Arrival

Am 24.11.2016 erschien ein Film, über Kommunikation mit Aliens, in den deutschen Kinos.

12 Raumschiffe landen gleichzeitig auf der Erde. Während die Welt kurz vor einer Panik steht, versuchen Teams weltweit mit den Aliens Kontakt aufzunehmen. In den USA werden die Linguistin Louise Banks und der Physiker Ian Donnelly dazugeholt. Banks soll versuchen die Sprache der Aliens zu entschlüsseln und mit ihnen zu kommunizieren. Doch dabei sind viele sprachliche Fallen zu beachten.

Was jemand sagt und was jemand versteht, sind zwei verschiedene Dinge. In der Sprache gibt es viele versteckte Fallen, so dass sich schon zwei Menschen, die die gleiche Sprache sprechen, sehr schnell missverstehen müssen. Das Potenzial des Missverständnisses erhöht sich, wenn sich zwei Menschen mit unterschiedlicher Muttersprache unterhalten. Doch wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit etwas misszuverstehen, wenn man sogar in verschiedenen Welten lebt und keiner vorher je die Sprache des anderen gehört hat?
In vergleichbaren Filmen, wenn Aliens auf die Erde kommen, wird immer von einer Invasion ausgegangen. In den meisten Fällen stimmt das auch und während die Alien die halbe Welt in Asche legen, versuchen die Menschen immer einen finalen Gegenschlag zu planen. Doch Regisseur Denis Villeneuve hat eine ganz andere Herangehensweise. Als die zwölf „Muscheln“, Raumschiffe mit Aliens, in verschiedenen Teilen der Welt landen, wird zwar auch sofort das Militär zur Sicherung des Gebietes einberufen, aber es wird auch nach Linguisten und Physikern gerufen, damit diese die Sprache der Aliens und die Beschaffenheit des Raumschiffes untersuchen. Dabei scheinen die Aliens niemandem etwas zu tun und auch keine Invasion zu planen. Doch warum sind sie auf die Erde gekommen? Was sind ihre Absichten? Um das herauszufinden, muss Linguistin Banks erst einmal versuchen ihre Sprache zu erkunden. Und das geht eben ncht von jetzt auf gleich, sondern braucht etwas Zeit. Doch während sie ihre Arbeit verrichtet, fängt die Welt an Kopf zu stehen. Die permanente Angst und das Bedrohungsgefühl durch das Raumschiff sorgt in der Bevölkerung zu Hamsterkäufen, Demonstrationen und Ausnahmezustand. Gleichzeitig versuchen die Regierungen zusammenzuarbeiten, aber gerade China ist immer mehr versucht einen Angriff durchzuführen. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr Konflikte entstehen bei der anfangs noch gut funktionierenden weltweiten Kommunikation. Doch Banks versucht unentwegt weiter die Sprache zu analysieren und geht dabei sogar an ihre körperlichen Grenzen.
Villeneuve schafft es mit Arrival einen neuen Dankansatz in ein bekanntes Genre zu pressen und doch einen interessanten und neuen Ton zu treffen. Hier wird kein Wert darauf gelegt möglichst viel Action oder möglichst große Weltraumschlachten zu inzenieren, sondern einen Blick auf die Kommunikation zu legen. Dies gelingt ihm sehr gut und trotz des ruhigen Erzähltempos wird eine sehr spannende Atmosphäre geschaffen. Durch eine große Nähe zur Protagonistin fühlt man sich in den Film hineinversetzt. Man verlässt als Zuschauer praktisch den Kinosessel und folgt Banks auf Schritt und Tritt zum Raumschiff, verfolgt gespannt ihre Strategie zur Erlernung der Sprache und bemerkt besorgt die Anzeichen einer Überarbeitung. Amy Adams spielt die Rolle der Louise Banks sehr souverän, verpasst es aber mitunter mimisch ein paar Feinheiten passend herüberzubringen, weswegen die Auflösung am Ende sehr überraschend kommt. Besser spielt Jeremy Renner als Ian Donnelly, dessen Rolle aber wieder nicht genug Raum bekommt, um sich richtig zu entfalten.
Von den 116 Minuten Laufzeit ist wenig zu spüren, sie verfliegen beinahe. Lediglich das Ende wird um ein paar Minuten zu lange gezogen, aber trifft trotzdem einen interessanten Ton. Setdesign, Kameraarbeit, Ton und Musik sind allesamt sehr gut gewählt und unterstützen die Botschaft des Films.

Alles in allem ein sehr interessanter Denkansatz im Film, der auch gut umgesetzt wurde. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

American Hustle

Am 13.02. brachte uns David O. Russell nach seinem Erfolg mit Silver Linings ein neues Kinoerlebnis. Starbesetzt mit Christian Bale, Amy Adams, Bradley Cooper, Jennifer Lawrence und Jeremy Renner.
Kurz zur Story: Der Trickbetrüger Irving Rosenfeld und seine Geliebte Sydney Prosser führen ein gutes Leben. Seine Frau und Sohn sieht er nur, wenn er muss. Bis ihnen der FBI-Agent Richie DiMaso auf die Schliche kommt. Für Strafminderung sollen sie dem Bürgermeister Carmine Polito Bestechlichkeit nachweisen.

 Mich hat der Film angesprochen, weil ich ein sehr großer Jeremy Renner Fan bin. Die Story ist an sich gut durchdacht und auch die Schauspielleistungen sind sehr gut.

Der Film war für fünf Oscars nominiert, unter anderem bester Film,hat aber keinen gewonnen. Das sagt, meiner Meinung nach, sehr viel über den Film aus. Er bemüht sich durch Story und Schauspielleistungen ein richtig guter Film zu sein, aber er schafft es einfach nicht. Die Minuten der Handlung ziehen sich scheinbar endlos, ohne das der Film in Schwung kommt. Nach einer gefühlten Ewigkeit scheint endlich ein bisschen Humor durchzuschimmern, doch der verfliegt sofort wieder. Die persönlchen Intrigen und die beruflichen Intrigen verschwimmen so stark miteinander, dass es irgendwann schwer fällt diese noch auseinander zu halten.

Für Genrefans bestimmt sehenswert, aber für die Allgemeinheit eher zu schwere Kost. Daher gebe ich dem Film 4 von 10 möglichen Punkten.