Die Bestimmung – Allegiant

Am 17.03.2016 erschien der dritte Teil der Bestimmungs-Reihe in den deutschen Kinos.

Kurz zur Handlung: Tris und ihre Verbündeten wollen endlich die Welt hinter dem Zaun erkunden. Doch Fours Mutter Evelyn hat dies verboten und lässt den Zaun bewachen. Doch obwohl die Flucht glückt, warten hinter dem Zaun zwar Antworten, aber auch neue Fragen und Rätsel.

Man nehme eine starke Buchvorlage und… zerstöre alles, was gut daran ist, fülle den Film mit überflüssigen Handlungssträngen und Charakteren, lasse wichtige aussagekräftige Szenen weg, gebe Hauptcharakteren nur noch kleine Parts und natürlich spalte den Film in zwei Teile. Das Problem mit Buchvorlagen ist eben doch, dass sie bereits Fans haben, die mit Erwartungen an den Film gehen und das sie meist auf einen Film ausgelegt sind. Während der Trend Trilogien in vier Filmen zu verfilmen bei den Tributen von Panem oder auch bei dem 7. Harry Potter Buch noch funktionierte, erweist es sich hier als sehr überflüssig. Das Buch hat eine starke Handlung, die einen gebührenden Abschluss der Reihe darstellt. Einige wichtige Elemente wurden in den Film übernommen. Aber bei weitem nicht die, die zur Aufklärung der Thematik beitragen würden. Stattdessen wird erst einmal viel überflüssiges hinzugefügt. Gibt vielleicht ein besseres Bild, weil mehr Action eingebaut wurde, lässt aber viele Fragen unbeantwortet. Dann werden kurz ein paar Fragen abgearbeitet, fast nur nebenbei beantwortet, ohne jedoch, dass der Zuschauer die Zuammenhänge wirklich greifen kann. Wie ein Stöckchen, dass dem Zuschauer hingeworfen wird, damit er noch nicht völlig abschaltet. Aber dann geht es weiter mit dem Verwirrspiel. Zwar wird dieses auch im Buch gespielt, aber dort mit mehr Liebe, mehr Informationen, mehr Details, so dass es Spaß macht zu rätseln, was genau gespielt wird. Stattdessen werden im Film zwischendrin völlig abstruse Handlungsstränge eingeführt, die einzig und allein dienen, den Film zu strecken.
Versucht man den Film unabhängig vom Buch zu sehen, ist man vielleicht weniger enttäuscht, aber trotzdem nicht überzeugt. Der Film geht nahtlos vom zweiten Teil Insurgent in den dritten Allegiant über. Das Regime unter Jeanine Matthews ist gestürzt und Fours Mutter Evelyn hat sich nun zur Herrscherin über Chicago aufgeschwungen. Ihre erste Amtshandlung: Den Zaun, der Chicago von der Außenwelt trennt, weiterhin bewachen zu lassen, obwohl die Bewohner am Ende des 2. Teils dazu aufgerufen wurden, die Stadt zu verlassen. Gleichzeitig gibt es mehrere öffentliche Hinrichtungen ehemaliger Helfer Jeanines. Angewidert von diesem Verhalten macht sich eine kleine Gruppe auf den Weg über den Zaun – Tris, Four, Christina, Tori, Peter und Caleb. Doch dort finden sie nicht das vor, was sie erwartet haben.
Wie schon der zweite Teil ist auch dieser Film weniger auf die Handlung ausgerichtet, als vielmehr auf die Action. Dadurch will der Film aber nicht so richtig funktionieren, es bleibt vieles an Handlung offen und es wirkt stark konstruiert. Verschiedene Intrigen werden durcheinander gewürfelt, ohne nennenswerten Grund. Der Zuschauer wird stark im Dunkeln gelassen, welche Ziele genau verfolgt werden und verlieren schnell das Interesse irgendetwas aufzuklären. So plätschert die Handlung so vor sich hin, ohne wirklich etwas auszusagen und erst recht ohne Spannung aufzubauen.
Die schauspielerischen Leistungen sind wieder durchweg gut, allen voran Shailene Woodley, die souverän die Rolle der zwiegespalteten Tris spielt. Negativ fällt alleine Naomi Watts auf, der man weder die Rolle der Mutter noch die Rolle der Anführerin als Evelyn abkauft. Gegen die ansonsten starken Schauspieler wirkt sie sehr blass und kann einfach nicht mithalten.
Dem Franchise ist zu wünschen, dass der vierte Teil nun wieder die Kurve kriegt und sich wieder mehr auf die Buchvorlage besinnt. Im ersten Film (Divergent) hat dies sehr gut funktioniert, danach wurden die Filme zunehmend schwächer.

