Hardcore (Kurzkritik)

Am 14.04.2016 erschien ein Film, der komplett aus der Perspektive der Hauptperson gedreht wurde, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Henry wacht in einem Labor auf und kann sich an nichts erinnern. Eine hübsche Frau stellt sich als seine Ehefrau Estelle vor und erklärt ihm, dass sie ihn wieder zusammen flicken wird. Er bekommt einen künstlichen Arm und Bein. Kurz darauf wird das Labor von dem verrückten Akan angegriffen und Estelle entführt. Von da an versucht Henry alles, um sie zu befreien.

Objektive Kritik –> Hardcore ist ein Film, der wie ein Ego-Shooter funktionieren soll, demnach komplett aus der Perspektive der Hauptperson Henry gedreht wurde. Man sieht an sich den Film aus Henrys Augen, sieht seine Arme, teilweise seine Beine. Der Nachteil daran ist, dass die Kamera pausenlos mit Henry mitwackelt. Der Film möchte eine engere Verbundenheit erzeugen und spricht gerade die Zielgruppe der Zocker an. Doch die Hälfte der Zeit, möchte man den Controller an sich reißen und selbst spielen bzw. einfach sich einmal genauer umgucken. Das Tempo des Films ist sehr rasant und hat keinen Platz für viel Handlung. Henry begegenen zwischendurch immer wieder Personen, die ihn kennen, an die er sich aber nicht erinnern kann. Trotzdem wird ihnen erst einmal blind vertraut. Zwischendrin wird versucht ein paar humorvolle Einlagen einzustreuen, die aber nicht so recht zünden wollen. Insgesamt wird dem Zuschauer zu wenig erklärt. Auch die Kameraführung ist nicht ausgereift. Denn obwohl der Film stringent die Handlungen Henrys erzählt, sind teilweise sehr harte Schnitte zu sehen, die keinen Sinn ergeben.

Subjektive Kritik –> Die Wackelkamera ist nicht für Jedermann. Ich habe einen sehr empfindlichen Magen, der bereits nach 10 Minuten so stark strapaziert war, dass ich den Film zu 90% mit geschlossenen Augen sehen musste. Aber auch dies rettet nicht davor hinterher die Kinotoilette mit dem eigenen Mageninhalt bekannt zu machen. Daher die Warnung für alle mit unbelastbarem Magen: Bleibt dem Film fern!

Alles in allem ist die Filmtechnik noch nicht ausgereift und ob der Film die Zielgruppe der Zocker wirklich erreicht – da diese keine Mitbestimmung haben – bleibt abzuwarten. Daher gibt es objektive 05 von 10 möglichen Punkten mit einem Minus von subjektiven 02 Punkten (=5-2 Punkte).

Freeheld (Kurzkritik)

Am 07.04.2016 erschien ein biographischer Film über die Gleichstellung der homosexuellen Liebe in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Laurel Hester und Stacie Andrews lieben sich. Ihnen ist der Altersunterschied egal und auch, dass sie beide Frauen sind. Doch als Laurel an Lungenkrebs erkrankt und ihre Pensionsansprüche als Polizistin auf Stacie übertragen will, entbrennt ein jouristischer Kampf. Denn Stacie ist nicht Laurels Ehemann.

Freeheld beschäftigt sich mit realen Vorfällen. Umso bestürzender ist es zu sehen, wie Laurel Hester mit Lungenkrebs im Endstadium noch immer regelmäßig zu den zuständigen Behörden fährt und sich anhören lässt. Wäre sie mit einem Mann verheiratet, wäre es kein Problem die Ansprüche zu übertragen. Aber Anfang der 2000er Jahre waren die Rechte für homosexuelle Paare gleich null. Der Film braucht am Anfang ein wenig um in Fahrt zu kommen. Es wird versucht die Liebesgeschichte von Laurel und Stacie von Anfang an bis zur Diagnose nachzuerzählen, was zu viel Zeit in Anspruch nimmt und sich ewig zu ziehen scheint. Doch ab dem Zeitpunkt der Diagnose kommt der Film in Fahrt und zieht einen mit. Die Sympathien sind durchgängig bei den Beiden, man fühlt mit, man leidet, man kämpft. Sowohl Julianne Moore als auch Ellen Page brillieren in ihrer Rolle. Lediglich Steve Carell, der mit Demonstrationen den beiden helfen möchte bzw. allgemein die Rechte Homosexueller stärken möchte, sticht negativ heraus. Das liegt weniger an seiner Spielweise, als an seiner unpassenden Rolle. Denn diese sorgt desöfteren für Erheiterungm, was nicht in die Grundstimmung des Films passt.

