Alles steht Kopf 2

Ein Vorwort

Pixar war irgendwie nie das Studio, was meine Lieblingsfilme produzierte. Mit Toy Story, dem Steckenpferd, konnte ich nie etwas anfangen und nach ein paar ganz süßen Filmen, wie Findet Nemo, kamen auch nicht so die Filme, die mich unbedingt interessierten oder begeistern konnten. Bis 2015 Alles steht Kopf heraus kam. Der Film konnte mich nachhältig begeistern und hat einen ewigen Platz in meinem Herzen bekommen. Umso aufgeregter war ich, dass nun nach fast 10 Jahren doch noch ein zweiter Teil herauskam. Gleichzeitig war die Angst groß. Was, wenn er mit meinen Erwartungen nicht mehr mithalten konnte? Ob diese Befürchtung berechtigt ist oder nicht, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Riley ist inzwischen 13 Jahre alt und plant mit ihren Freundinnen an einem Eishockey-Camp teilzunehmen. Doch dort eröffnen ihre Freundinnen ihr, dass sie im nächsten Jahr nicht auf die gleiche Highschool gehen werden. Gleichzeitig herrscht in Rileys Kopf helle Aufregung, denn nicht nur wurde die Kontrollkonsole der Emotionen angepasst, es ziehen auch vier neue Emotionen ein. Und gerade Zweifel versucht das beste aus Rileys Situation rauszuholen, sieht in Freude aber eine Bedrohung. Kann das gut gehen?

Meine Meinung

Während wir im ersten Teil die Emotionen Freude, Ekel, Wut, Angst und Kummer kennenlernten und die Probleme nach einem Umzug in eine neue Stadt durchlebten, steht nun die Pubertät vor der Tür. Riley durfte also auch in der Zeit zwischen den Filmen wachsen und sich weiter entwickeln.
Und wie es so in der Pubertät üblich ist, treten die Emotionen wesentlich stärker auf, die Stimmungsschwankungen sind größer und ganz neue Probleme treten auf. Dies wird im Film verdeutlicht durch das Auftauchen von vier neuen Emotionen. Während Peinlich, Neid und Ennui (französisch für Langweile und wird als Emotionen mit der typischen Kein Bock Einstellung von Pubertierenden gleichgesetzt) vergleichsweise kleine Auftritte haben, ist es vor allem Zweifel, die hier voll in ihrem Element ist.
Und auch, wenn sie zwischendurch beinahe als Antagonistin genutzt wird, ist der Beweggrund die Geschichte so zu erzählen, durchaus nachvollziehbar. Denn Entscheidungen, die man früher ganz anders getroffen hätte, bekommen nun auf einmal eine ganz neue Wichtigkeit. Das Bedürfnis dazuzugehören und die Angst vor der Zukunft (die hier auch Zweifel zugesprochen wird) sind vermutlich jedem noch gut bekannt.
So werden die Themen der Pubertät gut angesprochen und die Entwicklung zur Akzeptanz der eigenen Zweifel wird gut aufgezeigt. Manko an der Geschichte ist allerdings, dass dieser komplette Pubertätsentwicklungsschritt an einem einzigen Wochenende erzählt wird. Dass das natürlich länger Zeit braucht und teilweise auch im Erwachsenenalter noch nicht geschafft ist, kommt leider etwas zu kurz. Aber so ist das nun mit einem Film, der eine begrenzte Länge hat.
Auch wird hier vieles aus dem ersten Film wieder verwertet, so dass das Entdecken des Kopfes und wie sich alles vorgestellt wird, etwas kürzer kommt. Zeitgleich ist es natürlich auch verständlich, weil es nicht logisch wäre, hier alles abzuändern, und die ein oder andere Neuerung wurde auch versucht einzuführen, wie beispielsweise das Ich-Gefühl. Dennoch fehlt ein bisschen das Neu-Gefühl und insgesamt kann der Film durch weniger Innovativität punkten. Das ist aber auch einfach das Schicksal einer Fortsetzung.
Dennoch hat der Film wieder seine deutlichen Stärken und beweist wieder einmal das Feingefühl, sowohl Jung als auch Alt abzuholen und einen Film zu schaffen, den man auch gut mit Kindern schauen kann, um einige Dinge zu erklären und besprechen zu können. Gerade in Vorbereitung auf die Pubertät ist der Film gut geeignet, schafft es aber auch darüber hinaus zu unterhalten.
Mit ein paar weniger zitierfähigen Onelinern, dafür aber nochmal mehr Tiefgang als der erste Film, schafft er es seine positive Grundhaltung aufrecht zu halten und zeigt wieder einmal, was Animationsfilme noch alles können. Der Kinobesuch lohnt sich dafür auf jeden Fall!

Das Fazit

Alles steht Kopf 2 bleibt zwar im Schatten seines herausragenden ersten Teils zurück, schafft es aber wieder, mit kleineren Abstrichen, eine tolle Geschichte zu erzählen, mit ordentlich Tiefgang und doch kindergerecht zum verstehen. Ein Spaß für Jung und Alt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Alles steht Kopf 2 läuft seit dem 13.06.2024 in den deutschen Kinos

Alles steht Kopf – Kurzkritik

Am 01.10.2015 erscheint ein Animationsfilm, der die Gedankengänge im Kopf auf eine ganz neue Art und Weise darstellte, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Habt ihr je jemanden angesehen und euch gefragt, was eigentlich in seinem Kopf vorgeht? In diesem Film gibt es fünf Emotionen, die die Steuerknöpfe im Kopf der Menschen drücken: Wut, Angst, Kummer, Ekel und Freude. Doch nach dem Umzug der Familie, kommt das Leben von Riley ganz schön ins Wanken.

Alles steht Kopf ist ein liebevoll kreierter und animierter Film, der für Kinder schön anzusehen ist, aber für Erwachsene auch ein Rießenspaß sein kann. Die Gag-Dichte ist sehr hoch, so dass man größtenteils auf dem Boden liegt vor Lachen.
Wir begleiten das Mädchen Riley und ihre Emotionen im Kopf mit Exkursen in die Köpfe ihrer Mitmenschen. Freude ist die Hauptemotion in Rileys Leben und findet einfach immer einen Grund glücklich zu sein. Umso genervter ist sie von Kummer. Jemand, der immer traurig und deprimiert ist und einfach alles neagtiv sieht. Ekel ist der arrogante Part. Wenn sie die Steuerknöpfe drückt, dann ist meistens Brokkoli oder ähnliches im Spiel, aber auch die Modetipps kommen von ihr. Angst sieht in jeder Handlung ein Todesurteil und in jeder Veränderung den Weltuntergang. Wut ist der Kolleriker, leicht reizbar und immer kurz vorm Explodieren. Natürlich sind die Emotionen überzeichnet, aber das macht den Film aus. Der Humor ist gut gewählt und bietet eine gute Auswahl an Running Gags, die auch sehr zitierfähig sind. Mit einer Detailliebe ist der Film für Jung und Alt ein Erlebnis.
Der Film hatte (meines Wissens nach) vorab nur einen Trailer, der über den eigentlichen Film nicht wirklich viel verrät, außer eine Szene, der ordentlich Lust auf den Film macht. Da der Film wirklich davon lebt, dass man am Anfang keine genaue Ahnung hat, was großartig passiert, möchte ich hier auch gar nicht näher auf  den Film eingehen, um nicht zu viel vorweg zu nehmen.

Alles in allem rate ich jedem sich diesen Film anzusehen und gebe ihm 09 von 10 möglichen Punkten.