Cinemathek: Unter dem Sand

Willkommen in der Cinemathek, heute mit „Unter dem Sand“. Der Film lief am 07.04.2016 in den deutschen Kinos an.

Dänemark im Jahr 1945. Der zweite Weltkrieg ist beendet und die deutschen Soldaten marschieren nach Hause. Doch unter dem Sand an Dänemarks Stränden befinden sich 2,2 Millionen Sprengsätze, die von den Deutschen vergraben wurden. So hält Dänemark Soldaten, zumeist Jugendliche zurück und zwingt sie alle Sprengsätze wieder auszugraben.

Unter dem Sand erzählt ein eher unbekanntes Stück der Nachkriegsgeschichte. Der Film versteht sich darauf mit widersprüchlichen Gefühlen der Akteure und auch der Zuschauer zu spielen. Gleichzeitig zeigt er schonungslos die Auswirkungen des Krieges und das die Gräuel nicht endeten, als die Kapitulation Deutschlands bekannt wurde.
1945. Im Laufe des Krieges wurde Adolf Hitler klar, dass es den späteren D-Day geben würde. Allerdings rechnete er nicht mit der Normandie, sondern mit der Westküste Dänemarks. Dort ließ er 2,2 Millionen Sprengsätze im Sand vergraben. Doch der D-Day fand in der Normandie statt und am Ende des Krieges war noch immer der ganze Strand Jütlands vermint. Also wurden deutsche Kriegsgefangene „freiwillig“ zurückgehalten, um die Minen zu entfernen. Zwangsarbeit von Kriegsgefangenen war seit den Genfer Konventionen von 1929 verboten. So weit die historischen Fakten. Hier setzt nun „Unter dem Sand“ ein. Der Deutsche hassende Feldwebel Carl Rasmussen wird eingeteilt eine Gruppe von 10 deutschen jugendlichen Kriegsgefangenen zu bewachen, während sie die Sprengsätze im Sand ausgraben und entschärfen sollen. Dabei werden ihnen keine Pausen gestattet und sie bekommen kein Essen. Ihre kurze Ausbildung hat sie kaum auf die Gefahren vorbereitet und so detonieren immer wieder Sprengsätze und reißen die Jungs in den Tod. Feldwebel Rasmussen entwickelt dabei eine eigenartige Bindung zu den Jungs und verteidigt sie sogar. Doch seine Wut auf die Deutschen kann er nicht vergessen.
Unter dem Sand bricht mit einem Grundsatz der Kriegsfilme. Die Deutschen sind immer und zu 100% die Bösen. Jeder der im Geschichtsunterricht aufgepasst hat, weiß, dass während der Zeit des Nationalsozialismus und des zweiten Weltkrieges unzählige Gräueltaten von Deutschland ausgingen und die will auch keiner leugnen. Aber in jedem Kriegsfilm ist automatisch jeder deutsche Soldat, der zum Kriegsdienst gezwungen wurde, die Ausgeburt der Hölle. Nicht so in diesem Film. Denn die Jugendlichen, die zum Ausgraben der Sprengsätze gezwungen wurden, sind zwischen 15 und 18 Jahren alt. In der Verzweiflung der letzten Kriegsjahre holte Hitler auch die Schüler von der Schulbank und schickte sie an die Front. Demnach gibt es für die Zuschauer ein Dilemma. Die deutschen Soldaten müssten von der Empfindung her eigentlich die Bösen sein. Andererseits empfindet man sehr schnell Mitgefühl für die Jungen, die ohne Essen jeden Tag ihr Leben aufs Spiel setzen. Andererseits versteht man auch die strenge Einstellung der Dänen. Die deutschen haben ihr Land angegriffen, teilweise zerstört, ihre Männer getötet und dann auch noch ihren Strand vermint. Der Hass auf jeden Deutschen, auch wenn es ein Jugendlicher ist, ist nachvollziehbar. Daraus resultiert der Grundkonflikt des Films für die Zuschauer und auch ebenso für Feldwebel Rasmussen. Diese innerliche Hin- und Hergerissenheit verkörpert Roland Møller perfekt in der Figur des Feldwebels. Er hasst die Deutschen, spürt aber eine gewisse Verbundenheit zu den Jungs, denen er auch nur hilflos beim Sterben zusehen kann, wenn wieder eine Miene explodiert.
Unter dem Sand hat ein gemächliches Erzähltempo und zeigt eher die verworrenen Beziehungen der Charaktere, als eine ausschweifende Handlung zu haben. Dabei geht der Film tief unter die Haut und beschönigt nichts. Die Charakterisierungen gehen nur so tief, um die Beweggründe einzelner nachvollziehbar zu machen. Es wird auf rührselige Hintergrundgeschichten verzichtet, was unnötige Längen im Film verhindert. Obwohl der Zuschauer damit rechnet, dass während des Films immer wieder Minen explodieren, kommen diese doch immer wieder so unerwartet, dass das ganze Kino zusammenzuckt. Dadurch erzeugt der Film eine ganz eigene Spannung.