Alles in allem wurde ein noch immer brisantes Thema aufgegriffen, dass aber nur in 2/3 des Filmes gut umgesetzt wurde. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Im Strahl der Sonne

Am 10.03.2016 erschien ein Dokumentarfilm über ein Jahr im Leben einer nordkoreanischen Familie in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Der russisch-ukrainische Regisseur Vitalij Manskij reist nach Pjöngjang in Nordkorea und begleitet mit seinem Kamerateam ein Jahr lang die 8-jährige Zin-Mi, um zu sehen, wie die Kinder unter der strengen Führung Kim-Jong-Uns und seiner Vorgänger aufwachsen.

Im Strahl der Sonne sollte eine uneingeschränkte und unbeschönte Dokumentation über das Leben von Zin-Mi werden. Doch starke Einschränkungen und ständige Überwachung seitens des nordkoreanischen Staates erschwerten die Dreharbeiten stark. Zin-Mi lebt eigentlich mit ihrer Familie in einer ganz kleinen Wohnung am Bahnhof, keine schöne Ecke Pjöngjangs. Bei Vorbesprechungen zum Film war der Vater von Beruf noch Jounalist. Als das Kamerateam eintrifft, ist die Familie vom Regime aus, in eine schicke 3-Zimmer-Wohnung umgezogen, der Vater arbeitet auf einmal als Ingenieur in einer großen Textilfabrik und die Mutter in einer Milchfabrik. Zin-Mi darf die repräsentabelste Schule besuchen, die natürlich gerad neu renoviert wurde. Gäbe es die Vorbesprechungen nicht, wäre nicht klar gewesen, dass dies alles schon auf einer Illusion beruht. Gleichzeitig hat das Regime ein Drehbuch ausgearbeitet, in der die einzelnen Szenen des „Alltags“ dargestellt werden sollten. Dem Kamerateam und der Familie wurden Aufpasser des Regimes an die Seite gestellt, um zu kontrollieren, dass sich zum einen an das Drehbuch gehalten wird und dieses auch wie gewünscht umgesetzt wird, und zum anderen, dass das Kamerateam nur die einstudierten Szenen filmt und keine Privatausflüge unternimmt. Das Team darf ohne Begleitperson das Hotelzimmer nicht verlassen. Trotz dieser harter Auflagen ist es dem Team gelungen dieses in Szene setzen zu hinterfragen. Zum einen sind von vielen Szenen nicht nur das Endprodukt im Film erschienen, sondern auch die Proben und das Umgestalten einzelner Szenen. Dadurch wurde sehr deutlich, dass vieles gestellt ist und Propaganda im großen Stil betrieben wurde. Gleichzeitig ist es für uns in Deutschland geradezu lächerlich. Beispielsweise wird einem versucht zu erzählen, dass das Nationalgericht Nordkoreas Kimchi vor dem Altern schützt und Krebs heilt. Immer wieder wurden Propagandaphrasen eingestreut und in gefühlt jeder zweiten Szene wird den großen Führern gedankt. Gleichzeitig schafft die Kamera es aber auch Gesichter von Akteuren einzufangen, die an den einzelnen Szenen derzeit nicht beteiligt waren und daher auch die „wahren“ Gesichtsausdrücke aufzunehmen. Jede Szene, selbst die Fahrten mit dem Bus zu Schule, waren einstudiert. Auffällig war unter anderem, dass an der Abfahrtstelle eigentlich überhaupt keine Haltestelle war. Stattdessen hat das Team es geschafft heimlich aus ihrem Hotelfenster zu filmen und den eigentlichen „Alltag“ zu filmen, der überhaupt nichts mit dem dargestellten gemeinsam hat. Im Großen und Ganzen hat der Film ein sehr bedrückendes Gefühl hinterlassen. Die Lebensweise in Nordkorea ist mit unserem westlichen Verständnis von Freiheit nicht nachzuvollziehen. Ständig schießen Gedanken durch einen, wie „die können so doch gar nicht glücklich sein“. Das ist pauschal gerne einmal schnell gedacht, aber die Staatsmacht und die ständige Kontrolle von Kindesalter an, ist einfach nicht nachzuvollziehen. Und woher sollen die Menschen es anders kennen?
Der Film zeigt einem schonungslos, wie gut man es in den westlichen Welten und der grenzenlosen Freiheit eigentlich hat, stimmt nachdenklich und teilweise auch traurig. Gerade die letzte Szene versetzt einem noch einmal einen zusätzlichen Schlag und versetzt einem noch einen zusätzlichen Hauch Traurigkeit. Der Film ist sehr ruhig erzählt und klappert die wichtigsten Events in Zin-Mis Leben ab. Dabei versucht der Film Nordkorea nicht schlecht zu machen, sondern eine relativ objektive Darstellung. Dazu gehören auch die Erklärungen in Form einer Erzählerstimme über die Vorbedingungen und die Filmbedingungen.

