Fantastic Four

Am 13.08.2015 erschien der neue Versuch die vier Marvel Helden auf die Leinwand zu bekommen in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Reed Richards weiß seit seiner Kindheit, dass er irgendwann Lebewesen in andere Dimensionen teleportieren möchte. Doch auch als er älter wurde, wurde er dafür immer nur ausgelacht und von seinen Lehrern verurteilt. Nur sein Freund Ben Grimm hielt immer zu ihm. Bis er auf … und Sue Storm trifft, die an seine Vision glauben und bereits ähnliche Versionen wie Reed entworfen haben. Kurzerhand wird Reed angeworben zusammen mit Victor van Doom und Sues und ihrem Bruder Johnny an einem Teleporter zu arbeiten. Tatsächlich schaffen sie es auch, nur das die Geldgeber nicht die Erbauer auch die ersten Teleportieren sein lassen wollen. Also versuchen sie es zusammen mit Reeds Freund aus Kindertagen Ben in einer Nacht und Nebel Aktion, die vollkommen nach hinten los geht.

Seit dem letzten Versuch von 2004 kennt man die vier Helden, die sich die Fantastic Four nennen. Reed Richards, der seine Gliedmasen gummiartig ausdehnen kann, Sue Storm, die sich unsichtbar machen kann, Johnny Storm, die menschliche Fackel und Ben Grimm, der nach dem Unfall nur noch ein großer Steinhaufen ist. Während viele Stimmen aus den Kritikerreihen, diesen Film als sehr schlecht und weit unter dem bereits schlechten ersten Teil sehen, muss ich sagen, dass ich die schlechten Kritiken nur teilweise nachvollziehen kann.
Denn im Gegensatz zum vorherigen Teil wird hier viel mehr auf die Details geachtet. Es beginnt schon mit der Schauspielerauswahl. Diesmal wird auf jüngere Darsteller gesetzt, allen voran Miles Teller, der spätestens seit Whiplash zeigte, was er drauf hatte. Das diese leider anhand des nicht gelungenen Drehbuches mit seinen teilweise sehr platten Dialogen grundsätzlich unterfordert scheinen, merkt man dem Film schon an, aber trotzdem holen sie viel aus dem Film heraus. Hinzu kommen geschlossene Handlungslöcher aus dem letzten Film. Denn diesmal wird ganz genau gezeigt, wieso die vier ausgerechnet diese “Kräfte” erhalten und keine anderen. Das ist zuvor immer unklar geblieben. Hinzu kommen liebevolle Details, wie klarere menschliche Umrisse bei Ben Grimm als “Das Ding”, wie einen sehr menschlich geformten Hintern.
Das sich Regisseur Josh Trank bereits von dem Film distanzierte, weil die für ihn entscheidenden Szenen herausgeschnitten wurden und er zu diesem Ende “gezwungen” wurde, ist schon verständlich, aber trotzdem merkt man, dass er sehr viel Herzblut in den Film investiert hat und auch die Charaktere auf einer sehr tiefen Ebene hätten liegen können. Reed wird diesmal nicht einfach plump als guten Wissenschaftler dargestellt, sondern wir lernen ihn bereits in der 5. Klasse kennen und erfahren, wie er Ben Grimm kennenlernte. Das macht ihn viel menschlicher und so fühlt man viel mehr mit ihm und seinen Entscheidungen als zuvor. Auch Johnny Storm bleibt zwar der bekannte Draufgänger, bringt aber mit seinem Ego in Verbinung mit seinen Kräften niemanden mehr in Gefahr, wie noch in der Version von 2004. Allgemein erhalten alle Charaktere mehr Tiefgang und so auch mehr Sympathiepunkte im Publikum.
Die viseullen Effekte sind der heutigen Generation angepasst und sorgen so für ein sehr schönes Bild zum angucken. Durch Liebe zum Detail, aber auch einer schönen Orientierung an den Comics fühlt man sich an die Qualität der Marvel-Reihe erinnert.

