Phantastische Tierwesen 2 – Grindelwalds Verbrechen

Ein Vorwort

2001 erblickten Millionen neugierige Kinogänger zum ersten Mal die magische Welt von J. K. Rowling. Den begeisterten Lesern war die Zaubererwelt zwar bereits bekannt, aber trotzdem kam man aus dem Staunen fast nicht mehr heraus, als zum ersten Mal das Hogwartsschloss in Sicht kam. Acht Filme später lief dann 2011 das große Finale „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2“ in den Kinos an. Damit war die Saga um den Zauberschüler beendet. Fans halfen sich aus, indem sie die Filme einfach immer und immer wieder ansahen, bzw. die Bücher immer und immer wieder lasen. Unterdessen brachte Mrs. Rowling Begleitbücher zu ihren Werken heraus. Unter anderem das Lehrbuch „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, geschrieben von einem gewissen Newt Scamander. Und genau um diesen sollte es dann 2016 in dem nächsten Abenteuer gehen. Denn Mrs. Rowling schrieb zwar keine weiteren Bücher, aber entschloss sich schließlich das Drehbuch zu einem weiteren Film zu schreiben. So entstand der Film Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind. Und wieder wurde der Zuschauer in Staunen versetzt. Diesmal verlässt die Geschichte die britische Insel und wir landen im Amerika der 1920er Jahre. Nach dem Erfolg (oder vielleicht auch schon vorher) wurde angekündigt, dass noch vier Filme folgen sollten. Grindelwalds Verbrechen macht hier den Anfang.

Was bisher geschah

Der Tierliebhaber Newt Scamander reist mit einem Koffer voller magischer Tierwesen in die USA. Er sucht einen bestimmten Magier, um ein seltenes Geschöpf in Arizona freizulassen. Durch ein Missverständnis landet sein Koffer aber in den Händen des Nicht-Magiers (Muggle/No-Maj) Jacob Kowalski. Als dieser den Koffer öffnet, können ein paar Tierwesen entfliehen. Newt und Jacob wollen diese nun wieder einfangen. Dabei treffen sie auf die Schwestern Tina und Queenie Goldstein. Tina ist eine ehemalige Aurorin und versucht noch immer ihren Job auszuführen. Da Newt sowohl durch die Einführung der Wesen, als auch durch die Einweihung Jacobs, gegen das Gesetzt verstoßen hat, bringt sie beide vor den Magierkongress. Der Auror Peter Graves verdreht jedoch Tatsachen und verurteilt Tina und Newt zum Tode, während Jacob die Erinnerung an die Magierwelt entzogen werden sollte. Durch Queenies Hilfe können sie fliehen. Zeitgleich taucht ein sogenanntes Obscurus auf. Hierbei handelt es sich um Zaubererkinder, die ihre magischen Fähigkeiten unterdrücken. Es wird angenommen, dass sie nicht älter als 10 Jahre alt werden können. Graves hat sich für die Suche Unterstützung durch den schüchternen Credence geholt, der bei seiner herrischen Mutter lebt, die überall vor der Gefahr von Zauberern warnt. Am Ende stellt sich jedoch heraus, dass es sich bei dem Obscurus um Credence handelt. Graves, der sich kurz vorher noch von Credence abgewandt hat, versucht nun unbedingt sein Vertrauen zurückzugewinnen. Letztendlich ist es aber Newt, der die richtigen Worte findet, da er auf seinen Reisen bereits einem Oscurus begegnet ist und dieses retten konnte. Eintreffende Auroren greifen jedoch an. Credence flieht. Graves wird beschuldigt und versucht ebenfalls zu fliehen, wobei es Newt jedoch gelingt ihn zu fesseln und ihm seine wahre Identität zu entlocken: Gellert Grindelwald. Ein Zauberer, der schon zuvor versucht hatte die Magierwelt in Dunkelheit zu stürzen. Dieser wird nun gefangen genommen. Newt reist zurück nach England, obwohl er und Tina Gefühle füreinander entwickelt haben. Zuvor jedoch werden Jacob schlussendlich doch die Erinnerungen an die Zaubererwelt genommen, sehr zum Leidwesen von Tinas Schwester Queenie, da sie sich in Jacob verliebt hat.

