Die Minions

Am 02.07.2015 erschien die Vorgeschichte zu den „ich einfach unverbesserlich“ Filmen bei denen diesmal die Gehilfen des bösen Gru in Augenschein genommen werden, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Die Minions waren schon immer auf der Suche nach dem bösesten und fiesesten Schurken, um ihnen zu dienen. Doch im Laufe der Geschichte hatten sie einfach kein Glück einen Schurken zu behalten. Dadurch wurden sie sehr antriebslos. Bis sich Kevin, Stuart und Bob auf den Weg machten, endlich einen neuen Schurken zu finden. Ihr Weg führt sie über New York zur Villain-Convention. Dort treffen sie auf Scarlett Overkill.

Vorab gab es ja viele Spekulationen, ob die Minions, die in „Ich einfach unverbesserlich“ nur als lustige Nebencharaktere fungierten, auch das Potenzial haben einen ganzen Film zu tragen. Der Hype um die Minions ist groß, daher war es naheliegend, dass ein Film kommen würde. Und sie schaffen es tatsächlich den 91 Minütigen Film zu tragen. Sie bleiben ihren Rollen aus den ersten Filmen treu, sind weiterhin etwas tollpatschig, aber unglaublich liebenswürdig und sehr witzig. Dadurch, dass drei Minions im Vordergrund stehen, konnten auch die Charaktere vertieft werden, was mit allen Minions etwas schwer geworden wäre. Auch alle anderen Charaktere wurden gut gezeichnet und bilden eine gesunde Mischung.

Allerdings haben es die Macher der Trailer wieder einmal geschafft, praktisch den ganzen Film vorweg zu nehmen. Wenn man vorab alle Trailer gesehen hat, kennt man die meisten Szenen und auch die ganze Story. Der Film bietet dann nur noch wenig neuen Witz und auch wenig unvorhergesehenes. Das finde ich sehr schade, weil der erste Trailer richtig Lust auf den Film gemacht hat, aber von der eigentlichen Story wenig verraten hatte. Dies änderte sich aber mit dem zweiten Trailer, der dann in der Kombination mit dem ersten praktisch alles vorweg nahm. Das ist echt ärgerlich und sollte meiner Meinung nach vermieden werden.

Vorab hatte ich auch meine Zweifel bezüglich der Sprache der Minions, da dies ein Gemisch aus den verschiedensten Sprachen ist. Teilweise hat man dann doch etwas verstanden, da auch Deutsch und Englisch dazuzählen. Aber auch ansonsten konnte man durch Gestik, Mimik und Handlung immer verstehen, was einem die Minions sagen wollten und es blieb nichts unklar.
Ein riesen Lob gebührt Heitor Pereira für die musikalische Auswahl. Jedes Musikstück ist sehr gut gewählt und hat sehr viel zur guten Laune des Films beigetragen. Teilweise waren sie etwas ironisch, was sie nur noch passender und lustiger gemacht haben. Auch haben sie die Zeit, in der der Film spielt gut aufgegriffen und ‚rüber gebracht.
Die Handlung an sich ist gut durchdacht und bietet allerlei Witz und Charme. Nur gegen dem Ende bleibt der Film leider nicht seinem Stil treu, sondern überdreht in einer „Endschlacht“. Das hat leider sehr viel Witz wieder genommen und wollte einfach nicht so richtig ‚rein passen. Das eigentliche Ende aber hat dies wieder gut überspielt und gibt auch die perfekte Überleitung zu „Ich einfach unverbesserlich“.

Alles in allem unterhält der Film sehr gut und jeder, der die Minions mag, sollte sich diesen Film ansehen. Daher erhält er von mir 07 von 10 möglichen Punkten.

Die Pan-Trilogie – Band 1 – Das geheime Vermächtnis des Pan

Vor ein paar Wochen fand ich durch einen längst vergessenen Zufall die Pan-Trilogie von Sandra Regnier.Und ich habe sie verschlungen! Ich habe alle drei Teile in nur ca. 2 Wochen gelesen und das obwohl ich sehr selten Zeit zum Lesen finde. Daher hier nun meine erste Buchkritik.