Alles in allem ist der Film zwar ruhig, aber nicht langweilig, denn dafür ist er zu berührend und regt stark zum nachdenken an. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Criminal Activities (Kurzkritik)

Am 31.03.2016 erschien ein Film, über die Konsequenzen, wenn man sich von einem „Kredithai“ Geld leiht, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Bei der Beerdigung eines gemeinsamen Freundes treffen vier ehemalige Schulkameraden wieder aufeinander. Zusammen treffen sie die Entscheidung an der Börse zu spekulieren. Leider geht der Deal nach hinten los und sie schulden einem Kredithai auf einmal 200 000 Dollar. Dieser schlägt ihnen einen Deal vor. Wenn sie ihm ein Mitglied einer konkurrierenden Gang liefern, sind sie fein raus.

Criminal Activities ist ein Film, dessen einzig gut gemachte und wirklich spannende Szene die Auflösung am Ende ist. Davor schafft der Film es an keiner Stelle Spannung zu erzeugen. Die Handlung plätschert nur so vor sich hin ohne wirklich einen roten Faden zu haben. Dadurch zieht er sich in die Länge ohne wirklich eine Aussage zu haben. Die Charaktere reden miteinander, aber es kommt kein Gespräch dabei raus. Lediglich John Travolta als Kredithai Eddie bringt durch sein Charisma ein wenig Wind in die Handlung. Alle anderen Charaktere bleiben sehr farblos, beziehungsweise werden sehr standarisiert und voller Klitschees dargestellt. Der Film versucht sich im Hintergrund mit einer Täter-Opfer Thematik, die aber nicht anschlägt.

Alles in allem schafft der Film es nicht eine spannende Handlung aufzubauen und kann daher nur wenig überzeugen. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

The Hateful 8

Am 28.01.2016 erschien der inzwischen 8. Film von Quentin Tarantino in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Mitten in einem heftigen Schneesturm treffen verschiedene Charaktere durch Zufall auf dem Weg nach Red Rock in Minnies Miederwarenladen aufeinander. Nur Minnie ist nicht aufzufinden. Keiner traut dem anderen über den Weg und so beginnt ein Kammerspiel voller Geheimnisse und, wie für Tarantino üblich, viel Blut.