Alles in allem kann der Film nur stellenweise und vor allem durch einen guten Cast überzeugen. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Verpasst im April 2016

Hallo ihr Lieben,
die Abschlussprüfung rückt immer näher und in meinen Kopf passt schon länger nichts mehr hinein, aber trotzdem wird fleißig weitergelernt. Um ein bisschen abzuschalten, möchte ich euch nun die Filme vorstellen, die mein Interesse geweckt haben, aber leider nicht in meinen Terminplan gepasst haben (und ich habe trotzdem 6 Filme gesehen und für den 7. Karten):

1) Ein Mann namens Ove: Skandinavischer Film über einen sehr griesgrämigen Renter, der sich einfach über alles beschweren muss. Hat den ganz speziellen skandinavischen Humor und sieht vom Trailer sehr ansprechend aus.

2) The Lady in the van: Maggie Smith, die in einem Van lebt. Schon allein diese Kombination hätte mich am liebsten ins Kino getrieben. Der Film wird auf jeden Fall noch nachgeholt.

3) Gods of Egypt: Der Film hat unheimlich schlechte Kritiken bekommen und auch der Trailer sieht nicht wirklich gut aus. Aber ich interessiere mich für die ägyptische Mythologie und hätte es schön gefunen einen Film über die Götterwelt zu sehen.

4) The Boss: Melissa McCarthy in ihren Komödienrollen ist nicht jedermanns Sache und meine eigentlich gar nicht. Aber der Trailer hat mich ziemlich überrascht und ich habe erstaunlich viel gelacht. Wird bestimmt an einem verregneten Abend auf der Couch nachgeholt.

5) Bauernopfer – Spiel der Könige: Ein junges amerikanisches Schachgenie, dass gegen einen russischen Schachmeister antreten soll und dabei ungewollt einen Kampf der Ideologien lostritt. Trailer sah sehr gut aus.

Und hier noch die Filme, die es nicht auf meine Liste geschafft haben, aber die nicht unerwähnt bleiben sollen:

Unter dem Sande, die Kommune, Ich bin tot, macht was draus

Batman vs. Superman – Dawn of Justice

Am 24.03.2016 erschien ein Film, der die beiden DC Giganten Batman und Superman aufeinander treffen ließ, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Handlung: Nach den Geschehnissen in Man of Steel wurde die Stadt wieder aufgebaut. Trotzdem wird diskutiert, wie viel Superman darf und ob er sich für seine Taten zur Rechenschaft ziehen lassen sollte. Gerade Bruce Wayne alias Batman sinnt auf Rache und geht selbst immer brutaler in seinen Aktionen vor. Als dann noch Lex Luthor auf den Plan tritt und alle gegeneinander ausspielt, fängt das Chaos erst an.

