Happy Deathday

Am 16.11.2017 erschien eine neue Variante von Täglich grüßt das Murmeltier mit Horroreinschlag in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort:

1993 erschien der Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ mit Bill Murray in der Hauptrolle in den Kinos. Die Faszination den gleichen Tag immer und immer wieder zu erleben und bei jedem Neustart die Möglichkeit zu haben, etwas zu verbessern, fasziniert die Kinowelt bis heute. Seither wird das Handlungsprinzip regelmäßig wieder aufgegriffen, entweder in ganzen Filmen, zuletzt in Tom Cruises „Edge of Tomorrow“, der bereits den passenden Originaltitel „Live, Die, Repeat“ trug, oder in dem Drama mit dem viel zu langen Titel „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“. Alternativ wird das Prinzip auch gerne in einzelnen Serienfolgen verwendet, wie beispielsweise in Supernatural. Happy Deathday ist also auch kein gänzlich neuer Film. Aber sind wir dem Murmeltier inzwischen überdrüssig oder funktioniert das Filmprinzip noch immer?

Die Handlung

Tree führt ein relativ normales Collegeleben. Als Mitglied einer Studentenverbindung lebt sie ein ziemliches Partyleben und wacht auch prompt zu Beginn des Films in einem fremden Bett auf. Da Carter aber nicht so wirklich ihren Ansprüchen genügt, flieht sie schnell in ihr eigenes Zimmer. Unterwegs begegnet sie mehreren Personen, die nicht ganz gut aus sie zu sprechen sind. So beginnt ein durchschnittlicher Tag am College. Doch etwas ist anders. Denn an diesem Abend wir Tree ermordet… und wacht wieder im Bett von Carter auf. Völlig verwirrt, erlebt sie von nun an den gleichen Tag immer und immer wieder und wird jeden Abend wieder ermordet. Als sie sich schließlich Carter anvertraut, ist dieser ganz zuversichtlich: Immerhin hat sie unbegrenzt Möglichkeiten den Mord an sich aufzudecken.

Meine Meinung

Als Horrorkomödie ausgeschrieben und mit einer Altersfreigabe ab 12 Jahren gekennzeichnet. So richtig für voll, wurde der Film von Anfang an nicht genommen. Dementsprechend gering war die Erwartungshaltung, mit der ich den Kinosaal betrat. Und natürlich zeigt Happy Deathday viele Elemente, die man bereits viel zu oft gesehen hat. Aber gerade das Prinzip College-Bitch muss sich bessern, mit ein paar Horrorelementen – der Film orientiert sich zeitweise eher an einem Thriller als an einem Horrorfilm – und dann dem Murmeltierteffekt dazu, scheint gut zu harmonieren. So ist zwar einiges vorhersehbar, aber Happy Deathday hat trotzdem die eine oder andere Überraschung parat und überzeugt vor allem durch seine grandiose Selbstironie. So nimmt er sich durchgehend nicht so ganz ernst, was viele lustige Szenen hervorruft, bleibt aber doch in sich logisch und präsentiert ein gut durchdachtes Werk.
Mit einer Lauflänge von 97 Minuten, hat Happy Deathday genau die richtige Länge, um durchgehend spannend zu bleiben. Wäre der Film länger geworden, wäre man dem Thema irgendwann überdrüssig, wäre er kürzer geworden, hätte die logische Aufklärung viel zu gehetzt gewirkt. So aber lässt sich Happy Deathday an genau den richtigen Stellen Zeit und überfliegt die anderen. Gerade das Ende wird dann noch einmal herausgezögert, was ein mutiger Schritt ist und positiv im Gedächtnis bleibt – hier mehr zu sagen, würde leider stark spoilern – weil es doch eine Überraschung birgt.

Das Fazit

Happy Deathday hat weder die College-Bitch muss sich bessern-Handlung neu erfunden, noch Täglich grüßt das Murmeltier revolutioniert. Aber in der Kombination und dem gewissen Etwas an Selbstironie macht der Film einfach Spaß und eignet sich perfekt für einen verregneten Sonntagnachmittag, wenn man über einen Film nicht allzu sehr nachdenken möchte, sondern sich eher der leichten Unterhaltung widmet. Der Spannungsbogen wird gut gehalten. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Krampus

Am 03.12.2015 erschien ein Weihnachtsfilm, der sich mit dem bösen Schatten des Weihnachtsmannes beschäftigt in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Weihnachten – das Fest der Liebe und Besinnlichkeit. Doch in manchen Familien herrscht statt Festtagsstimmung nur Streit und Uneinigkeit. So auch bei einer typischen amerikanischen Familie, um die es in diesem Film geht. Unter Zwang werden zwei Familienteile zu den Festtagen zusammengeführt und können nun Gemeinheiten austauschen. Enttäuscht und traurig zerknüllt der kleine Max seinen Brief an den Weihnachtsmann und wirft ihn aus dem Fenster. Doch damit ruft er den Bruder des Weihnachtsmannes, den Krampus. Dieser ist gekommen, um nun zusammen mit seinen Helfern die zerstrittene Familie zu töten.

