Life

Am 23.03.2017 erschien ein Film über Leben vom Mars in den deutschen Kinos.

Die ISS bei der Mars Pilgrim 7 Mission. Sechs Wissenschaftler befinden sich an Bord und untersuchen Proben einer Sonde, die gerade vom Mars kam. Dabei entdecken Sie einen winzigen außerirdischen Organismus, der jedoch schnell wächst. Die anfängliche Freude über das erste Leben im Weltraum, schlägt bald in einen Überlebenskampf um.

Während uns Denis Villeneuve im letzten Jahr mit Arrival einen friedlichen Film über Außerirdische brachte, schlägt Life wieder einen ganz anderen Ton an. In der Umsetzung wird er gerne als eine Mischung aus Alien und Gravity bezeichnet. Er spiegelt die anfängliche Euphorie der ganzen Welt wieder, als der außerirdische Organismus gefunden wurde und das der erste Beweis für Leben außerhalb der Erde ist. Diese Euphorie schlägt jedoch bald um als “Calvin”, wie der Organismus genannt wird, bösartig wird und sich gegen die Besatzung der ISS richtet.
Die Mars Pilgrim 7 Mission. An Bord der ISS befinden sich am Anfang des Films Dr. David Jordan, der Bordarzt, Miranda North, Quarantänenbeauftragte, Sho Murakami, der Systemingenieur, Dr. Hugh Derry, der leitende Wissenschaftler, Roy Adams, der Flugingenieur und Ekaterina Golovkina, ebenfalls Wissenschaftlerin. Ihr größter Wunsch: Leben außerhalb der Erde zu finden. Aber wie heißt es so schön: Man sollte aufpassen, was man sich wünscht. Zunächst sieht alles nach einer üblichen Mission aus. Die ISS empfängt Proben von einer Sonde, die diese vom Mars aufgesammelt hat. Ganz nach Vorschrift untersucht Dr. Derry die Proben und findet zunächst nichts ungewöhnliches. Bis er auf einen winzig kleinen Organismus stößt. Die Euphorie ist unbeschreiblich. Zum ersten Mal wurde Leben außerhalb der Erde nachgewiesen. Auch auf der Erde wird gefeiert. Schnell wird ein Name für den Organismus gefunden: Calvin. Doch Calvin scheint intelligenter zu sein, als zunächst angenommen. Schnell entdecken die Astronauten, dass Leben außerhalb der Erde nicht unbedingt etwas positives sein muss.
Life startet zunächst mit einer lockeren und entspannten Atmosphäre. Vorallem die Sprüche von Ryan Reynolds Charakter Roy Adams lockern die Stimmung ungemein auf. Sobald Calvin jedoch stärker wird, kippt die Stimmung und der Film befeuert von nun an eine spannungsgeladene Atmosphäre. Gerade ab hier erinnern viele Szenen an Alien. Man weiß, dass Calvin irgendwo auf der ISS sein muss. Nur wo? Die immer neuen Versteckspiele der Crew und die möglichen Lösungsansätze sind spannend und halten einen den ganzen Film über in Atem. Gerade das Ende ist noch einmal so spannend gestaltet, dass man gar nicht von der Leinwand wegsehen kann. Mit 104 Minuten Spiellänge trifft Life genau die richtige Länge, ehe der Überlebenskampf an Bord nicht mehr so spannend werden kann.
Die Einflüsse von Alien sind während des ganzen Films spürbar, so dass nun kein gänzlich neues Werk über die Leinwand flimmert. Dennoch sind viele neue Ideen dabei und gerade die guten schauspielerischen Leistungen machen Life sehenswert. Gerade das Zusammenspiel zwischen Ryan Reynolds und Jake Gyllenhaal trifft einen guten Ton. Diese Kombination aus Schauspielern wäre schon ein Film wert.
Letztendlich fühlt man sich während des Filmes gut unterhalten und bekommt genau den Film vorgesetzt, den man nach dem Trailer erwartet hat mit ein bis zwei positiven Überraschungen und Wendungen. Dennoch wird Life im Gegensatz zu Alien wohl kein zeitloser Klassiker werden. Dafür fehlte ihm irgendwo doch die gesunde Portion neuer Ansatz.