Alles in allem ist die Kritik am Film teilweise berechtigt, aber so schlecht wie viele ihn sehen, kann ich ihn einfach nicht bewerten, weil er durchaus auch seinen Wert hat. Dafür erhält er von mir 05 von 10 möglichen Punkten.

Boy 7

Am 20.08.2015 erscheint ein neuer deutscher Thriller in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Sam erwacht an einer U-Bahnstation ohne Erinnerungen. Doch anscheinend wird er von der Polizei gesucht. Er flieht vor den Beamten und versucht seine Schritte zu rekonstruieren. Dabei findet er sein Notizbuch, in dem er alles aufschrieb für den Fall, dass er sein Gedächtnis verlöre. Er findet heraus, dass er nachdem er die Schuldatenbank gehakt hatte, in eine Resozialisierungsanstalt gesteckt wurde. Während dort am Anfang alles gut aussieht und ihm gute Chancen geboten werden, merkte er immer mehr, dass etwas nicht stimmte.

Die Handlung klingt nun nicht gerade neu, denn dieses oder ähnliche Szenarios wurden schon öfter verfilmt. Nicht weiter verwunderlich ist es, dass der Film bis auf wenige Ausnahmen absolut vorhersehbar ist. Trotzdem gibt er eine ganz gute Leistung ab, wenn man mal von ein paar Logikfehlern absieht oder er doch teilweise ein paar Klitschees zu viel bedient.
Natürlich musste in diesem Film auch wieder die obligatorische Liebesgeschichte untergebracht werden, die eigentlich so gar nicht wirklich in die Handlung und vor allem nicht in die Szenerie passen will. Aber was erwartet man, wenn beide Geschlechter eine Hauptrolle bekommen.
Boy 7 hat einen der schrägsten Bösewichte, die ich seit langem gesehen habe. Man merkt zwar schon ab seiner ersten Szene, dass er wohl der Bösewicht sein soll, aber mit seinem sehr schmierigem Gehabe, seiner Arroganz seinem Aussehen betreffend und seiner neutralen und fast einschläfernden Stimme wirkt er zunächst nicht so. Auch im weitern Verlauf sorgt er eher für Erheiterung, als dass man ihn ernst nimmt. Aber genau das ist der Fehler, denn er hat es Faustdick hinter den Ohren. Und selbst wenn er oder seine Äußerungen lustig erscheinen, kann er jedoch gleichzeitig sehr kaltblütig sein. Das macht ihn zwar irgendwie interessant, aber so richtig ernstzunehmen ist er dann doch nicht. Daher fehlt dem Film doch irgendwie der Bösewicht, als dauerhafte Bedrohung.
Während Jens Harzer trotz aller Kritik an seiner Rolle als Bösewicht, diese trotzdem souverän spielt, enttäuscht David Kross in der Hauptrolle leider eher. Er schafft es leider nicht die Emotionen seiner Rolle dem Zuschauer verständlich ‘rüberzubringen. Diese muss der Zuschauer durch Situation und Dialoge erraten. Egal ob er nun auf der Flucht ist, im Gericht oder in der neuen Umgebung der Resozialisierungsanstalt, seine Mimik bleibt unverändert. Hier wäre jemand anderes wohl die bessere Wahl gewesen. Bei Emilia Schürle hingegen variiert die Leistung. Ihre harte Schale spielt sie souverän und gut. Sobald es aber auch hier um ein breiteres Spektrum an Emotionen geht, versagt auch sie. Man merkt ihr an, dass ihre Schauspielerfahrungen vor allem auf den Freche Mädchen-Filmen basieren.

Alles in allem ist Boy 7 durchaus spannend und auch sehenswert, bleibt aber hinter vergleichbaren Filmen seines Genres weit zurück. Dafür erhält er 04 von 10 möglichen Punkten.