 In Man of Steel wurde Metropolis komplett zerstört. Der finale Endkampf zwischen General Zod und Superman war bildgewaltig und spannend, wie sie sich kreuz und quer durch die Stadt kämpfen. Was nicht berücksichtigt wurde, waren die vielen zivilen Opfer. Mit diesen fängt aber Dawn of Justice an. Man sieht Batman, der während des Kampfes verzweifelt versucht zu seinen Angestellten zu gelangen, die in einem Hochhaus fest sitzen. Doch er kommt zu spät und muss mit ansehen, wie das Haus einstürzt und viele seiner Angestellten in den Tod stürzen. Einzig retten konnte er ein kleines Mädchen, das aber kurz vorher seine Mutter unter den Trümmern verlor. Das alles sorgt bei Batman ordentlich für Zündstoff. Er selbst geht in den folgenden Wochen immer härter gegen Verbrecher vor und wird dabei immer rücksichtsloser. Dies stößt bei Superman, der inzwischen versteckt als Clark Kent für den Daily Planet schreibt, böse auf, der in seinen Artikeln das Vorgehen der Fledermaus hart verurteilt. So schaukeln sich beide gegenseitig hoch, da Superman noch vermehrt eingreift, um Leben zu retten, immer mit dem Hintergedanken das Richtige zu tun. Doch dann mischt sich noch Lex Luthor ein, der versucht die Genehmigung für grünes Kryptonit zu bekommen, das Superman schwächen kann. Dabei ist ihm jedes Mittel Recht, was letztendlich auch zum großen Endkampf führt.
Nach den Trailern erwartete man einen spannenden Film mit viel Action und einer schönen Diskussion, was Superhelden dürfen und was nicht. Damit kommt DC Marvel ausnahmsweise einmal zuvor, die mit dem 1 Monat später startenden Captain America – Civil War genau das gleiche Thema verfolgen. Leider schafft es DC aber nicht den Erwartungen gerecht zu werden. Dawn of Justice verliert sich schnell in zu vielen Handlungssträngen – Batmans Gerechtigkeitswahn, Supermans Eingreifen, Luthors Wahn, der Grundsatzdiskussion, der Liebesgeschichte zwischen Clark und Lois Lane – die kreuz und quer durcheinander gewürfelt werden und nur bedingt ist ein roter Faden erkennbar. So macht Batman gleichzeitig Superman für alles Verantwortlich, was geschieht, spioniert aber gleichzeitig Luthor hinterher. Dann wird noch subtil versucht Wonder Woman und weitere Helden einzuführen, nur um die Verwirrung noch zu verstärken. Die eigentliche Grundsatzdiskussion kommt dabei viel zu kurz und wird sehr abrupt abgebrochen, um den großen Showdown einzuleiten. Dabei kommt der eigentliche Namensgebende Kampf Batman vs. Superman viel zu kurz, da dieser max. 10 Minuten geht, weil es natürlich noch etwas schlimmeres gibt. Dabei wird so viel Zeit auf den bildgewaltigen Show-Down gesetzt, dass es kaum noch Erklärungen am Ende gibt und einiges an Handlung sehr schnell abgehandelt wird.
Über die Besetzung Ben Afflecks als Batman wurde im Vorfeld sehr viel diskutiert. Das sein Batman nicht funktioniert, liegt aber nicht an seiner schauspielerischen Leistung, die er souverän ablegt, sondern am Drehbuch. Während am Anfang einleuchtend erklärt wird, warum Batman sauer auf Superman ist, verliert dies immer mehr an Relevanz, wenn er seinen eigenen Feldzug startet und der Zuschauer seine Handlungen immer weniger nachvollziehen kann. Batman verliert während des Feldzuges viel Sympathie und wirkt sturr wie ein kleines Kind.
Henry Cavill überzeugt auch weiterhin als Superman und scheint der einzige zu sein, der sein Handeln und das Handeln Batmans kritisch reflektiert. Weiterhin versucht er Menschen zu retten, ist bei seinen Taten aber sehr geblendet von der Liebe zu Lois Lane, die ihn mehr blockiert als hilft.
Lois Lane wird gespielt von Amy Adams, die weder eine passende Chemie zwischen Cavill und sich aufbauen kann, noch ihren Charakter glaubhaft gespielt kriegt. Neben den souveränen Leistungen von Affleck und Cavill und der brillianten Leistung von Eisenberg, erscheint sie sehr blass und nichtssagend. Die Kämpfernatur der Lane verkörpert Adams nicht. Gleichzeitig wird ihr gesamter Charakter auf die Beziehung zu Superman gestützt. Der Journalismus-Geist der Lois Lane aus den Comics wird bis auf wenige Szenen unter den Tisch gekehrt.
Schauspielerisch sticht vor allem Jesse Eisenberg als Lex Luthor heraus, der den Wahnsinn gut verkörpert und herüber bringen kann. Leider wird auch dieser Charakter sehr einseitig und stark überspitzt gezeigt, so dass auch hier keine gute Leistung des Films sichtbar ist.

Alles in allem schwächelt Dawn of Justice auf ganzer Linie trotz überwiegend gutem Cast. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

Ein Hologramm für den König (Kurzkritik)

Am 28.04.2016 erscheint ein Film, der Tom Hanks nach Saudi-Arabien zieht, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Alan Clay hat sein Unternehmen in der Bankenkrise an die Chinesen verloren. Seine neue Firma gibt ihm eine Chance auf einen Neuanfang. Er soll ein neues System für Videotelefonie dem saudischen König vorstellen. Doch der taucht so schnell nicht auf.

