Inferno

Am 13.10.2016 erschien die inzwischen dritte Verfilmung eines Dan Brown Romans in den deutschen Kinos. Diesmal hatte ich das Buch bereits im Vorfeld gelesen und war nun auf die filmische Umsetzung gespannt. Daher gibt es hier wieder sowohl die Buch- als auch die Filmkritik in einem Beitrag zusammen gefasst.

Der Symbologe Robert Langdon erwacht mit einer Kopfverletzung und damit einhergehendem Gedächtnisverlust, was die letzten Tage betrifft, in einem Krankenhaus in Florenz. Er hat keine Ahnung, wie er dahin gekommen ist. Kurz darauf sucht ihn eine Attentäterin auf und er muss zusammen mit der Ärztin Sienna Brooks fliehen. Dabei entdecken sie einen kleinen Projektor in Langdons Jackett, der Dantes Kreise der Hölle zeigt, zusammen mit einem Rätsel. Und schon befinden sie sich auf einer Jagd durch die Stadt auf der Suche nach weiteren Hinweisen und Rätseln. Was hat das Ganze mit Bertrand Zobrist zu tun, der das Ende der Menschheit durch Überbevölkerung vorhergesagt hat?

Das Buch:

Bereits 2013 erschien der inzwischen vierte Band über den Symbologen Robert Langdon aus der Feder von Dan Brown. Während er mit Illuminati und Sakrileg den Zorn der katholischen Kirche auf sich zog, war sein drittes Werk, das verlorene Symbol, sehr schwach geraten. Nun hat Brown sein viertes Langdon-Buch keiner Verschwörung innerhalb der katholischen Kirche gewidmet, sondern einem Meisterwerk der Literatur. Dante Alighieris „Göttliche Komödie“, bzw. zumindest dem ersten Drittel davon, nämlich dem „Inferno“-Teil. Hier beschrieb Dante seinen Weg durch die 10 Kreise der Hölle, jeden Kreis schrieb er einer anderen Art Sünde zu. Da Brown in diesem Film selbst keine Verschwörung finden oder hineininterpretieren konnt, nutzt er Inferno nur als Mittel für die Rätsel und Hinweise und nimmt sich im gleichen Atemzug noch einem ganz anderen Thema an: der Überbevölkerung. Dafür erfindet er die Figur des Bertrand Zobrist. Dieser hält nun die Pest und andere große Naturkatastrophen für einen Schutzmechanismus der Natur, um die Überbevölkerung aufzuhalten, und will selbst durch eine Seuche der Natur helfen. Davon ahnt unser Protagonist Robert Langdon zunächst aber noch nichts. Er hat nämlich mit einem Gedächtnisverlust zu kämpfen und der Tatsache, dass er sich nicht nur statt in Harvard in Florenz befindet, wo er auch noch beinahe einer Attentäterin zum Opfer fällt. Zusammen mit der Ärztin Sienna Brooks versucht er die letzten Tage zu rekonstruieren und stößt dabei vermehrt auf Hinweise, die allesamt mit Dantes Inferno in Verbindung stehen, und muss gleichzeitig feststellen, dass er von gut ausgebildeten Männern verfolgt wird.
Brown gibt seinem erfolgreichen Helden Langdon mal wieder viel zu tun und viel zu enträtseln. Dabei geht er diesmal aber anders vor, da Langdon nicht von vornherein bewusst in die Sache gezogen wird, weil seine Fähigkeiten als Symbologe gefragt sind, sondern Brown lässt Langdon und die Leser sehr lange im Dunkeln tappen und einzelne Hinweise aufspüren. Abgesehen von dieser Haupthandlung gibt Brown dem Leser immer wieder Einblicke in das Handeln anderer Charaktere, deren Rolle man lange Zeit nicht einordnen kann. Dadurch baut Brown zunächst sehr viel Spannung auf. Leider lässt er die Leser ein bisschen zu lange im Dunkeln tappen, so dass einem mitunter das Interesse die Rätsel zu lösen verloren geht. Auch merkt man, dass Brown in Vorbereitung auf das Buch einen ausgiebigen Urlaub in Florenz unternommen hat. Denn eine gewisse Liebe zur Stadt ist mehr als deutlich zu spüren. So lässt er Langdon immer wieder von der Stadt und seiner Geschichte schwärmen und dies teilweise ausschweifend während einer Verfolgungsjagd. Dadurch kommen Szenen, wie „Langdon und Sienna fliehen, können gerade noch durch Gang X entwischen, oh Gang X, hier hat der und der, das und das gemacht, und dann hat der dieses Gemälde gekauft und das ist so besonders, weil“, drei Seiten später, „Langdon und Sienna erreichen das Ende des Ganges“. Gerade im Mittelteil nimmt das Auswüchse an, die den Mittelteil nur sehr schwer ertragbar machen. Mitunter wurde eine Aufklärung zu einer bestimmten Inferno-Stelle so lange gerausgezögert, dass ein Gang zum Bücherregal unvermeidbar war, um die entsprechende Stelle einfach selbst in der Göttlichen Komödie nachzulesen. Während der Leser nun das Buch fast aufgegeben hat und kaum noch die Lust verspürte weiterzulesen, bringt Brown einen dazu im letzten Viertel des Buches dieses gar nicht mehr aus der Hand legen zu wollen. In einem einzigen Kapitel führt er eine so unvorhersehbare Wendung herbei, die alles bisher geglaubte auf den Kopf stellte. Und damit nicht genug. Brown schafft es von nun an die anfängliche Spannung wiederherzustellen und sogar zu erhöhen, in dem er neue Rätsel aufgibt, die aber nun wesentlich schneller gelöst werden und schafft es ein so packenden Showdown zu inzenieren, dass es unmöglich zu sein scheint den Leser an dieser Stelle aus der Welt des Buches zu reißen. Auch das Ende ist wieder absolut unvorhersehbar und stellt eine drastische Wendung der Ereignisse da. Dabei schafft es Brown gleich noch einen neuen Denkansatz in die Köpfe der Leser zu setzen und wirft gleichzeitig alle Regeln für ein Ende eines Buches über den Haufen. So wird der treue Leser doch noch für ein sehr langatmigen Mittelteil belohnt.