Alles in allem erzählt der Film zwar eine unangenehme Geschichte, aber überzeugt durch eine gute Umsetzung. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Frühstück bei Monsieur Henri

Am 21.07.2016 erschien eine neue französische Komödie in den deutschen Kinos.

Constance möchte unbedingt in Paris studieren. Als sie angenommen wird, sucht sie ein Zimmer zur Untermiete. Dabei trifft sie gerade auf Monsieur Henri, dessen Sohn Paul die Anzeige geschaltet hat. Dieser ist mürrisch und hat sehr viele Regeln. Doch als Constance die Miete nicht mehr zahlen kann, bietet er ihr einen kuriosen Deal an: Sie soll seinen Sohn Paul dazu bringen sich von seiner Freundin zu trennen. Das Chaos ist dabei vorprogrammiert.

 Französische Komödien versprechen grundsätzlich etwas skurril zu sein. Frühstück bei Monsieur Henri ist für diese Aussage der beste Beleg. Doch der Film ist gleichzeitig witzig, sprüht vor Lebensenergie und hat seinen ganz eigenen Charme.
Constance Piponnier ist das Chaos in Person. Ihr größtes Problem sind Prüfungen, bei denen sie grundsätzlich versagt. Dementsprechend sind ihre Eltern – allen voran ihr strenger Vater – nicht begeistert, als Constance beschließt zum Studium nach Paris zu ziehen. Doch sie lässt sich nicht unterkriegen und sucht sich dort ein Zimmer zur Untermiete. Dabei trifft sie ausgerechnet auf den griesgrämigen alten Henri Voizot. Er hat hohe Ansprüche an seine Untermieterin und viele viele Regeln. Dafür stimmt aber der Mietpreis, der aber für Constance trotzdem schwer zu erreichen ist. Da sie schon im ersten Semester mit ihrem Studium gegen die Wand fährt und die Miete nicht mehr zahlen kann, bietet ihr Henri einen dubiosen Deal an. Henri ist kein Fan der Freundin seines Sohnes Paul. Daher soll Constance die Beziehung zerstören, in dem sie Paul zeigt, dass er auch jemanden wie Constance kriegen könnte. In ihrer Verzweiflung lässt sich Constance darauf ein.
Frühstück bei Monsieur Henri behandelt die Themen Vater-Sohn/Tochter-Beziehung, Midlife-crisis und die Verwirrung über die Ziele, wenn man jung ist. Das ganze wird zu einer liebevollen und auf eigenartige Weise charmanten Komödie gestrickt. Die Gagdichte ist für eine Komödie vergleichsweise gering, dafür sitzen die Witze sehr pointiert. Gerade der Sarkasmus von Henri und die Unsicherheit seines Sohnes Paul sorgten für viele Lacher im Kinosaal. Die Handlung selbst versucht alle drei großen Themen unterzukriegen, wobei er aber mitunter den Fokus verliert. Erst im Nachhinein merkt man, dass genau dies ein geschickter Schachzug ist, um die allgemeine Verwirrtheit von Constance bildlich darzustellen. Allerdings verliert der Spannungsbogen dabei an Gewicht, doch der Film schafft es trotzdem sich an keiner Stelle zu ziehen, sondern ganz in Ruhe seine Handlung zu entfalten. Dabei bleibt der Film sich bis zum Ende treu. Die Charaktere werden sehr stereotypisch gezeichnet, doch spiegeln sie gut das reale Leben wieder. Alle Figuren machen während des Films eine Wandlung durch, was zeigt, was die richtigen Menschen bewirken können.