 Ein Hologramm für den König zeigt einen gebrochenen Mann, der sich in einem neuen Umfeld zurecht finden muss. Gleichzeitig bietet sie einen Einblick in eine neue Kultur, über die uns in der westlichen Welt sehr wenig bekannt ist. Dadurch entsteht eine schöne Verbindung, die dem Film einen ganz eigenen Charme verleiht. Leider verliert sich dies am Ende durch zu langes Erzählen einiger nicht wichtiger Szenen. Hier wäre eine Kürzung sehr sinnvoll gewesen. Auch werden bestimmte Probleme zwar angesprochen, aber nicht näher erläutert bzw. aufgeklärt, was durchaus mit einer Erhöhunh der Spielzeit um nicht mehr als 5 Minuten möglich gewesen wäre. Trotzdem überzeugt gerade Tom Hanks in seiner Rolle als Alan Clay. Man fühlt mit ihm, versteht ihn und hofft für ihn. Saudi-Arabien ist ein touristisch bisher nicht erschlossenes Land, was angesichts der Bilder und Kultur, die in dem Film vermittelt werden, sehr Schade ist.

Alles in allem möchte man gerne mit Alan die Reise zusammen unternehmen und dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Hardcore (Kurzkritik)

Am 14.04.2016 erschien ein Film, der komplett aus der Perspektive der Hauptperson gedreht wurde, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Henry wacht in einem Labor auf und kann sich an nichts erinnern. Eine hübsche Frau stellt sich als seine Ehefrau Estelle vor und erklärt ihm, dass sie ihn wieder zusammen flicken wird. Er bekommt einen künstlichen Arm und Bein. Kurz darauf wird das Labor von dem verrückten Akan angegriffen und Estelle entführt. Von da an versucht Henry alles, um sie zu befreien.

Objektive Kritik –> Hardcore ist ein Film, der wie ein Ego-Shooter funktionieren soll, demnach komplett aus der Perspektive der Hauptperson Henry gedreht wurde. Man sieht an sich den Film aus Henrys Augen, sieht seine Arme, teilweise seine Beine. Der Nachteil daran ist, dass die Kamera pausenlos mit Henry mitwackelt. Der Film möchte eine engere Verbundenheit erzeugen und spricht gerade die Zielgruppe der Zocker an. Doch die Hälfte der Zeit, möchte man den Controller an sich reißen und selbst spielen bzw. einfach sich einmal genauer umgucken. Das Tempo des Films ist sehr rasant und hat keinen Platz für viel Handlung. Henry begegenen zwischendurch immer wieder Personen, die ihn kennen, an die er sich aber nicht erinnern kann. Trotzdem wird ihnen erst einmal blind vertraut. Zwischendrin wird versucht ein paar humorvolle Einlagen einzustreuen, die aber nicht so recht zünden wollen. Insgesamt wird dem Zuschauer zu wenig erklärt. Auch die Kameraführung ist nicht ausgereift. Denn obwohl der Film stringent die Handlungen Henrys erzählt, sind teilweise sehr harte Schnitte zu sehen, die keinen Sinn ergeben.

Subjektive Kritik –> Die Wackelkamera ist nicht für Jedermann. Ich habe einen sehr empfindlichen Magen, der bereits nach 10 Minuten so stark strapaziert war, dass ich den Film zu 90% mit geschlossenen Augen sehen musste. Aber auch dies rettet nicht davor hinterher die Kinotoilette mit dem eigenen Mageninhalt bekannt zu machen. Daher die Warnung für alle mit unbelastbarem Magen: Bleibt dem Film fern!

Alles in allem ist die Filmtechnik noch nicht ausgereift und ob der Film die Zielgruppe der Zocker wirklich erreicht – da diese keine Mitbestimmung haben – bleibt abzuwarten. Daher gibt es objektive 05 von 10 möglichen Punkten mit einem Minus von subjektiven 02 Punkten (=5-2 Punkte).

Freeheld (Kurzkritik)

Am 07.04.2016 erschien ein biographischer Film über die Gleichstellung der homosexuellen Liebe in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Laurel Hester und Stacie Andrews lieben sich. Ihnen ist der Altersunterschied egal und auch, dass sie beide Frauen sind. Doch als Laurel an Lungenkrebs erkrankt und ihre Pensionsansprüche als Polizistin auf Stacie übertragen will, entbrennt ein jouristischer Kampf. Denn Stacie ist nicht Laurels Ehemann.

