Mission Impossible 6 – Fallout

Ein Vorwort

Nachdem Tom Cruise in MI Phantom Protokoll nur mit haftenden Handschuhen am Burj Khalifa hochkletterte, schien der Stunt nicht mehr zu toppen. In MI Rogue Nation hing Ethan Hunt – Cruises Charakter – dann an einem startenden Jet. Auch dies schien nicht mehr zu toppen. Nun erscheint der inzwischen sechste MI Teil Fallout in den deutschen Kinos und wurde bereits vorab als der actionreichste der Reihe angekündigt. Man durfte also durchaus gespannt sein, was sich Cruise nun wieder ausgedacht hat. Man sollte übrigens zumindest den fünften Teil vorher gesehen haben, da der sechste an ihn direkt anschließt. Für ein bisschen Hintergrundwissen wären auch der dritte und vierte von Vorteil.

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

In Mission Impossible lernen wir den IMF Agenten Ethan Hunt (Tom Cruise) kennen, der einen Maulwurf in der CIA entlarven soll. Hilfe erhält er von dem Hacker Luther (Ving Rhames) Jim Phelbs wird als dieser erkannt – Fun Fact: Jim Phelbs war in den beiden Serien Kobra übernehmen sie und in geheimer Mission auf der die Filme basieren der Protagonist, der nun von Hunt abgelöst wurde.
In Mission Impossible II muss Hunt die Verbreitung eines Grippevirus vor dessen Ausbruch stoppen. Hilfe erhält er wieder von Luther.
In Mission Impossible III hat sich Hunt größtenteils vom IMF abgewandt und lebt mit seiner Freundin Julia zusammen. Er nimmt jedoch wieder einen Auftrag an, da sein Schützling Lindsay entführt wurde. Im Laufe des Films wird Julia jedoch entführt und er muss die Hasenpfote klauen, die er eigentlich zuvor sicherstellen sollte, um Julias Leben zu retten. Da diese vorher nichts von seiner Arbeit wusste und seine Lügen langsam Leid ist, heiratet er sie, um ihr Vertrauen zu behalten. Am Ende erfährt sie doch von seiner Tätigkeit und Hunt will beim IMF aussteigen. Unterstützung während der Mission bekommt er von Benji (Simon Pegg), der als IT-Experte gerne auch einmal in einen Außeneinsatz möchte.
In Mission Impossible – Phantom Protokoll wird Hunt von Benji, der inzwischen für Außeneinsätze zugelassen wurde, und Jane (Paula Patton) aus einem Gefängnis befreit. Zusammen müssen sie in den Kreml einbrechen, der aber kurz nach ihnen in die Luft fliegt. Da dem IMF von den Russen die Schuld gegeben wird, wird das IMF aufgelöst. Hunt muss zusammen mit dem Sekretär Brandt (Jeremy Renner) fliehen. Zusammen müssen die den Kreml-Attentäter finden und ausschalten. Dabei kommt heraus, dass Brandt zuvor ein Pärchen im Urlaub bewachsen sollte, die Frau aber trotzdem getötet wurde, weswegen er sich zunächst aus dem aktiven Dienst zurückgezogen hatte. Der Mann, der überlebte, war Hunt. Am Ende des Films sieht man jedoch Julia aus der Entfernung und Hunt erzählt Brandt, dass es nur eine Tarnung war, damit seine Frau ein normales Leben ohne ihn führen konnte.
In Mission Impossible – Rogue Nation erfährt Hunt von dem Syndikat, einer Terrorgruppe unter der Führung von Solomon Lane. Er wird vom Syndikat gefangen genommen, kann aber durch Ilsa Faust, eine Doppelagentin des MI6 fliehen. Taten des Syndikat werden jedoch Hunt zugeschrieben und dieser muss untertauchen, zumal der Chef der CIA Hunley (Alec Baldwin) nicht an die Existenz des Syndikats glaubt. Das IMF wird aufgelöst und Brandt und Benji müssen nun für die CIA arbeiten. Hunt nimmt schließlich Kontakt zu Benji auf und beide werden von Ilsa nach Marokko gelockt. Dort bergen sie einen Stick mit geheimen Informationen, den Ilsa aber an sich nimmt, um sie dem MI6 zu übergeben. Schließlich stößt auch Brandt wieder zum Team und hat Luther mit dabei. Am Ende schaffen sie es Solomon Lane zu fassen, nachdem dieser Ilsa als Druckmittel gefangen hält und Benji entführt wurde. Hunley wird neuer Chef des IMF.

Die Handlung

Während einer gescheiterten Mission gelangt waffenfähiges Plutonium in die Hände von Terroristen. Ethan Hunt (Tom Cruise) und sein Team müssen dafür gerade stehen und werden beauftragt das Plutonium zurückzuholen. Dabei wird ihnen der CIA Agent August Walker (Henry Cavill) an die Seite gestellt. Unterwegs treffen sie auf bekannte Gesichter, wie Ilsa Faust (Rebecca Ferguson) und den im fünften Teil gestellten Bösewicht Solomon Lane (Sean Harris).

