Spy x Family – Manga & Anime

Ein Vorwort

Während ich die Welt von Mangas und Animes relativ neu entdecke, ist mein Mann schon seit vielen Jahren in der Materie drin. So lag es nah, dass ich mit meiner neuentdeckten Neugier mich erst einmal an seinem Regal bediente, ehe ich Geld in die Hand nahm. So entdeckte ich Spy x Family, verschlang die bisher erschienen Bände und wurde kurz darauf noch dazu verdonnert auch die Serie dazu zu sehen. Warum mir beides sehr gut gefallen hat, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Twilight ist Spion aus Westalis und wird nach Ostania geschleust. In Berlint soll er sich unter der Tarnidentität Loid Forger Zugang zu einem der führenden Politiker verschaffen. Der einfachste Weg ist über die Eden-Akademie, eine der führenden Schulen. Dafür benötigt er jedoch ein Kind. In einem Waisenhaus adoptiert er die Telepathin Anya, ohne von ihren Fähigkeiten zu wissen. Doch leider akzeptiert die Eden nur vollständige Familien, weswegen Loid noch eine Frau braucht. Diese findet er in Yor, weiß jedoch nicht, dass sie eine berühmte Auftragskillerin namens Dornenprinzessin ist.

Der Manga: Bisher sind 8 Bände der Reihe im Deutschen erschienen. Dabei befassen sich die ersten Bände zunächst mit dem Aufbau der Familie und den Start an der Eden-Akademie. Danach wird es immer mehr ein Misch aus Haupthandlung und kleineren Nebenhandlungen, die einen die Familie immer näher bringen. Dabei ist es gerade der Wechsel aus Spannung, Witz und Drama, die den besonderen Reiz der Reihe ausmacht. Die Familie besteht aus so einzigartigen Charakteren, dass allein das Zusammenspiel schon eine Menge Handlung bietet. Durch den Einfluss von außen wird dies nur noch verstärkt. Die wichtigen Personen für die Handlung bleiben übersichtlich, so dass man sich die Namen gut merken kann. Das Setting in einem fiktiven Land, das sich jedoch stark an einem Deutschland zu Zeiten des kalten Kriegs orientiert, was bei den Namen Westalis, Ostania und Berlint jetzt keine Überraschung sein dürfte, bietet noch einmal einen zusätzlichen Reiz. Man fliegt nur so durch die Seiten. Einen Band nach dem anderen habe ich verschlungen und kann die nächsten gar nicht abwarten.

Der Anime: Bisher ist im deutschen eine Staffel erschienen, die ca. die ersten drei Bände umfasst. Der Anime setzt die Mangareihe fast 1:1 um, belebt sie aber trotzdem noch einmal. Während in anderen Reihen der Mehrwert fehlt, merkt man hier, dass gerade die actionreichen Szenen noch einmal wesentlich besser in Szene gesetzt werden können. Doch auch die Dialoge und inneren Monologe der Charaktere, wirken hier noch einmal munterer. Gerade die Synchronisation von Anya gibt ihrem Charakter zusätzliche Tiefe. So funktioniert der Anime sehr gut, auch wenn man die Geschichte durch den Manga bereits kennt. Besonders gelungen ist hier auch einfach das liebevoll Intro, das einfach sofort für gute Laune sorgt. Nun heißt es warten auf Staffel zwei. Da diese für Oktober 2022 erstmal im japanischen Fernsehen angekündigt wurde, kann dies aber noch ein wenig dauern. Zum Glück gibt es schon mehr Mangabände für die Überbrückung.

Das Fazit

Spy x Family funktioniert sowohl als Manga als auch als Anime wunderbar und begeistert durch die gekonnte Mischung aus Action, Drama und Witz. Die liebevollen Charaktere überzeugen und lassen einen sowohl beim Lesen als auch beim Ansehen mitfiebern. Wen die Handlung anspricht, sollte einen Blick ins bevorzugte Medium werfen.