Band 1: Das geheime Vermächtnis des Pan

Kurz zur Story: Der Elf Leander FitzMor, kurz Lee, besucht eine Schule in London. Denn hier soll er die Prophezeite finden. Durch einen Kuss, möchte er sie an sich binden, denn sie ist ihm durch die Prophezeiung als Frau versprochen und der Kuss eines Elfen lässt eine Frau nie wieder jemand anderen lieben. Schnell findet er Felicity und durch seinen Charme kommt es zum Kuss. Doch kurz darauf muss er feststellen, dass es zwei Felicitys an der Schule gibt und er die falsche an sich gebunden hat.

Seit Stephanie Meyers Erfolg mit Twilight sind die Vergleiche mit diesen Romanen nicht mehr Weit, sobald es in den realitätsbezogenen Fantasy geht. Doch auch wenn der Schauplatz wieder an einer Schule beginnt, tritt „Das geheime Vermächtnis des Pan“ Twilight sehr schnell in den Hintern. Zwar ist Lee als unglaublich hübsch beschrieben, aber sein Charakter hat viel mehr Tiefgang als ein Edward Cullen. Denn zunächst ist er überglücklich, dass seine prophezeite Frau ebenfalls wunderhübsch ist, bis er herausfindet, dass es sich um eine Verwechslung handelt. Die richtige Felicity ist das absolute Gegenteil. Dicklich, ungepflegt und durch das Arbeiten im Pub ihrer Mutter auch immer mit dem Duft nach Whiskey. Lee ist natürlich alles anderes als begeistert und versucht trotzdem sie kennenzulernen. Aber nein auch hier zieht nicht das typische Aschenputtel-Klitschee, sondern Felicity versucht mit Hilfe ihrer Freunde selbst etwas zu ändern. Sie geht regelmäßig joggen und versucht nicht mehr so spät im Pub zu arbeiten. Lee hält sie erst einmal auf Abstand. Doch er versucht sie trotzdem näher kennenzulernen.
Der Freundeskreis von Felicity ist begrenzt, aber voller verschiedenster Charaktere. Man fühlt sich schnell als Mitglied des Freundeskreises und wird nach und nach mit Hintergrundinformationen der einzelnen Charaktere gefüttert.
Die ersten zwei Drittel scheinen aus dem Leben eines normalen Teenagers gegriffen zu sein, nur leicht gespickt, mit rätselhaftem Verhalten Lees oder leichten rätselhaften Vorfällen in Felicitys Leben. Erst danach kommt man langsam dahinter, was Lee ist und was Felicity mit allem zu tun hat. Aber ich für meine Fälle mag es, wenn sich die Story langsamer aufbaut und nicht alles Knall auf Fall über den Protagonisten hereinbricht.
Der Schreibstil von Regnier ist leicht und locker, aber doch mit der gewissen Portion Anspruch. Also ein guter Lesefluss ist gewährleistet.
Also für jeden, der endlich einmal etwas lesen möchte, der realitätsbezogenen Fantasy gerecht wird, eine absolute Leseempfehlung!

 

Freistatt

Am 25.06.2015 erschien Drama über die wahren Begebenheiten in der „kirchlichen Erziehungsanstalt“ Freistatt in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Der 14-jährige Wolfgang passt mit seiner rebellischen Art nicht in das Leben seines Stiefvaters. 1968 schickt er daher Wolfgang in die kirchliche Erziehungsanstalt Freistatt. Dort stehen Überwachung, Einsperrung und harte Arbeit im Moor auf der Tagesordnung.

Ich finde es schwierig einen solchen Film zu bewerten, denn die Realität folgt keinem Skript. Der Film zeigt ungeschönt die Geschehnisse in Freistatt. Er basiert auf Erzählungen ehemaliger „Insassen“ in der Einrichtung. Die Geschichte ist dadurch nicht spannend und die Minuten ziehen sich nur so dahin. Dafür ist der Film aber umso bestürzender und lässt einen mit den Jungs mitfühlen und einen einmal mehr über die Geschichte den Kopf schütteln. Die Schauspieler bringen ihre Rollen alle mitfühlsam ‚rüber und tragen dadurch den Film.

Alles in allem ist der Film vielleicht nicht die große Kunst für die große Leinwand und das breite Publikum, aber sollte in keinem Geschichtsunterricht mehr fehlen. Den Film möchte ich nicht bewerten.

