Catch me!

Ein Vorwort

Wer hat es in seiner Kindheit nicht gespielt? Wir sprechen von dem einfachen Spiel Fangen. Jemanden zu berühren und „du bist!“ zu rufen, hat vielen von uns wohl Spaß gemacht. Nicht aber denjenigen, die zu langsam waren, um effektiv jemanden zu fangen – zu der auch meine Wenigkeit gehörte… Doch es gibt eine Gruppe Männer, die tatsächlich seit 30 Jahren Fangen spielen, jedes Jahr im Mai. Von dieser Geschichte inspiriert, befasst sich der Film Catch me! mit genau diesen Männern.

Die Handlung

Die Freunde Jerry (Jeremy Renner), Hoagie (Ed Helms), Bob (John Hamm), Chillie (Jake Johnson) und Kevin (Hannibal Buress) spielen jedes Jahr im Monat Mai Fangen. Dabei ist Jerry ungeschlagen. Doch dieses Jahr im Mai heiratet er und seine Freunde haben nur ein Ziel. Jerry endlich zu fangen.

Meine Meinung

Catch me! ist einer dieser Komödien, die immer haarscharf an einer Blödelkomödie vorbeischrammen. Wobei er das immer mit einem ironischen Augenzwinkern tut. Das dürfte vor allem in der Diversität der Darsteller liegen. Während Jeremy Renner sich bisher neben großen Franchises, wie dem MCU, den Mission Impossible-Teilen und auch der Bourne-Reihe, eher durch starkes Schauspiel, wie zuletzt in Arrival und Kill the Messenger, hervor tat und John Hamm zuletzt in Baby Driver ebenfalls eine starke Rolle spielte, sind Ed Helms, vor allem bekannt durch die Hangover-Teile und Hannibal Buress, mit Blödelkomödien, wie Bad Neighbours im Repertoire, eher keine Charakterdarsteller. Und nicht zuletzt ist da noch Jake Johnson, der neben seinen Verpflichtungen in der Sitcom New Girl, eher durch Filme, wie Let’s be Cops – Die Partybullen auf sich aufmerksam machte. Aber was beim Cast am wichtigsten ist. Ausnahmslos alle scheinen unglaublich viel Spaß am Film zu haben, was man ihnen auch anmerkt. Und das obwohl sich Mr. Renner bereits am Anfang beide Arme brach und den Film mit grünen Verbänden (für den Green-Screen) spielte.
Handlungstechnisch fängt Catch me! mit der Vorstellung der einzelnen Charaktere an. Es ist Mai und demnach ist die Fang-Saison eröffnet. So fängt Hoagie an, nach und nach alle Freunde einzusammeln. Dabei an seiner Seite seine Frau Anna (Isla Fisher). Als er Bob abholt, der mit seiner Firma ein erfolgreicher Geschäftsmann geworden ist, beschließt Rebecca Crosby (Annabelle Wallis) vom Wall Street Journal, die eigentlich einen Artikel über Bob als Geschäftsmann schreiben sollte, mit zugehen, um in ihrem Artikel über die Freunde zu schreiben, die seit 30 Jahren Fangen spielen. So richtig los geht es dann aber erst, wenn sie bei Jerry eintreffen.
Das beachtlichste an Catch me! ist wohl, dass er spielend leicht zwischen Stimmungen, Schauplätzen und mitunter auch Genres hin und her springt. So gibt es neben den Dialogen, auch Szenen, die aus einem Thriller entsprungen sein könnten, es gibt genug Drama und auch bedrückende Szenen, die im Look eines Horrorfilms daher kommen. Aber alles ist, wie bereits oben erwähnt, immer mit einem ironischen Augenzwinkern versehen, so dass man nicht vergisst, dass alles im Stile einer Komödie ist. Man könnte hier anmerken, dass Catch me! mitunter vergisst, was er eigentlich erzählen will und die Szenen mitunter sehr gestellt wirken. Aber letztendlich machen auch die einfach Spaß.

Das Fazit

Catch me! bleibt eine Komödie, aber eine, die experimentiert, was teilweise merkwürdig erscheint, am Ende aber doch irgendwie zusammen passt. Letztendlich macht der Film einfach Spaß, trotz geringer Gagdichte für eine Komödie. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Catch me! läuft seit dem 26.07.2018 in den deutschen Kinos.

Arrival

Am 24.11.2016 erschien ein Film, über Kommunikation mit Aliens, in den deutschen Kinos.