Alles in allem ein gelungener Film, der aber nicht aus dem Schatten seines Vorbildes springen kann. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Demolition – Lieben und Leben

Am 16.06.2016 erschien ein neuer Film, der sich mit Trauerbewältigung befasst, in die deutschen Kinos.

Davis ist Investmentbanker und sein Leben scheint perfekt zu sein. Bis er bei einem Autounfall seine Frau verliert. Doch anstatt zu trauern verstrickt er sich in neue Bekanntschaften und neue merkwürdige Hobbys.

 Demolition beschäftigt sich zwar mit der Trauerbewältigung, kommt aber trotzdem nicht klassisch daher. Es wird nicht nach dem Lichtblick am Horizont gesucht, es wird sich nicht in neuen Liebschaften verrannt, die einem über die Trauer hinweghelfen sollen, ja es gibt nicht einmal den typischen besten Freund, der immer für einen da ist. Nein Demolition kommt sehr untypisch daher. Denn Davis Mitchell scheint gar nicht zu trauern. Am Tag, als seine Frau stirbt, schafft er es nicht einen Schokoladenriegel aus dem Automaten auf der Intensivstation zu bekommen. Also schreibt er einen höflichen Beschwerdebrief an die Betreiberfirma des Automaten. Diese Briefe in denen er nur minimal auf das Problem mit dem nicht erhaltenen Schokoladenriegel eingeht und vielmehr große Teile seiner Lebensgeschichte erzählt und auch auf die Ehe mit seiner verstorbenen Frau eingeht, werden zu einem Ventil für ihn, denn er schafft es nicht zu trauern. Er kann über den Tod seiner Frau keine Träne vergießen. Stattdessen entwickelt er eine Vorliebe kaputte Sachen auseinander zu nehmen. Der Kühlschrank funktioniert nicht, also wird er in die Einzelteile zerlegt, um zu gucken, ob man ihn reparieren kann. Dies passiert Mitchell mehr als einmal und letztendlich wird er von seiner Arbeitsstelle vorläufig freigestellt, da er nicht mehr so funktioniert, wie früher. Gleichzeitig versucht Karen Moreno, die seine Beschwerdebriefe bezüglich des Automaten bekam, Kontakt mit ihm aufzunehmen. Seine Briefe haben sie berührt und sie entwickeln eine Art Freundschaft Plus, ohne das es einer von beiden wirklich ernst meint.
Demolition ist ein Film, der sehr ruhig erzählt wird und daher keinen großen Spannungsbogen hat. Durch seine sehr spezielle Thematik spricht er nicht das große Publikum an und doch kann er überzeugen. Der Film lebt von Jake Gyllenhall als David Mitchell. Er schafft es, den nicht trauernden Ehemann trotzdem sympathisch zu verkörpern und braucht dafür keine großen Gesten, sondern schafft es durch kleine Veränderungen in der Mimik, den Zuschauer mitfühlen zu lassen. Auch der Verzicht auf typische Handlungsstränge, die bereits oft benutzt wurden, ist positiv aufzuführen. Zwischenzeitlich scheint es jedoch, dass der Film die eigentliche Aussage aus den Augen verloren hat. Denn in dem Wahn Mitchells alles, was nicht zu 100% funktioniert auseinander zu nehmen, wird es mitunter sehr abgedreht und der Zuschauer weiß nicht mehr, worauf der Film eigentlich hinauswill. Wenn dann noch die Themen Mobbing und Homosexualität mit dazu kommen, muss der Fokus des Films hinterfragt werden. Aber im Endeffekt schafft Demolition noch die Kurve und begeistert mit einem runden Ende.

