The Good Witch

Ein Vorwort

Im letzten Herbst suchte ich nach einer neuen Serie für die cosy Herbsttage. Dabei sollte es eine ruhige Serie mit Entspannungsfaktor sein, die aber auch irgendwie den Flair des Herbstes widerspiegeln konnte, ohne übermäßiges Drama. Nachdem ich im Jahr zuvor einen Gilmore Girls Rewatch gemacht hatte und die Serie leider für schlecht gealtert befand, probierte ich daher eine Empfehlung aus. Warum mich Good Witch im Sturm eroberte, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Der Schriftzug "Good Witch" arrangiert mit einer Fernbedienung und einer Phiole, die an einen Hexentrank erinnert

Die Handlung

Cassie Nightingale lebt in der Kleinstadt Middleton und ist für ihre Vorahnungen und Kräutermedizin bekannt. Als nebenan der Arzt Sam Radford mit seinem Sohn Nick einzieht. bekommt sie einen großen Kritiker, der jedoch nach und nach erstaunliches feststellt.

Meine Meinung

Der Herbst im letzten Jahr kam praktisch mit einem Vorschlaghammer. Kaum war September kehrte die Sonne der Erde den Rücken, hinterließ graues nebliges Wetter und die Temperaturen sanken rasch. Es war also die perfekte Zeit für Pumpkin Spice Lattes, Flauschesocken und übergroße Pullover. Eingekuschelt unter einer Decke auf der Couch eine ganz entspannte Serie schauen, das war mein Ziel. Im angenehmen Licht diverser Lichterketten schaute ich also auf Empfehlung mal in die Serie Good Witch rein.
Dort lernen wir direkt Cassie Nightingale kennen, die als alleinerziehende Witwe ein Bed & Breakfast, sowie einen Laden für Kleinkram führt. Sie ist auch die titelgebende gute Hexe, wobei der Begriff selbst nie fällt. Denn sie hat keinerlei magische Fähigkeiten in dem Sinne. Es ist eher ein ziemlich gut ausgeprägter Instinkt, der ihr stets Hinweise gibt, um Lösungen für alltägliche Probleme zu finden. Dies nutzt sie gern, um auch die Bewohnenden von Middleton einen Stupps in die richtige Richtung zu geben. Außerdem hat sie für jede Beschwerde, das richtige pflanzliche Mittel. Wenn man sich also einmal mit dieser Ausgangssituation angefreundet hat und sich nicht länger über den irreführenden Titel aufregt, dann erwartet einem eine absolut cosy Geschichte.
Als Gegenpart zu Cassie und ihrer Tochter Grace haben wir den überarbeiteten Arzt Sam Redford und sein Sohn Nick, der in der Schule zu sehr über die Strange geschlagen hat und sein Vater ihn daher in ein neues Umfeld stecken wollte. Während Nick damit das Gegenstück zum Stadtliebling Grace sein soll – was sich im Laufe der Serie deutlich bessert, also dran bleiben lohnt sicht – ist Sam als Mediziner natürlich alles andere als begeistert, dass seine Patienten teilweise lieber auf Cassies Naturheilmethoden hören wollen. Doch auch die beiden arrangieren sich miteinander und es entsteht eine enge Freundschaft zwischen beiden Familien.
Auch viele andere Stadtbewohnende kommen regelmäßig zu Wort. So ist in jeder Folge irgendetwas in Middleton los, aber auch wenn hier und da kleinere Dramen eingearbeitet wurden, so werden sie nie künstlich aufgebauscht, sondern stets mit wertschätzenden Gesprächen gelöst werden können. Dies muss nicht unbedingt direkt in der gleichen Folge geschehen und manche Charaktere müssen sich auch erst entwickeln, aber irgendwie fügt es sich stets, so dass die Serie wirklich gut zu schauen ist, ohne, dass man sich auf zu viele Dramen einstellen muss. Gerade diese künstlich aufgebauschten, die dann für den Plot irgendwann einfach beigelegt werden. All das sucht man bei (zum Glück) bei Good Witch vergeblich.
Ich habe die fünf aktuell bei Netflix verfügbaren Staffeln sehr gern gesehen und hätte auch kein Problem gehabt, noch weiter zu schauen. Sie schauen sich gut weg und haben eine angenehme Länge. Vor allem für Fans von cosy Halloween dürften die Specialfolgen etwas sein. Also wenn ihr noch eine Empfehlung für den nächsten Herbst braucht, dann gebt der Serie ruhig eine Chance.