Der Film:

Nach Sakrileg und Illuminati war sehr schnell klar, dass auch weitere Bücher von Dan Brown verfilmt werden. Doch dann sprang Regisseur Ron Howard für das Folgeprojekt „das verlorene Symbol“ ab, da er im Buch keinen Reiz für eine Verfilmung fand. So lag das Projekt brach, bis Inferno erschien und Ron Howard sich sofort wieder begeistern konnte. Also wurde filmisch „das verlorene Symbol“ einfach übersprungen, und es wurde sich „Inferno“ gewidmet. Tom Hanks wurde wieder als Robert Langdon besetzt, den er wieder mit seiner bekannten souveränen Art spielt. An seine Seite wurde Felicity Jones als Sienna Brooks gestellt. Das Problem an Jones ist, dass sie zwischen sehr guten Perfomances, wie in „Die Entdeckung der Unendlichkeit“, und sehr schlechten, wie in „Collide“, hin und her springt. Auch Inferno zählt gemessen an den Möglichkeiten nicht gerade zu ihrer Glanzleistung. Star Wars-Fans können daher nur hoffen, dass sie sich im bald erscheinden „Rogue One“ wieder ein bisschen mehr anstrengt.
Die Verfilmung an sich betrachtet ist ein souveräner Film, mit vielen Rätseln, Verfolgungsjagden und Spannung. Doch das kann man nur genießen, wenn man das Buch nicht gelesen hat. Denn der Film überspringt zwar die vielen Liebesbekundungen an die Stadt Florenz, schafft es aber die großen unvorhersehbaren Wendungen im Buch und das brilliante Ende komplett zu zerstören. Denn die erste 180° Wendung des Buches wurde nach nur fünf Minuten durch die Einblendung eines Untertitels zerstört. Der Showdown selbst ist zwar auch im Film sehr spannend und man hängt gebannt an der Leinwand, aber die Auflösung am Ende des Showdown wurde im Drehbuch komplett umgeschrieben, so dass ein ganz anderes Ende dabei herauskommt. Für Buchleser ein sehr unbefriedigendes, für Filmgucker ein sehr vorhersehbares. Und durch das Umschreiben des Endes, bleibt auch die letzte unerwartete Wendung des Buches aus, gerade das diskuttiertwürdige Ende, das Ende das Inferno als Buch zu etwas besonderem macht. Zwar wurde der Grundgedanke des Buches, irgendwo in der Mitte des Films mal in einem Nebensatz erwähnt, aber hat bei Weitem nicht die Gewichtung, wie im Buch.
Hat man das Buch vorher nicht gelesen, dann ist der Film und auch das Ende wohl für einen rund und auch trotzdem spannend, aber trotzdem bleibt der Film weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Hier wollten die Macher wohl längere Erklärdialoge am Ende vermeiden.