Meine Meinung

Den gleichen Bösewicht noch einmal verwenden, obwohl er schon im vorangegangen Teil eine unmögliche Mission darstellte, war entweder ein sehr gewagter oder ein sehr dummer Schritt. Genau diese Frage stand zu Anfang des neuen Teils im Raum. Denn zuvor wurde zumindest immer diese Rolle komplett neu ausgearbeitet. Dies war den Machern aber nun anscheinend zu mühsam und so wurde Sean Harris erneut verpflichtet und durfte wieder antreten, diesmal aber zunächst vom Gefängnis aus.
Das Grundteam hat sich mit Tom Cruise, Ving Rhames und Simon Pegg erneut versammelt. Alec Baldwin durfte als Chef des IMF erneut auftreten und bekam auch eine etwas größere Rolle. Und während selbst Rebecca Ferguson als Ilsa, ebenfalls ein Charakter aus dem fünften Teil, wieder auftauchen durfte, wurde Jeremy Renners … ohne ein Wort aus dem Skript gestrichen. Als „Ersatz“ wurde dann Henry Cavill gecastet – mit Verpflichtung zum Schnurrbart, was ihm durch die Nachdrehs bei Justice League etwas ins Schwitzen brachte – der als CIA-Agent die Dynamik des Films zumindest ein bisschen änderte. Ebenfalls als Neuzugang wurde Vanessa Kirby als zwielichtige … gecastet. Die The Crown-Darstellerin hat zwar nur eine kleinere Rolle, nutzt diese aber, um dem Film noch einmal eine neue Nuance zu geben.
So wurden die Weichen für das neue Abenteuer gestellt, das schon von ersten Kritikern als das mit Abstand actionlastigste beschrieben wurde. Und genau hier liegt das Problem des Films. Denn während in den vorherigen Teilen zunächst neue Charaktere und der neue Bösewicht vorgestellt wurden, wird dieser Teil einfach übersprungen, Henry Cavill mit einem kurzen Dialog dem Team zugeschustert und schon geht es los von einer Verfolgungsjagd zur Nächsten. Das irgendjemand von der CIA Dreck am Stecken hat, wird auch schnell klar und so überrascht der „große“ Plottwist überhaupt nicht.
Viele loben die viele Action im sechsten Teil. Und natürlich ist sie auch hier wieder gut gefilmt und excellent choreographiert und Tom Cruise übertrifft sich mit seinen Stunts wieder einmal selbst. Aber genau das ist der Haken, den ich im Film sehe. Dadurch das immer noch etwas drauf gesetzt werden musste, es immer noch einmal schlimmer kommen musste, war ich am Ende des Films nicht geflasht, sondern eher ermüdet. Die Hubschrauberschlacht am Ende entlockte mir nur noch ein müdes Schulterzucken und das erneute Fangen des Bösewichts am Ende ließ mich nur noch die Augen rollen. Denn letztendlich war es einfach zu viel Action, zu wenig Handlung und vorallem zu wenig Dialoge, denn gerade Simon Pegg, der in den letzten Teilen immer wieder für gute Momente sorgte, ist erstaunlich still. Dafür wurde sich mehr auf testosteron geladenes Geplänkel zwischen Cruise und Cavill konzentriert. Um das wieder aufzulockern musste Rebecca Ferguson wieder antreten, um zumindest ein bisschen weibliche Stärke einzubringen, denn Vanessa Kirbys Rolle versprüht zwar unglaublich viel Charme, aber leider auch wieder das Klischee der Frau mit den Bodyguards.

Das Fazit

Mission Impossible – Fallout erscheint zwar wieder mit einem guten Cast, vergisst diesen aber gewinnbringend einzusetzen und verliert sich im Machogehabe von Cruise und Cavill und bringt eine gute Portion Action mit, die leider am Ende etwas zu viel des Guten wird. So kann der inzwischen sechste Teil der Reihe leider nicht mehr überzeugen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Mission Impossible – Fallout läuft seit dem 02.08.2018 in den deutschen Kinos.

Verpasst, aber nicht vergessen – Teil 6

Hallo ihr Lieben,
ich habe meine Liste verpasster Filme doch mal wieder geschafft ein wenig zu verkürzen! Hier also wieder eine Reihe von Kurzkritiken.

