American Assassin

Am 12.10.2017 erschien ein neuer Film mit Michael Keaton in den deutschen Kinos.

Mitch Rapp musste bei einem Terroranschlag mit ansehen, wie seine Verlobte niedergeschossen wurde und dann starb. In Folge seiner Trauer, trainierte er verschiedene Kampftechniken und den Umgang mit Schusswaffen. Nachdem er sich in einer Terrortruppe einschleusen konnte, wird die CIA auf ihn aufmerksam und er wird Stan Hurley unterstellt. Doch obwohl Rapp kaum fähig, sich an Regeln zu halten, wird er schon bald auf eine wichtige Mission geschickt.

Manchmal kommt es halt doch anders als geplant. Vince Flynn hatte bereits mehrere Werke über den CIA-Agenten Mitch Rapp geschrieben und die Rechte an seinem Werk verkauft. Dann wurde die Verfilmung des Teils „der Feind“ geplant und mehrere große Namen standen im Raum Mitch Rapp zu spielen. Doch der Plan wurde mit Erscheinen des Prequels „American Assassin“ verworfen und der spät erschienende, aber vor den anderen Werken spielende Teil wurde als erster Film in Betracht gezogen. Nach langem hin und her – und der Absage von Chris Hemsworth – wurde letztendlich Dylan O’Brien gecastet, mit der Absicht die Rolle mit dem Schauspieler zusammen altern zu lassen. An sich keine schlechte Idee doch einfach mal die Geschichte chronologisch zu erzählen und die Zuschauer nicht Jahre später mit einem Prequel zu nerven.
So beginnt der Film auch gleich mit jenem schicksalshaften Tag am Strand, wo Mitch Rapp Zeuge eines Terroranschlags und dem Tod seiner Verlobten wird. Die Verwandlung zum Muskelpaket wird dann übersprungen und der Zuschauer trifft ihn wieder, als er bereits kurz davor ist, sich erfolgreich in eine Terrorgruppe einzuschleusen. So lernt man bereits innerhalb der ersten Viertelstunde zwei Seiten von Rapp kennen und kann seine darauffolgenden Taten besser verstehen. Ein geschickter Erzählzug im Gegensatz zu Rapp erst als den knallharten und verschlossenen Typen vorzustellen, um dann hinterher Hände ringend zu erklären zu versuchen, warum er so geworden ist. Der Rest der Handlung verläuft dann aber doch stark nach dem üblichen Schema, so dass der Ausgang der Handlung bis auf wenige Überraschungen doch sehr vorhersehbar ist. Was ihm hier jedoch an Kreativität fehlt, macht er durch gut ausgewählte Drehorte wieder wett. So jetten die Charaktere gefühlt um die halbe Welt. Leider kann auch dies den Spannungsbogen nur bedingt aufrecht halten. Um darüber hinwegzutrösten wurde der Film sehr blutig. Dabei übertreibt er aber an keiner Stelle, sondern hält die Kamera bei Schusswechsel konsequent drauf und dreht sie nicht nur auf die entsetzten Gesichter der umstehenden Zivilisten. Damit erhielt die ungeschnitte Fassung in Deutschland auch eine FSK Freigabe ab 18 Jahren.
Zumindest Michael Keaton als Stan Hurley versucht zwischendrin immer wieder ein wenig Witz zur Auflockerung der ansonsten sehr ernsten Stimmung. Immerhin konnte sich Sanaa Lathan als starke Frauenrolle hervortun und beerbt mit ihrer Dr. Irene Kennedy praktisch Judy Dench als M aus den James Bond Filmen. Sie behält den Überblick und die Oberhand über ihre männlichen Kollegen.
Und was ist mit einer Fortsetzung? Nun, das wird wohl abhängig von den Einspielergebnissen sein, denn die literarische Vorlage gibt es. Aber sollte es einen geben, wäre es sicher interessant zu sehen, in wie weit O’Briens Mitch Rapp sich vom auf Rache sinnenden Jugendlichen weiterentwickeln kann und ob die Entscheidung den Schauspieler mit der Rolle wachsen zu lassen, auch wirklich die richige wahr.

Alles in allem ist American Assassin ein solider Actionfilm geworden, der sich leider kein Alleinstellungsmerkmal erarbeiten konnte, aber trotzdem durchaus sehenswert ist. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

The Founder

Am 20.04.2017 erschien ein Film über die wahre Geschichte hinter dem McDonalds Franchise in den deutschen Kinos.

Ray Kroc hat immer wieder tolle Ideen, was er alles verkaufen könnte und entwickelt immer wieder neue Produkte. Diese kommen aber bei den Käufern immer nur mäßig gut an. Eines Tages trifft er auf die Brüder Mac und Dick McDonald, die in Ihrem Burgerladen das Bestell- und Zubereitungssystem revolutioniert haben. Ray Kroc sieht eine einmalige Chance und möchte das Restaurant zu einem Franchise ausbauen.

