Borderlands

Ein Vorwort

Das Drama mit den Videospielverfilmungen geht in die nächste Runde. Als jemand, der kaum zockt, geht die Diskussion wie spielnah ein Film ist, meist an mir vorüber. Bei mir ist dann eher die Frage, funktioniert es als Verfilmung, also aus filminszenatorischen Gesichtspunkten. Bei Borderlands kann man jedoch nur von einem Reinfall auf ganzer Strecke sprechen. Warum, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Die kopfgeldjägerin Lilith muss auf ihren Heimatplaneten Pandora zurückkehren, der eine Hochburg von kriminellen Banden ist. Sie soll die Tochter eines einflussreichen Bösewichts zurückbringen. Vor Ort muss sie jedoch feststellen, dass der Auftrag nicht so leicht zu erledigen ist, wie erhofft.

Meine Meinung

Eli Roth dürfte dem ein oder anderen vielleicht etwas sagen als der Regisseur der Hostel Filme, oder anderer Slasher Filme, wie zuletzt Thanksgiving. Sein letzter Film im Fantasy Bereich war 2018 „Das Haus der geheimnisvollen Uhren“, der mit Jack Black und Cate Blanchett lockte, letztlich aber keine gute Geschichte erzählte, obwohl allerlei Ansätze da waren. Eben dieser lockte nun die Gamer ins Kino mit einer Verfilmung einer beliebten Spielereihe. Mich lockte er trotz eines bereits sehr durchwachsenen Trailers vorallem mit Cate Blanchett. Weil die Granddame Hollywoods würde sich ja wohl kaum für einen kompletten Reinfall hergeben.
Aber wie bereits 2018 wurde ich enttäuscht, wenn auch diesmal deutlich schlimmer. Und wieder waren die Ansätze eindeutig vorhanden, nur wurden sie zu gunsten billiger Gags und sinnloser Schlachten nicht genutzt. Aber fangen wir am Anfang an. Wir bekommen die Geschichte des Planets Pandora im Schnelldurchlauf erzählt, damit alle auch auf dem gleichen Stand sind. Dann lernen wir auch schon Lilith kennen, die sich gut durchchoreographiert durch eine reine CGI Welt schießt. Die eigentlich sehr toughe Frau wird natürlich innerhalb eines kleines Gesprächs „überredet“ auf ihren Heimatplaneten zurückzukehren. Die ganze Mission gerät in kürzester Zeit außer Kontrolle und die meisten Missverständnisse hätten hier in einem guten Dialog geklärt werden können.
Stattdessen wird sich weiter untereinander bekämpft, wobei ein Charakter unsympathischer ist als der Nächste. Wir haben absolut keine Identifikationsfigur und der Ausgang wurde mir von Minute zu Minute egaler. Jeder Ansatz eines Gesprächs wird durch das plötzliche Auftauchen irgendwelche Gegner gestört, damit es auch ja keine vorzeitige Lösung gibt.
Aber wer glaubt, dass es damit getan ist: Nein! Weil der ganze Film noch nicht langweilig, unorganisiert und viel zu gestreckt ist, bekommen wir noch ein Finale, das so abgedreht ist, dass man darüber nur noch den Kopf schütteln kann. Keine Ahnung, wie viel Gage Cate Blanchett hierfür bekommen hat, aber es war eindeutig zu wenig. Am Ende bleibt einem nicht einmal eine gute Optik oder irgendetwas, was man positiv herausstellen könnte. Also bleibt mir nur eins zu sagen: Spart euch das Geld!

Das Fazit

Borderlands verliert auf ganzer Ebene, schlechtes CGI, unsympathische und langweilige Charaktere, eine unorganisierte Handlung und das auch noch sehr gestreckt. Lasst einfach die Finger von dem Streifen. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Borderlands läuft seit dem 22.08.2024 in den deutschen Kinos

Ocean’s 8

Ein Vorwort

Neben den ganzen Remakes und Reboots in letzter Zeit, scheint es auch modern geworden zu sein, bei Reboots die vormals männliche Belegschaft durch weibliche Akteure zu ersetzen – siehe zuletzt beim neuen Ghostbusters. Der Unterschied ist diesmal jedoch, dass Ocean’s 8 nicht als Reboot, sondern als Sequel aufgebaut ist. So ist die neue Hauptrolle Debbie Ocean die Schwester von George Clooneys Danny Ocean. Dennoch dürfte einem einiges bekannt vorkommen. Aber was können die acht Frauen eigentlich alles so?

Die Handlung

Debbie Ocean (Sandra Bullock) wird nach mehrjähriger Haft entlassen. Während ihrer Zeit im Gefängnis hat sie sich einen Masterplan ausgedacht, um auf der alljährlichen Met-Gala ein sehr teures Collier zu stehlen. Dafür sucht sie zunächst ihre beste Freundin Lou (Cate Blanchett) auf, um mit ihr ein Team zusammenzustellen.