Orphan Black

Hallo ihr Lieben,
ich stieß durch Zufall bei einer Blogparade auf die Serie Orphan Black und verschlang die ersten beiden Staffeln in nur zwei Tagen! (Mehr ist leider auf Netflix noch nicht verfügbar 😦 )

Kurz zur Story: Sarah Manning ist eine kleine Rebellin, die es nicht mehr bei ihrer Pflegemutter aushielt. Doch sie hat ihre Tochter zurückgelassen. Also kehrt sie in die Stadt zurück. Doch bei ihrer Ankunft am Bahnhof sieht sie eine Frau, die genauso aussieht wie sie – nur das die andere wesentlich besser gekleidet ist – und sich kurzerhand vor den einfahrenden Zug wirft. Zwar unter schock, aber auch eine Gelegenheit sehens, klaut Sarah der Frau ihre Handtasche. Eigentlich wollte sie nur an ihr Geld, um ihrer Tochter eine Zukunft bieten zu können. Doch dabei trifft sie auf noch mehr Frauen, die genauso aussehen, wie sie. Zusammen versuchen sie hinter das Geheimnis zu kommen.

Orphan Black ist von der ersten bis zur (bisher) letzten Folge absolut spannend konzipiert. Der Zuschauer entdeckt zusammen mit Sarah immer mehr Geheimnisse und leidet mit ihr. Doch auch mit den identisch aussehenden Frauen Alison und Cosima leidet man, denn auch ihre Leben werden in der Serie ausführlicher dargestellt.
Die Charaktere selbst könnten unterschiedlicher nicht sein. Das Pflegekind Sarah, dass ihr Leben lang von einem Schlamassel in den nächsten rutschte. Die wissenschaftsbegeisterte Cosima, die trotz der skurrilen Situation in ihr Studium vertieft ist. Die Hausfrau Alison, die ein Vorzeigeleben in einer Vorstadtwohniedlung mit Mann und zwei Kindern führt. Sarahs Pflegebruder Felix, der schwuler nicht sein könnte und eher unfreiwillig in die ganze Geschichte mit hineingezogen wurde. Und das, um nur die absoluten Hauptcharaktere zu nennen.
Die Serie lebt natürlich von der Hauptdarstellerin Tatiana Maslany, die es auf einzigartige Weise schafft, jedem von ihr verkörperten Charakter (und das sind im Laufe der Serie sehr viele!) auf unterschiedliche Weise zu spielen. Wenn man Sarah, Cosima und Alison zusammen agieren sieht, sehen sie zwar alle gleich aus, aber wirken trotzdem, wie von verschiedenen Schauspielern gespielt. Die Mimik und Gestik sind bei jedem Charakter individuell und so ausgeprägt, dass man sie immer erkennt, selbst wenn sich z.B. Alison einmal für Sarah ausgibt und andersherum. Man weiß trotz allem, wen man gerade vor sich hat. Dafür gebührt der Schauspielerin großen Respekt und zu Recht viele Ehrungen und Preise für die brillant gespielten Darstellungen.
Was mich etwas gestört hat, ist das schnelle Tempo, was die Serie vorlegt. Das Verwechslungsspiel zu Beginn der Serie mit Sarah und der vor den Zug gesprungenen Beth macht großen Spaß und hat viele humorvolle Momente. Leider nimmt dies viel zu schnell ab und baut sich zu einem Thriller aus, der ohne Zweifel sehr spannend ist, aber für meinen Geschmack die Serie zu schnell vorantreibt. Bei einer Serie erwarte ich doch ein anderes Tempo als in einem Film.

Alles in allem hat die Serie ein sehr großes Suchtpotenzial (ich sag nur zwei Staffeln in zwei Tagen) und ich kann sie nur wärmstens jedem empfehlen. Sie bietet für fast jeden Genrefan Stoff und ist meines Erachtens viel zu unbekannt!