Das Fazit

Good Witch überzeugt durch eine cosy Atmosphäre in einer Kleinstadt, mit aufgebauten und sich weiterentwickelnden Charakteren, überschaubarem und gut gelöstem Drama und einfach einer Herzlichkeit, die beim Schauen eine Menge gute Laune versprüht. Perfekt für Herbsttage, hilft auch aber bei einem nicht enden wollenden Winter.

My genderless Boyfriend

Ein Vorwort

Nachdem ich sehr lange auf den Abschlussband warten musste, endet meine liebste Mangareihe nach nur fünf Bänden. Dabei war jeder Band wundervoll und sehr intensiv und daher will ich nun gesammelt darüber berichten.

Die Handlung

Meguru ist ein Influencer mit einem genderlosen Stil, bekannt für seine Mode und Make-up Tipps. Doch seine Freundin Wako hält er lieber aus der Öffentlichkeit heraus oder versucht es zumindest. Denn was würde seine Fans sagen, würden sie von der Beziehung wüssten?

Meine Meinung

Hallo, ich bin eine Bloggerin und mir fehlen die Worte dafür, euch meine liebste Mangareihe angemessen zu präsentieren. Also lest sie einfach, okay?
Ja, gut, hätte ja funktionieren können. Also versuch ich mal ein bisschen mehr zu formulieren. Zu Anfang lernen wir direkt Meguru und Wako kennen und erhalten Einblick in ihr privates, aber auch in ihr berufliches Leben. Während Wako als Magaredakteurin gerade kurz vor Deadlines sehr müde nach Hause kommt, lebt Meguru etwas entspannter und arbeitet in einer Boutique und nebenbei baut er seine Influencerkarriere aus.
Nach und nach wird die Handlung immer weiter ausgebaut. Meguru bekommt größere Projekte und damit auch mehr Aufmerksamkeit, während Wako immer mehr Verantwortung bekommt und zwischenzeitlich sogar einen Magaka betreut, der ein riesen Fan von Meguru ist. Doch die beiden respektieren die Privatsspähre des jeweils anderen, weswegen sie berufliches und privates strikt trennen, auch wenn Wako Megurus größer Fan ist.
Dabei wird das Ganze stets als feel good Geschichte erzählt. Auch, wenn mitunter Themen angesprochen werden, wie die Arbeitskultur in Japan, die kaum Freizeit zulässt, oder eben auch die Geschlechterklischees, die aufgebrochen werden. Dennoch liegt der Fokus auf der cosy Beziehung der beiden. Und dieses Gefühl ist es auch, was sich beim Lesen überträgt. So habe ich mich nach jedem Band wesentlich entspannter und besser gelaunt gefühlt. Die Mangas waren wie eine kleine Auszeit von allem.
Und das obwohl der Aufbruch der Geschlechterklischees auch einiges an Problemen beherbergen könnte. Das diese nicht genauer beleuchtet wurden, kann man kritisch sehen, aber im Endeffekt wurden hier Zweifler und Vorurteile benannt, aber eher mit dem sonnigen Gemüt Megurus fort gewischt. Gerade in späteren Bänden gibt es auch einen weiteren wichtigen Charakter, der sich mit seinem Image als geschlechtsloses Modell schwer tut, da er lieber seinem Idol einem „männlichen Mann“ nacheifern will. Aber auch mit diesen Ängsten wird sich auseinander gesetzt, aber halt eine cosy Lösung gefunden.
Ich habe mich beim Lesen einfach geborgen gefühlt und habe es geliebt, dass auf so eine cosy Art versucht wurde Klischees abzubauen. Leider ist die Geschichte nun zu Ende, auch wenn es ein sehr rundes und berührendes Finale gab und die Geschichte wirklich auserzählt zu sein scheint. Es wird wohl bald mal Zeit für einen Re-Read …

Das Fazit

My genderless Boyfriend sagt Geschlechterklischees den Kampf an, strahlt dabei aber voller Glücksgefühle und ist eine cosy Geschichte zum wegträumen. Einfach eine Herzensreihe, die ich geliebt habe und daher sehr empfehle.

My genderless Boyfriend Band 1-5 ist bei Hayabusa erschienen