Freeheld beschäftigt sich mit realen Vorfällen. Umso bestürzender ist es zu sehen, wie Laurel Hester mit Lungenkrebs im Endstadium noch immer regelmäßig zu den zuständigen Behörden fährt und sich anhören lässt. Wäre sie mit einem Mann verheiratet, wäre es kein Problem die Ansprüche zu übertragen. Aber Anfang der 2000er Jahre waren die Rechte für homosexuelle Paare gleich null. Der Film braucht am Anfang ein wenig um in Fahrt zu kommen. Es wird versucht die Liebesgeschichte von Laurel und Stacie von Anfang an bis zur Diagnose nachzuerzählen, was zu viel Zeit in Anspruch nimmt und sich ewig zu ziehen scheint. Doch ab dem Zeitpunkt der Diagnose kommt der Film in Fahrt und zieht einen mit. Die Sympathien sind durchgängig bei den Beiden, man fühlt mit, man leidet, man kämpft. Sowohl Julianne Moore als auch Ellen Page brillieren in ihrer Rolle. Lediglich Steve Carell, der mit Demonstrationen den beiden helfen möchte bzw. allgemein die Rechte Homosexueller stärken möchte, sticht negativ heraus. Das liegt weniger an seiner Spielweise, als an seiner unpassenden Rolle. Denn diese sorgt desöfteren für Erheiterungm, was nicht in die Grundstimmung des Films passt.

Alles in allem wurde ein noch immer brisantes Thema aufgegriffen, dass aber nur in 2/3 des Filmes gut umgesetzt wurde. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Im Strahl der Sonne

Am 10.03.2016 erschien ein Dokumentarfilm über ein Jahr im Leben einer nordkoreanischen Familie in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Der russisch-ukrainische Regisseur Vitalij Manskij reist nach Pjöngjang in Nordkorea und begleitet mit seinem Kamerateam ein Jahr lang die 8-jährige Zin-Mi, um zu sehen, wie die Kinder unter der strengen Führung Kim-Jong-Uns und seiner Vorgänger aufwachsen.

Im Strahl der Sonne sollte eine uneingeschränkte und unbeschönte Dokumentation über das Leben von Zin-Mi werden. Doch starke Einschränkungen und ständige Überwachung seitens des nordkoreanischen Staates erschwerten die Dreharbeiten stark. Zin-Mi lebt eigentlich mit ihrer Familie in einer ganz kleinen Wohnung am Bahnhof, keine schöne Ecke Pjöngjangs. Bei Vorbesprechungen zum Film war der Vater von Beruf noch Jounalist. Als das Kamerateam eintrifft, ist die Familie vom Regime aus, in eine schicke 3-Zimmer-Wohnung umgezogen, der Vater arbeitet auf einmal als Ingenieur in einer großen Textilfabrik und die Mutter in einer Milchfabrik. Zin-Mi darf die repräsentabelste Schule besuchen, die natürlich gerad neu renoviert wurde. Gäbe es die Vorbesprechungen nicht, wäre nicht klar gewesen, dass dies alles schon auf einer Illusion beruht. Gleichzeitig hat das Regime ein Drehbuch ausgearbeitet, in der die einzelnen Szenen des „Alltags“ dargestellt werden sollten. Dem Kamerateam und der Familie wurden Aufpasser des Regimes an die Seite gestellt, um zu kontrollieren, dass sich zum einen an das Drehbuch gehalten wird und dieses auch wie gewünscht umgesetzt wird, und zum anderen, dass das Kamerateam nur die einstudierten Szenen filmt und keine Privatausflüge unternimmt. Das Team darf ohne Begleitperson das Hotelzimmer nicht verlassen. Trotz dieser harter Auflagen ist es dem Team gelungen dieses in Szene setzen zu hinterfragen. Zum einen sind von vielen Szenen nicht nur das Endprodukt im Film erschienen, sondern auch die Proben und das Umgestalten einzelner Szenen. Dadurch wurde sehr deutlich, dass vieles gestellt ist und Propaganda im großen Stil betrieben wurde. Gleichzeitig ist es für uns in Deutschland geradezu lächerlich. Beispielsweise wird einem versucht zu erzählen, dass das Nationalgericht Nordkoreas Kimchi vor dem Altern schützt und Krebs heilt. Immer wieder wurden Propagandaphrasen eingestreut und in gefühlt jeder zweiten Szene wird den großen Führern gedankt. Gleichzeitig schafft die Kamera es aber auch Gesichter von Akteuren einzufangen, die an den einzelnen Szenen derzeit nicht beteiligt waren und daher auch die „wahren“ Gesichtsausdrücke aufzunehmen. Jede Szene, selbst die Fahrten mit dem Bus zu Schule, waren einstudiert. Auffällig war unter anderem, dass an der Abfahrtstelle eigentlich überhaupt keine Haltestelle war. Stattdessen hat das Team es geschafft heimlich aus ihrem Hotelfenster zu filmen und den eigentlichen „Alltag“ zu filmen, der überhaupt nichts mit dem dargestellten gemeinsam hat. Im Großen und Ganzen hat der Film ein sehr bedrückendes Gefühl hinterlassen. Die Lebensweise in Nordkorea ist mit unserem westlichen Verständnis von Freiheit nicht nachzuvollziehen. Ständig schießen Gedanken durch einen, wie „die können so doch gar nicht glücklich sein“. Das ist pauschal gerne einmal schnell gedacht, aber die Staatsmacht und die ständige Kontrolle von Kindesalter an, ist einfach nicht nachzuvollziehen. Und woher sollen die Menschen es anders kennen?
Der Film zeigt einem schonungslos, wie gut man es in den westlichen Welten und der grenzenlosen Freiheit eigentlich hat, stimmt nachdenklich und teilweise auch traurig. Gerade die letzte Szene versetzt einem noch einmal einen zusätzlichen Schlag und versetzt einem noch einen zusätzlichen Hauch Traurigkeit. Der Film ist sehr ruhig erzählt und klappert die wichtigsten Events in Zin-Mis Leben ab. Dabei versucht der Film Nordkorea nicht schlecht zu machen, sondern eine relativ objektive Darstellung. Dazu gehören auch die Erklärungen in Form einer Erzählerstimme über die Vorbedingungen und die Filmbedingungen.