1) Annie
Im Januar 2015 wurde das berühmte Musical über das Waisenkind Annie neu verfilmt. Annie lebt mit anderen Waisenkindern bei Miss Hannigan, die sie für sich putzen lässt und ständig anbrüllt. Bis eines Tages als PR-Aktion für den Bürgermeister genutzt werden soll. Annie ist ein buntes Musical, dessen Lieder noch tageland einen Ohrwurm hinterlassen. Zwischen viel Witz und Charme wird auch das ernste Schicksal der Waisenkinder thematisiert und wie groß der Unterschied zwischen arm und reich sein kann. Die Handlung selbst ist mitunter etwas überdreht und auch vorhersehbar, dafür gibt es Punktabzug. Aber im großen und ganzen verbreitet der Film gute Laune und dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

2) Verstehen Sie die Beliers?
Eine französische Komödie über eine taube Familie, in der lediglich Tochter Paula hören kann. Als Vater Rodolphe als Bürgermeister kandidieren will, soll Paula übersetzen. Diese hört aber auf ihren Musiklehrer, der ihr eine Karriere als Sängerin vorhersagt. Komödie ist bei diesem Film vielleicht die falsche Bezeichnung. Zwar verspricht der Trailer lustige Szenen, aber der Hauptaugenmerk des Films liegt auf der Distanz zwischen der tauben Familie und allen anderen nicht tauben. Hier gibt es immer wieder Differenzen, die nur Paula wirklich lösen kann. Sie ist entsetzt, dass ihre Familie sie anscheinend nicht als Tochter, sondern eher als Dolmetscherin sieht und nicht an ihre Träume glaubt, sondern sie eher dafür verachtet. Hier werden viele ernste Themen angesprochen, leider wird kaum ein Gedanke wirklich zu Ende gedacht, denn der Film verliert sich in Nebenhandlungen, die vom eigentlichen Plot stark ablenken. Dadurch verliert der eigentliche Spannungsbogen an Gewicht und der Film zieht sich wie Kaugummi. Hier wäre eine klarere Linie schön gewesen. Gelungen sind die Dialoge der Familie, da hier nur mit wenig Untertiteln gearbeitet wurde und der Zuschauer das „Gesagte“ der Familie meist nur durch Paulas Antworten versteht. In diesem Film steckt ein großes Potential, das leider nicht genutzt wurde. dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

 3) Nur eine Stunde Ruhe
Nach dem Erfolg von „Monsieur Claude und seine Töchter“ ist Christian Clavier wieder in eine französische Komödie zu sehen. Auf einem Flohmarkt findet er eine seltene Schallplatte, die er zu Hause sofort hören möchte. Nur leider machen ihm seine Nachbarn, seine Frau, seine Affäre, sein Sohn, seine Putzfrau und die Handwerker einen Strich durch die Rechnung. Dabei wollte er doch nur eine Stunde Ruhe. Mit knapp 80 Minuten Laufzeit ist der Film sehr kurzweilig und schafft es doch ins absolut übertriebene abzudriften. Mitunter werden gesellschaftskritische Züge angeschlagen, doch wird kein Thema länger thematisiert, weswegen man dies aich ganz hätte weglassen können. Der Film hat zwar mitunter humorvolle Einlagen, aber im großen und ganzen ist er so stark abgedreht, dass er irgendwann auch nicht mehr witzig wirkt. Hier wäre mehr Potential drin gewesen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

4) Jurassic World
Drei Filme gab es über den berühmten Jurassic Park, in dem durch wissenschaftliche Experimente Dinosaurier in einer Art Zoo leben. In allen drei Filmen „rebellieren“ die Dinosaurier und das Projekt wird in Ruhe gelassen. Und doch scheint keiner dazu zu lernen. Denn im vergangenen Jahr wurden die Tore zu einem neuen Park geöffnet, zum Jurassic World Park. Der Park läuft gut, die Sicherheitsbedingungen scheinen zu funktionieren. Aber die Wissenschaftsabteilung musste ja den ultimativen Hybriden erschaffen. In Zeiten von Fortsetzungen, Remakes und Reboots war der Film vielleicht notwendig, aber wirklich überraschen kann die Handlung nicht mehr. Dafür können die Animationen umso mehr begeistern, denn der erste Film kam bereits 1993 in die Kinos. Im Fazit ist der Film gut umgesetzt, bietet aber wenig Neues. Das Alte ist einfach nur größer, böser, schlimmer. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

5) Cinderella
Disney scheint es sich zur Aufgabe gemacht zu haben ihre Zeichentrickklassiker alle in Realverfilmungen neu in die Kinos zu bringen. So durften wir neben Malificent und dem Dschungelbuch inzwischen auch schon Cinderella erneut bestaunen. Und so verzauberte uns Disney 2015 mit dem bekannten Märchen Aschenputtel. Da die Handlung als bekannt ist, wurde das Augenmerk vorallem auf ein wirklich märchenhaftes Äußeres gelegt. Und es funktioniert. Denn obwohl die Handlung wenig neues zu bieten hat, verzaubert der Film auf ein Neues. Das liegt vor allem auch am Cast, denn eine Cate Blanchett als böse Stiefmutter ist furchteinflößend und eine Helena Bonham-Carter als gute Fee birgt ihren ganz eigenen Charme. Cinderella ist ein kurzweiliger Abstecher in eine märchenhafte Welt, bleibt aber im Gegensatz zu Maleficent und dem Dschungelbuch nicht länger im Gedächtnis. Dafür gibt es solide 07 von 10 möglichen Punkten.