12 Raumschiffe landen gleichzeitig auf der Erde. Während die Welt kurz vor einer Panik steht, versuchen Teams weltweit mit den Aliens Kontakt aufzunehmen. In den USA werden die Linguistin Louise Banks und der Physiker Ian Donnelly dazugeholt. Banks soll versuchen die Sprache der Aliens zu entschlüsseln und mit ihnen zu kommunizieren. Doch dabei sind viele sprachliche Fallen zu beachten.

Was jemand sagt und was jemand versteht, sind zwei verschiedene Dinge. In der Sprache gibt es viele versteckte Fallen, so dass sich schon zwei Menschen, die die gleiche Sprache sprechen, sehr schnell missverstehen müssen. Das Potenzial des Missverständnisses erhöht sich, wenn sich zwei Menschen mit unterschiedlicher Muttersprache unterhalten. Doch wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit etwas misszuverstehen, wenn man sogar in verschiedenen Welten lebt und keiner vorher je die Sprache des anderen gehört hat?
In vergleichbaren Filmen, wenn Aliens auf die Erde kommen, wird immer von einer Invasion ausgegangen. In den meisten Fällen stimmt das auch und während die Alien die halbe Welt in Asche legen, versuchen die Menschen immer einen finalen Gegenschlag zu planen. Doch Regisseur Denis Villeneuve hat eine ganz andere Herangehensweise. Als die zwölf „Muscheln“, Raumschiffe mit Aliens, in verschiedenen Teilen der Welt landen, wird zwar auch sofort das Militär zur Sicherung des Gebietes einberufen, aber es wird auch nach Linguisten und Physikern gerufen, damit diese die Sprache der Aliens und die Beschaffenheit des Raumschiffes untersuchen. Dabei scheinen die Aliens niemandem etwas zu tun und auch keine Invasion zu planen. Doch warum sind sie auf die Erde gekommen? Was sind ihre Absichten? Um das herauszufinden, muss Linguistin Banks erst einmal versuchen ihre Sprache zu erkunden. Und das geht eben ncht von jetzt auf gleich, sondern braucht etwas Zeit. Doch während sie ihre Arbeit verrichtet, fängt die Welt an Kopf zu stehen. Die permanente Angst und das Bedrohungsgefühl durch das Raumschiff sorgt in der Bevölkerung zu Hamsterkäufen, Demonstrationen und Ausnahmezustand. Gleichzeitig versuchen die Regierungen zusammenzuarbeiten, aber gerade China ist immer mehr versucht einen Angriff durchzuführen. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr Konflikte entstehen bei der anfangs noch gut funktionierenden weltweiten Kommunikation. Doch Banks versucht unentwegt weiter die Sprache zu analysieren und geht dabei sogar an ihre körperlichen Grenzen.
Villeneuve schafft es mit Arrival einen neuen Dankansatz in ein bekanntes Genre zu pressen und doch einen interessanten und neuen Ton zu treffen. Hier wird kein Wert darauf gelegt möglichst viel Action oder möglichst große Weltraumschlachten zu inzenieren, sondern einen Blick auf die Kommunikation zu legen. Dies gelingt ihm sehr gut und trotz des ruhigen Erzähltempos wird eine sehr spannende Atmosphäre geschaffen. Durch eine große Nähe zur Protagonistin fühlt man sich in den Film hineinversetzt. Man verlässt als Zuschauer praktisch den Kinosessel und folgt Banks auf Schritt und Tritt zum Raumschiff, verfolgt gespannt ihre Strategie zur Erlernung der Sprache und bemerkt besorgt die Anzeichen einer Überarbeitung. Amy Adams spielt die Rolle der Louise Banks sehr souverän, verpasst es aber mitunter mimisch ein paar Feinheiten passend herüberzubringen, weswegen die Auflösung am Ende sehr überraschend kommt. Besser spielt Jeremy Renner als Ian Donnelly, dessen Rolle aber wieder nicht genug Raum bekommt, um sich richtig zu entfalten.
Von den 116 Minuten Laufzeit ist wenig zu spüren, sie verfliegen beinahe. Lediglich das Ende wird um ein paar Minuten zu lange gezogen, aber trifft trotzdem einen interessanten Ton. Setdesign, Kameraarbeit, Ton und Musik sind allesamt sehr gut gewählt und unterstützen die Botschaft des Films.

Alles in allem ein sehr interessanter Denkansatz im Film, der auch gut umgesetzt wurde. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Kill the Messenger

Am 10.09.2015 erscheint ein Film um den Jounalisten Gary Webb in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Der Journalist Gary Webb arbeitet für eine kleinere Lokalzeitung. Doch bei seinen Recherchen findet er Hinweise, dass die CIA Drogengeschäfte unterstützt. Er verfolgt die Sache und landet damit einen großen journalistischen Erfolg. Doch die CIA versucht nun alles, um die Geschichte herunter zu spielen.