Die Handlung

Gellert Grindelwald (Johnny Depp) soll von den USA nach England gebracht werden, um sich dort für seine früheren Verbrechen vor Gericht zu stellen. Dabei kann er jedoch fliehen. In Paris ist er auf der Suche nach Credence (Ezra Miller), da er seine Macht braucht. Zeitgleich reist Newt (Eddy Redmayne) auf Anweisung von Albus Dumbledore (Jude Law) ebenfalls nach Paris und sucht dort nach Tina (Katherine Waterston). Diese ist ebenfalls auf der Suche nach Credence. Zeitgleich versuchen sie Grindelwalds Vorhaben Zauberer um sich zu scharen, um die Macht über die Nicht-Magische Welt an sich zu nehmen, zu verhindern.

Meine Meinung

Das Bangen war groß, denn die ersten Informationen zur neuen Reihe zeigten, dass sich die Filme wohl zusehends weg vom Tierwesen Film entwickeln würden. Denn im fünften Film dürfte es dann, laut Rowling, um jene große Schlacht zwischen Dumbledore und Grindelwald gehen. Nun war aber die Frage, wie sich die Filme dazwischen entwickeln. Während der erste Teil sich damit begnügt hat, hauptsächlich die neuen Charaktere vorzustellen und das neue Setting festzustecken, setzt Grindelwalds Verbrechen nun die Grundsteine für die neue Rahmenhandlung. Das dabei die Tierwesen nur noch eine untergeordnete Rolle spielen, dürfte den ein oder anderen bereits abgeschreckt haben. Da dies aber eigentlich im Vorfeld bekannt war, gab es nun im Kinosaal keine große Überraschung. Rowling ist hier wieder voll und ganz in ihrem Element und schafft nun die magische Welt der 1927er Jahre in Paris. Dabei kombiniert sie die Grindelwald-Handlung geschickt mit anderen Handlungssträngen und setzt diese in das vorhandene Universum ein. Das hier die ein oder andere Frage ungeklärt bleibt oder Diskussionsbedarf anregt, ist wohl gewollt, aber ich bin mir sehr sicher, dass Rowling für alle offenen Fragen oder Logikfragen eine Antwort bereithält. Letztendlich ist Grindelwalds Verbrechen aber nur ein Zwischenteil, um Grundsteine für die nächsten Filme zu legen. Wer hier also mit einer überfüllten Handlung rechnet, wird wohl enttäuscht.
Interessant war auch, wie Rowling Jacob Kowalski, der am Ende des ersten Teil obliviiert wurde, ihm also die Erinnerung an die magische Welt genommen wurde, wieder in den Film einbauen wollte. Dies geschieht zwar mit einer etwas unbefriedigenden Begründung, aber immerhin kehrt so unsere Identifikationsfigur zurück. Einfach ein Charakter, der mit uns zusammen über die magische Welt staunt und hinter jeder Ecke etwas Neues entdeckt. Ein bisschen Fanservice durfte dann auch nicht fehlen und so schafften es ein paar Charaktere, die der treue Harry Potter Fan zwar vom Namen her kannte, aber die bisher nicht in dieser Form auftauchten, auch in den Film. Hier ist sich Rowling sehr wohl bewusst, welche Schrauben sie drehen muss, damit die Fans weiterhin glücklich sind.
Während die Harry Potter Filme sich rein auf den Kampf Gut gegen Böse (Potter gegen Voldemort) beschränkten, wird es ab hier auch politisch, beziehungsweise tauchen geschichtliche Parallelen auf. Damit regt er aber auch gleichzeitig zum Nachdenken an.
Die wohl am heftigsten diskutierte Castingentscheidung dürfte dann wohl Johnny Depp als Gellert Grindelwald sein. Regisseur David Yates verteidigte seine Entscheidung stets und wie man nun sehen kann: Auch mit Recht! Denn Depp schafft es wie zuvor schon Ralph Fiennes als Voldemort, die Rolle nicht einfach nur zu verkörpern, sondern zu leben. Er spielt auf seinem altbekannten hohen Niveau und bringt doch noch einmal neue Züge in seinen Grindelwald und schafft damit seine beste Leistung seit Jahren – in Mord im Orient-Express hatte er sich nach seinen letzten Flops auch schon wieder erholt, jedoch noch eine übersichtliche Rolle gespielt. Hier kann man gespannt sein, was Jude Law als junger Dumbledore in den nächsten Filmen dem entgegenzusetzen hat.
Die wohl wesentlich schwierigere Castingentscheidung dürfte dann Zoe Kravitz als Lita Lestrange sein. Denn gerade in Szenen mit Redmayne und anderen guten Darstellern merkt man, wie wenig Variation sie im Gesichtsausdruck zu bieten hat.
Zu guter Letzt müssen wir noch über die Optik reden. Hier haben sich Setdesigner, Kostümschneider, die visuelle Effekte-Abteilung und Regisseur Yates wieder einmal selbst übertroffen. Die neu eingeführten Tierwesen sind einfach nur phantastisch und auch der restliche Film ist ein optischer Augenschmaus, der die magische Welt so lebendig werden lässt.

