Meg 2

Ein Vorwort

Trotz vernichtender Kritiken konnte Meg 2018 anscheinend ein befriedigendes Einspielergebnis vorweisen, so dass es wohl nicht verwunderlich ist, wieso noch ein zweiter Teil produziert wurde. Die Erwartungen waren niedrig, war doch schon der Erste ein ziemlich trashiges Spektakel, das sich viel zu ernst nahm. Warum der zweite Teil gleichzeitig besser und doch schlechter war, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring dieses Absatz einfach.

Bei einer privaten Unterwassermission reist ein Forschungsteam tiefer als der Marianengraben. Dabei treffen sie auf ein Wesen, das sie direkt angegreift. Dort unten gestrandet, scheint es nur einen Mann zu geben, der sie retten kann. Doch Jonas Taylor hat dem Meer den Rücken gekehrt, nachdem er bei einer Mission beschuldigt wurde unrechtmäßig Leute dem Tod überlassen zu haben. Da an Bord jedoch auch seine Ex-Frau festsitzt, gibt er dem Drängen seines alten Freundes Mac nach. Er kann das Boot evakuieren, doch muss wieder ein Besatzungsmitglied zurücklassen. Bei der Mission konnte aber nicht nur das Boot, sondern auch ein riesengroßer Hai entkommen, der sich als ein Megalodon entpuppt. Diese Ur-Haie galten eigentlich als ausgestorben.
Die Crew versucht nun diesen zu töten, stößt dabei aber schnell an ihre Grenzen. Schließlich scheint es ihnen doch gelungen zu sein. Kurz darauf müssen sie feststellen, dass sie jedoch lediglich einen großen Hai, nicht jedoch den Meg erlegt haben. Dieser rächt sich kurz darauf und bringt das Boot zum kentern, wobei drei Besatzungsmitglieder sterben. Während sie nun den Behörden alles melden wollen, damit der Meg keine Unschuldigen töten kann, versucht der Besitzer der Forschungsstation die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und alles weiterhin zu vertuschen. Dabei stirbt dieser.
Der Meg nimmt nun Kurs auf Hainan, wo er Strandbesuchende angreift. Jonas und Suyin versuchen mit Tauchbooten den Meg abzulenken und schließlich zu erledigen, während die restliche Crew versucht die Urlauber zu evakuieren. Am Ende kann Jonas den Meg schwer verletzten. Haie werden vom Blut angelockt und erledigen den Rest.

Die Handlung

Nach den Ereignissen mit dem Megalodon ist die Forschungsstation deutlich gewachsen. Das Team besteht aus einigen Überlebenden und neuen Mitgliedern. Doch bei einem erneuten Tauchgang stellen sie fest, dass eine illegale Unterwasserstation wertvolle Ressourcen abbaut. Jonas (Jason Statham) und sein Team müssen nicht nur mit den Megs klarkommen, sondern auch das Rätsel um die Station lösen.