Bei Tarantino existiert die Frage, ob jemand stirbt nicht. Nur wann, wer und in welcher Reihenfolge. Doch wenn diese Fragen auch noch in ein Kammerspiel gepackt werden, dann braucht es schon Tarantinos Dialoge, um einen Spannungsbogen zu kreieren.
Alles beginnt kurz vor einem heftigen Schneesturm in den tiefen den Wilden Westens. Eine Kutsche trifft auf einen Mann, der auf ein paar Leichen hockt. Der Kopfgeldjäger Warren braucht eine Mitfahrgelegenheit nach Red Rock. Der Henker Ruth ist wenig begeistert, da er seine Gefangene Domergue ohne Zwischenfälle nach Red Rock bringen und hängen lassen will. Nach einigen Diskussionen darf der Kopfgeldjäger einsteigen. Unterwegsw treffen sie auch noch auf den Sheriff Mannix. Dieser ist der neue Sheriff in Red Rock und hat daher das gleiche Ziel. Unterwegs wird die Kutsche jedoch von dem Schneesturm eingeholt und schafft es gerade noch bis zu Minnies Miederwarenladen. Dort treffen sie allerdings keine Minnie an, sondern nur den Mexikaner Bob. Der erklärt ihnen, dass Minnie mit ihrem Mann verreist sei. Dies stimmt alle vier misstrauisch, aber die Aussicht auf Kaffee und einem Kamin lässt sie eintreten. Ebenfalls anwesend sind der kleine Mann Mobray, der Cowboy Gage und der General Smithers. Doch es hängt ein Geheimnis in der Luft, dass gelöst werden will.
Das erste, was an The Hateful Eight auffällt, ist die Rückbesinnung auf alte Filmwerte. So wurde der Film in ausgewählten Kinos mit Ouvertüre und Zwischenspiel gezeigt und mit einer Kamera gedreht, die seit 1966 nicht mehr zum Einsatz kam. Aber auch der Film selbst erinnert an seine 5 Kapitel Aufteilung an den Aufbau eines klassischen Dramas. In der heutigen Filmzeit, wo es kaum noch größer und bildgewaltiger werden kann, ist dies eine schöne Rückbesinnung und ruft ein wenig Nostalgie hervor.
Mit einer Spielzeit von ca. 3 Stunden hat der Film deutliche Überlänge. Am Anfang braucht der Film auch ein wenig, um in Fahrt zu kommen. Gerade die Szenen in der Kutsche, wo bedingt durch die Enge kaum Handlungsfreiraum herrscht und die allein von den Dialogen leben, hätten ein wenig gekürzt werden können. Aber sobald Minnies Miederwarenladen erreicht wird und das eigentliche Kammerspiel beginnt, zeigt Tarantino gekonnt, wie man auch mit einer ruhigen Erzählweise, an einem einzigen Schauort mit absolut großartigen Dialogen eine ganz eigene Spannung erzeugen kann, mit der kein Actionfilm oder Thriller mithalten kann. Natürlich gibt es auch das für Tarantino übliche Blutvergießen, dass den Höhepunkt des Films einläutet. Leider ist auch dieses wie schon in Django Unchained ein wenig zu lang geraten und einige Charaktere überleben trotz schwerster Verletzungen eindeutig zu lange. Aber trotz vieler Dialoge, die einiges verraten, bleibt die Auflösung am Ende komplett unvorhersehbar.
Ein weiteres Markenzeichen des Films ist die wunderbar passende Musik von Ennio Morricone. Dieser gewann für seine Kompositionen zu diesem Film berechtigt den Oscar. Die einzelnen Stücke harmonieren sehr gut mit dem Film, passen wie die Faust aufs Auge und stimmen ebenfalls nostalgisch.
In The Hateful Eight gibt es eine ganze Reihe interessanter Charaktere, die miteinander harmonieren und gleichzeitig disharmonieren. Es gibt Reibereien, gerade bei der Auflösung des Rätsels, und doch müssen sie in einem Raum aushadern. Besonders oft kritisiert wird Tim Roth mit seiner Darstellung des kleinen Mannes. Er sei ein schlechter Christoph Waltz Ersatz, der in dem Film fehle. Doch betrachtet man Roths bisherigen Film- und Seriendarstellungen fällt auf, dass er selbst auch eine ganz eigene Art zu schauspielern hat, die dem von Waltz zwar ähnlich ist, aber nicht identisch. Daher ist es eher ein frischer Wind Roth spielen zu sehen mit seinem ganz eigenen Charme, als wieder die gleiche Darstellung von Waltz, die es schon in Inglorious Basterds und Django Unchained zu sehen gab.
Auch Channing Tatum mit seinem Kurzauftritt wird stark kritisiert. Natürlich ist seine Erscheinung in so einem Film ungewohnt, aber wenn man ihn mal nicht als Magic Mike sieht, ist seine Leistung in the Hateful Eight durchaus dem Film angemessen.
Allen voran brilliert aber Samuel L. Jackson in einer, wie es scheint, nur für ihn geschriebene Rolle. Als Kopfgeldjäger überzeugt er durch Witz und steckt durch seine laute, dreckige Lache jeden an. Seine Rolle ist ein großer Gewinn für den Film.