Das Fazit

Grindelwalds Verbrechen ist für das, was er erreichen wollte, nämlich Fronten klären und Grundsteine für Kommendes legen, sehr gelungen. Er schafft es trotz noch überschaubarer Handlung, mit sehr schöner Optik und hohem Spannungsgrad das Warten auf den nächsten Teil fast schmerzlich zu machen. Gerade Depp als Grindelwald weiß zu überzeugen. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Phantastische Tierwesen 2 – Grindelwalds Verbrechen läuft seit dem 15.11.2018 in den deutschen Kinos.

Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Am 17.11.2016 erschien ein neuer Film aus dem Harry Potter Universum in den deutschen Kinos.

Newt Scamander reist 1926 in die USA ein. Mit dabei ein Koffer voller magischer Tierwesen. Durch eine Kofferverwechselung können ein paar dieser Tierwesen entkommen und streifen durch die Stadt. Gleichzeitig scheint noch etwas anderes sein Unwesen in der Stadt zu treiben. Dies könnte die Magierwelt enttarnen und den No-Majs offenbaren.

1997 erschien „Harry Potter und der Stein der Weisen“ erstmals in den Regalen der Buchläden. Es folgten sechs Folgebände, die allesamt weltweit mit Rekordzahlen verkauft wurden. Damals entführte uns J. K. Rowling in eine abenteuerliche Welt voller Magie, in der ein Junge namens Harry Potter nicht nur entdeckt, dass er ein Zauberer ist und fortan auf die Hogwarts Schule für Zauberei gehen wird, sondern auch, dass er eine ganz besondere Rolle in dieser Welt spielt. Nach sieben Büchern, die in acht Filmen verfilmt wurden, entließ uns Rowling wieder in die normale „Muggle“-Welt ohne Zauberei. Doch in diesem Jahr erschien nicht nur ein achtes Buch, das viele Jahre nach dem siebten spielt, nein Rowling hat wieder ordentlich in die Tasten gehauen. Das Ergebnis ist diesmal kein neues Buch, sondern ein Drehbuch, das nun verfilmt wurde. Hintergrund ist das Lehrbuch „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“, welches Harry Potter in seinem ersten Lehrjahr in Hogwarts brauchte. Geschrieben wurde es von der fiktiven Figur Newt Scamander – und ist inzwischen auch in unseren Buchläden zu finden – um die es nun in den neuen Filmen geht. Das ganze spielt diesmal aber nicht in den 1990er Jahren in Großbritannien, sondern 1926 in New York.
Die Fans der Harry Potter-Filme dürften schon in den ersten Minuten Gänsehaut bekommen, wenn das altbekannte Harry Potter-Theme durch die Boxen des Kinosaals hallt. Dann fallen über den Zuschauer erst einmal viele verschiedene Zeitungsartikel über Gellert Grindelwald herein. Und dann lernen die Zuschauer auch schon den Hauptcharakter Newt Scamander kennen. Dieser verlässt gerade die Fähre, die ihn nach New York brachte und muss sich nun durch die Muggle-Einreiseformalitäten kämpfen. Mit dabei hat er einen Koffer voller phantastischer magischer Tierwesen. In New York lernt er zunächst die Muggle kennen, die vor Zauberei warnen, und vor genau denen sich die Zaubererwelt versteckt. In Folge einiger unglücklicher Umstände vertauschen sich die Koffer von Scamander und dem Muggle Jacob Kowalski. Dieser