Meine Meinung

Ich hatte absolut keine Erwartungen an Meg 2, wie auch schon beim Ersten. Obwohl die Handlung selbst sehr trashig war, hat er sich sehr ernst genommen, weswegen er die meisten Witze verschenkt hatte. Nun war die Überlegung, ob ich mir den zweiten Teil überhaupt anschauen wollte. Aber die Auswahl im Kino war nicht groß und so fragte ich meinen besten Freund mit dem Hintergedanken, dass wir uns im Zweifelsfalls einfach über den Film lustig machen könnten.
Und zunächst schien es auch so, als ob wir einen sehr düsteren und ernsten Unterwasserthriller kriegen, der leider wieder mit den Schwächen des ersten Teils zu kämpfen hatte, aber dann drehte sich die Stimmung völlig und wir bekamen endlich das trashige Creature Feature, das wir verdient haben. Aber von vorne.
Zunächst reisen wir weit in die Vergangenheit. Und mit weit, meine ich sehr weit. So ungefähr 65 Millionen Jahre. Die erste Szene erschließt sich im späteren Verlauf, wirkt zunächst aber seltsam fehl am Platz. Dann lernen wir die neue Ausgangssituation kennen. Die Firma wurde erneuert, wir lernen neue Charaktere kennen, treffen auf altbekannte und müssen feststellen, dass es auch ein paar nicht in den zweiten Teil geschafft haben. Inzwischen gibt es regelmäßige Unterwassererkundungen, wobei neue Ariale kartografiert werden. Außerdem gibt es inzwischen ein Meg-Baby, das in Gefangenschaft aufwächst. Während man hier noch vermutet, dass es vielleicht im späteren Verlauf einen Sinn hat, sollte es eigentlich besser wissen.
Die erste Hälfte fand nach der Exposition größtenteils unter Wasser statt. Hier ist der Vergleich mit dem 2020 erschienenden Underwater naheliegend. Allerdings schafft es The Meg an keiner Stelle die Atmosphäre aufzubauen. Während eine ganze Forschungsstation dafür notwendig ist, dass zwei U-Boote die neuen Areale erkunden können, sollen wir glauben, dass eine Handvoll Leute heimlich eine ganze Unterwasserstation gebaut haben, um nach seltenen Mineralien zu graben, ohne, dass es jemand mitbekommen hätte? Aber auf Logik darf man bei diesem Film sowieso nicht achten. Während hier wie gesagt noch versucht wurde ein Unterwasser-Thriller mit leichten Horrorelemente zu schaffen, was kaum funktioniert, da sich wieder zu sehr auf Jason Statham als großen Retter konzentriert wurde und wir ganz nebenbei noch ein stures Kind mit dabei haben, wendet sich die Stimmung, sobald wir wieder an die Oberfläche kommen.
Ab hier versucht sich der Film zunächst an einem typischen Actionfilm mit begrenztem Raum und nebenbei der ständig präsenten Gefahr durch gleich drei Megs. Hier gab es bereits erste gut eingesetzte Gags, neben der sehr wirren Handlung. Völlig ins Chaos stürzt der Film, sobald wir uns vom offenen Meer wegbewegen und näher an die Küste kommen. Hier bekommt dann auch die erste Szene wieder einen Sinn, auch wenn ab hier gar nichts sinnvoll mehr ist. Dafür bekam ich endlich das, was ich von Anfang an erwartet habe: Trashiges Creature Feature.
Die Charaktere rennen alle wild durch die Gegend, machen die gleichen Fehler wieder und wieder, dazwischen laufen ein paar blutrünstige Kreaturen herum, Jason Statham macht seine Solonummer, aber wisst ihr was? Ich hatte unglaublich viel Spaß dabei! Ich habe sehr viel gelacht, habe mich über die Fehler der Charaktere amüsiert, vielleicht auch manchmal die Kreaturen angefeuert und kam einfach unglaublich unterhalten aus dem Kino.
So war der Film nicht wirklich gut, es fühlt sich an, als hätte man zwei verschiedene Ideen in einen Film gepresst, aber wenn man den über die erste Hälfte hinwegsieht, kann er wenigstens unterhalten.

Das Fazit

Meg 2 presst zwei Ideen in einen Film, versucht zunächst atmosphärisch zu sein, was misslingt, und gibt sich am Ende selbst auf. Allerdings ist gerade das der Teil, der wunderbar unterhalten kann. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Meg 2 läuft seit dem 03.08.2023 in den deutschen Kinos

Meg

Ein Vorwort

70,7% der Erdoberfläche sind mit Wasser bedeckt. Und die Tiefen des Ozeans sind noch immer die am wenigsten erforschte Region der Welt. Grund genug, um sich mit einem neuen Film mit einem als ausgestorben geltenden Vertreter zu befassen. Dabei hat sich Meg wohl Spielbergs Weißen Hai als Vorbild genommen, jedoch war dieser wohl nicht groß genug. Also musste nun der Megalodon antreten. Forscher schätzen ihn auf eine Gesamtlänge von 12-18 Metern. Im Vergleich wird ein Wal zwar über 6 Meter lang, aber bei weitem keine 12 Meter. Können sich Jason Statham und sein Team gegen so eine Monstrosität wehren?

Die Handlung

Die Mana One ist eine Unterwasserforschungseinrichtung des Milliardärs Jack Morris (Rainn Wilson). Aktuell befasst sie sich mit der Theorie, dass der Marianengraben noch wesentlich tiefer ist, als bisher angenommen. Doch bei einer Forschungsmission wird eine Kreatur der Tiefe geweckt und gelangt nun ebenfalls an die Oberfläche. Ein Megalodon. Nun muss das Team um Dr. Minway Zhang (Winston Chao) und Jonas Taylor (Jason Statham) ihn einfangen und töten, ehe er unschuldige Menschen tötet. Doch der „Meg“ denkt gar nicht daran und macht den Forschern das Leben schwer.