Alles in allem ist der Film zwar ruhig, aber nicht langweilig, denn dafür ist er zu berührend und regt stark zum nachdenken an. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Criminal Activities (Kurzkritik)

Am 31.03.2016 erschien ein Film, über die Konsequenzen, wenn man sich von einem „Kredithai“ Geld leiht, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Bei der Beerdigung eines gemeinsamen Freundes treffen vier ehemalige Schulkameraden wieder aufeinander. Zusammen treffen sie die Entscheidung an der Börse zu spekulieren. Leider geht der Deal nach hinten los und sie schulden einem Kredithai auf einmal 200 000 Dollar. Dieser schlägt ihnen einen Deal vor. Wenn sie ihm ein Mitglied einer konkurrierenden Gang liefern, sind sie fein raus.

Criminal Activities ist ein Film, dessen einzig gut gemachte und wirklich spannende Szene die Auflösung am Ende ist. Davor schafft der Film es an keiner Stelle Spannung zu erzeugen. Die Handlung plätschert nur so vor sich hin ohne wirklich einen roten Faden zu haben. Dadurch zieht er sich in die Länge ohne wirklich eine Aussage zu haben. Die Charaktere reden miteinander, aber es kommt kein Gespräch dabei raus. Lediglich John Travolta als Kredithai Eddie bringt durch sein Charisma ein wenig Wind in die Handlung. Alle anderen Charaktere bleiben sehr farblos, beziehungsweise werden sehr standarisiert und voller Klitschees dargestellt. Der Film versucht sich im Hintergrund mit einer Täter-Opfer Thematik, die aber nicht anschlägt.

Alles in allem schafft der Film es nicht eine spannende Handlung aufzubauen und kann daher nur wenig überzeugen. Dafür gibt es 03 von 10 möglichen Punkten.

The Hateful 8

Am 28.01.2016 erschien der inzwischen 8. Film von Quentin Tarantino in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Mitten in einem heftigen Schneesturm treffen verschiedene Charaktere durch Zufall auf dem Weg nach Red Rock in Minnies Miederwarenladen aufeinander. Nur Minnie ist nicht aufzufinden. Keiner traut dem anderen über den Weg und so beginnt ein Kammerspiel voller Geheimnisse und, wie für Tarantino üblich, viel Blut.