Alles in allem ist Frühstück bei Monsieur Henri eine charmante französische Komödie und bekommt dafür 08 von 10 möglichen Punkten.

Das Seehaus

Da ich Kate Mortons Schreibstil lieben gelernt habe, konnte ich nicht umhin sofort ihr neues Buch zu verschlingen.

1933 wird eine ausschweifende Mitsommerparty auf dem Gelände des Seehauses Loeanneth gefeiert. Doch am nächsten Morgen ist der jüngste Sohn der dort ansässigen Familie verschwunden. Der Fall wird nie aufgeklärt. 70 Jahre später entdeckt die junge Polizistin Sadie Sparrow ein verlassenes Anwesen versteck im Wald. Ihre Neugier ist sogleich geweckt und sie rollt den Fall wieder auf.

Das Seehaus ähnelt Mortons bisherigen Büchern sehr. Ein Geheimnis aus der Vergangenheit, das die Menschen in der Gegenwart immer noch beschäftigt. Und doch gleicht keins ihrer Bücher dem anderen. Denn auch hier wird der Leser zwar stückchenweise mit neuen Informationen gefüttert, aber die Geschichte ist doch eine grundlegend andere.
Die Familie Edevane lebt in dem Seehaus von Loeanneth. Einst war es ein großes Anwesen, doch aus Geldgründen musste vieles verkauft werden. Die Familie Edevane besteht aus den Eltern Eleanor und Anthony, sowie die drei Töchter Deborah, Alice und Clementine. Das Bild wird abgerundet durch das Nesthäkchen der Familie: Theo. Die Familie befindet sich wie jedes Jahr in den Vorbereitungen für das prachtvolle Mittsommerfest. Doch am Ende dieses Festes soll der kleine Theo verschwunden sein. Keiner weiß warum. Wurde er entführt? Wurde er ermordet? Die Familie ist in ihrer Trauer so außer sich, dass sie wegziehen nach London. Der Fall wird nie gelöst. 70 Jahre später reist die junge Polizistin Sadie Sparrow nach Cornwall. Sie hat Ärger auf der Arbeit und verbringt ihren Zwangsurlaub bei ihrem Großvater Bertie in Cornwall. Beim Laufen mit Berties Hunden findet sie durch Zufall das verlassene Seehaus. Schnell erfährt sie von dem Vorfall und beschließt ihn endgültig zu klären.
Die Geschichte wird grundlegend in zwei Zeitsträngen erzählt. Einmal das Jahr 1933 mit der primären Handlung zum Mittsommerfest. Zum anderen das Jahr 2003, in der Sadie versucht das Rätsel um Theos Verschwinden aufzuklären. Bei beiden Zeitebenen gibt es Rückblenden, um das Handeln der Akteure zu erklären. Die einzelnen Kapitel sind aus der Sicht verschiedener Charaktere erzählt. Das sorgt dafür, dass der Leser sich in die Charaktere hineinversetzen kann und so manche Handlung besser nachvollziehen kann. Der plötzliche Wechsel von den Erzählern auch innerhalb eines Kapitels ist gewöhnungsbedürftig, schmälert aber das Lesevergnügen nicht.
Kate Mortons Schreibstil ist sehr flüssig. Auch ist fast jedes Kapitel mit einem kleinen Geheimnis bestückt, so dass der Leser nach und nach Geheimnisse aufdecken kann und doch die Lust nicht verliert endlich das große Geheimnis um Theo aufzudecken. Dabei lenkt Morton geschickt die Hinweise in eine ganz bestimmte Richtung, so dass der Leser bereits glaubt, das Rätsel gelöst zu haben. Doch meistens stellt sich heraus, dass die Lösung doch wo ganz anders liegen könnte. So bleibt das Buch trotz vieler detaillierter Beschreibungen der Verhältnisse und Taten der Charaktere durchgehend spannend. Es fällt schwer das Buch aus der Hand zu legen. Die sympathischen und die unsympathischen Charaktere halten auch hier wieder die Wage. Wobei man bei manchen Charakteren am Ende immer noch nicht sagen kann, ob man sie mag oder nicht, da alle Charaktere sehr vielschichtig sind und man erst nach und nach die Schichten durchdringt.