Coconut hero

Am 13.08.2015 erschien ein neues lebensbejahendes Teenagerdrama in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Mike Tyson hat nur einen Wunsch. Er möchte sterben. Doch leider ist er der eine Prozent, der überlebt, wenn er sich mit einem Gewehr in den Kopf schießt. Zu seinem Glück wird jedoch bei einer Nachuntersuchung ein Tumor in seinem Kopf gefunden und ihm werden nur noch ein paar Monate Leben vorhergesagt. In diesen muss er jedoch an Therapiesitzungen teilnehmen und auch einen Sportkurs mitmachen, bei dem er die hübsche und sympathische Miranda kennenlernt. Ändert sie seine Meinung?

Coconut hero scheint das Thema Selbstmord und Pubertät einfach bunt miteinander zu mischen. Man lernt Mike kennen, der ein nicht ganz leichtes Teengerleben führt. In der Schule wird er gehänselt, seinen Vater hat er nicht kennengelernt, weil dieser sich direkt nach seiner Geburt aus dem Staub gemacht hat, und seine Mutter ist mit dem Thema Erziehung viel zu überfordert und lässt Mike doch lieber den ganzen Tag alleine. Das ganze ist vielleicht kein Einzelfall, aber im realen Leben werden dann doch eher verbitterte Erwachsene aus den Teenagern oder manche ertragen auch nur ihr Kindheit und genießen dann ihr Erwachsenendasein. Doch nicht Mike. Mike hat einfach keine Lust mehr zu leben. Vor seinem Selbstmordversuch ruft er ganz trocken bei der Zeitungsredaktion an und lässt sich einen Nachruf erstellen. Dieses Ausgangsszenario finde ich schon sehr extrem dargestellt, denn so einen wirklichen Auslöser für den Selbstmord gibt es nicht und sollte sich jetzt jeder Teenager umbringen, nur weil seine Eltern sich nicht richtig kümmern und man in der Schule gehänselt wird?
Aber das ist natürlich nicht die Grundlegende Nachricht des Films, denn Mike schafft den Selbstmord nicht und hat nun noch ein paar Monate, um über seine Entscheidung nachzudenken, bis ihn der Tumor umbringen wird. Außer natürlich er macht die lebensrettende OP. Und um diese Zeit geht es eigentlich in dem Film und um die Frage, ob Mike doch noch Gefallen am Leben findet.
Mike ist ein sehr ruhiger Charakter, der nicht so viel spricht. Hinzu kommt eine sehr langsame Erzählweise, so dass sich der Film an einigen Stellen schon zieht. Aufgelockert wird die Grundstimmung durch einige humorvolle Einlagen, die dem Zuschauer dann doch eine gewisse Lockerheit in das schwierige Grundthema bringt. Die Charaktere schwanken von liebenswert bis unsympathisch, wie es auch im realen Leben so ist.
Das Ende des Films spaltete mal wieder mich und meine Mitkinogänger in zwei Lager. Mir gefiel es nicht, das andere Lager fand es doch sehr passend. Mir war es doch zu vorhersehbar und leider auch zu kitschig. Das einzige, was am Film wirklich sehr störend war, war die schlechte deutsche Synchronisation. In Deutschland wird sich damit ja eigentlich große Mühe gegeben, aber in diesem Film wollten die Lippenbewegungen einfach nicht zum Gehörten passten.

Alles in allem ist es doch irgendwie ein lebensbejahender Film geworden, über dessen Grundsituation man streiten kann, das sich vielleicht auch etwas zieht, aber im Endeffekt doch irgendwo sehenswert ist. Dafür bekommt der Film 05 von 10 möglichen Punkten.

Girl on the train

Durch die nicht zu übersehenden Reklametafeln in den Buchläden, wurde ich neugierig und stieß so auf „Girl on the train“ von Paula Hawkins und machte es sogleich zu meiner Urlaubslektüre.