Bei Tarantino existiert die Frage, ob jemand stirbt nicht. Nur wann, wer und in welcher Reihenfolge. Doch wenn diese Fragen auch noch in ein Kammerspiel gepackt werden, dann braucht es schon Tarantinos Dialoge, um einen Spannungsbogen zu kreieren.
Alles beginnt kurz vor einem heftigen Schneesturm in den tiefen den Wilden Westens. Eine Kutsche trifft auf einen Mann, der auf ein paar Leichen hockt. Der Kopfgeldjäger Warren braucht eine Mitfahrgelegenheit nach Red Rock. Der Henker Ruth ist wenig begeistert, da er seine Gefangene Domergue ohne Zwischenfälle nach Red Rock bringen und hängen lassen will. Nach einigen Diskussionen darf der Kopfgeldjäger einsteigen. Unterwegsw treffen sie auch noch auf den Sheriff Mannix. Dieser ist der neue Sheriff in Red Rock und hat daher das gleiche Ziel. Unterwegs wird die Kutsche jedoch von dem Schneesturm eingeholt und schafft es gerade noch bis zu Minnies Miederwarenladen. Dort treffen sie allerdings keine Minnie an, sondern nur den Mexikaner Bob. Der erklärt ihnen, dass Minnie mit ihrem Mann verreist sei. Dies stimmt alle vier misstrauisch, aber die Aussicht auf Kaffee und einem Kamin lässt sie eintreten. Ebenfalls anwesend sind der kleine Mann Mobray, der Cowboy Gage und der General Smithers. Doch es hängt ein Geheimnis in der Luft, dass gelöst werden will.
Das erste, was an The Hateful Eight auffällt, ist die Rückbesinnung auf alte Filmwerte. So wurde der Film in ausgewählten Kinos mit Ouvertüre und Zwischenspiel gezeigt und mit einer Kamera gedreht, die seit 1966 nicht mehr zum Einsatz kam. Aber auch der Film selbst erinnert an seine 5 Kapitel Aufteilung an den Aufbau eines klassischen Dramas. In der heutigen Filmzeit, wo es kaum noch größer und bildgewaltiger werden kann, ist dies eine schöne Rückbesinnung und ruft ein wenig Nostalgie hervor.
Mit einer Spielzeit von ca. 3 Stunden hat der Film deutliche Überlänge. Am Anfang braucht der Film auch ein wenig, um in Fahrt zu kommen. Gerade die Szenen in der Kutsche, wo bedingt durch die Enge kaum Handlungsfreiraum herrscht und die allein von den Dialogen leben, hätten ein wenig gekürzt werden können. Aber sobald Minnies Miederwarenladen erreicht wird und das eigentliche Kammerspiel beginnt, zeigt Tarantino gekonnt, wie man auch mit einer ruhigen Erzählweise, an einem einzigen Schauort mit absolut großartigen Dialogen eine ganz eigene Spannung erzeugen kann, mit der kein Actionfilm oder Thriller mithalten kann. Natürlich gibt es auch das für Tarantino übliche Blutvergießen, dass den Höhepunkt des Films einläutet. Leider ist auch dieses wie schon in Django Unchained ein wenig zu lang geraten und einige Charaktere überleben trotz schwerster Verletzungen eindeutig zu lange. Aber trotz vieler Dialoge, die einiges verraten, bleibt die Auflösung am Ende komplett unvorhersehbar.
Ein weiteres Markenzeichen des Films ist die wunderbar passende Musik von Ennio Morricone. Dieser gewann für seine Kompositionen zu diesem Film berechtigt den Oscar. Die einzelnen Stücke harmonieren sehr gut mit dem Film, passen wie die Faust aufs Auge und stimmen ebenfalls nostalgisch.
In The Hateful Eight gibt es eine ganze Reihe interessanter Charaktere, die miteinander harmonieren und gleichzeitig disharmonieren. Es gibt Reibereien, gerade bei der Auflösung des Rätsels, und doch müssen sie in einem Raum aushadern. Besonders oft kritisiert wird Tim Roth mit seiner Darstellung des kleinen Mannes. Er sei ein schlechter Christoph Waltz Ersatz, der in dem Film fehle. Doch betrachtet man Roths bisherigen Film- und Seriendarstellungen fällt auf, dass er selbst auch eine ganz eigene Art zu schauspielern hat, die dem von Waltz zwar ähnlich ist, aber nicht identisch. Daher ist es eher ein frischer Wind Roth spielen zu sehen mit seinem ganz eigenen Charme, als wieder die gleiche Darstellung von Waltz, die es schon in Inglorious Basterds und Django Unchained zu sehen gab.
Auch Channing Tatum mit seinem Kurzauftritt wird stark kritisiert. Natürlich ist seine Erscheinung in so einem Film ungewohnt, aber wenn man ihn mal nicht als Magic Mike sieht, ist seine Leistung in the Hateful Eight durchaus dem Film angemessen.
Allen voran brilliert aber Samuel L. Jackson in einer, wie es scheint, nur für ihn geschriebene Rolle. Als Kopfgeldjäger überzeugt er durch Witz und steckt durch seine laute, dreckige Lache jeden an. Seine Rolle ist ein großer Gewinn für den Film.