Alles in allem sollte man als perfekte Kombination, zunächst anfangen das Buch zu lesen, den Mittelteil dann mit dem deutlich spannenderen Mittelteil des Films abkürzen und den großen Showdown und das Ende dann wieder lesen. Für den Film gibt es aber trotzdem nur 05 von 10 möglichen Punkten.

Die Insel der besonderen Kinder

Am 06.10.2016 erschien eine Buchverfilmung mit Tim Burton als Regisseur in den deutschen Kinos. Nach Betrachtung des Films konnte ich es mir nicht nehmen lassen, auch das Buch in kürzester Zeit zu verschlingen. Beide Kritiken teilen sich diesmal diesen Beitrag.

Jakes Großvater hat ihm immer wieder die tollsten Geschichten über ganz besondere Kinder auf einer Insel vor Wales erzählt. Später glaubte Jake diesen Geschichten aber nicht mehr. Erst als sein Großvater getötet wird und Jake sich auf die Suche nach Antworten macht, entdeckt er, dass es eine ganz eigene Welt auf der besagten Insel gibt.

Der Film:

Tim Burton ist zurück und zeigt wieder einmal, dass er auch eine düstere Grundstimmung trotz farbenfrohes Setting schaffen kann. So wirft er uns zunächst in das ganz alltägliche und absolut durchschnittliche Leben von Jake in einem kleinen Ort in Florida. Nach und nach erfährt man von den Geschichten, die sein Großvater ihm immer erzählte. Von Kindern mit ganz besonderen Fähigkeiten, von einem ganz besonderen Ort, aber auch von ganz schrecklichen Monstern. Als Jake eines Tages seinen Großvater tot auffindet und feststellt, dass es kein natürlicher Tod war, hinterfragt er alles. Ist vielleicht doch mehr an den Geschichten seines Großvaters dran? Die Suche nach Antworten führt ihn bis nach Wales, auf eine kleine vorgelagerte Insel. Dort findet er seine Antworten, und eine ganz eigene Welt.
Die Besonderheiten der Kinder in „die Insel der besonderen Kinder“ sind vielleicht nicht ganz so besonders, vor allem, wenn man sich öfter im Fantasy-Bereich aufhält, dafür sind die Charaktere selbst breit gefächert und interessant gezeichnet. Das Erzähltempo ist relativ langsam und schafft es doch an den richtigen Stellen Neugierde und Spannung zu erzeugen. In erster Linie geht es darum mit Jake eine neue und ungeahnte Welt zu entdecken, als eine von vorne bis hinten spannende Geschichte zu erzählen. Im letzten Drittel zieht das Tempo jedoch stark an und schafft es einen starken Endkampf hinzulegen, in dem sich die Begabungen der Kinder erst richtig zum Vorteil entfalten. Einige leicht trashig wirkende Szenen sorgen dabei noch für eine Extra-Portion Humor.
Die Weltenzeichnung von Tim Burton ist altbekannt und doch wieder sehr wirksam. Während die „reale“ Welt sehr grau und wenig attraktiv erscheint, ist die Welt der besonderen Kinder umso bunter gestaltet. Dabei wirkt sie aber keinesfalls übertrieben, sondern kommt in der typischen Burton-Optik daher. Hauptdarsteller Asa Butterfield spielt auf gewohntem guten Niveau. Herausstechend ist aber Eva Greens Darstellung der Madame Peregrine, die ihrer Rolle eine ganz besondere Note gibt. Samuel L. Jackson funktioniert als Bösewicht sehr gut und man merkt ihm an, dass er hier wieder einmal richtig Spaß am Spiel hatte.