Meine Meinung

Wer allein den Trailer gesehen hat, wusste, dass es sich mit Meg eher um einen Actionspaß als wirklich um einen anspruchsvollen Film handelt. Vielleicht hätte man das vorher den Machern des Films sagen sollen, denn die scheinen bis zum Ende des Films überzeugt zu sein, dass die Kinowelt den Film ebenso ernst nehmen würde. Dabei hat uns Regisseur Jon Turteltaub bisher immer wieder begeistern können. Sei es mit seiner Kultkomödie Cool Running oder der Vermächtnis-Reihe (Das Vermächtnis der Tempelritter & das Vermächtnis des geheimen Buches). Hier vermochte er Humor und dramatische Geschichte gut zu vereinen. Bei Meg hingegen ist nun so einiges schief gelaufen.
Angefangen haben die Unstimmigkeiten mit dem Megalodon selbst. Denn während er an sich eindrucksvoll inszeniert ist und das Special Effects Team sich wirklich große Mühe gegeben hat, waren sie sich wohl nicht so ganz einig, wie groß der Meg nun wirklich sein soll. Denn in den ersten Szenen unterhalb des Marianengrabens ist das Vieh einfach mal riesig! Danach variiert die Größe aber sehr stark, so dass er am Ende auch einfach mal in Strandnähe unterhalb der Strandbesucher hinwegschwimmen kann, ohne das diese es sofort bemerken. Diese Diskrepanz mit der Größe dürfte wohl auch mit verantwortlich sein für die Verwechslung mit einem weißen Hai.
Das zweite Manko ist Jason Statham bzw. seine Rolle des Jonas Taylor. Denn Taylor fängt als in Ungnade gefallener Mann an, der nichts mehr mit dem Meer und seinen Tiefen zu tun haben will. Mit nur einem einzigen Satz kann er dann doch überzeugt werden, sich dem Rettungsteam anzuschließen und wird dort zugleich zum Supermacho, der natürlich auch direkt wieder freiwillig im Taucheranzug und mit Harpune bewaffnet ins Wasser springt und dem Meg entgegen schwimmt. Seine sehr heroischen Taten sind dabei so übertrieben, dass man es nur noch mit einem genervten Augenrollen erträgt, wenn er das nächste Mal wieder ins Wasser springt, um jemanden zu retten.
Auch die Idee, dass ein Forschungsteam, das teilweise nicht einmal schwimmen kann, auf einem kleinen Boot losfährt, um den Meg zu fangen und zu töten, zeugt wohl nicht von einer sehr brillanten Idee. Umso einfacher ist es, die Charaktere einer nach dem anderen als Kanonenfutter zu benutzen. Tatsächlich habe ich mich nur einem einzigen Charakter gefürchtet und das liegt auch nur daran das die Jaxx Herd von Ruby Rose gespielt wurde und mir diese Frau spätestens seit XxX 3 sehr sympathisch ist. Ansonsten war ich eindeutig pro Megalodon, denn viele unüberlegte Handlungen verdienten einfach bestraft zu werden.
Wenn man ganz ehrlich ist und auch ganz genau danach sucht, dann hat Meg auch ein paar positive Aspekte. Zum einen wird erneut die große cineastische Grundsatzdiskussion aufgerollt. Wissenschaftler kriegen nicht genug, und erforschen immer mehr und werden direkt mit ihren Taten – in diesem Fall durch das Erwachen des Megalodons – bestraft. Leider kommt dieser Ansatz viel zu kurz und man muss ihn schon ganz genau suchen. Auch ist Meg – leider auf ungewollte Art – mitunter sehr lustig. Als Trashfilm hätte er wohl auch sehr gut funktioniert. Leider nimmt sich der Film viel zu ernst und wichtig.

Das Fazit

Meg hat leider von allem zu wenig. Zu wenig Handlung, zu wenig interessante Charaktere, zu wenig Spannung. Denn dadurch, dass dem Zuschauer die Bindung zu den Charakteren fehlt, ist es letztendlich egal, wer alles vom Meg gefressen wird. Mit der Ausgangsprämisse hätte man durchaus mehr anfangen können. Aber dafür hätte man sich zunächst auch einfach einigen müssen, wie groß der Meg denn nun sein soll. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Meg läuft seit dem 09.08.2018 in den deutschen Kinos.