The Avengers – Infinity War – eine ausführliche Besprechung – Teil 1

Ein Vorwort

Anfang Mai habe ich bereits meine Kurzkritik zu diesem Film veröffentlicht. Da zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich noch nicht viele den Film gesehen hatten, hatte ich meine Gedanken nur kurz stichpunktartig aufgezählt. Jetzt nach dem DVD-Release habe ich mir den Film noch einmal angesehen und möchte ihn jetzt ausführlich besprechen. Da dies aber auch wieder sehr viel Text wird, gibt es auch hier mehrere Teile. Diesmal werde ich dabei natürlich auch spoilern. Also rate ich jedem, der den Film noch nicht gesehen hat, deutlich hiervon ab!

Was bisher geschah

Im Vorfeld zum Kinostart habe ich euch alle bisher erschienen 18 Filme zusammengefasst und habe es euch in die 3 Phasen des MCU (Marvel Cinematic Universe) unterteilt.

Phase 1

Phase 2

Phase 3

Die Handlung

Thanis, der Weltenzerstörer, ist auf der Suche nach den sechs Infinity Steinen. Wenn er sie findet, reicht ein Schnipsen mit seinem Handschuh und er kann die Hälfte des Universums auslöschen. Als die Avengers und die Guardians of the Galaxy davon erfahren, setzen sie alles daran Thanos aufzuhalten.

Meine Meinung

  1. Asenschiff

Infinity War setzt nahtlos die Geschichte aus Thor Ragnarök fort. So werden wir direkt wieder auf das Asenschiff geschickt. Zur Erinnerung Hela und Surtur haben Ragnarök, den Kampf der Götter, ausgetragen und dabei Asgard komplett zerstört. Thor und seine Freunde konnten jedoch alle Bewohners Asgards auf ein Schiff evakuieren. Seitdem waren sie unterwegs, um eine neue Heimat zu finden. Bereits in der Midcredit Szene sahen wir dann das Asenschiff auf das Schiff Thanos‘ zu treffen. Inzwischen hat Thanos mit seinen „Kindern“ das Asenschiff überfallen. Wir sehen Heimdall (Idris Elba) schwer verletzt am Boden und Thor (Chris Hemsworth) in der Gewalt Thanos‘ (Josh Brolin). Somit beginnt der Film schon mit einer der schlimmsten Szenen des Films.

Schließlich taucht Loki (Tom Hiddleston) auf und erinnert Thanos an das damalige Bündnis (Hintergrund: Im ersten Avengersfilm war Loki auf Thanos Geheiß auf die Erde gekommen, um des Tesserakts habhaft zu werden und zu Thanos zu bringen. Die Avengers verhinderten dies jedoch). Nun hatte wohl jeder erst einmal wieder Panik, dass Loki sich doch wieder auf Thanos‘ Seite schlagen könnte, doch diesmal ist es nur eine versuchte List Lokis. Schließlich taucht der Hulk (Mark Ruffalo) auf („We have a Hulk!“), doch selbst dieser ist machtlos gegen Thanos und wird mit Heimdalls Hilfe auf die Erde geschickt. Loki wird schließlich von Thanos ermordet. Nach dem Verlassen von Thanos und seinen Kindern explodiert das Asenschiff.

In dieser Szene werden mehrere Sachen deutlich. Zum einen die große Liebe zwischen Thor und Loki. Diese wurde zuvor immer wieder auf eine harte Probe gestellt, denn Loki intrigierte mehr als einmal gegen Thor. Dennoch war allein die Aussicht, dass Loki ihn wieder einmal verraten könnte, sehr hart für Thor. Als dieser jedoch erkennt, dass es nur eine List ist, sieht man deutlich die Erleichterung. Leider währt dies nur kurz, da er kurz darauf mit ansehen muss, wie sein schon öfter tot geglaubter Bruder vor seinen Augen wohl endgültig(?) getötet wurde. Zum anderen wird hier deutlich wie unnachgiebig Thanos sein kann und wie stark er gleichzeitig ist. So werden die Weichen gestellt, um Thanos wirklich als starken Gegner anzusehen. Zuvor waren die Bösewichte im MCU ja eher schwach.