Rückblick auf ein halbes 2015

Hallo ihr Lieben,
kaum zu glauben aber das Jahr 2015 ist schon zur Hälfte wieder vorbei. Während ich weiterhin auf den Sommer warte, möchte ich mit euch noch einmal auf die Höhen und Tiefen der vergangen Monate blicken. Daher hier nun meine Top und Flop Filme der bisherigen Jahreshälfte (mit Verlinkung zur Kritik)

Top-Filme 2015:

Platz 10: Der kleine Tod

Eine bitterböse Komödie über verschiedene Sexvorlieben/Fetische. Episodenartig, hier gibt es eindeutig bessere und schlechtere Episoden aber im großen und ganzem doch ein gelungener Film.

Platz 9: Ex_Machina

Ein Kammerspiel rund um die Frage, ob künstliche Intelligenz denken kann wie ein Mensch und ab wann man die Unterschiede nicht mehr wahrnimmt. Gute Umsetzung des Themas künstliche Intelligenz.

Platz 8: Wild Tales – jeder dreht einmal durch

Episodenfilm aus Argentinien, mehr schwarzer Humor geht in einem Film nicht. Auch hier gibt es große Unterschiede zwischen den verschiedenen Episoden, aber auf jeden Fall einen Blick wert!

Platz 7: Baymax

Disney hat mal wieder alles gegeben. Zwischen Tränen und auf dem Boden liegen vor Lachen war so ziemlich jede Emotion bei mir dabei. So lustig und liebevoll war das Thema Trauerbewältigung noch nie.

Platz 6: Die Frau in Gold

Die rührende Geschichte der Maria Altmann, die vor den Nazis in die USA floh, nachdem sie mitansah, wie die Nazis die Kunstsammlung ihrer Familie stohl. Nun kämpft sie um ihre Rechte.

Platz 5: Fury – Herz aus Stahl

Mitten im zweiten Weltkrieg verfolgt man die Besatzung des Panzers Fury. Mit Liebe zum Detail erfährt man hier die Schrecken des Krieges einmal aus einer ganz anderes Perpektive.

Platz 4: John Wick

Als man schon glaubte, dass nichts vernünftiges im Actionsektor mehr produziert wird, kam John Wick und trat den Filmen ordentlich in den Arsch und zeigte, wie es richtig geht. Ein Muss für alle Fans von Actionfilmen!

Platz 3: The Imitation Game

Die Entschlüsselung der Enigma-Maschine durch Alan Turing, und sein trauriges Schicksal. Benedict Cumberbatch brilliert hier als Alan Turing. Ein absolut spannender Film.

Platz 2: Kingsman – the Secret Service

Nach John Wick gleich ein noch besserer Actionfilm, mit noch mehr Humorelementen. Ich war einfach nur hin und weg von dem Film.

Platz 1: Still Alice

Julianne Moore brilliert hier als Mutter, die frühzeitig an Alzheimer erkrankt. Ihr Umgang mit der Krankheit und wie sie versucht ihren Alltag zu halten ist mit so viel Liebe dargestellt und entsetzt einem trotzdem so sehr. Mein Platz 1 in den bisher gesehenen Filmen 2015.

Flop-Filme 2015:

Platz 10: Mortdecai – der Teilzeitgauner

Enttäuschend war Johnny Depp in seiner Rolle als schrulliger Mortdecai, der einen Mordfall und einen Kunstraub lösen soll, selbst auch noch vor dem finanziellen Bankrott steht. Die besten Witze wurden leider im Trailer schon vorweg genommen.

Platz 9: Abschussfahrt

Der Film hatte potenzial, aber hat sich dann doch in zu plumpem Humor verloren und kann auch nicht durch starke Schauspielleistungen punkten. Auch hier leider sehr enttäuschend.

Platz 8: Wild Card

Eine nicht durchsichtige Handlung mit zwar gut choreographierten aber teilweise auch stark hineingeschnittenen Kampfszenen. Die konnten den Film dann aber auch nicht mehr retten.

Platz 7: Blackhat

Der gute Hintergrundgedanke war da bei der Handlung, aber bei der Umsetzung ging ziemlich viel schief. Sehr schade!

Platz 6: Traumfrauen

Eine ziemliche 08/15 Handlung, wenig Witz vorhanden (was schon echt blöd ist für eine Komödie) und nur die Hälfte der Hauptcharaktere konnte schauspielerisch überzeugen. Funktioniert leider nicht.

Platz 5: Kind 44

Eine verwirrende Handlung, bei der der eigentliche Schwerpunkt anscheinend vergessen wird. Gepaart mit schwachen Schauspielleistungen kam dieser Film bei heraus, von dem man nur abraten möchte.