Alles in allem überzeugt The Hateful Eight mit Witz, Charme und Nostalgie. Lediglich die wirklich lange Spielzeit hätte um eine halbe Stunde gekürzt werden können. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Rückblick 1. Quartal 2016: Die Highlights und Enttäuschungen

Hallo ihr Lieben,
unglaublich, aber das erste Quartal des Jahres ist schon wieder vorbei. Die Zeit rast nur so! Ich habe im ersten Quartal 23 Filme gesehen (9 im Januar, 7 im Februar und 7 im März). Hier soll es nun eine kurze Übersicht über meine Highlights und Enttäuschungen geben.

die Enttäuschungen:

Platz 5: Criminal Activities

Vier mehr oder weniger Freunde planen nach der Beerdigung eines gemeinsamen Freundes ein großes Ding an der Börse, was leider nicht funktioniert. Und Schwupps schulden sie einem Kredithai eine Menge Geld. Der hat eine ganz eigene Lösung für die Schulden. Ein Film, der nicht in Schwung kommt, vorhersehbar ist und auch schauspielerisch nicht überzeugt.

Platz 4: 10 Cloverfield Lane

Drei Personen. Ein Bunker. Ist draußen die Welt untergegangen oder nicht? Ein Film, der viele Fragen aufwirft, aber durch den doppelten Erzählstrang einfach nicht funktionieren will.

Platz 3: Erschütternde Wahrheit

Die Geschichte des Mannes, der herausgefunden hat, dass American Football und die damit verbundenen Erschütterungen am Kopf zu schweren neurologischen Erkrankungen und zum Tod führen kann. Interessantes Thema gepresst in eine schlechte Umsetzung. Die Handlung kommt nicht auf den Punkt, der Schnitt hält in den falschen Momenten und schneidet die wichtigen Stellen.

Platz 2: Gut zu vögeln

Ein deutscher Film über die frisch verlassene Merlin, die in die ehemalige WG ihres Bruders einzieht und dort auf Jacob trifft. Ein Film, der sehr auf die Humorschiene drückt, diese aber nicht trifft. Die Handlung ist auch schon wohlbekannt, kann also weder überraschen, noch begeistern.

Platz 1: Zoolander 2

Zoolander wird benötigt, nachdem viele Promis ermodet werden und die bekannte Zoolander-Schnute ziehen. Nur leider ist der Film zu abgedreht und auch die vermeintlichen Witze funktionieren nicht.

die Highlights:

Platz 6: The big short

Ein packender Film über die Vorgeschichte der Finanzkrise von 2008. Diese wurde von ein paar Einzelnen vorhergesehen, die daraufhin gegen die Wirtschaft wetteten. Der Film ist spannend, mitreißend und ebenso erschütternd. Durch die vielen Wirtschaftsbegriffe mitunter etwas zäh, aber die wurden versucht humorvoll in die Handlung einzuarbeiten.

Platz 5: Spotlight

Ein Sonderteam des Boston Globe deckt den Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche auf. Dies ist ihre Geschichte. Ein langsam, aber detailtreuer Film, der die Recherchearbeiten der Journalisten genau beleuchtet und durchgehend spannend bleibt.

Platz 4: Eddie the Eagle

Die wahre Geschichte des Skispringers Michael Edwards, der 1988 bei den olympischen Winterspielen zwar den letzten Platz belegte, sich aber durch seinen unerschöpflichen Kampfgeist in die Herzen der Leute sprang. Ein durch und durch sympathischer Film, der gute Laune versprüht und uns die Botschaft überbringt, dass alles möglich ist.

Platz 3: Brooklyn

Die Geschichte der Irin Eilis, die in den 50er Jahren aus wirtschaftlichen Gründen in die USA auswandert, aber weiterhin hin und hergerissen ist, wo sie ihre Heimat sieht. Brooklyn ist ein herzerwärmender Film mit einer herausragenden schauspielerischen Leistung und viel Gefühl. Der Film wird sehr ruhig erzählt, aber ist dadurch nur noch berührender.

Platz 2: The Danish Girl

Einar Wegener ist Künstler und fühlt sich in den falschen Körper geboren. Obwohl er seine Frau liebt, möchte er lieber eine Frau sein. Die Geschichte der ersten Geschlechtsumwandlung der Welt. Eine so bewegende und packende Geschichte über das Für und Wider einer Geschlechtsumwandlung und auch die Belastung der Ehefrau durch den Wunsch.

Platz 1: Deadpool

Marvels schrägster „Superheld“ hüpfte im Februar aus den Comics auf die große Leinwand. Deadpool ist frech, nie um einen Spruch verlegen und das obwohl er durch einen Unfall, der ihn von Krebs heilen sollte, völlig entstellt ist. Deadpool überzeugt in allen Punkten und ist mein Highlight des ersten Quartals.