Zwei zu eins

Ein Vorwort

Über die DDR wurden schon viele Filme gedreht und unzählige Geschichten erzählt. Über die Zeit kurz vor der Wiedervereinigung und wie chaotisch es zu den Zeiten im Osten war, nach und nach immer mehr Leute ihren Job verloren und nicht so richtig wussten, wie es weitergehen soll, wurde bisher meist geschwiegen. Warum die Geschichte nicht mit einem gewissen Augenzwinkern und dann auch noch nach wahren Begebenheiten? Was Zwei zu Eins so kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

1990 ist das Ende der DDR besiegelt. Die Arbeitslosigkeit steigt und die Frist zum Umtauschen des Geldes in Westmark steht bevor. Doch die Bewohner eines Hochhauses finden durch Zufall in einem bewachten Schacht die eingelagerten Millionen der bald wertlosen Ostmark. Sie entwickeln ein ausgeklügeltes System, um das Geld umzutauschen.

Meine Meinung

Der deutsche Film ist ja immer so eine Sache. Durch die (leider meist schlechten) großen Komödien, ist der Ruf sehr schlecht, da auch immer wieder der gleiche Mist gefördert wird. Dazwischen finden sich dann noch die Geschichtsdramen, die auch meist eher nicht begeistern können. Doch, wenn man ganz genau hinschaut, dann findet man sie. Die kleinen Perlen, die nicht versuchen super lustig zu sein, sondern wirklich mal eine Geschichte erzählen wollen. Die nicht den ganz großen Cast aus den immer gleichen Gesichtern haben. Okay, in diesem Jahr war zumindest Sandra Hüller ein gutes Indiz für einen gelungenen deutschen Film, konnte doch bereits The Zone of Interest überzeugen.
Die nächste kleine Perle ist Zwei zu Eins. Und zwar, weil er sich eben nicht auf die billigen Witze anderer Genrevertreter verlässt, sondern diese aus der Situation heraus aufbaut. Aber von Anfang an: Wir treffen auf Maren und Robert, die in ihrer Plattenbausiedlung die Tage zwischen Ende der DDR und Wiedervereinigung ganz in Ruhe angehen. In ihrem Umfeld verlieren immer mehr Bekannte ihren Job und allgemein ist die Stimmung irgendwo zwischen Feiern und Trauer. Mit dem Auftauchen von Volker bekommen wir dann die erste Diskussion über die Themen, die wohl viele damals beschäftigt haben. Denn Volker ist in die BRD geflohen und kehrt nun durch die offenen  Grenzen zurück. Nach dem Fund des Geldes geht es dann auch locker weiter mit einer gelungenen Mischung aus Situationskomik und ernsten Themen. Wie die  „Wessis“ noch schnell versucht haben ihre Produkte an den Osten zu verkaufen, während dort immer mehr (auch gut laufende) Betriebe dicht gemacht werden. Und wie eben diese zum Spottpreis verkauft wurden. 
So ist die Grundstimmung des Films durchaus gut und die Geschichte entwickelt sich, ohne, dass zu bewusst Drama geschührt oder zu bewusst Witze eingebaut wurden. Dies entwickelt sich alles schon aus der Absurdität der Situation heraus. Regisseurin Natja Brunckhorst mag noch relativ neu auf dem Regieposten sein, doch landet mit Zwei zu Eins schon einen Volltreffer. Die kleinen Töne dazwischen zu treffen, gelingt ihr wunderbar und auch wenn die Dreiecksgeschichte zwischen Maren, Robert und Volker ein wenig zu viel ist, bleibt sie doch stehts bei der Haupthandlung.
Wer eine typisch deutsche Komödie erwartet und von einem billigen Gag zum nächsten hetzen will, der ist hier falsch. Wer einen hochkorrekten und ernsten Historienfilm erwartet, ebenfalls. Wer von beidem etwas, aber vor allem ein sinniges Drehbuch erwartet, herzlichen Glückwunsch, das ist genau das passende Film. Und davon doch gern mehr!

Das Fazit

Zwei zu Eins ist eine intelligent geschriebene Komödie, die ihre Witze natürlich wachsen lässt und das Drama an die historischen Gegebenheiten anpasst und genau damit ins Schwarze trifft. Eine kleine Perle am deutschen Filmhimmel. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Zwei zu Eins läuft seit dem 25.07.2024 in den deutschen Kinos