Irrtum fällt leider erst im MACUSA – dem magischen Kongress der USA – auf, zu dem Scamander von Tina Goldstein, einer ehemaligen Aurorin geschleift wurde. Da das MACUSA gerade größere Sorgen hat, versuchen Scamander und Goldstein Kowalski nun auf eigene Faust zu finden. Dem sind wiederum inzwischen ein paar Tierwesen abhanden gekommen. Zusammen mit Goldsteins Schwester Queenie Goldstein versuchen sie diese nun fangen. Gleichzeitig gibt es mehrere Zerstörungen in der Stadt, die von einem unbekannten Wesen herrühren. Aus Angst die Magierwelt könnte auffliegen, wurde der Auror Percival Graves darauf angesetzt.
Phntastische Tierwesen und wo sie zu finden sind ist als Auftakt für eine fünfteilige Reihe geplant. Das merkt man dem Film bisher wenig an. Zunächst nimmt er sich alle Zeit der Welt, um die neuen Charaktere vorzustellen und eine sehr humorvolle Suche nach den entlaufenden Tierwesen zu inzenieren. Das ist zwar sehr schön anzusehen und sorgt auch für viele humorvolle Momente, scheint aber im Nachhinein nicht so recht in ein größeres Ganzes zu passen. Dafür nimmt die zweite Hälfte umso mehr Fahrt auf und baut die Spannung groß auf und gipfelt in einem spannenden Showdown. Gerade das Ende lässt Spekulationen offen, wie es weitergehen kann.
Rowling schafft es auch hier wieder die verschiedensten Charaktere zu kreieren. Dafür hat sie zwar diesmal weniger Zeit, denn in einem Film wollen die Charaktere schneller vorgestellt werden als in einem Buch, aber trotzdem gibt sie allen die nötige Tiefe. Dadurch hat man am Ende des Films das Gefühl auch diese Charaktere schon sehr lange zu kennen. Für die einzelnen Rollen wurden sehr passende Darsteller gecastet, die allesamt gute schauspielerische Leistungen abgeben.
Abgesehen von der zeitlichen Komponente versucht Rowling auch durch Kleinigkeiten den Unterschied zwischen der Welt Harry Potters in Großbritannien und der Scamanders in den Staaten. So werden die Muggle nun No-Majs genannt (was für Fans sehr gewöhnungsbedürftig sein dürfte) und statt des Zaubereiministeriums gibt es den MACUSA. So fühlt man sich zwar wieder in die magische Welt versetzt, was mitunter nostalgische Gefühle hervorruft, aber trotzdem gibt es eine klare Abgrenzung zwischen den Welten.
Die Musik unterstützt den Film an allen Stellen und teilweise trägt sie ihn sogar. Mindestens 50% des Spannungsaufbaus wurde durch die sehr dominante Musik geprägt.
Die Namensgebende Tierwesen spielen im Film mitunter eine etwas untergeordnete Rolle, aber wenn sie einen Auftritt haben, sind sie der eindeutige Star. Hier sind wieder einmal die Weiten von Rowlings Fantasie zu bewundern, die wirklich grenzenlos zu sein scheint. Vom Publikumsliebling den Niffler bis zur paarungswilligen Erumpent die Tierwesen sind trotz größerer Hintergrundhandlung doch noch immer die Stars des Films.

Alles in allem ist Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind trotz holprigem Einstieg ein schöner Auftakt mit spannendem Ausblick auf die kommenden Teile. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.