Platz 4: Tracers

Ein handlungsschwacher Film, von der Kameraführung mir zumindest übel geworden ist. Da muss man wirklich großer Taylor Lautner Fan sein, um den Film gut zu finden.

Platz 3: Shades of Grey

Ich kann den Hype um die Bücher schon nicht nachvollziehen, noch weniger jedoch um den Film, der mit schwachen Schauspielleistungen noch schlechter als das Buch wurde.

Platz 2: Dessau Dancers

Wer nicht gerade die Breakdance-Bewegung der DDR mitbekommen hat, kann mit diesem Film wahrscheinlich gar nichts anfangen. Der Film ist nicht spannend, hat keine guten Schauspielleistungen und auch ansonsten nichts zu bieten.

Platz 1: Die Frau in Schwarz 2 – Engel des Todes

Die Handlung ist vorhersehbar, die einzigen Horrorelemente sind Schockeffekte, die nur erschrecken und nicht schocken. Hier wurde sich für einen Horrorfilm absolut keine Mühe gegeben und daher mein Platz 1 als der schlechteste Film, den ich dieses Jahr bisher im Kino gesehen habe.

Miss Bodyguard

Gleichzeitig mit Jurassic World erschien am 11.06.2015 die neue Komödie mit Reese Witherspoon in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Die Cop-Anwärterin Cooper ist ihr Leben lang auf dem Rücksitz des Streifenwagens ihres Vaters mitgefahren. Durch überkorrektes und dabei ungeschicktes Verhalten wurde sie jedoch in das Beweislager verbannt. Nun soll sie einen Kollegen begleiten, um zwei Kronzeugen gegen einen Mafia-Boss in Zeugenschutz zu nehmen. Dabei kommt es zu einer Schießerei, der Kollege und ein Zeuge werden erschossen und Cooper flieht mit der frischen Witwe und wichtigsten Zeugin. Ein Roadtrip der anderen Art beginnt.

 Miss Bodyguard bietet von der Grundidee ein großes Potenzial und auch der Trailer sah witzig aus. Leider blieb es dabei. Die Gags zielen nur auf das ungeschickte Verhalten von Cooper ab und ansonsten auf wenig anderes. Das wird nach den ersten paar Gags schnell eintönig.
Auch bei der Charakterisierung der beiden Hauptfrauen ist einiges schief gelaufen. Reese Witherspoon scheint in ihrer Rolle durchgehend überfordert. Während am Anfang eine Charakterisierung angedeutet wird, indem man zeigt, wie sie praktisch im Streifenwagen ihres Vaters aufwächst und sie dann später als überkorrekten Cop zeigt, der leider doch damit ins Fettnäpfchen getreten ist, gerät dies immer mehr in den Hintergrund. Sie ist zwar weiterhin die überkorrekte Polizistin, aber noch viel mehr ist sie ungeschickt und trotz der ganzen auswendig gelernten Vorschriften grundsätzlich überfordert in jeder Situation. Sofía Vergara hingegen wird als die Kleidungsfixierte und reiche Ehefrau vorgestellt. Daher geht man zunächst davon aus, dass sie auch im Kopf nicht die hellste ist (Klitschees prägen irgendwie doch). Doch stattdessen ist sie diejenige, die alle Szenen beherrscht und ihren eigenen Kopf durchsetzt. Hinzu kommt, dass sie einige versteckte Seiten hat und daher die Handlung immer wieder umschlägt, wenn sich ihr Charakter „ändert“.
Trotz des daneben geratenen Humors wird der Film nicht langweilig, denn die Handlung schafft es die ganze Zeit unvorhersehbar zu bleiben. Der Film wendet sich immer wieder und wenn man denkt, dass man ihn durchschaut hat, überrascht er einen wieder.
Was mich an dem Film gestört hat, ist die nicht in die Handlung passende Liebesgeschichte, zwischen Cooper und einem ehemaligem Häftling, den sie zwischendurch treffen. Die Rolle wird nicht charakterisiert und scheint nur für die 08/15-Liebesgeschichte ins Drehbuch aufgenommen worden zu sein. Leider ist es so unpassend und wirkt so erzwungen, dass es eher stört. Hier stellt sich die Frage, ob es wirklich immer notwenig ist eine Liebesgeschichte in einen Film mit aufnehmen zu müssen.

Alles in allem ist der Film eher enttäuschend, obwohl er mehr Potenzial hatte. Daher erhält er von mir 04 von 10 möglichen Punkten.