2. New York

Blende auf die Erde in den New Yorker Tempel. Strange (Bendict Cumberbatch) und Wong (Benedict Wong) scherzen, bis Hulk inzwischen als Bruce Banner durch die Decke stürzt. Er kann nur noch stammeln, dass Thanos auf dem Weg sei. Schnitt ins „Intro“.

Währenddessen sind Tony Stark (Robert Downey Jr.) und Pepper Potts (Gwyneth Paltrow) im Park spazieren. Strange und Wong treffen auf ihn und Banner erklärt noch einmal Thanos Kommen. Wong erklärt dann auch noch einmal für alle, worum es sich bei den Infinity Steinen handelt. Tony erklärt, dass Vision einen dieser Steine hat, er aber nicht weiß, wo er sich aufhält und dafür auch nicht bei Captain America anrufen kann (Hintergrund: In Civil War haben sie gegeneinander gekämpft, da Cap Bucky schützen wollte). Hulk wusste nicht vom Civil War und ist daher entsetzt, dass die Avengers getrennte Wege gehen.

Kurz darauf taucht ein Schiff der Thanoskinder auf. Dies bemerkt auch Peter Parker alias Spider-Man (Tom Holland). Dieser ist gerade mit seiner Klasse im Bus unterwegs und bittet seinen Freund ein Ablenkungsmanöver zu starten, damit er als Spider-Man fliehen kann. Stan Lee (Möge er in Frieden ruhen) hat hier übrigens sein Cameo als Busfahrer. So eilen Iron Man, Spider-Man, Dr. Strange und Wong zum Kampf. Nur Banner hat ein kleines Problem. Die Verwandlung zu Hulk klappt nicht.
Die Thanoskinder sind auf der Suche nach dem Zeitstein, den Strange als Kette um den Hals trägt. Dieser verteidigt ihn. Da die Thanoskinder den Stein nicht von seinem Hals kriegen, fesseln und entführen sie ihn kurzerhand. Stark und Parker folgen ihnen und schaffen es mit ins Schiff zu kommen. Wong und Banner bleiben auf der Erde zurück. Während Wong sich zurückzieht, um die Tempel weiter zu schützen, wählt Banner schließlich doch Caps Nummer.

In dieser Szenen treffen erstmals Iron Man und Dr. Strange aufeinander. Das war eins der Aufeinandertreffen, die sich Fans seit 2016 gewünscht haben. Leider sind die Dialoge zwar bissig, aber nicht so genial, wie man es sich vorgestellt hat. Stark hat deutliche Panik vor Thanos, immerhin ist er bei dem letzten Angriff (The Avengers, 2012) fast gestorben. Dies versucht er zwar zu überspielen, ist dadurch aber doch vorsichtiger.
Das zweite entscheidende ist, dass Banner sich nicht mehr in den Hulk verwandeln kann. Hintergrund dürfte hier sein, dass er nach Age of Ultron (2015) bis Thor Ragnarök (2017) durchgehend Hulk war und sich nicht zurück verwandeln konnte.
Und zu guter Letzt haben wir hier wieder Iron Man als Vaterfigur für Spider-Man. Dieser möchte unbedingt seinem großen Idol helfen und bringt sich dabei selbst in Gefahr. Stark möchte dies unbedingt verhindern, kann sich jedoch nicht durchsetzen.

3. Space

Die Guardians folgen einem Notsignal. Während Peter Quill (Chris Pratt) seinen typischen Soundtrack hört, sehen wir hier zum ersten Mal Teenager-Groot (Stimme: Vin Diesel). Sie treffen auf die Überreste des Asenschiffes. Kurz darauf „fällt“ ihnen Thor auf die Windschutzscheibe. Sie retten ihn und Drax (Dave Bautista) bewundert sogleich Thors Muskeln. Quill ist hier eingeschnappt, weil er als Anführer nicht genug respektiert wird. Thor berichtet, was passiert ist und Gamora (Zoe Saldana), als ehemalige Ziehtochter Thanos‘, berichtet kurz, wie mächtig er ist.