Alles in allem nicht für das große Publikum geeignet, aber wer selbst seinen eigenen Weg der Trauer gefunden hat, findet in diesem Film viel Sympathie. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Southpaw

Am 20.08.2015 erschien der Film, in dem Jake Gyllenhaal als Boxer alles verliert, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Billy Hope ist ein sehr erfolgreicher Boxer, hat aber auch ein Problem mit seinen Aggressionen. Zumindest im Ring zögert er bis er wirklich zuhaut bis zum Ende und steckt viel zu viel ein. Auf einer Charite-Veranstaltung wird seine Frau Maureen nach einem Handgemenge erschossen. In seiner Trauer nimmt er Drogen und trinkt zuviel, weswegen er das Sorgerecht für seine Tochter, seine Boxlizenz, seinen Trainer und den größten Teil seiner Freunde. Doch von ganz unten geht es nur nach oben.

Southpaw zeigt wie aus einer glücklichen Familie auf einmal eine zerissene werden kann. Durch den Tod seiner Frau Maureen dreht Billy Hope komplett durch. Gefangen in seiner Trauer verliert er nach und nach alles. Seinen Trainer und seine vermeintlichen Freunde. Sein Manager versucht ihn noch zu einem großen Deal zu überreden, da auch seine Finanzen nicht gut aussehen. Doch als er voller Wut beim nächsten Kampf dem Schiedrichter die Nase bricht und er auch noch seine Lizenz verliert, wendet sich auch sein Manager ab. Und nimmt seinen größten Konkurrenten unter Vertrag. Eben jenen, der eine große Rolle beim Handgemenge spielte, als Hopes Frau starb. Doch der größte Schlag fehlt noch. In seiner Trauer stürzt Hope sich in Drogen und Alkohol und verliert dadurch das Sorgerecht für seine Tochter. Der Film ist durchgehend emotional, aber trotz allem auch spannend. Man fragt sich, schafft Hope es das Sorgerecht wiederzuerlangen. Natürlich ist es schwierig für Zuschauer, die sich auf einen schönen Boxfilm á la Rocky gefreut haben. Zwar sind die Boxkämpfe wirklich herausragend choreographiert, aber die eigentliche Handlung enthält viel Drama und viele Tränen. Diese sind jedoch zu verzeihen, da der Film auch die menschliche Seite darstellt und den Tod einer geliebten Person steckt man eben nicht einmal so schnell weg.
Jake Gyllenhaal übernimmt die Rolle des Billy Hope. Hier passt er nicht nur in die Rolle des liebenden Vaters, sondern man nimmt ihm auch die Rolle des knallharten Boxers ab.
Forest Whitaker übernimmt die Rolle des Tick Wills. Er hat sein Gym in einem schlechten Stadtteil und bringt Kindern aus schlechten Familien das Boxen bei. Von Hope will er nichts wissen, denn er trainiert keine Profis. Doch Hope braucht dringend einen Job und nach einigen Diskussionen wird er der neue Hausmeister des Gyms und trainiert auch mit den Kids. Im Trailer wirkt Whitakers Rolle sehr philosophisch und weltgewandt. Erst im Film merkt man, dass das täuscht. Wills ist selbst komplett hinüber, sucht Hoffnung indem er den Kindern Hoffnung gibt und muss auch Schicksalsschläge hinnehmen. Doch trotz anfänglicher Schwierigkeiten hilft Wills Hope in seiner schwersten Zeit und bringt ihm eine ganz neue Taktik im Boxen bei – das Ausweichen.
Untermalt wird der ganze Film von der sehr treffenden Musik von dem inzwischen verstorbenen James Horner und Rapper Eminem lädt mit seiner musikalischen Nummer „Phenomenal“ zum Endkampf ein. „Phenomenal“ ist bereits im Trailer zu hören und spiegelt die gesamte Stimmung des Films wider.
Mit einer Gesamtlänge von 125 Minuten schießt der Film leider etwas über die Zielgerade hinaus, denn mitunter kann der Film den Spannungsbogen nicht halten und einige Szenen ziehen sich. Hier hätten es gekonnte 90-100 Minuten eher gerissen, da diese Kürzung die Längen heraus genommen hätte.

Alles in allem ist Southpaw ein sehenswertes Boxerdrama, sofern man sich auf einige tränenreiche Szenen einlassen kann. Dafür bekommt er von mir 07 von 10 möglichen Punkten.