Jurassic World

Hallo ihr Lieben,
da sich mein Freundeskreis uneinig war, hatte ich letztendlich die Wahl entweder in Jurassic World oder in Miss Bodyguard zu gehen. Ich habe mich für letzteres entschieden, aber möchte euch trotzdem eine Empfehlung zukommen lassen. Daher gibt es hier nun zwei Gastkritiken von zwei der Freunde, die sich für Jurassic World und gegen Miss Bodyguard entschieden haben.

1) Jurassic World – Kritik von Alice Kelpin

Der vierte Teil der Dinosaurier-Reihe lief am 11.06.2015 in den deutschen Kinos an.

Kurz zur Story: Nach zwanzig Jahren der verhängnisvollen Ereignisse im Jurassic Park, konnte der Vergnügungspark, dessen Attraktionen aus lebenden Dinosauriern bestehen, eröffnen, unter den neuen Namen Jurassic World. Zwar wird der Park gut besucht, bangt aber dennoch um seine Besucherzahlen. Die Lösung: ein neuer Dino muss her, der natürlich im Reagenzglas zusammen gemixt wurde und daher ein Hybrid aus verschiedenen Spezies ist. Der weibliche und noch dazu äußerst intelligente Saurier Indominus Rex schafft es, zu entkommen und beginnt die Insel zu terrorisieren.

Der Film hält, was er verspricht. Ein neuer, mehr oder weniger grauenerregender Dino (Roar) und schreiende Menschen (Kreisch), die vor ihm davonlaufen 😛
Eine besondere Stelle nimmt Chris Pratts Rolle (bekannt als Starlord aus Guardians Of The Galaxy) ein. Dieser ist als Owen Grady für die Raptoren verantwortlich und hat diese auf sich geprägt. Er ist einer der wenigen, der sie Dinosaurier nicht als Profitprodukte sondern als atmende Lebewesen ansieht. Noch dazu ist er aber auch der Held in der Not und hilft der Prakmanagerin Claire ihre Neffen Gray und Zach zu retten, die gerade verschwunden sind, als der Indominus Rex ausbrach.
Alle Achtung hierbei an Bryce Dallas Howard, die Claire Dearing spielt, die den ganzen Film in ihren hochhackigen Schuhen verbringt. Egal ob Auto fahren, durch den Urwald streifen oder vor einen Saurier fliehen, die Frau kann wirklich alles. Ich glaube, selbst Lara Croft hätte das nicht besser machen können 😉
Außer der familiären Stimmung, die durch die Neffen und ihre Tante vermittelt wird, geht es natürlich im Hauptteil um die Dinos. In Jurassic World sieht man diese Tiere anders als in seinen Vorgängern. So gibt es einen Streichelzoo und eine Wassershow.

Alles in allem ist Jurassic World gut gemacht und steht seinen Vorgängern in nichts nach. Zwar ist er nicht revolutionär anders, aber dennoch in sich und mit den anderen Teilen stimmig. Die Charaktere, gut wie böse sowie Mensch und Saurier, sind gut gestaltet, wenn auch nicht immer vollkommen erklärt (Ich hoffe auf eine längere Filmversion auf BluRay). Für mich bekommt Jurassic World 08 von 10 Punkten. Vom Inhalt ist er dem ersten zu ähnlich, aber schafft es dennoch den Spannungsbogen zu halten und mit kleinen Witzen aufzulockern.

2) Jurassic World – Kritik von Markus Jäger

Mit zehn Jahren betrat ich den 1993 errichteten Jurassic Park zum ersten Mal und ich war mehr als begeistert. Aber auch zwölf Jahre später, als ich ihn erneut sah, hat der Film nichts von seinem Charme verloren. Deshalb war ich skeptisch, dass es nach zwei weniger guten Fortsetzungen einen vierten Teil geben würde. Umso enttäuschender fand ich den ersten Trailer. Für meinen Geschmack zu actionreich und zu viele Szenen vom ersten Teil entnommen. Daher war ich mir auch unsicher, ob ich überhaupt in den Film gehen wollte. Die Neugier überwog dann aber doch und ich wurde positiv überrascht.