Krampus zeigt von Anfang an, dass er ein Weihnachtsfilm ist, der für die Weihnachtsmuffel und die Weihnachtskritiker ist. Denn während viele Weihnachtsfilme mit einer Überblende auf eine festlich geschmückte Stadt begraben unter Schnee beginnt, zeigt Krampus zunächst ein Einkaufszentrum, das am 23.12. noch einmal seine Pforte öffnet und die Schlacht um die letzten Weihnachtsgeschenke eröffnet. Zusammen mit schöner weihnachtlicher Musik wirken die Szenen so absurd, aber trotzdem so real, dass es dem Zuschauer schon das erste Lächeln auf die Lippen treibt. Mitten in diesem Geschehen prügelt sich ein Rentier mit einem zweiten. Der kleine Max wird von seinen Eltern Tom und Sarah aus der Prügelei gezogen und mit nach Hause genommen. Dort backt seine Oma schon gefühlte tausende und abertausende von Plätzchen. Die Festtagsstimmung scheint jedoch getrübt, denn die Schwester von Sarah Linda kommt mit ihrem Mann Howard und ihren vier Kindern zu Besuch. Und die komplett unterschiedlichen Lebenseinstellungen führen regelmäßig zu einem aneinandergeraten der Familienmitglieder. Dementsprechend getrübt ist die Stimmung. Als dann auch noch Tante Dorothy ungeladen auftaucht, ist auch das letzte Fünkchen Weihnachtsstimmung hinüber. Ein typisches Familiendrama beginnt mit viel Witz und sarkastischen Sprüchen fühlt man sich teilweise vielleicht sogar an die eigene Familie erinnert. Es könnte ein schönes Familiendrama sein und dabei sogar einige andere Weihnachtsfilme ausstechen. Doch es bleibt nicht dabei. Denn der kleine Max wünscht sich ein glückliches und besinnliches Weihnachtsfest. Doch er wird immer mehr enttäuscht und von seinen Cousinen so sehr geärgert, dass er nicht mehr an die Magie des Weihnachtsfestes glaubt und daher kurzerhand seinen Weihnachtszettel zerreißt. Der Auftakt für die kommenden Ereignisse. Sein Ruf wird erhört, jedoch nicht vom Weihnachtsmann, sondern von dessen dunkler Seite: Dem Krampus. Alles beginnt mit einem Schneesturm und einem Stromausfall, doch schon bald bekommt die Familie Besuch vom Krampus und seinen Gehilfen.
Krampus ist ein Film, der sich wohl als ehestes als eine Weihnachtssatire bezeichnen lässt. Es beginnt als lustiges Weihnachtsdrama und endet als Horrorkomödie. Drama und Horror sind klar voneinander abgegrenzt, wobei der Horroranteil überwiegt. Überzogen sind beide Teile von einem schönen Humor, der die Zuschauer mitunter fast auf dem Boden liegen lässt vor Lachen. Dabei bildet der Humor eine schöne Brücke über beiden Teilen und das entscheidende Verbindungsstück. Der Horrorteil des Filmes setzt sich mit den Grundängsten des Menschen auseinander. Was passiert, wenn man im eigenen Haus eingeschlossen ist und eine Bedrohung heranschleicht? Dabei wird nur wenig auf Schreckmomente gesetzt, sondern die Spannung eher langsam aufgebaut. Auch wird sich auf ältere Filme besonnen und auf viele computergenerierte Animationen verzichtet und stattdessen viel mit Puppen gearbeitet. Dies mag in der heutigen Zeit vielleicht altmodisch klingen, aber trifft genau den Ton des Films und wirkt nicht weniger Gruselig.
An dem sehr gut gelungenen Film gibt es nur zwei Kleinigkeiten auszusetzen. Zum einen musste am Ende noch eine Schippe ‚drauf gesetzt werden. Anstatt es bei einem schönen und runden Abschluss zu lassen, musste noch eine Szene dran gehängt werden, die zwar im letzten Moment noch überzeugen kann, aber dennoch nicht nötig gewesen wäre.
Zum anderen spricht die Oma die meiste Zeit mit einem starken österreichischen Dialekt. Das mag als stilistisches Mittel vielleicht wirken, weil die Legende des Krampus seine Ursprünge in Österreich hat, nervt im Film aber. Vor allem wirkt er unpassend, wenn der Dialekt auf einmal fehlt, wenn die Oma einen längeren Monolog hält. Hierauf hätte verzichtet werden können.

Trotz dieser kleinen Kritikpunkte kreiert der Film einen schönen Anti-Weihnachtsfilm und schafft es fast vollständig zu überzeugen. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.