Kurz zur Story: Rachel pendelt jeden Tag mit dem Zug nach London. Dort fährt sie auch immer vorbei an dem Ort Witney vorbei, in dem ihr Ex-Mann Tom mit seiner Affäre, inzwischen Frau, und deren gemeinsamer Tochter lebt. Um ihrem armseligen und vor allem betrunkenen Leben zu entkommen, träumt sie sich immer in das Leben eines Pärchens, die nur ein paar Häuser von ihrem alten Haus entfernt wohnen. Doch eines Tages ist Megan, die Frau des Traumpärchens, verschwunden. Und Rachel sieht ihre große Stunde als gekommen und ermittelt selbst und gerät dadurch immer tiefer in den Strudel der Geschehnisse.

Girl on the Train ist glaube ich das erste Buch, das ich gelesen habe, in dem mir absolut JEDER Charakter unsympathisch ist. Sei es nun Rachel, die nicht nur betrunken, sondern auch sehr naiv durchs Leben taumelt oder ihre arrogante Gegenspielerin Anna, die ihr den (auch unsympathischen) Mann Tom ausspannte und nun ihr Leben als Mutter zwar nicht auf die Reihe kriegt, aber immer große Monologe schwingt, wie toll sie doch ist. Sei es nun Megan, die man durch Rachel erst als sehr sympathische Frau kennenlernt, aber sobald man mehr über sie erfährt, verdreht man auch nur die Augen und möchte ihr am liebsten in den Hintern treten, damit sie aufhört über ihr „schlechtes“ Leben zu heulen oder sei es Megans Mann Scott, der auch nur heulen oder zum Choleriker werden kann. Man kann natürlich sagen, dass einfach extreme Figuren aus dem Leben gegriffen wurden, aber in diesem Fall ist es einfach absolut zu viel. Denn beim Lesen hat man eigentlich keine Lust irgendeinem Charakter „zuzuhören“. Die Emotionen schwanken zwischen dem Drang jemanden anzuschreien oder einfach nur aus dem Buch zu kicken. Das erschwert natürlich das Lesevergnügen um ein Vielfaches.
Die Handlung selbst ist eigentlich spannend konzipiert und so wirklich möchte man das Buch dann doch nicht aus der Hand legen. Durch einen sehr einfach Sprachstil und keinen ausführlichen, sondern kurzen und präzisen, Situationsbeschreibungen, wird der Lesefluss sehr begünstigt, so dass man Girl on the train sehr schnell durchliest. Jedoch reicht einem das eine Mal und ab da wird es wohl eher im Bücherregal verstauben.
Die Aufbau des Buches ist sehr spannend, denn am Anfang wird nur aus der Sicht Rachels berichtet. Da diese immer morgens und abends mit dem Zug fährt, wird auch ein Kapitel in morgens und abends eingeteilt und dann immer von Rachel im Zug sitzend erzählt. Dies wird im Verlaufe des Buches ausgeweitet und auch aus der Sicht weiterer Charaktere wird berichtet, jedoch bleibt das Schema mit morgens und abends größtenteils erhalten. Das ist mal eine erfrischende Abwechslung zu einem chronologisch geschriebenem Buch, bei dem man immer zeitgleich mit den Charakteren etwas erfährt.

Alles in allem ist „Girl on the train“ ein gutes und spannendes Buch, es leidet nur unter den durchweg unsympathischen Charakteren. Hier hätte man dies etwas abschwächen können, um es lesbarer zu gestalten.

True Story (Kurzkritik)

Am 06.08.2015 erschien der neue Film, der Jonah Hill und James Franco zusammen vor der Kamera zeigt, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Michael Finkel arbeitet bei der New York Times, bis er dort in Ungnade fällt. Also räumt er seinen Schreibtisch, nur um kurz darauf zu erfahren, dass der vor Gericht stehende Christian Longo sich bei der Verhaftung als Finkel ausgab. Dieser versucht nun Longo, der seine Frau und Kinder umgebracht haben soll, näher kennenzulernen und findet bald Potenzial für ein Buch über ihn. Doch spielt Longo nur mit ihm?