Alles in allem ist das Seehaus Lesevergnügen pur. Ein schönes Familiedrama mit der Extraportion Krimi. Nach „die fernen Stunden“ mortons bestes Buch bisher.

„Das Seehaus“ wurde mir als kostenloses Rezensionsexemplar vom Bloggerportal der Verlagsgruppe Random House zur Verfügung gestellt. Vielen Dank hierfür!

Cinemathek: Die Wahlkämpferin

Willkommen in der Cinemathek, heute mit „Die Wahlkämpferin“. Der Film lief am 21.01.2016 in den deutschen Kinos an.

Jane Bodine unterstützte bereits viele Wahlkämpfe und konnte vielen zum Sieg verhelfen. Doch ein Ereignis in der Vergangenheit ließ sie sich aus dem Geschäft zurückziehen. Bis sie um Hilfe bei dem bolivianischen Präsidentschaftswahlkampf gebeten wird. Bodine will ablehnen, doch der Wahlkämpfer der Opposition ist ein ihr nur zu gut bekannter Feind. So beginnt ein Kampf, um die Präsidentschaft.

Wahlkämpfe hat bestimmt schon jeder einmal miterlebt. Man kommt ja auch nicht umhin die vielen Plakate mit den „gut fotografierten“ Politikern, die einfach überall aufgehängt werden, zu sehen. Doch was wirklich hinter den Kulissen abgeht, weiß wohl kaum einer. Die Wahlkämpferin führt den Zuschauer hinter die Kulissen und zeigt auf, wie weit viele Politiker gehen, nur um zu gewinnen und wie sehr sie dabei von ihrem Wahlteam beeinflusst werden.
Der Film beginnt mit einem Interview mit Jane Bodine, in der wir ihr eiskaltes und berechnendes Wesen kennenlernen. Doch schon in der nächsten Szene bietet sich ein ganz anderes Bild. Bodine lebt zurückgezogen in der Einsamkeit und beschäftigt sich mit dem Töpfern. Bis sie als letzte Hoffnung zu dem bolivianischen Präsidentschaftswahlkampf hinzugezogen wird. Erst hat sie kein Interesse, bis sie den Mann hinter dem gegnerischen Kandiaten erkennt. Pat Candy ist Bodines stärkster Rivale. Also reist sie nach Bolivien und versucht das Unmögliche möglich zu machen. Mitunter scheint es ihr jedoch weniger um die Politik zu gehen, als vielmehr ihrem Feind Candy eins auszuwischen.
Die Grenze zwischen Politik und persönlichem Disput ist in diesem Film fließend. Bodin und Candy haben beide ihren Kandidaten, den sie zum Präsidenten machen wollen, doch gleichzeitig wollen sie auf keinen Fall gegen den anderen verlieren. Was für politische Ziele die beiden Kandidaten verfolgen, wird im Film kaum behandelt und meist nur im Nebensatz erwähnt. Die Handlung wird chronologisch erzählt und nach jedem „Sieg“ folgt unweigerlich der Gegenschlag der Gegenseite. Dabei werden die Sympathien ganz klar verteilt. Der Zuschauer ist sofort auf der Seite von Bodine und ihrem sympathischen Team und deren Kandidaten. Candy hingegen scheint der perfekte Antagonist zu sein, obwohl er die gleiche Arbeit macht wie Bodine. Doch gerade das Ende des Films zeigt, dass nur weil Bodine für den Kandidaten kämpft, dieser auch gleichzeitig der beste Präsident für Bolivien sein muss. Doch diese Tatsache wird während des ganzen Films verdrängt. Es geht nur darum, dass Bodine gewinnt.
Der Spannungsbogen des Films ist über seine Gesamtlaufzeit von 108 Minuten leider nichts ausreichend und obwohl man als Zuschauer mitfiebert, wie die Wahl am Ende ausgeht und was sich Bodine und Candy als nächstes ausdenken, zieht sich der Film mitunter und schmückt einzelne Szenen ohne Aussage zu lange aus. Die schauspierlischen Fähigkeiten sind durchgehend gut, gerade Sandra Bullock kann mit dem Wechsel aus starker Wahlkämpferin und Nervenbündel überzeugen. Die Handlung spielt leider zu viel in kleinen Räumen und zeigt daher wenig von Bolivien an sich und auch das Volk wird kaum gezeigt. Der Fokus des Films ist klar auf den Wahlkampf an sich gerichtet.