Alles in allem ein gelungener Auftakt, nachdem man zu hoffen wagt, dass auch die Folgeromane verfilmt werden. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Das Buch:

Direkt nach dem Film war ich so in die Welt der besonderen Kinder versunken, dass ich es mir nicht nehmen lassen konnte auch das Buch zu lesen (woher das Verlangen kommt Film und Buch gesehen/gelesen zu haben, weiß ich nicht).

Das Buch selbst schafft es den Leser durch einen sehr flüssigen Lesestil schnell zu bannen und bis zum Ende nicht mehr loszulassen. Obwohl ich die Handlung durch den Film bereits kannte, wurde ich noch einmal neu verzaubert. Das Buch ist gespickt mit alten Fotos, die die Kinder und andere Charaktere zeigen. Diese sind jedoch als und in schwarz-weiß und bilden daher einen stark düsteren Kontrast zum sehr bunten Film, was aber grundlegend nicht störend ist. Über die Verwendung von Bildern der Charaktere in einem Buch kann man sich streiten, da viele Leser sich dadurch in ihrer Fantasie eingeschränkt fühlen. Letztendlich kann man die Bilder aber auch gut überblättern und ignorieren, um die eigene Fantasie zu nutzen. Für die anderen sind sie ein schönes Feature.
Während sind die ersten zwei Drittel des Films fast wörtlich an das Buch halten, ist das Ende stark umgeschrieben worden. So konnte ich trotz des Films am Ende des Buches noch einmal stark mitfiebern. Trotzdem sind beide Enden rund und stehen in keinem Widerspruch. Etwas irritierender war eher, dass der Film zwei Charaktere in ihren Besonderheiten vertauschte. Aber trotzdem ist dies kein Kritikpunkt.

Die Insel der besonderen Kinder ist ein flüssig zu lesendes Buch, das den Leser in eine andere Welt entführt und zum Träumen anregt. Für Filmmuffel eine absolute Empfehlung.

Abschließend ist zu sagen, dass man den Film gut sehen kann, ohne das Buch zu kennen, das Buch aber natürlich mehr über Jake und sein Innerstes verrät. Film und Buch stehen also in Ergänzung zueinander da, bei dem man nicht sagen könnte, ob Film oder Buch besser ist. Wer gerne liest, sollte sich das Buch vornehmen, wer lieber Filme sieht, kann in Burtons Werk versinken.

Frau Benghtsson geht zum Teufel

Beim stöbern im Buchladen fiel mein Blick vor einigen Wochen auf dieses Buch und nachdem ich den Klappentext las, musste ich das Buch einfach lesen.

Frau Benghtsson ist das Vorbild jeder Vorstadthausfrau. Bis sie eines Tages durch einen Unfall in ihrer Badewanne stirbt. Gott bekommt das zufällig mit und rettet sie. Doch Frau Benghtssons aufkommender Glaube an Gott nimmt schnell wieder ab und sie beschließt Gott herauszufordern und gegen alle 10 Gebote zu verstoßen.

