Maze Runner – Die Auserwählten in der Todeszone

Am 01.02.2018 erschien der dritte und letzte Teil der Maze Runner Trilogie in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Jugendliteraturverfilmungen liegen noch immer voll im Trend. Nach den Tributen von Panem und der Bestimmungsreihe, lief 2014 der erste Teil von Maze Runner an mit dem Einzeltitel „Die Auserwählten Im Labyrinth“. Nachdem mich der Film sehr begeistern konnte, weil er durchgehend spannend war, legte ich mir die komplette Trilogie in Buchform zu und verschlang sie daraufhin. Im Jahr 2015 erschien dann der zweite Teil „Die Auserwählten in der Brandwüste“ im Kino. Damals schrieb ich in meiner Kritik, dass ich so gar nicht mit dem Film einverstanden war, weil es sich nur noch teilweise an die Bücher hielt und zwischendurch einfach Elemente des zweiten und dritten Buches wild mischte. Die Dreharbeiten zum dritten Maze Runner Teil „Die Auserwählten in der Todeszone“ verzögerten sich dann, weil Hauptdarsteller Dylan O’Brien sich bei einer Stuntszene schwer verletzte und längere Zeit ausfiel. Dadurch verzögerte sich der Kinostart von Anfang 2017 auf Anfang 2018. Genug Zeit, um das Detailwissen aus den Büchern größtenteils zu verdrängen. In Vorbereitung auf das große Finale habe ich dann die Filme noch einmal gesehen und muss sagen, dass mir inzwischen der zweite Film wesentlich besser als damals bei der ersten Sichtung gefällt. Schafft der dritte Teil es nun das große Finale zu werden, wie im Trailer angekündigt? Immerhin wurden diesmal aus drei Büchern auch nur drei Filme gemacht und nicht das letzte Buch auf Biegen und Brechen versucht auf zwei Filme zu spalten. Das verspricht ja schon mal einiges!

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

Im ersten Teil „Die Auserwählten im Labyrinth“ lernen wir Thomas kennen, der ohne Erinnerung an sein bisheriges Leben auf eine Lichtung gesandt wird. Diese ist umgeben von einem riesigen Labyrinth. Mit auf der Lichtung sind Jungen alle in seinem Alter, die ihn vor dem Labyrinth warnen, denn es beherbergt Monster, die sie „Griever“ nennen. Doch Thomas will sein Schicksal nichts akzeptieren und versucht immer wieder die anderen zu überzeugen die Lichtung zu verlassen und einen Ausweg zu finden. Dabei finden sie heraus, dass es sich um ein Experiment handelt, da die halbe Bevölkerung von einem Virus befallen ist und dadurch den Verstand verlieren und sich in „Cranks“ verwandeln. Die Organisation dahinter ist WCKD, die Experimente an den Jungs durchführt, um ein Heilmittel zu finden.
Im zweiten Teil „Die Auserwählten in der Brandwüste“ wurden einige der Jungs von  Soldaten vermeintlich in Sicherheit gebracht, doch schnell stellt sich heraus, dass auch die angeblich sichere Einheit zu WCKD gehört und sie wieder nur Experimente sind. Thomas und seine Freunde wollen sich das nicht bieten lassen und fliehen in die Brandwüste. Doch hier sind sie den Cranks schutzlos ausgeliefert und werden zugleich von WCKD verfolgt. Ziel ihrer Suche ist der rechte Arm, eine Rebellengruppe. Doch der Weg zu denen ist lang und beschwerlich

Die Handlung

Der rechte Arm ist von WCKD zerschlagen worden und versucht nun ein paar Gefangene von WCKD zu befreien, um sie alle in den sicheren Hafen zu bringen. Doch Thomas (Dylan O’Brien) und seine Freunde Newt (Thomas Brodie-Sangster) und Bratpfanne (Dexter Darden), wollen nicht aufgeben, ehe sie Minho (Ki Hong Lee) befreit haben. Dafür müssen sie in die letzte Stadt, die noch nicht vom Virus befallen ist und in das Hauptgebäude von WCKD. Hilfe bekommen sie von Jorge (Giancarlo Esposito) und Brenda (Rosa Salazar), die sie im zweiten Teil in der Brandwüste kennengelernt haben. Das große Finale beginnt.