Alles in allem gibt der Film eine solide Leistung ab, verliert aber leider zwischendurch immer wieder an Tempo. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst im Juli 2016

Hallo ihr Lieben,
ich bin erfolgreich umgezogen und so geht es auch hier wieder weiter (unabhängig von den vielen vielen Kisten, die noch ausgepackt werden wollen). Hier nun etwas verspätet die Übersicht der Filme, die ich im Umzugschaos leider nicht sehen konnte.

1) Mit besten Absichten: Eine Mutter zieht zu ihrer Tochter mit besten Absichten. Und sorgt dabei doch ein wenig für Chaos. Ein Film, der als Komödie getarnt ist, aber vielleicht doch mehr birgt. Ich hoffe, ich finde es noch heraus.

2) Big friendly Giant: Steven Spielberg verfilmte das bekannte Buch von Roald Dahl und schon der Trailer zeigt, dass es sich um eine sehr liebevolle Geschichte handelt mit einer ungewöhnlichen Freundschaft. Noch ein wichtiger Film auf meiner Liste.

Und hier noch kurz die Filme, die es ganz knapp nicht auf meine Liste geschafft haben, aber nicht unerwähnt bleiben sollen:

The Legend of Tarzan, Zeit für Legenden, Mullewapp – eine schöne Schweinerei, Liebe Halal

Kurzmitteilung

Hallo ihr Lieben,
durch meinen Umzug gibt es eine kleine Änderung auf diesem Blog. Nämlich ist es mir nicht mehr möglich jeden Montag die Sneak-Preview zu besuchen, in der Filme gezeigt wurden, die noch nicht im Kino anliefen. Dadurch sah ich viele schöne und weniger schöne Filme, die ich mir sonst vielleicht gar nicht angesehen hätte. In meinem neuen Stammkino gibt es dafür Montags ein anderes Format, die „Cinemathek“. Hier werden Filme gezeigt, die bereits vor einiger Zeit im Kino liefen, und nun wieder herausgeholt werden. Über diese Filme möchte ich im neuen Format Cinemathek schreiben.

Independance Day – Die Wiederkehr

Am 14.07.2016 erschien nach 20 Jahren die Fortsetzung zum erfolgreichsten Film des Jahres 1996 in den deutschen Kinos.

20 Jahre nach der Alien Invasion am amerikanischen Unabhängigkeitsttag, glaubt sich die Menschheit durch die erweiterte Technik in Sicherheit. Doch die Zeichen deuten auf einen erneuten Angriff der Aliens. Und diesmal ist die Gefahr noch größer.