Frau Benghtsson geht zum Teufel ist vorallem eins: herrlich kurzweillig. Eine gute Lektüre, wenn man zwischendurch ein dünnes Buch lesen will, bei dem man sich nicht großartig konzentrieren brauch.
Zunächst lernen wir das Ehepaar Benghtsson ein bisschen genauer kennen. Wie sie leben, was sie mögen, ihren Lebensstandart. Zum einen scheinen sie ein Vorzeigeehepaar zu sein und führen das perfekte Leben in einem Vorort. Während Herr Benghtsson den ganzen Tag arbeitet, hat sich Frau Benghtsson dem Haushalt verschrieben. Obwohl viele Vorurteile auf das Ehepaar zutreffen, werden beide  sehr sympathisch beschrieben. Ihre Harmonie wird erst gebrochen als Frau Benghtsson durch einen Unfall im Haushalt stirbt. Doch zufällig hat Gott das Geschehen beobachtet und hat aus einer Laune heraus eingegriffen. Frau Benghtsson ist nach dem Vorfall ein wenig verstört, währen ihr Mann ihr nicht glaubt, da sie ja schließlich lebendig vor ihm steht. In ihrem neugefundenen Glauben an Gott beginnt sie die Bibel zu lesen und sich Rat bei ihrer Nachbarin Rakel, einer Theologiestudentin, zu holen. Doch Rakel ist inzwischen vom Teufel besessen, da sich dieser um eine Seele betrogen fühlt, weil Gott Frau Benghtsson gerettet hat. Von nun an versucht Teufel-Rakel Frau Benghtsson langsam in eine andere Richtung zu schubsen. Und der Plan geht auf. Denn die Hausfrau beschließt Gott herauszufordern und alle 10 Gebote zu brechen.
Frau Benghtsson geht zum Teufel ist sehr einfach geschrieben und kann so gut zwischendurch gelesen werden. Die einzelnen Figuren werden kaum bis gar nicht charakterisiert, was etwas schade ist. Der Leser erfährt nur, was er unbedingt wissen muss. Auch trotz Tod und einiger Freveltaten ist die Stimmung des Buches grundsätzlich fröhlich. Die Grundthematik befasst sich stark mit dem Christentum und dem Glauben, auch treten Gott und Teufel auf, aber es gibt keine ausufernden Diskussionen über Gut und Böse oder ob das Christentum die „richtige“ Religion ist. Das ist dem Buch hoch anzurechnen und erleichtert das Lesevergnügen. Leider passt das letzte Drittel nicht mehr so richtig zum vorangehenden Buch und verliert sich ein wenig in abstrusen Handlungssträngen. Auch scheint die als intelligent beschrieben Frau Benghtsson gegen Ende immer naiver zu werden, was nicht so recht passen will. Hier wäre ein stärkeres Ende wünschenswert. Leider ist das sehr schwache Ende auch das, was langfristig in Erinnerung bleibt, weswegen es leider keine Leseempfehlung für dieses Buch gibt.

Der verborgene Garten

Vor ein paar Wochen streifte ich nach einem besonders harten Arbeitstag durch eine Buchhandlung und belohnt mich selbst mit einem bereits etwas älteren Buch von Kate Morton.

Die Australierin Cassandra erfährt bei der Testamentseröffnung ihrer Großmutter Nell, dass sie ein kleines Cottage in Cornwall geerbt hat. In all den Jahren hatte Nell nichts davon erwähnt. Neugierig, was es damit auf sich hat, reist Cassandra nach Cornwall und entdeckt dabei Geheimnisse und eine Verschwörung aus längst vergangener Zeit.