Alles in allem überzeugt The Hateful Eight mit Witz, Charme und Nostalgie. Lediglich die wirklich lange Spielzeit hätte um eine halbe Stunde gekürzt werden können. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Rückblick 1. Quartal 2016: Die Highlights und Enttäuschungen

Hallo ihr Lieben,
unglaublich, aber das erste Quartal des Jahres ist schon wieder vorbei. Die Zeit rast nur so! Ich habe im ersten Quartal 23 Filme gesehen (9 im Januar, 7 im Februar und 7 im März). Hier soll es nun eine kurze Übersicht über meine Highlights und Enttäuschungen geben.

die Enttäuschungen:

Platz 5: Criminal Activities

Vier mehr oder weniger Freunde planen nach der Beerdigung eines gemeinsamen Freundes ein großes Ding an der Börse, was leider nicht funktioniert. Und Schwupps schulden sie einem Kredithai eine Menge Geld. Der hat eine ganz eigene Lösung für die Schulden. Ein Film, der nicht in Schwung kommt, vorhersehbar ist und auch schauspielerisch nicht überzeugt.

Platz 4: 10 Cloverfield Lane

Drei Personen. Ein Bunker. Ist draußen die Welt untergegangen oder nicht? Ein Film, der viele Fragen aufwirft, aber durch den doppelten Erzählstrang einfach nicht funktionieren will.

Platz 3: Erschütternde Wahrheit

Die Geschichte des Mannes, der herausgefunden hat, dass American Football und die damit verbundenen Erschütterungen am Kopf zu schweren neurologischen Erkrankungen und zum Tod führen kann. Interessantes Thema gepresst in eine schlechte Umsetzung. Die Handlung kommt nicht auf den Punkt, der Schnitt hält in den falschen Momenten und schneidet die wichtigen Stellen.

Platz 2: Gut zu vögeln

Ein deutscher Film über die frisch verlassene Merlin, die in die ehemalige WG ihres Bruders einzieht und dort auf Jacob trifft. Ein Film, der sehr auf die Humorschiene drückt, diese aber nicht trifft. Die Handlung ist auch schon wohlbekannt, kann also weder überraschen, noch begeistern.

Platz 1: Zoolander 2

Zoolander wird benötigt, nachdem viele Promis ermodet werden und die bekannte Zoolander-Schnute ziehen. Nur leider ist der Film zu abgedreht und auch die vermeintlichen Witze funktionieren nicht.

die Highlights:

Platz 6: The big short

Ein packender Film über die Vorgeschichte der Finanzkrise von 2008. Diese wurde von ein paar Einzelnen vorhergesehen, die daraufhin gegen die Wirtschaft wetteten. Der Film ist spannend, mitreißend und ebenso erschütternd. Durch die vielen Wirtschaftsbegriffe mitunter etwas zäh, aber die wurden versucht humorvoll in die Handlung einzuarbeiten.