Die Geschichte des Gary Webb ist ein einziges Auf und Ab. Man verfolgt in der ersten Hälfte des Films seine Recherchen zu dem sehr heiklen Thema und ist mehr als nur einmal bestürzt über das, was er heraus findet. Doch ab der zweiten Hälfte wendet sich der Film komplett. Webb schrieb seinen heiklen Artikel und gerät so ins Kreuzfeuer. Zum einen versucht die CIA die ganze Geschichte zu vertuschen, zum anderen erhält er aber auch keinen Rückhalt aus den Journalistenkreisen, gerade die großen Zeitungen sind enttäuscht die Story nicht selbst gedruckt zu haben und zweifeln nun den Wahrheitsgehalt an.
Was als spannende Recherchejagd beginnt, mit dem sympatischen Webb, der sich nebenbei liebevoll um seine Familie kümmert, endet schon bald in einem sehr langatmigen und stellenweise langweiligen Film. Einige Einstellungen wären definitiv gut zu kürzen gewesen und haben teilweise auch nichts zur Handlung beigetragen. Das ist sehr schade, weil doch eine sehr spannende und auch dramatische Geschichte erzählt wird, der Film es aber schwer macht, dies auch so zu empfinden.
Jeremy Renner übernimmt in diesem Film die Rolle des Gary Webb. Unterschätzt durch Rollen in der Bourne-Reihe, bei Mission Impossible und The Avengers zeigt Renner in diesem Film einmal mehr, dass er ein sehr guter Schauspieler ist und rettet mehr als einmal die Szene. Er zeigt die Gefühle von Webb, auch wenn er diese gerade zu verbergen sucht, so dass man sich immer in den Charakter hineinversetzen kann. Man fühlt in jeder Szene mit Webb, ob er nun mit seinen Kindern spielt oder mit einem Drogenboss spricht. Sein unerschütterliches Vertrauen an die Wahrheit reißt einen mit und lässt einen den Kopf schütteln, wenn ein CIA-Mitarbeiter einem versucht zu erklären, wieso die Wahrheit besser verschwiegen werden sollte.
Die anderen Charaktere sind leider weniger stark besetzt und wirken daher gegen den starken Renner sehr blass und einige scheinen beinahe unterzugehen. Hier wäre ein stärkeres Spiel doch angebracht gewesen.

Alles in allem eine starke schauspielerische Leistung aber eine schwache Leistung bei der Handlung, da hier definitiv mehr Speilraum war. Daher erhält der Film 05 von 10 möglichen Punkten.

American Hustle

Am 13.02. brachte uns David O. Russell nach seinem Erfolg mit Silver Linings ein neues Kinoerlebnis. Starbesetzt mit Christian Bale, Amy Adams, Bradley Cooper, Jennifer Lawrence und Jeremy Renner.
Kurz zur Story: Der Trickbetrüger Irving Rosenfeld und seine Geliebte Sydney Prosser führen ein gutes Leben. Seine Frau und Sohn sieht er nur, wenn er muss. Bis ihnen der FBI-Agent Richie DiMaso auf die Schliche kommt. Für Strafminderung sollen sie dem Bürgermeister Carmine Polito Bestechlichkeit nachweisen.

 Mich hat der Film angesprochen, weil ich ein sehr großer Jeremy Renner Fan bin. Die Story ist an sich gut durchdacht und auch die Schauspielleistungen sind sehr gut.

Der Film war für fünf Oscars nominiert, unter anderem bester Film,hat aber keinen gewonnen. Das sagt, meiner Meinung nach, sehr viel über den Film aus. Er bemüht sich durch Story und Schauspielleistungen ein richtig guter Film zu sein, aber er schafft es einfach nicht. Die Minuten der Handlung ziehen sich scheinbar endlos, ohne das der Film in Schwung kommt. Nach einer gefühlten Ewigkeit scheint endlich ein bisschen Humor durchzuschimmern, doch der verfliegt sofort wieder. Die persönlchen Intrigen und die beruflichen Intrigen verschwimmen so stark miteinander, dass es irgendwann schwer fällt diese noch auseinander zu halten.

Für Genrefans bestimmt sehenswert, aber für die Allgemeinheit eher zu schwere Kost. Daher gebe ich dem Film 4 von 10 möglichen Punkten.