1996 versammelten sich viele Zuschauer in den Kinos der Welt, um den ersten Angriff der Aliens zum amerikanischen Unabhängigkeitstag zu bestaunen. Nun 20 Jahre später, kommen die Aliens zurück, mit noch größeren Schiffen und noch gefährlicheren Waffen. Und wieder versammeln sich die Zuschauer in den Kinos der Welt, um auch diesmal wieder den Kampf mitzuerleben. Eins wird als erstes deutlich: Die Technik der Filmemacher mit den CGI Möglichkeiten hat sich stark weiterentwickelt. Independence Day – Die Wiederkehr versucht erst gar nicht einen nahtlosen Übergang zum ersten Teil zu schaffen. Die Schauspieler sind gealtert, die Technik hat sich weiterentwickelt und Will Smith ist nicht mehr an Bord. Stattdessen greift der Film gerade dies auf. Der Präsident aus dem 1. Teil ist im Ruhestand, die Luftwaffe der Menschen hat es bis auf den Saturn geschafft und Will Smith wird durch eine jüngere Ausgabe „ersetzt“. Jessie T. Usher spielt seinen Sohn Dylan Hiller, der das Erbe als Führungsperson bei der intergalaktischen Abwehr einnimmt.
Am Anfang des Films wird der Zuschauer erst einmal grob aufgeklärt, was mit den Charakteren aus dem ersten Teil passiert ist. Wir sehen den gealterten Präsidenten Whitmore, der noch immer unter den Nachwirkungen seiner „Besessenheit“ im ersten Teil leidet. Wir lernen als Neues seine Tochter kennen. Es wird zu deren Verlobten auf den Mond geschaltet. Hier bekommt man einen ersten Eindruck, wie weit die Menschheit, was die intergalaktische Abwehr angeht, inzwischen ist. Es wird wieder zurückgeschaltet auf die Erde. 20 Jahre sind seit dem Angriff der Aliens vergangen. Die Erde bereitet sich auf die Feierlichkeiten zum ehemaligen amerikanischen Unabhängigkeitstag vor. Fernab der Feierlichkeiten treffen wir wieder auf David Levinson. Er untersucht in Afrika den Absturz eines Alien-Raumschiffs, der den dort ansässigen Warlord stark zu schaffen gemacht hat. Nachdem alle Beteiligten des Films mindestens einmal gezeigt wurden, geht dann auch schon die eigentliche Geschichte los. Die Erde wird erneut von Aliens angegriffen, die dem Hilferuf der vor 20 Jahren angreifenden Aliens gefolgt sind. Nur das sie diesmal noch mehr sind, ein noch größeres Raumschiff haben – es landet auf dem gesamten Atlantik – und die Waffen denen der Erde noch immer weit überlegen sind. Nun muss sich die Erde für eine letzte große Schlacht bereit machen. Wie schon im ersten Film scheint die Menschheit angesichts der Übermacht keine Chance zu haben.
Obwohl es in diesem fiktiven 2016 keine Länder mehr gibt, sondern sich alle Staaten dem Weltsicherheitsrat unterordnen, wird ganz schnell klar, in welchem Land der Film gedreht wurde. In jeder zweiten Einstellung wird die amerikanische Flagge gezeigt und der Film trieft nur so vor Patriotismus. Die Handlung ist sehr vorhersehbar und enthält wenig neues. Die Menschheit greift mit ihren neuen Waffen lieber erst einmal an, anstatt abzuwarten. Aber der Film zielt gar nicht darauf an Neues zu schaffen. Stattdessen möchte der Film zeigen, dass 20 Jahre später viel mehr CGI benutzt werden kann, als 1996. Und so ist der Film vor allem eins: Bildgewaltig. Und so wird der Zuschauer wieder einmal unterhalten und in Staunen versetzt. Leider ist diese Wirkung nicht langfristig, denn beim Verlassen des Kinos stellt sich das Gefühl ein, dass man diesen Film nicht unbedingt noch ein zweites Mal sehen muss.
Die Mischung aus alten und neuen Charakteren gibt der Geschichte mehr Handlungsspielraum und sorgt mitunter auch für humorvolle Einlagen. Vor allem der Kontrast zwischem dem Warlord Dikembe Umbutu und dem Journalisten Floyd Rosenberg sorgten für mehrere Lacher. Ansonsten wird der Film leider sehr ernst und sehr patriotisch erzählt. Die schauspielerischen Leistungen bleiben alle auf dem gleichen Niveau und sind solide.

Alles in allem bietet Independance Day – Die Wiederkehr genau das, was der Trailer verspricht. Einfache Handlung, aber dafür bildgewaltig umgesetzt. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Demolition – Lieben und Leben

Am 16.06.2016 erschien ein neuer Film, der sich mit Trauerbewältigung befasst, in die deutschen Kinos.

Davis ist Investmentbanker und sein Leben scheint perfekt zu sein. Bis er bei einem Autounfall seine Frau verliert. Doch anstatt zu trauern verstrickt er sich in neue Bekanntschaften und neue merkwürdige Hobbys.