Platz 5: Spotlight

Ein Sonderteam des Boston Globe deckt den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche auf. Dies ist ihre Geschichte. Ein langsam, aber detailtreuer Film, der die Recherchearbeiten der Journalisten genau beleuchtet und durchgehend spannend bleibt.

Platz 4: Eddie the Eagle

Die wahre Geschichte des Skispringers Michael Edwards, der 1988 bei den olympischen Winterspielen zwar den letzten Platz belegte, sich aber durch seinen unerschöpflichen Kampfgeist in die Herzen der Leute sprang. Ein durch und durch sympathischer Film, der gute Laune versprüht und uns die Botschaft überbringt, dass alles möglich ist.

Platz 3: Brooklyn

Die Geschichte der Irin Eilis, die in den 50er Jahren aus wirtschaftlichen Gründen in die USA auswandert, aber weiterhin hin und hergerissen ist, wo sie ihre Heimat sieht. Brooklyn ist ein herzerwärmender Film mit einer herausragenden schauspielerischen Leistung und viel Gefühl. Der Film wird sehr ruhig erzählt, aber ist dadurch nur noch berührender.

Platz 2: The Danish Girl

Einar Wegener ist Künstler und fühlt sich in den falschen Körper geboren. Obwohl er seine Frau liebt, möchte er lieber eine Frau sein. Die Geschichte der ersten Geschlechtsumwandlung der Welt. Eine so bewegende und packende Geschichte über das Für und Wider einer Geschlechtsumwandlung und auch die Belastung der Ehefrau durch den Wunsch.

Platz 1: Deadpool

Marvels schrägster „Superheld“ hüpfte im Februar aus den Comics auf die große Leinwand. Deadpool ist frech, nie um einen Spruch verlegen und das obwohl er durch einen Unfall, der ihn von Krebs heilen sollte, völlig entstellt ist. Deadpool überzeugt in allen Punkten und ist mein Highlight des ersten Quartals.

13 hours – the secret soldiers of Benghazi (Kurzkritik)

Am 03.03.2016 erscheint ein Film, der sich mit den Ereignissen des 11. September 2012 in Benghazi, Libyen auseinander setzt, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: In der Nacht des 11. September 2012 stürmen bewaffnete Libyer das amerikanische Konsulat in Benghazi, das zu dem Zeitpunkt nur mäßig geschützt ist. Doch erhoffte Rettung bleibt aus, weil kein offizieller Rettungsbefehl kommt. Nicht unweit entfernt befindet sich eine geheime CIA-Basis. Dort sind unter anderem 6 bestens ausgebildete Soldaten stationiert, die ohne zu zögern zur Hilfe eilen wollen. Nur das sie offiziell nicht da sind und der Befehl weiterhin ausbleibt.

13 hours – the secret soldiers of Benghazi ist ein packender und absolut erschütternder Film, der sich mit realen Ereignissen auseinander setzt. Dabei scheint er eine Detailtreue zu haben, die aber sehr schnell in den Hintergrund tritt. Denn der Film ist wieder einmal dem amerikanischen Patriotismus zum Opfer gefallen. Sätze, wie „Wenn Sie nicht bald Hilfe schicken, dann sterben hier Amerikaner!“ ist nur ein Negativbeispiel. Trotz einem guten Spannungsbogen, der einen an die Leinwand fesselt und bis zum Schluss mit allen Beteiligten mitfiebern lässt, geht man hinterher nicht mit den gewünscht positiven Effekt aus dem Film. Der Film setzt sich auch nicht differenziert mit den Libyern auseinander. Zwar wird immer wieder gefragt, ob es sich bei den Libyern, um befreundete Einheiten oder um potenzielle Angreifer handelt, aber im Grunde werden trotzdem alle über einen Kamm geschert.

Alles in allem hätte 13 hours ein spannender Film, der sich leider zu undifferenziert mit den Geschehnissen auseinander setzt und zu viel Patriotismus einstreut und daher leider nur 06 von 10 möglichen Punkten bekommt.