Meine Meinung

Die Maze Runner Teile zeichneten sich bisher immer dadurch aus, dass sie Dialoge nur da einsetzten, wo es absolut notwendig war, um die Handlung zu erklären, ansonsten setzte Regisseur Wes Ball auf bildgewaltige Settings und einem sehr hohen Spannungsgrad. Die Darsteller waren praktisch immer irgendwo in Bewegung und Flucht scheint das allgemeine  große Thema zu sein. Das funktionierte in den bisherigen zwei Teilen ziemlich gut. Doch nun musste für das große Finale natürlich noch einmal eine Schippe drauf gelegt werden. So ganz ohne Logiklöcher kam es dann nicht mehr aus. Schon die erste Szene zeigte deutlich den Ton des Films, wenn Thomas und ein paar seiner Freunde gegen eine ganze Gruppe von ausgebildeten Soldaten kämpfen. Dies funktionierte natürlich nur mit dem „Stormtrooper“-Effekt. Sprich die gut ausgebildeten Soldaten schossen permanent daneben, während bei den Jungen, die kurz davor noch nie eine Schusswaffe in der Hand hatten, trafen natürlich bei fast jedem Schuss. Wenn man darüber aber hinweg sehen kann, macht der Film gleich von Anfang an großen Spaß. In dieser Manier verfährt der Film dann auch weiter. Kurze Dialoge, in der die nächsten Schritte beschlossen werden, wechseln sich mit langen Actionsequenzen ab. Auch wenn man die Bücher nicht gelesen hat, wird der Film ab hier immer wieder sehr vorhersehbar, da es eine anscheinend aussichtslose Situation gibt und dann immer in letzter Sekunde doch noch eine Rettung gibt. Hätte man auch drauf kommen können. Erst mit Ankunft vor den Toren der letzten Stadt, gibt es wieder eine relevantere Handlung und genau dort beginnt wieder  das Staunen über das geschaffene Universum und die Bilder. Das große Finale kann beginnen und genau das tut es auch! Wer vorher noch ein bisschen locker im Kinosessel saß, wird nun starr vor Spannung auf die Leinwand starren. Zwar sind einige Szenen vielleicht etwas übertrieben – zum Beispiel, wenn ein Bus mit einem Kran über eine Mauer gehoben wird – aber wenn man nicht allzu sehr auf die paar Logiklöcher achtet, findet man hier ein Finale, das einem nicht so schnell wieder aus dem Kopf geht. Am Ende ist auch das klare „Wir gegen die Anderen“-Denken aufgehoben, da jeder nur noch seinen eigenen Plan zu verfolgen scheint, was vielleicht etwas unübersichtlich wirkt, aber dadurch einfach nicht mehr vorhersehbar ist.
Für Gegner von allzu patriotischen Filmen ist der Film definitiv nichts, denn hier kann jeder ein Held werden, der über sich hinauswächst. Doch auch darüber kann man – wenn man denn will – hinwegsehen, weil es keine minutenlangen patriotischen Reden gibt, dafür ist nämlich überhaupt keine Zeit. Leider ist auch keine Zeit für großartige Charakterentwicklungen. Freund und Feind sind zwar nicht immer gut zu bestimmen, aber größtenteils bleiben die Charaktere doch in  ihren vorgefertigten Rollen.

Das Fazit

Die Auserwählten in der Todeszone ist genau das große Finale, was angekündigt wurde und spart zwar wieder mit Dialogen und Handlung, funktioniert aber als Abschluss der Reihe sehr gut. Wer die ersten Teile gerne mochten, findet hier ein würdiges Ende. Wer sich mit den ersten Teilen noch nicht so richtig anfreunden konnte, wird mit dem dritten Teil definitiv nicht glücklich werden. Ich vergebe 07 von 10 möglichen Punkten.

American Assassin

Am 12.10.2017 erschien ein neuer Film mit Michael Keaton in den deutschen Kinos.