 Demolition beschäftigt sich zwar mit der Trauerbewältigung, kommt aber trotzdem nicht klassisch daher. Es wird nicht nach dem Lichtblick am Horizont gesucht, es wird sich nicht in neuen Liebschaften verrannt, die einem über die Trauer hinweghelfen sollen, ja es gibt nicht einmal den typischen besten Freund, der immer für einen da ist. Nein Demolition kommt sehr untypisch daher. Denn Davis Mitchell scheint gar nicht zu trauern. Am Tag, als seine Frau stirbt, schafft er es nicht einen Schokoladenriegel aus dem Automaten auf der Intensivstation zu bekommen. Also schreibt er einen höflichen Beschwerdebrief an die Betreiberfirma des Automaten. Diese Briefe in denen er nur minimal auf das Problem mit dem nicht erhaltenen Schokoladenriegel eingeht und vielmehr große Teile seiner Lebensgeschichte erzählt und auch auf die Ehe mit seiner verstorbenen Frau eingeht, werden zu einem Ventil für ihn, denn er schafft es nicht zu trauern. Er kann über den Tod seiner Frau keine Träne vergießen. Stattdessen entwickelt er eine Vorliebe kaputte Sachen auseinander zu nehmen. Der Kühlschrank funktioniert nicht, also wird er in die Einzelteile zerlegt, um zu gucken, ob man ihn reparieren kann. Dies passiert Mitchell mehr als einmal und letztendlich wird er von seiner Arbeitsstelle vorläufig freigestellt, da er nicht mehr so funktioniert, wie früher. Gleichzeitig versucht Karen Moreno, die seine Beschwerdebriefe bezüglich des Automaten bekam, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Seine Briefe haben sie berührt und sie entwickeln eine Art Freundschaft Plus, ohne das es einer von beiden wirklich ernst meint.
Demolition ist ein Film, der sehr ruhig erzählt wird und daher keinen großen Spannungsbogen hat. Durch seine sehr spezielle Thematik spricht er nicht das große Publikum an und doch kann er überzeugen. Der Film lebt von Jake Gyllenhall als David Mitchell. Er schafft es, den nicht trauernden Ehemann trotzdem sympathisch zu verkörpern und braucht dafür keine großen Gesten, sondern schafft es durch kleine Veränderungen in der Mimik, den Zuschauer mitfühlen zu lassen. Auch der Verzicht auf typische Handlungsstränge, die bereits oft benutzt wurden, ist positiv aufzuführen. Zwischenzeitlich scheint es jedoch, dass der Film die eigentliche Aussage aus den Augen verloren hat. Denn in dem Wahn Mitchells alles, was nicht zu 100% funktioniert auseinander zu nehmen, wird es mitunter sehr abgedreht und der Zuschauer weiß nicht mehr, worauf der Film eigentlich hinauswill. Wenn dann noch die Themen Mobbing und Homosexualität mit dazu kommen, muss der Fokus des Films hinterfragt werden. Aber im Endeffekt schafft Demolition noch die Kurve und begeistert mit einem runden Ende.

Alles in allem nicht für das große Publikum geeignet, aber wer selbst seinen eigenen Weg der Trauer gefunden hat, findet in diesem Film viel Sympathie. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Urlaubsankündigung

Hallo ihr Lieben,
also nicht ich mache Urlaub -.- sondern dieser Blog. Zumindest für ca. 2 Wochen. Denn meine Zeit in der schönen Stadt Leipzig neigt sich dem Ende zu und ich bin mitten im Umzugstress. Nach Beendigung meiner Ausbildung ziehe ich nun endlich mit meinem Freund zusammen. Also heißt es neben der Arbeit noch Kisten packen, Möbel schleppen, sehr viel Bürokratie und hinterher natürlich auch die Kisten wieder auspacken… Ich beeil mich aber, so dass ihr baldmöglich wieder etwas von mir zu hören bekommt 🙂