Hail Caesar

Am 18.02.2016 erschien ein Film, der den Alltag eines Filmproduzenten Hollywoods in den 50er Jahren zeigt, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Eddie Mannix funktioniert in Hollywood in den 50er Jahren als „Problemlöser“. Man begleitet ihn ein Tag lang. Aufdringliche Journalisten, schwangere Stars, entführter Star, untalentierter Star und übereifriger Regisseur sind nur ein paar der Probleme, die Mannix regeln muss.

Hail Caesar ist eine liebevolle und farbenfrohe Hommage an die Filmbranche von damals. Neben einem absoluten Staraufgebot an Darstellern, überzeugt vorallem das Bühnenbild.
Das Hollywood der 50er Jahre. Eine nach außen hin absolut sauber und heile scheinende eigene Welt. Doch hinter den Kulissen ist gar nicht die heile Welt. Damit trotzdem der Schein bewahrt bleibt, gibt es Eddie Mannix. Er befasst sich teilweise mit vielen Problemen gleichzeitig. Und ständig kommt wieder jemand Neues an und teilt ihm ein Problem mit. Dabei werden viele verschiedene Elemente vereint, die für die damalige Filmzeit typisch waren. Von singenden Matrosen bis zum Wasserballet, vom Drama bis zum Westernfilm. Eine schwangere Schauspielerin ohne verheiratet zu sein, ein Skandal, der gelöst werden muss. Ein früherer Westernstar, der Probleme hat anspruchsvollere Filme zu drehen und daher einen angesehenen Regisseur zur Weißglut bringt, einen absoluten Star, der mitten in den Dreharbeiten entführt wird. Und natürlich darf die aufdringliche Journalistin nicht fehlen – und weil es so schön ist, gibt es die gleich im Doppelpack.
Das Erzähltempo ist sehr gemächlich, so wirklich in Fahrt kommt der Film nicht, aber das ist auch nicht nötig. Der Film setzt nicht auf Spannung oder einen großen Showdown setzt, sondern auf schöne Bilder mit ein paar witzigen Momenten. Aber der Film ist auch keine Komödie, wie der Trailer vermuten lässt, sondern einfach eine schöne Hommage. Das Bühnenbild und die Kostüme sind sehr gelungen und versetzten einen sofort in eine andere Zeit zurück.
Josh Brolin übernimmt die Rolle des Eddie Mannix. Obwohl Mannix ein Fixer ist und mit seinen Methoden eigentlich unsympathisch sein müsste, mag man ihn auf Anhieb. Was nach einem anstrengenden Arbeitstag aussieht, ist einfach nur der Alltag von Mannix.
Tilda Swinton übernimmt die Rollen der Journalisten-Schwestern Thora und Thessaly Thacker. Sie tauchen aus dem Nichts auf und erschrecken Mannix, um ihm einen Kommentar zu irgendeiner wilden Story zu entlocken.
George Clooney übernimmt die Rolle des Baird Whitlock, der Hauptdarsteller und Star der großen Inszenierung. Ziemlich am Anfang wird er entführt.
Alden Ehrenreich übernimmt die Rolle des Hobie Doyle, einem berühmten Westernstar, der nun durch sein positives Image in ein anderes Genre: das Drama geführt werden soll. Leider scheitert er an den Sprechrollen und den starken Gesichtsausdrücken. Aber trotz seiner relativ naiven Art, spielt er sich schnell in die Herzen der Zuschauer.

Alles in allem ist der Film eine schöne Hommage und überzeugt vollkommen durch seine Bilder. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

10 Cloverfield Lane (Kurzkritik)

Am 31.03.2016 erschien ein Film, über den man im Vorfeld am besten nichts wissen sollte, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Michelle hat einen Unfall und wacht angekettet in einem Bunker wieder auf. Der etwas einfältige Howard sagt, dass er sie gerettet habe und das es einen Nuklearangriff gab. Mit in dem Bunker ist noch Emmett, der von Howards Bunker wusste und sich dort nach dem Angriff auch versteckt. Dabei stehen zwei große Fragen im Raum: Gab es den Nuklearangriff wirklich oder spielt Howard ein falsches Spiel?