Nachdem ich bereits ‚Die fernen Stunden‘, das mich absolut begeisterten, und ‚die verlorenen Spuren, das mich eher enttäuschten, von Kate Morton gelesen habe, wagte ich mich nun an eines ihrer älteren Werke.
Der Einstieg war etwas schwer, denn es wird gleich zu Anfang mehrmals in der Zeit gesprungen und einem werden Namen an den Kopf geknallt, ohne näher auf sie einzugehen, und es fällt sehr schwer einen Zusammenhang herzustellen. Dies entspannt sich jedoch schnell und wir lernen Cassandra kennen. Eine sympathische junge Frau, die gerade ihre Großmutter Nell zu Grabe tragen musste. Sie lebten zusammen in Brisbane, Australien. Doch schon bei der Beerdigungsfeier erfährt sie von den Schwestern Nells, dass diese ein Geheimnis hatte, das schwer auf ihr gelastet hatte. Wenig später taucht ein weiteres Geheimnis auf. Nell hat vor ca. 30 Jahren ein kleines Cottage in Cornwall, Großbritannien, gekauft. Welchen Bezug hatte Nell zu dem Ort und dem Cottage? Cassandra will diese Geheimnisse lüften und reist nach Cornwall. Dort mietet sie sich in dem Hotel in Blackhurst Manor, einst ein prachtvolles Herrenhaus, zudem auch das Cottage gehört. Auf der Suche nach Antworten findet Cassandra nicht nur einen geheimen Garten.
Mortons Schreibstil ist flüssig und lässt sich gut lesen. Gleichzeitig lassen die Beschreibungen der Gegenden und Häuser einen in eine ganz andere Zeit träumen. Lediglich die Fülle an Zeitlinien ist mitunter etwas verwirrend. Doch nachdem man am Anfang komplett den Überblick verloren hat, pendelt es sich auf drei Zeitstränge ein: 1905-1913, 1976 und 2005. Dabei werden sehr viele Geschichten der einzelnen Personen erzählt, was stark an den Schreibstils Victor Hugos (Die Elenden) erinnert. Das hilft sich über jeden Charakter Gedanken zu machen und somit eine eigene Meinung zu bilden, ob man die Handlungen der Personen nachvollziehen kann. Die erste Hälfte des Buches zieht sich dadurch beim Lesen etwas, aber dafür wird man in der zweiten Hälfte umso mehr belohnt. Mitunter sorgt es dafür, dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte und man unbedingt auch das letzte Geheimnis aufklären möchte.

Der verborgene Garten vereint Vergangenheit und Gegenwart in einem, was eine schöne Mischung ergibt. Die sympathischen und unsympathischen Charaktere sind ausgewogen und man wird immer gerade genug mit Informationen zu den Geheimnissen versorgt, um mehr erfahren zu wollen. Eingerahmt in die sonnige Kulisse Australiens und in die verzaubernde Kulisse Cornwalls lädt das Buch zum Träumen ein.

Ein neues Buch muss her

Hallo ihr Lieben,
über E-Books kann viel diskutiert werden, ich habe einen Reader für unterwegs. Ein gutes Buch ist oftmals dick und schwer und findet in meiner Tasche keinen Platz. Daher habe ich meinen Reader immer dabei. Nun habe aber mein vorheriges E-Book durchgelesen und kann mich einfach nicht entscheiden, welches ich als nächstes lesen möchte. Daher werde ich euch einfach die in Frage kommenden Bücher kurz vorstellen und euch nach eurer Meinung fragen. Vielleicht hat der ein oder andere ja auch schon eins der Bücher gelesen und kann daher aus eigener Erfahrung berichten. Zu jedem Buch habe ich bereits die Leseprobe gelesen (was die Entscheidung nicht einfacher macht…)

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1) Rubinrot (Liebe geht durch alle Zeiten):

Manchmal ist es ein echtes Kreuz, in einer Familie zu leben, die jede Menge Geheimnisse hat. Der Überzeugung ist zumindest die 16jährige Gwendolyn. Bis sie sich eines Tages aus heiterem Himmel im London um die letzte Jahrhundertwende wiederfindet. Und ihr klar wird, dass ausgerechnet sie das allergrößte Geheimnis ihrer Familie ist. Was ihr dagegen nicht klar ist: Dass man sich zwischen den Zeiten möglichst nicht verlieben sollte. Denn das macht die Sache erst recht kompliziert!
(Quelle)

