern und diese dann anzuwenden, da man sich die einzelnen Besonderheiten sonst nur schwer merken kann. Dann geht es auch schon los mit der Einleitung und die ersten Entscheidungen sind zu treffen. 
Grundsätzlich hat mir die Geschichte und die Entscheidungen, die man treffen konnte, gut gefallen. Es war spannend, gab immer wieder etwas zu entdecken und hatte viel Bezug zu Alice im Wunderland, auch wenn es eine komplett neue Geschichte war. Zwischendurch gab es zwar ein paar Stellen, die ein wenig langatmiger waren, zum Beispiel sind wir relativ lange durch ein Labyrinth geirrt – ich empfehle das Anlegen einer Karte! – doch auch das gehört irgendwo zum Spiel dazu. Begleitet wird der Text auch oft von ganz wunderbaren Illustrationen, die viele Beschreibungen von Kreaturen verdeutlichen.
Das einzige, was mich wirklich gestört hat, war, dass es zwischendurch ein paar Rätsel gab, die wirklich ganz schön schwer waren, selbst wenn man beide Originalbücher kennt. Außerdem gibt es eine Stelle im Buch, die ohne Möglichkeit zu entkommen, zum sofortigen Ende des Buches führt, wenn man vorher nicht durch Zufall an einer ganz bestimmten anderen Stelle im Buch war. Außerdem muss man hier dann noch ein halber Schachmeister sein. Hier hätte es zumindest die Möglichkeit geben müssen, eine der beiden Spezialfähigkeiten einsetzen zu können. Sonst wird man an der Stelle ganz schnell gefrustet. 

Das Fazit

Alice im Düsterland ist ein Spielbuch voller Geheimnisse und finsterer Gestalten, so dass die Erkundung der Welt unglaublich viel Spaß macht, bis auf ein kleines Manko, dass den Spielspaß ziemlich trüben kann. Eine Empfehlung für jeden, der Rollenspiele mal ganz vereinfacht spielen will, oder für jeden, der schon immer beim Lesen mehr Mitbestimmen wollte.

Alice im Wunderland – Hinter den Spiegeln

Am 26.05.2016 erschien der zweite Teil der Tim Burton Verfilmung von Alice im Wunderland in den deutschen Kinos.

Alice Kingsleigh ist nach ihrem letzten Abenteuer im Unterland über die Weltmeere gereist. Zurück in London muss sie feststellen, dass die Gesellschaft ihre Ansichten über eine Frau in Führungspositionen nicht geändert hat. Doch ein Hilferuf aus Unterland lässt sie alles stehen und liegen lassen, denn der Hutmacher ist sehr krank. Alice muss durch die Zeit reisen, um ihn heilen zu können.

2010 inzenierte Tim Burton seine Variante von Alice im Wunderland. Ein düsteres und trübsinniges Unterland erwartete den Zuschauer, denn das Reich stand unter der Regierung der bösen Herzkönigin. Durch ein einmaliges Setdesign, knallbunte Kostüme und eine gute Auswahl an Schauspielern konnte der Film begeistern. Seine Handlung war angelehnt an das zweite Buch von Lewis Caroll, dem Autor von Alice im Wunderland, das den Titel „Alice hinter den Spiegeln“ trug. Aber wenn schon der erste Burton-Film die Handlung des zweiten Buches hatte, was wurde nun im zweiten Film verfilmt? Eine gänzlich neue Geschichte! Bezeichnend für den Film ist auch, dass Burton nicht mehr Regie führte, sondern lediglich als Produzent agierte.
Alice Kingsleigh lehrte uns im ersten Teil, dass man schon vor dem Frühstück an 7 unglaubliche Dinge glauben kann. Nach ihren Abenteuern in Unterland kehrte sie zurück in ihre Welt, lehnte die Verlobung mit Hamish ab und verfolgte den Traum ihres Vaters weiter. Sie bereiste die 7 Weltmeere. Dort setzt nun der zweite Film an. Alice kehrt gerade von ihrer letzten Reise nach London zurück und muss feststellen, dass ihr Traum zu zerplatzen droht. Ihre Mutter ist verarmt und ist kurz davor das Schiff verkaufen zu müssen. Alices früherer Geschäftspartner ist verstorben und Hamish, ihr einst Verlobter, hat die Geschäfte übernommen. Er grollt noch immer über die geplatzte Verlobung und versucht Alice ganz zu verdrängen. In dieser ausweglosen Situation bekommt Alice Nachricht aus Unterland und entkommt der Realität durch einen Zauberspiegel. Dort muss sie feststellen, dass der Hutmacher sehr krank ist. Leider kann sie ihm nicht sofort helfen. Die weiße Königin rät ihr ins Reich der Zeit zu gehen und dort einen Gegenstand zu stehlen, mit dem sie in die Vergangenheit reisen kann, um dort die Familie des Hutmachers zu retten. Zeit, ein mürrischer Mann, ist von der Idee nicht begeistert und sieht das Gefüge der Zeit in Gefahr.
Alice im Wunderland – Hinter den Spiegeln versprach vom Trailer her ein Wiedersehen mit den bekannten geliebten Figuren und eine neue spannende Handlung. Leider hat der Film einfach nur versucht mit den bekannten Figuren viel Geld zu machen. Die Handlung ist lieblos zusammengeschustert, voller Logiklöcher und wie sich am Ende herausstellt auch ziemlich überflüssig. Es gibt einen permanenten Wechsel zwischen London und Unterland, weswegen man sich auf keine Handlung richtig einlassen kann. Es folgt Zeitreise auf Zeitreise und es wird alles immer absurder, was das Sehvergnügen sehr stark trübt. Es kommt keine Spannung auf, da das Ende sehr vorhersehbar war.
Auch die Charaktere waren nur noch ein Abklatsch ihrer selbst. Es gab kaum lustige Dialoge, jede Szene wirkte gestellt und auch die Darsteller wirkten mitunter unmotiviert. Gerade Johnny Depp als der verrückte Hutmacher fiel weiter hinter seine Leistung von 2010 zurück und enttäuschte auf ganzer Linie. Selbst Helena Bonham Carter konnte als Rote Königin nicht mehr überzeugen. Lediglich Sascha Baron Cohen als Zeit lieferte eine gute Performance ab, was für Cohen eher untypisch ist. Zeit übernahm praktisch den Part des verrückten Hutmachers und brachte wenigsten ein wenig Witz in den Film.

Alles in allem enttäuschte der Film auf ganzer Linie und schien nur noch auf die bekannten Figuren zurückzugreifen. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.