Meine Meinung

Ein Ocean wird aus dem Gefängnis entlassen und hat dort einen perfekten Plan geschmiedet, um bei der nächsten Gelegenheit sehr viel Geld zu machen. Der beste Freund wird aufgesucht, es wird ein Team gebildet, der Plan wird ausgeführt. Dabei kommt heraus, dass es aber auch immer noch um einen Ex-Partner geht. Die Handlung erinnert euch sehr an Ocean’s 11? Ist sie auch. Allerdings lässt sie sich ebenfalls auf Ocean’s 8 anwenden. So viel zu den neuen Ideen in Sequels. Davon aber einmal abgesehen ist die Handlung sehr rund und gut erzählt. Die übliche Dynamik eines Heist-Movies wird genutzt, um eine in sich runde Geschichte zu erzählen. Und immer wenn man denkt, nun ist es aber vorbei, kommt doch noch ein neuer Schritt.
Der größte Vorteil von Ocean’s 8 ist jedoch die tolle Besetzung. Während bei den Vorgängerfilmen mit den Herren immer jemand untergegangen ist, weil es einfach zu viele Charaktere gab, ist die Zahl bei den Damen nun auf 8 begrenzt und damit völlig ausreichend, um jeder Dame eine kurze Vorstellung und eine sinnvolle Aufgabe zu geben. Im Vordergrund stehen Bullock, Blanchett und Sarah Paulson, die eindeutig die größten Rollen haben. Aber auch Rihanna, Helena Bonham-Carter, Awkwafina und Mindy Kaling geben allesamt eine gute Performance ab. Auch Anne Hathaway liefert als „Antagonistin“ und Diva eine gute Rolle ab. Ein wenig unter Wert verkauft sich Frau Hathaway hier allerdings schon, ist doch ihre einzige Aufgabe ein paar viele eingebildete Kommentare abzugeben. Aber auch das will gelernt sein und man nimmt ihr die Roll zu 100% ab. Insgesamt spürt man eine ganz wunderbare Dynamik zwischen den Charakteren.
Auch nach dem großen Coup verläuft sich die Handlung nicht einfach, sondern bringt mit James Corden als Versicherungsdetektiv noch eine zweite Handlung ins Rollen, die gekonnt an die erste anknüpft und so mehr als nur ein Diebstahl aus dem Film macht. Dabei ist es interessant, dass die Geschichte trotzdem chronologisch erzählt wird, am Ende jedoch noch einige Details hinzugefügt wurden, damit die Logiklöcher geschlossen werden konnten.

Das Fazit

Ocean’s 8 erfindet nichts – nicht einmal die eigene Handlung, die sehr stark von Ocean’s 11 abgeknüpft wurde – neu, aber liefert trotzdem eine solide Performance ab. Vor allem der gut gewählte Cast sorgt für heitere 110 Minuten, die durchaus gut unterhalten. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Ocean’s 8 läuft seit dem 21.06.2018 in den deutschen Kinos.

Carol (Kurzkritik)

Am 17.12.2015 erschien ein Film über eine Beziehung zwischen zwei Frauen in den 1950er Jahren in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Therese arbeitet in den 50er Jahren in einem Spielwarengeschäft und geht eher halbherzig auf das Werben des jungen Richard ein. Doch dann trifft sie auf Carol, die sofort eine gewisse Anziehung auf sie ausübt. Beide leben gesellschaftlich in völlig unterschiedlichen Welten, denn Carol ist mit dem erfolgreichen Geschäftsmann Harge verheiratet. Trotzdem brechen beide aus den Konventionen ihrer Zeit aus und probieren eine lesbische Beziehung aufzubauen.

Carol erzählt auf sehr anschauliche Weise, wie schwierig es damals war eine lesbische Beziehung zu führen. Von beiden wird erwartet sich in eine heterosexuelle Beziehung zu fügen, egal, ob sie damit glücklich sind oder nicht. Das Thema und die Schwierigkeiten, die angesprochen werden, sind spannend und bietet guten Stoff für dieses Drama. Leider verpasst der Film es den Zuschauer richtig abzuholen und Spannung aufzubauen. Einzelne Szenen, die zwar eine klare Aussage treffen, werden minutenlang ausgebaut, dass man im Kinosessel sitzt und sich denkt: Danke, ich hab die Aussage verstanden, weiter bitte! Durch eine fast quälend langsame Erzählweise und einer sehr vorhersehbaren Handlung wirkt der Film nicht. Daran können auch die wirklich guten Schauspielleistungen von Cate Blanchett und Rooney Mara nichts mehr ändern. Der Film beruft sich durchgängig auf sein Thema und das er deswegen etwas ganz besonderes sei. Und man kann zustimmen, dass das gewählte Thema genug Stoff bietet, um ein spannendes Drama zu kreieren. Nur Carol schafft es mit seiner ausschweifenden und gleichzeitig langsamen Erzählweise nicht.

Alles in allem kann der Film nicht überzeugen und bekommt daher nur 04 von 10 möglichen Punkten.