Zunächst kurz zum Inhalt: 22 Jahre, nachdem der Wunsch des damaligen Leiters John Hammond, einen Vergnügungspark mit Dinosauriern zu errichten, jäh zerplatzt ist, wird dieser Traum im Süden der fiktiven Insel Isla Nublar Wirklichkeit. Bereits seit einigen Jahren zieht der Park jährlich zehn Millionen Besucher an. Die beiden Brüder Gray und Zach besuchen nach langer Zeit ihre Tante Claire, die eben diesen Erlebnispark „Jurassic World“ leitet. Da sie allerdings keine Zeit für ihre Neffen hat, überlässt sie die Beiden ihrer Assistentin Zara, die sich um sie kümmern soll. Derweil holt sich Claire Rat bei dem ehemaligen Militär-Soldaten und derzeitigen Verhaltensforscher Owen um eine sichere Unterbringung für den aus mehreren Arten herangezüchteten und hoch intelligenten Saurier Indominus Rex zu gewährleisten. Allerdings kommt es wie es kommen muss und der Indominus Rex entkommt aus seinem Gehege…

Natürlich haben sich 22 Jahre nach dem ersten Teil, in denen es zwei Jurassic Park Fortsetzungen gab, die Sehgewohnheiten geändert und es ist auch aufgrund der heutigen technischen Möglichkeiten schwierig dem Zuschauer noch etwas Neues und Einzigartiges zu bieten, wie es damals möglich war. Dementsprechend musste der Regisseur Colin Trevorrow auch alles größer, lauter und schneller machen: Mehr Dinos, mehr potenzielle Opfer und natürlich mehr Action um den heutigen Kinogänger noch zufriedenstellen zu können. Trotzdem schafft er es vor allem am Anfang den Zauber und Charme, den der erste Teil hatte, einzufangen. Wenn die Brüder zum ersten Mal durch die Tore des Parks fahren, die fast exakt denen des alten Jurassic Parks gleichen, unterstützt von der altbekannten Musik des ersten Teils, fühlt man sich gleich wieder wie zu Hause. Als wäre man nie weg gewesen. Überhaupt werden viele Elemente des ersten Teils übernommen und entsprechend des derzeitigen technischen Standes abgewandelt. Natürlich kommt auch Steven Spielberg typisch die Bedeutung und Wichtigkeit von Familien nicht zu kurz. Insgesamt gibt es für Jurassic Park -Kenner zahlreiche Referenzen auf den ersten Teil, bei denen bei mir nicht nur einmal das Fan-Herz aufgegangen ist. (Wer sich nach Sichtung des Films weiter darüber informieren möchte, kann dies gerne hier tun.) Auch die eigentlichen Hauptdarsteller – die Dinosaurier – sind großartig animiert und die Actionszenen ausgezeichnet in Szene gesetzt. Allerdings gibt es hiervon meiner Meinung nach fast zu viele, wobei der Abenteuercharakter und die einzigartigen Gänsehaut-Momente, die der erste Teil noch vorweisen konnte, etwas zu kurz kommen. Auch dass der ganze Park bereits mit Millionen Besuchern gefüllt ist, lässt die Beklemmung und die Spannung, die im ersten Teil noch anhielt, etwas verschwinden. Vielleicht hätte dem Film an der einen oder anderen Stelle weniger Dino-Action und mehr Suspense besser getan. Darüber hinaus hätte ich mir etwas mehr Eigenständigkeit in der Story gewünscht, auch wenn ich als Fan des ersten Teils die vielen Referenzen nicht missen möchte.
Die menschlichen Figuren sind gegenüber den Dinos leider etwas blass und von der Figurenzeichnung sehr stereotypisch und klischeehaft geraten. Die Schauspielleistungen sind den Charakterisierungen entsprechend ausreichend, wobei nur Chris Pratt als herzensguter Tiertrainer etwas heraussticht und mit seinem typischen Humor die ansonsten sehr ernste Handlung etwas auflockert.

Insgesamt haben die Macher aus dem schon sehr antiquierten Thema das bestmögliche herausgeholt und einen sehr kurzweiligen Blockbuster erschaffen, der vor allem Kennern und Liebhabern des ersten Teils so einiges Mal das Herz aufgehen lässt, aber sich stellenweise leider doch zu sehr auf der Dinoschau und der Action ausruht und kaum etwas Eigenständiges bietet.
Demzufolge gebe ich dem Film 07 von 10 in einer Restaurantküche hausenden Raptoren plus ein Hologramm eines Dilophosaurus als Fan-Bonus.