Death Note

Ein Vorwort

Da sagt sie jahrelang, dass Anime und Mangas nicht ihr Ding sind und jetzt kommt schon der zweite Beitrag dazu innerhalb kürzester Zeit? Ja, ihr lest richtig. Ich habe meine allererste Mangareihe komplett durchgelesen und das hat durchaus eine Weile gedauert. Irgendwann vor ein paar Jahren (ja, ich war da schon sehr spät dran, die Mangas sind Anfang der 2000er Jahre entstanden) hatte ich einfach mal Lust drauf diesen vielgeschwärmten Manga zu lesen und habe mir Band 1 zugelegt. Und dann habe ich mich einfach in die Welt reinziehen lassen. Nach Band 7 hatte ich eine große Pause von ein paar Jahren, weil mich der Bruch in der Geschichte komplett rausgerissen hatte. Jetzt habe ich mich wieder rangetraut und konnte es dann bis zum Ende nicht mehr weglegen. Warum das so war, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Light Yagami findet das Death Note des Todesgott Ryuk. Dieser hat sich in der Welt der Todesgötter gelangweilt und sucht nun Zerstreuung. Light hingegen ist von den Möglichkeiten des Death Note fasziniert. So fängt er fortan an damit gezielt Morde an Verbrechern auszuüben. Das ruft die Polizei weltweit auf den Plan. Auch Lights Vater, der bei der japanischen Polizei arbeitet, wird auf den Fall angesetzt. Doch erst als der mysteriöse L auftaucht, scheint er Light auf die Spur zu kommen.

Meine Meinung

Zunächst hatte mich die Idee des Death Note einfach gereizt, fand die Welt der Todesgötter aber etwas langweilig ausgearbeitet, vielleicht hatte ich mir hier einfach mehr erhofft. Nach und nach habe ich mich aber immer mehr mit Ryuk angefreundet und hab mich gefreut mit ihm die Menschenwelt zu erkunden. Gleichzeitig fand ich Lights Umgang mit dem Death Note zugleich faszinierend und doch beängstigend. Nach und nach folgen immer wieder spannende Abschnitte und es ist stets faszinierend, wie sich Light immer darauf vorbereitet, damit er nicht gefasst wird.
Dazu kommen immer mehr Charaktere, dennoch kann man gut die Übersicht behalten. Richtig spannend wird es, wenn Lights Gegenspieler L auftaucht, denn ab da muss Light immer kreativer werden, um den Verdacht von sich abzulenken. Dabei spielt die Reihe fast ausnahmslos in der Menschenwelt, was ein bisschen schade ist, da ich mich über ein paar mehr Einblicke in die Welt der Todesgötter gefreut hätte.
Nach einem sehr starken Auftakt und einem spannenden Mittelfinale, fällt die Handlung erst einmal in sich zusammen und versucht sich neu aufzubauen. Genau das war der Punkt, wo ich rausgefallen bin und einige Zeit brauchte, um mich wieder ran zu wagen. Es ist danach definitiv anders und ich habe mich bis fast zum Schluss nicht an die beiden neuen Charaktere gewöhnt. Dennoch wird an der Spannung deutlich wieder gearbeitet.
Gerade zum Ende hin, fiel es mir schwer die Reihe aus der Hand zu legen, da ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht. Auch, wenn das Ende das einzig logische ist und es anders nicht hätte enden können, war ich über den Ausgang etwas enttäuscht. Es ist halt eine Reihe, die sehr über Dialoge und wenig über Handlung getragen wird, weswegen auch das Ende sehr dialoglastig ist. Es passt wie gesagt ins Gesamtkonzept und doch war es irgendwie enttäuschend. Da war das Mittelfinale deutlich spannender.

Das Fazit

Starker Auftakt, spannendes Mittelfinale, dann ein bisschen langatmig, ehe es zum Finale wieder spannend wird. Death Note hat eine spannende Grundidee und auch zwischendrin immer wieder neue Ideen, um die Lesenden bei der Stange zu halten. Leider vergleichsweise schwaches Finale.