Mitch Rapp musste bei einem Terroranschlag mit ansehen, wie seine Verlobte niedergeschossen wurde und dann starb. In Folge seiner Trauer, trainierte er verschiedene Kampftechniken und den Umgang mit Schusswaffen. Nachdem er sich in einer Terrortruppe einschleusen konnte, wird die CIA auf ihn aufmerksam und er wird Stan Hurley unterstellt. Doch obwohl Rapp kaum fähig, sich an Regeln zu halten, wird er schon bald auf eine wichtige Mission geschickt.

Manchmal kommt es halt doch anders als geplant. Vince Flynn hatte bereits mehrere Werke über den CIA-Agenten Mitch Rapp geschrieben und die Rechte an seinem Werk verkauft. Dann wurde die Verfilmung des Teils „der Feind“ geplant und mehrere große Namen standen im Raum Mitch Rapp zu spielen. Doch der Plan wurde mit Erscheinen des Prequels „American Assassin“ verworfen und der spät erschienende, aber vor den anderen Werken spielende Teil wurde als erster Film in Betracht gezogen. Nach langem hin und her – und der Absage von Chris Hemsworth – wurde letztendlich Dylan O’Brien gecastet, mit der Absicht die Rolle mit dem Schauspieler zusammen altern zu lassen. An sich keine schlechte Idee doch einfach mal die Geschichte chronologisch zu erzählen und die Zuschauer nicht Jahre später mit einem Prequel zu nerven.
So beginnt der Film auch gleich mit jenem schicksalshaften Tag am Strand, wo Mitch Rapp Zeuge eines Terroranschlags und dem Tod seiner Verlobten wird. Die Verwandlung zum Muskelpaket wird dann übersprungen und der Zuschauer trifft ihn wieder, als er bereits kurz davor ist, sich erfolgreich in eine Terrorgruppe einzuschleusen. So lernt man bereits innerhalb der ersten Viertelstunde zwei Seiten von Rapp kennen und kann seine darauffolgenden Taten besser verstehen. Ein geschickter Erzählzug im Gegensatz zu Rapp erst als den knallharten und verschlossenen Typen vorzustellen, um dann hinterher Hände ringend zu erklären zu versuchen, warum er so geworden ist. Der Rest der Handlung verläuft dann aber doch stark nach dem üblichen Schema, so dass der Ausgang der Handlung bis auf wenige Überraschungen doch sehr vorhersehbar ist. Was ihm hier jedoch an Kreativität fehlt, macht er durch gut ausgewählte Drehorte wieder wett. So jetten die Charaktere gefühlt um die halbe Welt. Leider kann auch dies den Spannungsbogen nur bedingt aufrecht halten. Um darüber hinwegzutrösten wurde der Film sehr blutig. Dabei übertreibt er aber an keiner Stelle, sondern hält die Kamera bei Schusswechsel konsequent drauf und dreht sie nicht nur auf die entsetzten Gesichter der umstehenden Zivilisten. Damit erhielt die ungeschnitte Fassung in Deutschland auch eine FSK Freigabe ab 18 Jahren.
Zumindest Michael Keaton als Stan Hurley versucht zwischendrin immer wieder ein wenig Witz zur Auflockerung der ansonsten sehr ernsten Stimmung. Immerhin konnte sich Sanaa Lathan als starke Frauenrolle hervortun und beerbt mit ihrer Dr. Irene Kennedy praktisch Judy Dench als M aus den James Bond Filmen. Sie behält den Überblick und die Oberhand über ihre männlichen Kollegen.
Und was ist mit einer Fortsetzung? Nun, das wird wohl abhängig von den Einspielergebnissen sein, denn die literarische Vorlage gibt es. Aber sollte es einen geben, wäre es sicher interessant zu sehen, in wie weit O’Briens Mitch Rapp sich vom auf Rache sinnenden Jugendlichen weiterentwickeln kann und ob die Entscheidung den Schauspieler mit der Rolle wachsen zu lassen, auch wirklich die richige wahr.

Alles in allem ist American Assassin ein solider Actionfilm geworden, der sich leider kein Alleinstellungsmerkmal erarbeiten konnte, aber trotzdem durchaus sehenswert ist. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.