Ich habe den Film bereits vor über einem Monat in der OV-Sneak gesehen. Das heißt in englischer Sprache und mit original Genuschel. Dadurch fiel es mir sehr schwer der Handlung zu folgen und ich muss gestehen: ich habe den Film leider nicht verstanden… Nichtsdestotrotz soll es hier nun eine Kritik geben, allerdings in verkürzter Form, da ich die Handlung natürlich nicht bewerten kann.

Im Vordergrund des Films standen vor allem die Schauspielleistungen der beiden Hauptdarsteller Jonah Hill und James Franco. Beide sind eher für ihre Darstellungen in Komödien bekannt, als dafür tiefgründige Schauspieler zu sein. Doch mit diesem Film schaffen beide ihr Image etwas aufzupolieren. Gerade Jonah Hill schafft es einen tiefgründigen Michael Finkel zu kreieren, mit dem man von Anfang bis Ende mitfühlt. Zum einen schafft er sehr sympathisch ‚rüberzukommen, zum anderen fragt man sich aber auch, ob ethisch alles so richtig ist, was er macht. Wobei selbst die zweifelhafteren Aktionen ihn nie als schlechten Menschen darstellen lassen. Man nimmt Hill also seine Performance vollkommen ab.
Bei James Franco hingegen ist es etwas schwieriger. Zwar spielt auch er vollkommen ernst und verkörpert auch gut den Mann, der seine Familie umgebracht haben soll. Jedoch ist seine Mimik teilweise etwas eingefroren und zeigt ständig die selben Regungen. Dies wirkt auf Dauer nicht aufregend und spielt daher auch wenig mit dem Zuschauer. Bei diesem Film gilt es für den Zuschauer herauszufinden, ob er an Longos Schuld oder Unschuld glaubt. Doch hier wird der Zuschauer den Dialogen überlassen, denn Francos Mimik und Gestik lassen einem im Dunkeln tappen. Das ist Schade, denn hier ist ein großer Spielraum verloren gegangen.
Der Film ist teilweise als Kammerspiel inziniert, denn viele Szenen spielen im Gefängnis, während Finkel und Longo sich gegenüber sitzen und reden. Doch selbst in dieser „simplen“ Szene bleibt der Film spannend und die Zeit rennt eher und man wird immer weiter in den Strudel von Longos Geschichten hineingerissen.

Alles in allem bin ich mit einem sehr positivem Gefühl aus dem Film gegangen, kann ihn aber leider nicht entgültig bewerten, denn ich habe die Dialoge einfach nicht verstanden und damit auch nicht die Handlung. Daher gibt es erst einmal 05 von 10 möglichen Punkten, die ich nach einer neuen Sichtung des Films gerne nach oben oder unten korrigiere.

Horns

Am 06.08.2015 erschien der neue Film mit Daniel Radcliffe in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Ignatius Perrish ist vollkommen glücklich mit der großen Liebe seines Lebens Merrin. Doch eines Tages wird diese vergewaltigt und ermordet und die ganze Welt glaubt, dass er es war. Doch egal, wie oft er auch seine Unschuld beteuert, die Leute lungern vor seinem Haus auf und protestieren, dass er noch nicht im Gefängnis sitzt. Doch eines Tages wachsen im Hörner und alle, die diese sehen, sagen auf einmal die Wahrheit. Und so fängt Ignatius an Selbstjustiz zu verüben.

