Horroroctober #3: Die Frau in Schwarz

Die Frau in Schwarz 2 war mein persönlicher Flop des Jahres 2015 mit gerade einmal 01 von 10 möglichen Punkten. Trotzdem wurde mir immer wieder geraten den ersten Teil zu sehen, da der zweite nur lose auf diesem basieren und der erste ohne unnötige Jumpscares auskomme. Also kam der Film auf meine Liste für den Horroroctober.

Arthur Kipps ist Anwalt und Witwer. Er soll für seine Kanzlei das Vermächtnis einer Frau klären und reist dafür in den abgeschiedenen Ort Crythin Gifford. Die Ortsansässige wollen ihn jedoch scheinbar schnell loswerden. Trotzdem begibt er sich auf das abgeschiedene Anwesen, um dort die Briefe zu durchsuchen. Doch das Haus scheint ein Eigenleben zu führen und auf einmal sterben Kinder im Dorf. Was geht wirklich vor sich?

Die Frau in Schwarz schafft es sehr schnell ein sehr düsteres Grundsetting zu schaffen und damit auch eine gruselige Grundatmosphäre. In Crythin Gifford scheint es nur schlechtes, regnerisches Wetter zu geben, was zwar zur Stimmung passt, aber doch etwas zu drastisch ist. Die abgeschiedene Lage des zu untersuchenden Hauses ist gut, damit sich Protagonist und Zuschauer wie am Ende der Welt führt, zumal man das Haus nur bei Ebbe erreichen und auch wieder verlassen kann. Hinzu kommt das der Film beinahe gänzlich auf Jumpscares verzichtet, sondern schafft es durch langsame Kamerafahrten, Nebel und dem langsamen Auftauchen von übernatürlichen Gestalten den Gruselfaktor hoch zu halten. Dadurch wirkt der Film sehr atmosphärisch und kreiert ein Vorbild für Filme des gleichen Genres. Selbst Daniel Radcliffe schafft es in diesem Film nicht mit Harry Potter verglichen zu werden und gibt dem Film dadurch noch einen Zusatzpunkt. Der einzige Kontrapunkt des Film ist, dass die erzählte Geschichte sehr oberflächlich behandelt wird. Kipps findet zwar immer wieder Briefe, die eine Hintergrundgeschichte zur Frau in Schwarz stricken, aber die Bruchstücke die man erfährt sind so wenige, dass man selbst nach Ende des Films das Gefühl hat, nicht alle Puzzlestücke gefunden zu haben.

Gruselfaktor: 4/5
Handlung: 4/5
Umsetzung: 4/5
Gesamt: 4/5

Die Frau in Schwarz 2 – Engel des Todes

Am 19.02.2015 erschien die Horrorfilmfortsetzung zu die Frau in Schwarz.

Kurz zur Story: Die junge Lehrerin Eve Parkins wird Mitte des zweiten Weltkrieges mit einer Schulklasse aus Schutz vor den Bombenangriffen aufs Land geschickt. Sie kommen in einem verlassenem Haus in einer verlassenen Ortschaft unter, das abgeschieden auf einer Halbinsel liegt, nur zu erreichen über eine Straße, die bei Flut fast nicht mehr zu sehen ist. Doch schon bald merken sie, dass etwas ganz und gar nicht stimmt an diesem Ort.

 Ich kenne den ersten Teil leider nicht, daher kann ich die beiden nicht miteinander vergleichen. Der Anfang des Films schien sehr vielversprechend. Das zerstörte London im zweiten Weltkrieg, eine Schulklasse die aufs Land geschickt wird und ein verlassenes Haus auf einer Halbinsel, das von vornherein nicht vertrauenserweckend wirkt. Kompliment an die Szenenbilder, die das Haus entworfen haben.
Weiterhin verläuft sich der Film aber in Klitschees, so dass die komplette Handlung vorhersehbar ist. Auch schafft der Film es nicht in irgendeiner Weise Spannung aufzubauen. Man gruselt sich kein bisschen, weil der ganze Film nur auf Schockmomente beruht. Auf einmal taucht etwas aus dem Nichts auf und die Musik bzw. die Soundeffekte sind für einen Moment ganz laut. Natürlich zuckt man dabei zusammen, aber man gruselt sich nicht. Und der Film zieht und zieht sich, es kommt die obligatorische Liebesgeschichte dazu und selbst die Legende um das Haus war vorherzusehen.

Alles in allem ist es eindeutig kein Horrorfilm und erhält daher nur 02 von 10 möglichen Punkten.