Jeder kennt die Fast-Food Kette McDonalds. Weltweit erfolgreich, ernährt sie jeden Tag ca. 1% der Weltbevölkerung. Bekannt daran ist vor allem die Schnelligkeit des Systems. Doch wie vielen ist die Geschichte hinter diesem weltweiten Franchise bekannt? Wer weiß, dass die Brüder Mac und Dick McDonald die Idee der schnellen Bestellung entwickelten, dann aber systematisch aus ihrem eigenen Geschäft gedrängt wurden und heute keinen Cent an dem Unternehmen, das ihren Namen trägt, verdienen? Wie kann so etwas passieren. Die Antwort hat einen Namen: Ray Kroc.
Dieser hatte schon sein ganzes Leben lang immer wieder neue Geschäftsideen. Zum Anfang des Films ist es gerade ein Milchshake-Mixer mit fünf statt nur einem Arm, um fünf Milchshakes gleichzeitig zuzubereiten. Die Nachfrage für das Produkt ist allerdings sehr gering, obwohl Kroc eigentlich ein gutes Verkaufstalent hat. Nur ein einziges Geschäft hat Interesse an gleich mehreren seiner Produkte. Die Brüder McDonald brauchen genau so einen Mixer für ihr neues Restaurant. Interessiert, was das für ein Restaurant sein muss, fährt Kroc direkt hin. Verwirrt, dass vor der Burgerbude eine lange Schlange ist und keine Bedienung sichtbar ist, steigt er aus und stellt sich an. Doch trotz der langen Schlange kriegt er nach wenigen Minuten bereits sein Essen. Völlig begeistert von dem neuen System sucht er das Gespräch mit den beiden Besitzern. Und versucht sie dazu zu überreden ein Franchise zu gründen. Beide sind wenig begeistert, schließen nach langem Zögern jedoch einen Vertrag mit ihm ab. Er soll sich um das Wachstum des Franchises kümmern, muss aber bei allen Entscheidungen mit den Brüdern Rücksprache halten. Die erste Zeit scheint das System aufzugehen, doch Kroc will mehr und will es vor allem schneller, während die Brüder immer heftiger auf die Bremse treten.
Wer die Geschichte der McDonald Brüder kennt, kennt auch den Ausgang des Films. Daher macht der Film auch keinen langen Hehl daraus, was letztendlich passiert und wie der Film enden wird. Stattdessen konzentriert er sich auf das Wie der Geschichte. Wie konnte ein einziger Mann das Imperium McDonalds aufbauen und dabei auch noch die Erfinder und Gründer komplett verdrängen. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Ray Kroc. Trotzdem erfährt der Zuschauer immer nur so viel, wie Kroc auch erzählen will. Seine wahren Beweggründe, die er schon von Anfang an zu haben scheint, verheimlicht er sehr lange. Stattdessen lernt man zunächst wirklich einen Mann kennen, der trotz Verkaufstalent einfach nicht so richtig das wahre Glück in seinem Job findet und es trotzdem immer weiter versucht und dafür sogar seine Ehe komplett vernachlässigt. Man sieht, wie er zunächst zufällig auf das System der McDonalds Brüder stößt und eigentlich zunächst nur sein Stück vom Kuchen haben möchte. Doch nach und nach entwickelt er sich zu einem immer rücksichtloseren Menschen. Doch war das Rücksichtslose schon immer in ihm oder hat der vermeintliche Erfolg ihn zu dem gemacht? Letztendlich befasst sich der Film mit dieser Frage nur ganz sachlich. Die Geschichte wird erzählt, ohne dabei eine Wertung vorzunehmen. Krocs Weg wird nicht verurteilt, aber auch nicht positiv dargestellt. Es ist eine vollkommen nüchterne Darstellung der damaligen Ereignisse. Es ist dem Zuschauer selbst überlassen, ob er sich auf die Seite des Geschäftsmannes Kroc stellt, da es sonst niemals zu der weltweiten Expansion gekommen wäre, oder ob man sich auf die Seite der Brüder McDonald stellt, die ihrer Idee und ihrer Läden beraubt worden sind und keinen Cent an diesem Imperium verdienen.
Am Ende des Films bleibt eine Frage offen, die die Brüder an Kroc stellen. Wieso hat er nicht einfach ein eigenes Restaurant nach dem gleichen System eröffnet, statt die Brüder aus ihrem zu verdrängen? Die Antwort, die Kroc gibt, lässt Platz für Spekulationen, ob dies wirklich der richtige Grund ist. Schauspielerisch gesehen spielen alle Beteiligten auf einem guten Niveau, aber stechen nicht heraus. Vom Spannungsniveau her meistert The Founder den schmalen Grad, der entsteht, wenn einigen Zuschauern das Ende durch die wahren Ereignisse bereits bekannt ist, gut und durch die Konzentration auf das Wie bleibt der Film auf einem guten spannenden Niveau.

Alles in allem ein guter Film, interessant für alle, die an der Geschichte hinter McDonalds interessiert sind. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.