Dr. Stone

Ein Vorwort

Stellt euch vor, ihr würdet mehrere tausend Jahre schlafen und wacht als einer von wenigen Menschen wieder auf. Die Natur hat sich die Erde zurückgeholt und es wäre nichts von der heutigen Zivilisation mehr übrig. Würdet ihr überleben? Also ich wäre vollkommen aufgeschmissen. Aber genau um diese Prämisse und den Wiederaufbau durch Wissenschaft geht es in Dr. Stone. Warum die Serie die Idee gut umsetzt und darüber hinaus auch zu begeistern weiß, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Der Serientitel als Fanart auf einem lila Sofa mit Charakterkarte von Senku und Fernbedienung.

Die Handlung

Taiju hat sich nach fünf Jahren des Anschmachtens endlich entschieden seiner großen Liebe diese zu gestehen. Doch ein Phänomen, das einem grünen Licht gleicht, lässt alle Menschen und Schwalben zu Stein werden. Es vergehen tausende von Jahren, ehe Taiju durch ein Wunder aus seiner Starre erwacht. Zum Glück ist auch sein bester Freund Senku erwacht, der durch seine große Liebe zur Wissenschaft zwar das Leben in der neuen Steinzeit ganz gut gemeistert hat, es fehlt ihm aber an Kraft, die Taiju mitbringt. Zusammen versuchen sie ihr Leben annehmlicher zu machen. Dabei erwecken sie jedoch einen Gegner der Wissenschaft, der es fortan auf Senku abgesehen hat.

Meine Meinung

Nachdem dieser Anime regelmäßig in Bestenlisten von Animes auftauchte, wagte ich Anfang 2025 einen ersten Blick und war relativ schnell in den Bann gezogen. Die insgesamt vier Staffeln fanden nun vor ein paar Wochen ihren Abschluss und auch ich verfolgte das Finale gespannt. Dabei hat sich die Welt rasant weiterentwickelt und am Ende ging es sogar in den Weltraum.
Dabei begann alles ganz klein. Die Menschen erstarrten zu Stein und tausende von Jahren vergingen. Bis schließlich mit Senku und Taiju die ersten Menschen wieder erwachten. Und das ist eine glückliche Kombi, denn ganz klassisch ist einer stark und der andere hat genug Wissen, um die ersten Erfindungen vorzunehmen. Zusammen finden sie die sogenannte Wiedererweckungsflüssigkeit, wodurch sie Menschen entsteinen können. Doch gleich mit der dritten Person handeln sie sich ein Problem ein. Denn Tsukasa ist ein unheimlich guter Kämpfer und hilft ihnen daher im Kampf gegen die Wildtiere, die die Menschen als Futter ansehen, doch sieht er die Wissenschaft und die angestrebte Wiedererweckung der gesamten Menschheit als großen Fehler an. Denn waren sie es doch, die Hass und Missgunst gestreut hatten und die Natur stückweise zerstörten. Er dringt darauf, nur ganz bestimmte Menschen zurückzuholen.
Damit entstehen schon bald zwei Lager, was sich als Handlungsstrang noch bis durch die zweite Staffel erstreckt. Während es hier gerade am Anfang mitunter ein paar Längen gab, entdeckt Senku schon bald, dass es ein einziges Dorf gibt, das nie versteinert war, aber die Zeit davor maximal aus alten Mythen kennt. Hier findet er Verbündete und wir lernen eine Menge Charaktere kennen, die uns eine ganze Weile begleiten werden. Und mit diesen sehr unterschiedlichen Charakteren kommt auch richtig Schwung in die Handlung. Senku bleibt der Überflieger, der durch sein Wissen und mit der tatkräftigen Unterstützung aller weitere Entwicklungen vorantreibt. Aber hier wiederholt sich die Geschichte wohl, denn durch den Konflikt mit Tsukasa wird natürlich die Waffenentwicklung zunächst voran getrieben.
Und genau diese Entwicklung zieht sich auch durch alle Staffeln. Zwischendurch gibt es noch andere Handlungsstränge und mit der Zeit zeigt sich, dass es jemanden gibt, der/die bewusst die Versteinerung der Menschheit herbei geführt hat. Und so nimmt auch die Suche nach diesem Gegner viel Platz ein. Es bleibt aber stets ein guter Ausgleich zwischen Charakterentwicklung, Wissenschaft und Abenteuer. Zwar bleibt regelmäßig fraglich, wie Senku allein all das Wissen haben kann, immerhin war er zu seiner Versteinerung gerade mal 15 Jahre alt. Und auch, wenn er sich stets für die Wissenschaft interessiert hat, so gibt es doch so viele verschiedene Aspekte, in denen er auf einmal Profi ist, dass es doch etwas übertrieben wirkt.
Die einzelnen Staffeln haben verschiedene Arcs, in die sie aufgebaut sind. Dabei hätte gerade die abschließende vierte Staffel mit ihren insgesamt 37 Folgen durchaus in zwei Abschnitte geteilt werden können. Hier war mitunter der größte Spannungsaufbau zu verzeichnen, und doch wirkt das Ende unglaublich gehetzt. Über 94 Folgen haben wir die gesamte Geschichte verfolgt und gerade mal in den letzten zwei Folgen haben wir den finalen Showdown, der dann auch mit ein paar wenigen Dialogen geregelt wurde. Das war dann nach all der Zeit doch ziemlich enttäuschend. Da war das Mid-Season Finale wesentlich spannender und durchdachter.
Auch die Erklärung an sich, wie es zu allem kam und wieso die Menschheit versteinert wurde, fühlte sich sehr leer und gewollt an. Da wurde definitiv das Geheimnis größer aufgebaut, als es letztlich gelöst wurde. So hatte ich sehr viel Spaß über die ganzen Staffeln und habe mitgefiebert, mitgeweint, mitgebastelt, aber am Ende war ich doch etwas ratlos und fühlte mich um ein richtig ausgearbeitetes Ende betrogen. Und dennoch würde ich die Serie jederzeit weiterempfehlen.

Das Fazit

Dr. Stone ist ein Abenteuer-Anime, der mit einer einzigartigen Prämisse und gut umgesetzten wissenschaftlichen Erklärungen funktioniert und doch stets Charakterentwicklung und Spannung kombiniert. Einige Voraussetzungen müssen hier einfach akzeptiert werden und doch ist der wissenschaftliche Part gut recherchiert. Lediglich das Ende wirkt eher enttäuschend, da der Aufbau dorthin wesentlich spannender war und das große Geheimnis am Ende zu schnell abgehandelt wurde.