Der Film weiß nicht so ganz, was er eigentlich möchte. Er springt wild durch die Genres Romantik, Drama, Horror, Thriller, Krimi, Komödie und Fantasy und ist doch keinem so richtig zuzuordnen. Die Handlung an sich braucht erst einmal ein bisschen um an Fahrt aufzunehmen, doch sobald die Hörner da sind, macht der Film definitiv Laune. Die Dialoge werden ausgefeilter und der Film nimmt an Geschwindigkeit zu. Zudem sorgt der Film ab da auch für einen guten Humoranteil, der den Film zusätzlichen Charme verleiht.
Die Charaktere sind allesamt interessant gezeichnet und trotz Rückblenden in die Kindheit der Charaktere, errät man bis zum Schluss nicht, wer der wahre Mörder Merrins ist. Daniel Radcliffe zeigt hier wieder, dass er auch außerhalb Harry Potters ein guter Schauspieler ist. Doch trotz seines guten Spiels, mag er nicht so ganz in die Rolle passen. Vielleicht ist man einfach nur vorgeschädigt durch sein Spiel in Harry Potter oder es liegt an seiner Ausstrahlung, die für mich einfach nicht in diese Art von Film passt.
Die Effekte des Films sind gut gemacht und sorgen optisch für ein durchgehend schönes Bild im Film. Schon die erste Szene, in der die Kamera praktisch durch die Erdmitte zu fahren scheint, um so zu vermitteln, dass zwischen den beiden Szenen etwas passiert sein muss, lässt auf kleine, aber geschickt eingesetzte, Effekte schließen, die dem Film seinen eigenen Charme verleiht. Auch die Maske hat gute Arbeit geleistet, denn die Hörner scheinen wirklich aus Radcliffes Kopf zu sprießen und wirken nur am Anfang wie eine Ananomalie, danach hat man sich bereits an sie gewöhnt und nimmt sie nur noch wahr, wenn die Handlung auf sie bezogen wird.
Die Handlung selbst ist von Anfang bis Ende sehr spannend gehalten, leider wurde sie am Ende wieder zu weit gesponnen. Ich hätte mir eher ein schönes rundes Ende gewünscht, ehe am Ende wieder alles zu weit abgedreht werden musste. Hier musste Regisseur Alexandre Aja, der auch „The hills have eyes“ drehte, doch noch beweisen, dass er aus dem Horror-Milieu kommt und seine Charaktere minutenlang verstümmeln. Ab hier wurde die Handlung einfach zu abgedreht und nahm den Film den vorher aufgebauten Charme.

Alles in allem bietet der Film aber doch viel für den Zuschauer und lohnt einen Blick. Von mir erhält er 06 von 10 möglichen Punkten.

Pixels

Am 30.07.2015 erschien der Film, der die Herzen aller früheren Arcaderspieler höher schlägen lässt, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: 1982 schickte die NASA eine Kapsel ins Weltall gefüllt mit allerlei Videos aus unserer Welt. Unter anderem von der Arcade-Weltmeisterschaft. Jahre später bedrohen Aliens die Welt, in dem sie zum Leben erweckte Videospiele auf die Erde schicken. Nun ruft die US-Regierung die Arcader von früher zusammen, damit sie mit ihrem Wissen die Welt retten können.

Mit Jahrgang ’93 bin ich wahrscheinlich nicht so ganz die Zielgruppe des Films, da mir die meisten Arcade Spiele nichts sagten. Dafür hatte ich aber meinen Freund dabei, der die meisten Spiele kannte und davon wiederum auch die meisten selbst gespielt hatte. Aber auch ohne das Vorwissen über die Spiele macht der Film Laune. Die Handlung an sich kann man bereits den Trailern entnehmen, die leider bereits wieder viel vorweg nehmen. Trotzdem bietet sie noch die ein oder anderes unvorhersehbaren Wendungen, die den Film trotzdem nicht an Spannung verlieren lässt.
Während der Anfang ein bisschen langsam dahin plätschert und schon die (anscheinend nicht vermeidbare) Liebesgeschichte einführt, nimmt der Film schnell Fahrt auf und lässt mit dem ein oder anderen lustigen Spruch das Publikum bereits lauthals loslachen. Die einzelnen Videospielschlachten im realen Leben sind sehr spannend und sorgen auch hier teilweise für Erheiterung. Der Kontrast zwischen der neuen 3D-Technik der Filme und den alten verpixelten Arcadespielen ist interessant anzusehen und gibt dem Film einen ganz eigenen Flair.
Über die Schauspielleistungen lässt sich bestimmt streiten, zumal Adam Sandler immer ein Streitpunkt ist. Meiner Meinung nach sind die Schauspielleistungen zwar nicht unbedingt gut, aber doch vollkommen ausreichend für den Film, der größtenteils auf die Arcadeanimation und die Schlachten baut. Auch hat man hier sehr namenhafte Schauspieler, die alle ihren ganz eigenen Charme einbringen. Nicht zuletzt Peter Dinklage sorgt für viele lustige Dialoge.
Während teilweise die Dialoge sehr ausgefeilt scheinen und zu großer Erheiterung führen, scheinen andere Passagen sehr gestellt und wirken nicht echt. Da wurde zu sehr auf die Humordrüse gedrückt, was leider nach hinten los ging. Ich finde, dass hat der Film nicht nötig, weil er es doch schafft den Zuschauer auf einer gewissen Humorebene zu packen.