10 Cloverfiel Lane ist ein Katz und Mausspiel kombiniert mit einem Kammerspiel. Als einzigen Ort hat man den Bunker, in dem sich 90% des Films abspielen. Wenn man vorab zu viel über den Film weiß, ist überhaupt keine Spannung mehr da. Aber das eigentliche Problem an dem Film ist, selbst wenn man gar nichts darüber weiß, dass zwei Handlungsstränge verfolgt werden. Entweder es gab diesen Angriff und Howard hat Michelle gerettet, oder aber es gab diesen Angriff nicht und Howard hat Michelle entführt. Jeder Handlungsstrang geht nur dann auf, wenn der andere nicht der Fall ist. Aber trotzdem gibt es zu beiden Hinweise und als Zuschauer weiß man nun nicht, was man nun glauben soll. Das kann man natürlich als gut empfinden, weil das Ende absolut nicht vorhersehbar war, andererseits ist es auch ermüdend. Dadurch wirkt der entstandende Spannungsbogen nicht wirklich und der Film zieht sich mitunter. Einzig die wirklich guten schauspielerischen Leistungen wirken und geben dem Film ein bisschen Schwung.

Alles in allem funktioniert der Film aufgrund der doppelten Handlungsstränge nicht und kriegt dafür nur 03 von 10 möglichen Punkten.

Ride Along 2 – Next level Miami (Kurzkritik)

Am 21.01.2016 erschien die Fortsetzung um die Cops gespielt von Ice Cube und Kevin Hard in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Die „Schwäger“ sind zurück. Nach seinem Erfolg im ersten Teil wird Ben Barber von seinen Kollegen immer noch nicht ernst genommen. Für seinen nächsten Fall muss der knallharte James Payton nach Miami. Er wittert seine Chance Ben als Polizist für immer loszuwerden, wenn dieser den Fall ruiniert und nimmt ihn daher nach anfänglichem Zögern mit. Und das Chaos beginnt.

Wer Kevin Hard kennt, kennt auch seinen Humor, den er in jeden seiner Filme mit einbringt. Er ist gewöhnungsbedürftig und passt nicht in jeden Film. Während er Anfang 2015 in Die Trauzeugen AG funktionierte, passt er hier nur teilweise rein. Er spielt die Rolle des ungeschickten und leicht die Nerven verlierenden Ben Barbers. Er möchte sich unbedingt als Cop beweisen, sabotiert aber immer wieder Ermittlungen durch seinen Übermut. Immer wieder auch mit einem Spruch auf den Lippen könnte er witzig sein, leider gibt es sehr viele Szenen, in denen er es einfach übertreibt. Seinen Gegenpart übernimmt Ice Cube, der den kalten und abgebrühten Cop spielt. Wortkarg und meistens hinter einer großen Sonnenbrille versteckt, versucht er den Fall zu lösen und gleichzeitig Ben unter Kontrolle zu halten. Abgerundet wird der Cast mit einem lässigen und eleganten Bösewicht, und dem ein oder anderen interessanten Nebencharakter. Leider trift der Film vor Klitschees, die Witze sind meistens zu überdreht. Trotzdem ist irgendwo noch ein Spannungsbogen vorhanden und er ist nichts komplett vorhersagbar. Im Prinzip zielt der Film auf „Reflexlachen“ ab. Das heißt, dass die Zuschauer im ersten Moment über die Witze lachen, die Stimmung aber nicht erhalten bleibt und von den Witzen nichts hängen bleibt.

Alles in allem dient der Film zur kurzen Unterhaltung, ist aber kein Film, der nachhaltig im Gedächtnis bleibt oder besonders heraussticht. Dafür gibt es 04 von 10 möglichen Punkten.