Das Buch wurde mir bereits mehrmals empfohlen, so richtig in den Bann reißen konnte mich die Leseprobe aber noch nicht. Der Schreibstil ist sehr einfach gehalten. Kindle-Preis 12.99Euro

2) Das erste Buch der Träume (Silber-Trilogie):

Geheimnisvolle Türen mit Eidechsenknäufen, sprechende Steinfiguren und ein wildgewordenes Kindermädchen mit einem Beil … Liv Silbers Träume sind in der letzten Zeit ziemlich unheimlich. Besonders einer von ihnen beschäftigt sie sehr. In diesem Traum war sie auf einem Friedhof, bei Nacht, und hat vier Jungs bei einem düsteren magischen Ritual beobachtet. Zumindest die Jungs stellen aber eine ganz reale Verbindung zu Livs Leben dar, denn Grayson und seine drei besten Freunde gibt es wirklich. Seit kurzem geht Liv auf dieselbe Schule wie die vier. Eigentlich sind sie ganz nett. Wirklich unheimlich – noch viel unheimlicher als jeder Friedhof bei Nacht – ist jedoch, dass die Jungs Dinge über sie wissen, die sie tagsüber nie preisgegeben hat – wohl aber im Traum. Kann das wirklich sein? Wie sie das hinbekommen ist ihr absolut rätselhaft, aber einem guten Rätsel konnte Liv noch nie widerstehen…
(Quelle)

Gleiche Autorin, aber die Leseprobe hat mich neugieriger gemacht auf mehr. Abschreckend ist auf mich lediglich der Preis. Kindle-Preis 16,99Euro

3) Ein Hologramm für den König:

Alan Clay ist ein Mann der Old Economy, der nicht ganz ohne eigenes Zutun so gut wie ausrangiert ist und nun darum kämpft, die Studiengebühren seiner Tochter bezahlen und einen Rest seiner Würde bewahren zu können. Er hat noch eine Chance, um seiner Finanzlage und damit seinem Leben die entscheidende Wendung zu geben: Für eine amerikanische IT-Firma fliegt er mit einem Team von jungen Leuten nach Saudi-Arabien. Dort, wo mitten in der Wüste eine funkelnde Wirtschaftsmetropole entstehen soll, wollen sie dem saudischen König ihre hochentwickelte IT-Technik vorführen, mit der sie die Stadt versorgen möchten. In einem Zelt am Rande der riesigen Baustelle, aus der eines Tages die Stadt erwachsen soll, kämpfen sie nicht nur mit drückender Hitze und wackligem WiFi, sondern warten auf einen König, der einfach nicht kommt.
(Quelle)

Ja das ist der Film, der diese Woche in den Kinos anlief. Und weil ich ihn und seinen ganz eigenen Charme mochte, möchte ich ihn mir noch etwas bewahren und daher vielleicht das Buch dazu lesen. Zudem ist es das einzige Buch, dass keiner Reihe angehört. Kindle-Preis 9,99Euro

4) Das Flüstern der Zeit (Zeitlos-Trilogie):

Platzregen und Sturmwinde gehören für die englische Kleinstadt Lansbury und damit für die 17-jährige Meredith zum Alltag. Doch diese Gewitternacht ist anders. Unheimliche Kornkreise tauchen am Ortsrand auf, unerwartete Gestalten suchen Lansburys Steinkreis heim und dann ist da noch Merediths bester Freund Colin, der sie genau in dieser Nacht küsst, und mit dem nun nichts mehr so ist, wie es war. Irgendetwas ist in jener Nacht passiert, irgendetwas, das Zeit und Raum kurzfristig aufgehoben hat. Und ausgerechnet Meredith ist der Schlüssel zum Ganzen…
(Quelle)

Nach der Pan-Trilogie weiß ich, dass ich mit Sandra Regnier nicht viel falsch machen kann. Andererseits hatte die Leseprobe nicht den gleichen Effekt wie bei der Pan-Trilogie seinerzeits. Kindle-Preis 11,99Euro