 

Spy – Susan Cooper Undercover

Auch am 04.06.2015 erschien der neue Film mit Melissa McCarthy in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Susan Cooper arbeitet bei der CIA als „Stimme im Ohr“ von Agent Bradley Fine. Als dieser jedoch in Schwierigkeiten gerät, gibt sie ihren Schreibtischjob auf und versucht sich selbst als Agentin. Dabei weicht sie aber vom Plan ab und versucht selbst die Atombombe zu finden.

Melissa McCarthy überzeugte in letzter Zeit eher weniger durch starke Rollen und eher durch flachen Humor, der sie stark auf ihr Gewicht reduzierte. Daher ging ich an diesen Film auch eher kritisch heran. Der Humor bezieht sich in diesem Film jedoch nur selten auf ihr Gewicht und landet auch nur selten „unter der Gürtellinie“. Trotzdem kann er nicht großartig punkten, da er in jeder Situation sehr vorhersehbar war. Die Handlung ist gut gestrickt, aber leider ebenso vorhersehbar.
Während Melissa McCarthy zwar nicht ihre beste, aber doch eine vorzeigbare, Leistung ablegt, parodiert sich Jason Statham gekonnt selbst. Während er auf harten Macho macht, behindert er sich gekonnt selbst. Das Highlight des Films (für mich zumindest) ist, wenn Statham gefühlt jeden seiner abenteuerlichen Stunts seiner bisherigen Filme aufzählt. Hierfür ein großes Lob an den Drehbuchautor.
Aber trotz allem, dass der Humor sehr einfach und die Handlung vorhersehbar ist, trifft er jedoch genau den richtigen Punkt bei einer Großzahl der Zuschauer. Für die große Leinwand ist er daher vielleicht nicht zu empfehlen, aber für einen DVD mit Freunden definitiv zu empfehlen.

Alles in allem erhält der Film 05 von 10 möglichen Punkten.

Kind 44

Ebenfalls am 04.06.2015 erschien die Romanverfilmung basierend auf der Romantrilogie „Child 44“ von Rob Tom Smith in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Als Kriegsheld aus dem zweiten Weltkrieg steht Leo Demidow, inzwischen hochrangig beim russischen Geheimdienst, 1953 im Zwiespalt. Jemand bringt Kinder, unter anderem das von seinem Kollegen, um und verstümmelt diese. Doch Mord gibt es offiziell nicht im kommunistischem Russland. Gleichzeitig beschuldigt ein Gefangener auch Demidows Frau der Spionage.

Basierend auf wahren Begebenheiten schafft der Film es nicht den Zuschauer abzuholen. Die Handlung ist undurchsichtig, ebenso das Handeln der Charaktere. Es sind mehrere Handlungsstränge, die parallel verlaufen, aber jeder für sich hätte für einen ganzen Film gereicht. Daher wirkt jeder Strang vernachlässigt und nicht ausreichend erzählt. Teilweise verweben die Stränge auch und spätestens dann sieht man als Zuschauer nicht mehr durch, was der Film einen eigentlich erzählen möchte. Die Film ist gesprickt mit mehreren Kämpfen und wilden Verfolgungsjagden. Aber auch diese sind sehr lieblos erzählt und erzeugen keine Spannung im Film.
Die Schauspieler können in diesem Film durch die Reihe weg nicht überzeugen. Allen voran als Tom Hardy als Leo Demidow, der schon in Mad Max ziemlich blass neben Charlize Theron wirkte. Sein Zwiespalt zwischen Liebe zu seiner Frau und Treue zu seinem Land oder zu seinem Freund wird nur durch die Handlung nicht aber durch sein Spiel deutlich. Auch Noomi Rapace und Joel Kinnaman kauft man ihre Rollen nicht ab. Ihre Texte wirken auswendig gelernt und es ist eine Seltenheit, dass sie wirklich Emotionen sehen. Lediglich Gary Oldman schafft es ein paar Emotionen in seine Rolle zu schaffen, die leider viel zu klein ist, als dass er es hätte herausreißen können. Auch treffen wir Charles Dance wieder als „Retter“ am Ende des Films, wie schon in Imitation Game. In diesen Film hätte er eine größere Rolle definitiv verdient gehabt und hätte damit wohl auch einiges rausreißen können.
Ich habe auch diesen Film im Originalton gesehen. Hierbei gab es jedoch einige Verständnisprobleme, da der Cast aus Australier, Briten, Dänen und Schweden besteht, die allesamt versuchen mit russischem Akzent zu sprechen. Hier wäre die Wahl mit englischsprachigen Russen wohl eher gelungen.