Extraordinary You

Ein Vorwort

Neulich war wieder meine beste Freundin zu Besuch. Freudestrahlend erzählte sie mir von der Serie, die sie vor kurzem durchgebinged hatte. Ich nickte und bestätigte, dass sie echt cool klang und ich sie mir eventuell mal ansehen würde. Doch so leicht kam ich nicht davon. Ich wurde regelrecht vor den Fernseher gezehrt und mein müder Protest, dass ich nicht unbedingt scharf darauf war eine Serie auf koreanisch zu gucken (immerhin gab es deutsche Untertitel) wurde lautstark übertönt. Nach der ersten Folge dachte ich, okay, muss ich nicht unbedingt weitergucken, doch nach der zweiten war es um mich geschehen. Warum das so war, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Dan-o (Kim Hye-yoon) stellt fest, dass ihr Leben Teil eines Comics ist. Doch statt wie vermutet ist sie nicht die Protagonistin, sondern nur die Nebendarstellerin. Sie ist verlobt mit Geyong/Kyung (Lee Jae-wook), der sie aber nicht leiden kann, und hat ein schwaches Herz. Hoffnung schöpft sie als die Nummer 13 in ihrer Klasse kennenlernt, der vom Autor nicht mal einen Namen bekam, daher nennt sie ihn Haru (Rowoon). Zusammen versuchen sie ihr Schicksal und den Willen des Autors zu brechen.

Meine Meinung

Während die erste Folge eine typische Einstiegsfolge war, gab es ab Folge zwei kein halten mehr für mich. Es wurde von Folge zu Folge immer spannender, es wurden neue Ebenen aufgemacht und man verflochte sich immer mehr mit dem Schicksal der Charaktere.
Aber von Anfang an. In der ersten Folge lernen wir Dan-o kennen, die auf eine gehobene Akademie geht. Sie merkt, dass sie sich in einigen Situationen wie ferngesteuert verhält und in anderen nicht. Außerdem scheint sie von Szene zu Szene zu springen und hört dabei immer wieder ein seltsames Geräusch. Während der ersten Folge findet man mit ihr heraus, dass die ganze Welt nur ein Comic ist und lernt den Unterschied zwischen der Phase, also dem Teil der im Comic passiert, und dem Schatten, also der Zeit, wenn die Charaktere frei agieren können. Außerdem findet man heraus, dass Dan-o gar nicht die Protagonistin ist, sondern nur dazu dient, um die eigentlichen Protagonist*innen Nam-joo und Joo-da zusammen zu bringen. Dan-o muss lernen, mit dem Wissen umzugehen. Da sie mit einem schwachen Herzen ausgestattet ist und befürchtet, dass der Autor sie irgendwann sterben lässt, will sie ihr Schicksal ändern. Als sie auf die Nebenfigur ohne Namen trifft, die im Klassenbuch nur als Nummer 13 aufgeführt ist, schöpft sie Hoffnung.
Extraordinary You ist eine Geschichte zwischen Romantik, Drama und mit dem besonderen Touch der Geschichte in einer Geschichte. Da nach und nach mehr Charaktere ihr Bewusstsein im Schatten entwickeln, gibt es immer wieder neue Ansätze in der Geschichte und es wird nie langweilig.
Die Serie ist mit 16 Folgen mit einer durchschnittlichen Länge von einer Stunde abgeschlossen. Dabei wandelt sie sich währendessen immer wieder und bleibt doch der Haupthandlung treu, auch wenn die gegen Ende ein wenig in den Hintergrund tritt. Mir hat besonders der Weltenbau rund um die Comicwelt gefallen und wie alles irgendwie vorherbestimmt ist, auch wenn die Charaktere das nicht wollen und wie sie dennoch versuchen etwas zu ändern.
Dabei ist die Serie in allem sehr herzlich und lädt ordentlich zum mitfiebern ein. Während ich normalerweise romantische Szenen sehr gelassen entgegen sehe, konnte ihr mir hier mehr als einmal ein aufgeregtes Quietschen nicht verkneifen. Ich hab mich da selbst nicht mehr wiedererkannt, aber es war einfach so zuckrig süß und toll und hach. Dabei aber auch nie übertrieben, sondern gerade so dezent, dass auch nicht Romantikfans diese Szenen gut sehen können.
Die Variante die Serie auf koreanisch mit deutschem Untertitel zu sehen hat gut funktioniert, da die Betonungen gut rüberkamen. Dies war mein erstes K-Drama, aber es ist bestimmt nicht mein letztes!

Das Fazit

Extraordinary You hat nicht nur eine tolle Grundidee mit der Handlung innerhalb eines Comics, sondern auch vielschichtige Charaktere, eine spannende und wandelbare Handlung und vorallem ein rundes Ende. Große Liebe für diese Serie!