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Blogparade: „Marry me!“

Hallo ihr Lieben,
kurz vor knapp möchte ich auch noch an der neuen Blogparade der singenden Lehrerin teilnehmen, die zu Recht den Titel „Königin der Blogparaden“ trägt! Die Blogparade selbst steht unter dem Titel „Marry me!“ – 7 Charaktere, die ich vom Fleck weg heiraten würde. Zwar habe ich im wahren Leben meinen Traummann bereits gefunden, aber die unten aufgeführten Heiratskandidaten sind ja auch leider nur fiktiv. Die Reihenfolge stellt keine Wertung da und daher geht es jetzt auch gleich los:

1)
Charakter: Ash
Serie: Vicious
Verkörpert von: Iwan Rheon

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Quelle

Treuherzige Augen, ein großes Herz, eine vielleicht nicht gerade vorzeigbare Familiengeschichte (beide Eltern im Gefängnis) und man könnte ihn vor Violet (siehe Bild) retten. Ein sehr sympathischer junger Mann und das Beste: Man hätte Ian McKellen und Derek Jacobi als schwules Ehepaar als Nachbar.

2)
Charakter: Mr. Darcy
Buch: Stolz & Vorurteil
Geschaffen von: Jane Austen

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Quelle

Seine Familie hat Geld und Ländereien und er hat seinen Stolz und Vorurteile… Ja so mag es am Anfang wirken, doch im Laufe des Buches enthüllt Mr Darcy seine wahren Beweggründe und er ist an sich ein herzensguter Mann, der für Freunde und Familie alles tun würde. Durchaus Heiratsmaterial.

3)
Charakter: Clint Barton (Hawkeye)
Filme: Thor, The Avengers, The Avengers – Age of Ultron, Civil War
Verkörpert von: Jeremy Renner

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Quelle

Ich habe einige Zeit überlegt, ob er tatsächlich zum Thema passt, aber spätestens seit Age of Ultron wissen wir, dass er seine Karriere bei den Avengers mit Frau und Kindern und einem wunderschönen Haus vereinen kann. Und er trifft genau meinen Humor! Bisschen sarkastisch angehaucht und schließlich soll man ja auch jemanden heiraten, mit dem man lachen kann!

4)
Charakter: Der Prinz
Film: Cinderella
Verkörpert von: Richard Madden

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Quelle

Und einmal die volle Ladung Klitschee bitte! Wer träumt nicht davon einen Prinzen zu heiraten? Vorallem, wenn er so sympathisch lachen kann? Außerdem ist er gütig und freundlich und ja ich wäre in diesem Märchen gerne die Prinzessin.

5)
Charakter: Christian
Film: Moulin Rouge
Verkörpert von: Ewan McGregor

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Quelle

Kommen wir vom Prinzen zum mittelosen Schriftsteller. Christian mag kein Geld haben, aber dafür ist sein Herz so groß, dass er es dir mit Freude schenkt und dazu hat er gleich noch ein schönes Lied auf den Lippen. Es wäre ein Leben in Armut, aber voller Liebe und Freude.

6)
Charakter: Leander „Lee“ FitzMor
Buch: Die Pan-Trilogie
Geschaffen von: Sandra Regnier

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Quelle

Und hier ist nun auch offiziell das Fabelwesen vertreten. Denn Lee ist eine Elfe. Aber keine Angst, kein kleines Flügelwesen, sondern ein stattlicher Mann. Er kann einen zwar auch beinahe zur Verzweiflung bringen, aber im Endeffekt überzeugt er durch seinen Charme.

7)
Charakter: Der Doctor (10. Verkörperung)
Serie: Doctor Who
Verkörpert von: David Tennant

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Quelle

Wer würde nicht gerne mit diesem etwas verrückten, aber durch und durch sympathischen Timelord in seiner blauen Telefonzelle durch Zeit und Raum reisen? Gut, die meisten Abenteuer enden sehr gefährlich, und die Hochzeit würde wahrscheinlich durch einen Angriff der Daleks gestört werden, aber trotzdem.

Ganz knapp nicht in mein Ranking geschafft haben es Seeley Booth (Serie: Bones, verkörpert von David Boreanaz) und Harvey Specter (Serie: Suits, verkörpert von Gabriel Macht).

Welchen fiktiven Charakter würdet ihr am liebsten auf der Stelle heiraten?