Alles in allem kann der Filme von vorne bis hinten nicht überzeugen und erhält daher auch nur 02 von 10 möglichen Punkten.

Die Frau in Gold

Am 04.06.2015 erschien das amerikanisch-britische Drama mit Helen Mirren in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: 1938 marschierte die deutsche Wehrmacht in Österreich ein und beschlagnahmte allerlei Kunst. So auch die Sammlung der Familie von Maria Altmann, die sich als Juden nicht schnell genug in Sicherheit gebracht haben. Viele Jahre später, Maria wohnt inzwischen in Los Angeles, erinnert sie sich noch immer an ihre Tante Adele und das Bild des Künstlers Gustav Klimt. Zusammen mit dem befreundeten Anwalt Randol Schoenberg versucht sie ihren Besitz zurückzuerlangen. Doch Österreich zeigt sich wenig kooperativ.

Die Geschichte der Maria Altmann wird in „Die Frau in Gold“ absolut rührend erzählt. Der Zwiespalt der Maria zwischen Erinnerung und bitterer Realität. Zwischen schönen Erinnerungen und Schmerzen längst verdrängter Erinnerungen. Ich hatte zudem das Glück den Film im Originalton zu sehen, was den Film das gewisse Etwas verleiht, denn viele Textzeilen sind auf Deutsch geblieben.
Die Handlung baut sich am Anfang etwas schleppen auf bis Maria ihren Anwalt Randol überredet hat für sie einzutreten. Ab da verfolgt man voller Spannung den Kampf Marias um das Bildnis ihrer geliebten Tante. Und bei jeder Zurückweisung, die sie erhält, fühlt man mit ihr. Gerade gegen Ende häufen sich die Gerichtsverhandlungen, aber selbst die werden durch humorvolle Einlagen nicht langweilig. Gerade das Ende hat es dann geschafft mich zu Tränen zu rühren. Der Film springt gekonnt zwischen gegenwärtigen Ereignissen und den Geschehnissen aus Marias Kindheit. Es wird ihre Beziehung zu ihrer Tante in Bilder gefasst und auch die Schrecken der Nazizeit für die Juden werden nicht beschönigt, aber auch nicht übertrieben dargestellt.
Helen Mirren überzeugt von Anfang an grandios in ihrer Rolle als Maria Altmann. Ryan Reynolds wirkt am Anfang noch etwas blass, als wüsse er nicht so ganz, was er für einen Charakter verkörpern soll, dies steigert sich aber immer mehr im Film und ab der Hälfte beweist er auch noch dem letzten Zweifler, was für ein starker Charakterschauspieler er ist. Lediglich Charles Dance ermüdet in der immer gleichen Rolle als autoritärer Vorgesetzter. Dies sahen wir zuletzt bereits in Imitation Game und auch in Kind 44 (Kritik folgt). Hier wünscht man sich als fleißiger Kinobesucher doch etwas Abwechslung.

Alles in allem ist der Film definitiv einen Besuch wert und erhält von mir 08 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst im Juni 2015

Hallo ihr Lieben,
da ich jetzt (endlich) im aktuellen Monat bin, wird dies das letzte Mal sein, dass die ich meine verpassten Filme vorab aufzähle. Ab nächstem Monat zähle ich euch die verpassten Filme am Ende eines Monats auf. Der Monat Juni ist zwar noch nicht vorbei, aber so wie meine nächste Woche geplant ist, wird es wohl bei den Filmen als verpasst bleiben.

1) Jurassic World: Da ich die frühere Trilogie nicht kenne, hatte ich nicht so den großen Drang den Film zu sehen. Aber trotzdem würde ich ihn gerne einmal sehen. (Demnächst gibt es aber Gastkritiken zu dem Film, damit ihr trotzdem wisst, ob ihr ihn sehen solltet oder nicht)

2) Big Game: Der Trailer sah ganz interessant aus, Samuel L. Jackson als Präsident der USA, der entführt werden soll. Ins Kino hab ich es leider nicht geschafft, aber sehen möchte ich den Film trotzdem noch.

3) Ted 2: Steht sehr weit oben auf meine Liste, aber in diesem Monat schaff ich es nicht mehr den Film zu sehen. Der erste Teil war schon gut und ich bin gespannt, ob der zweite Teil da mithalten kann.