Alles in allem macht der Film durchaus Laune und man kann leicht über seine paar Schwachstellen hinwegsehen. Dafür erhält der Film von mir 05 von 10 möglichen Punkten.

Mission Impossible: Rogue Nation

Am 06.08.2015 erschien der fünfte Teil der Mission Impossible-Reihe, die lose auf der Serie aus den 60er Jahren basieren, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Nach den letzten Aktionen von Ethan Hunts Team wird das IMF durch den CIA Vorsitzenden Alan Hunley aufgelöst. Gerade hatte jedoch Hunt die Existenz des Syndikats entdeckt, einer Organisation, die das genaue Gegenteil des IMF darstellt, und taucht daher unter. Nun wird er verfolgt vom CIA und jagt selbst das Syndikat.

Ich bin ja ein großer Fan, der ursprünglichen Serie und war daher bei den ersten drei Filmen eher enttäuscht. Erst als das Team im vierten Teil neu besetzt wurde und durch Simon Pegg und Jeremy Renner eine humorvolle Seite bekam, wurden mir die Filme sympathisch.
Rogue Nation übernimmt größtenteils das Team aus dem vierten Teil, tauscht aber die Quotenfrau gegen Luther, eine der beliebtesten Figuren aus den ersten drei Teilen, aus. Dies ist für die Handlung des Films ein sehr geschickter Schachzug und funktioniert sehr gut. Doch trotzdem bietet der Film deutlichen Frauenpower. Denn es wird Ilsa Faust vorgestellt, bei der man bis zum Schluss nicht so genau weiß, auf welcher Seite sie eigentlich steht. Zwar wird sie auch in kurzem Kleid und teilweise aufreizender Poisition dargestellt, dafür ist sie aber auch die erste Frau im Film, die bei einer Flucht ihre High-heels auszieht!
Die Schauspielleistungen sind allesamt gekonnt im Film, vorallem von Antagonist Solomon Lane gespielt von Sean Harris. Auch die Actionszenen wurden sehr schön inzeniert und da lohnt der Gang ins Kino, um es auf großer Leinwand bewundern zu können. Die Stunts übertreffen natürlich wieder einmal den vorherigen Film, wobei man langsam echt an der Glaubwürdigkeit zweifelt (und ich lass Filmen da immer viel durchgehen).
Die Handlung überzeugt auf jeden Fall durchgehend, auch wenn sich das Ende eine Spur zu lange hinzieht. Hier hat mir eine Prise Schnelligkeit gefehlt, da das Ende diesmal ohne eine Verfolgungsjagd auskommt. Auch diesmal ist wieder eine gute Portion Humor im Film, kann jedoch nicht mit dem Vorgänger mithalten, da diesmal die Dialoge etwas enthumorisiert wurde.

Alles in allem macht der Film Laune und lohnt den Gang ins Kino, sofern man etwas mit der Reihe bzw. mit dem vierten Teil anfangen kann. Dafür erhält der Film 7 von 10 möglichen Punkten.