Ein Vorwort
Während Pixar Anfang der 2000er durchaus ein Konkurrent für Disney war, wurde der Konzern kurzerhand aufgekauft und bietet seitdem eher die Filme, die weniger Erfolgsaussichten haben als die des Mutterkonzerns. So sammeln sich zwischen einzelnen echt guten Filmen leider eher die Enttäuschungen. Nun kam mit Hoppers ein Film ins Kino, der sich wieder an einem etwas anderen Thema versuchte und damit durchaus Erfolg hätte haben können. Warum das leider nicht der Fall ist, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung
Mabel Tanaka hat in der Natur ihren Ausgleich zu den Ungerechtigkeiten, die Menschen Natur und Tiere antun, gefunden. Doch ihr Safe Space soll nun einer Autobahn weichen, da laut Bürgermeister dort keine Tiere mehr wohnen. Durch Zufall findet Mabel heraus, dass ihre Professorin an der Uni ein Verfahren entwickelt hat, mit dem sie sich in den nachgebildeten Körper eines Biebers transferieren kann. Sie flieht in diesem, um herauszufinden, wohin die Tiere verschwunden sind.
Meine Meinung
Auch, wenn ich in letzter Zeit immer wieder von Pixarfilmen enttäuscht wurde, so machte mich der Trailer zu Hoppers neugierig genug, um ihm doch noch eine Chance zu geben. Sprechende Tiere und die Gesetze der Natur aus einer anderen Perspektive? Da war ich dabei. Und er hatte auch gerade am Anfang gute Tendenzen, die sich leider schnell aufgelöst haben. Aber fangen wir am Anfang an.
Zunächst lernen wir Mabel in jungen Jahren kennen, die mit der schlechten Behandlung von Tieren in den Schulen Probleme hat, aber hier die falschen Methoden wählt. Die überforderte Mutter schiebt sie kurzerhand zur Oma ab, die ihr den Ruheort im Wald zeigt. Die Jahre ziehen ins Land und Mabel ist noch immer eine Ökoaktivistin, die sich gern mit dem Bürgermeister anlegt. Während dieser zunächst wie der typische Politiker daherkommt, könnte man aufgrund der nächsten Situationen meinen, dass er genau dies nicht ist. Und diesen Ansatz fand ich erfrischend und neu, aber wir merken schnell: Doch, er erfüllt alle Klischees. Aber nun, wir brauchen halt ein Feindbild und können das Thema nicht mit Argumenten füllen, schon gar nicht in einem Kinderfilm. Bei der Recherche zu den Umständen nervt Mabel immer wieder ihre Professorin, die hier ein wenig den Mutterersatz wohl mimt, denn egal, wie wenig sich die Student an Regeln hält oder diese bewusst bricht, es wird immer noch teilweise mit Verständnis reagiert, von Konsequenzen keine Spur. So kommen wir auch in das geheime Labor eben jener Professorin.
Während wir hier mit ihrer Kollegin wenigstens eine erwachsene Person haben, die mal nicht mit Verständnis, sondern mit der angemessenen Verärgerung reagiert, kann Mabel natürlich sofort ihren Willen durchsetzen und transferiert sich in einen Bieber, mit dem sie andere in ihre Ruheoase locken will, damit der Autobahnbau gestoppt werden kann. Ab hier könnte der Film also endlich spannend werden, denn wir haben es endlich in den Bieberkörper geschafft und sind damit unter den Tieren, die wir damit auch verstehen können.
Aber so witzig, wie im Trailer angedeutet, ist der Teil leider nicht. Die witzigste Szene, die mich im Trailer jedes Mal abholen konnte, wirkt hier überhaupt nicht genutzt, und das zieht sich leider immer weiter durch. Denn statt sich wirklich mit dem Thema Naturschutz und was die Lebensräume der Tiere angeht bzw. den Vorteil der Tiere für die Menschen, zu beschäftigen, wird lieber auf den nächsten platten Gag gesetzt, der überhaupt nicht zündet. Denn war der Bieberanführer mit Hang zu Zumba noch eine gute Idee, so sind die Obersten der Reptilien, Vögel, Fische und Insekten nur noch eine Karikatur ihrer Spezies und repräsentieren machtgeile, aber handlungsscheue Politiker*innen. Hier fehlt jegliche Aussage oder Zusammenhang zur eigentlichen Thematik des Films.
Spätestens ab dem Punkt, wo die „bösen“ Nicht-Säugetiere das Labor überfallen und den Insektenkönig in eine Variante des Bürgermeisters stecken, hat der Film jegliches Niveau und Anspruch verloren. Kinder, die den Film sehen, lernen nur, dass Taten keine Konsequenzen haben, weil egal, wie viel schlimmer du alles für die Umwelt machst, wenn du bereust, ist doch am Ende alles okay. Und du kannst deine Freund*innen stark verletzen, sie werden trotzdem zu dir halten. Warum auch immer.
Ich wollte Hoppers wirklich mögen, aber leider zeigt sich hier wieder einmal, dass die Drehbuchschreibenden in Hollywood ihre Ideen nicht mehr durchdenken, sondern lieber irgendetwas produzieren, als drauf zu achten, dass irgendwie Ideenvielfalt und Lebensweisheit aufeinander trifft. Eben jenen Teil, den wir in einem Alles steht Kopf noch zu feiern wussten, und selbst ein Findet Nemo schon besser machen konnte.
Das Fazit
Hoppers mag irgendwo eine gute Grundprämisse haben, setzt aber lieber auf platte und unlustige Action, statt die wenigen guten Ansätze zum Thema konsequent zu nutzen und reiht sich daher in die Pixarenttäuschungen der letzten Jahre ein. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.
Hoppers läuft seit dem 05.03.2026 in den deutschen Kinos