Thor hat einen Plan, um Thanos aufzuhalten und will dafür nach Nidavellir. Quill versucht sich zu behaupten, und ihm die dafür benötigte Raumschiffkapsel zu verweigern. Doch Rocket (Stimme: Bradley Cooper) fällt ihm in den Rücken und zusammen mit Groot begleitet er Thor. Quill, Gamora, Drax und Mantis (Pom Klementieff) beschließen Thanos in Knowhere zu stellen.

Erst einmal gab es die große Erleichterung: Thor ist bei der Explosion des Asenschiffes nicht gestorben! Dann haben wir das Aufeinandertreffen von Thor und den Guardians, die vorerst die lustigste Szene des Films ist. Hierbei trifft der Guardians Humor auf einen Avenger. Gleichzeitig werden die Weichen für zwei weitere Handlungsstränge gelegt. Nidavellir und Knowhere.

4. Schottland

Nachdem Scarlett Witch (Elizabeth Olsen) und Vision (Paul Bettany) bereits in Civil War flirteten und dann doch in unterschiedlichen Teams kämpften, haben sie sich nun eine gemeinsame Auszeit in Schottland genommen. Sie führen eine heimliche Beziehung, wissen aber nicht, wie die Zukunft aussehen wird. Kurz darauf sehen sie die Nachrichten über den Angriff in New York und wissen, dass sie sofort zurück müssen.

Soweit kommen sie aber gar nicht, denn die Thanoskinder haben sie gefunden und es auf Visions Infinitystein abgesehen. Es kommt zum Kampf, sieht für unsere beiden Avengers jedoch schlecht aus. Da kommt Hilfe in Form von Captain America (Chris Evans), Falcon (Anthony Mackie) und Black Widow (Scarlett Johannsen). Zusammen können sie Vision retten und reisen zusammen weiter.

Nach der Flirterei in Civil War und dem anschließenden Kampf in unterschiedlichen Teams war man schon gespannt, wie es mit Scarlett Witch und Vision weitergeht. Dies wurde hier kurz und schmerzlos aufgeklärt. Ansonsten dienten diese Szenen eher als Teambuilding und Zusammenführung verschiedener Avengers.

Soviel zum 1. Teil meiner ausführlichen Infinity War-Besprechung. Stay tuned 😉

The Avengers 3 – Infinity War (Kurzkritik)

Ein Vorwort

Vor 10 Jahren offenbarte ein gewisser Tony Stark, dass er Iron Man sei. Seit 10 Jahren verkörpert nun Robert Downey Jr. eben jenen „Genie, Milliardär, Playboy, Wohltäter“. In all der Zeit kamen immer mehr Helden zusammen. 2012 versammelten sie sich das erste Mal, um die Welt vor einer außerirdischen Bedrohung zu beschützen. Doch das ganze war nur der Anfang. Infinity War ist der inzwischen 19. Film und wir befinden uns inzwischen in der dritten Phase. Seit 2012 tauchte nun Thanos, der Weltenzerstörer, regelmäßig in den After Credit Scenes auf. Es war also nur eine Frage der Zeit, bis er schließlich selbst in Erscheinung treten würde. Nun müssen sich alle Helden aus 18 Filmen zusammenschließen und die Welt beschützen. Weil man über Infinity War eigentlich nicht spoilerfrei reden kann, ich aber vermute, dass noch nicht alle Leser, die den Film sehen wollen, ihn auch schon gesehen haben, werde ich in dieser Kurzkritik nur ein paar Gedanken stichpunktartig aufzählen, um für jeden Zögerer Argumente für oder gegen den Film zu bringen. Erst in ein paar Wochen, wird es noch einmal eine ausführlichere Kritik geben (ich denke mal im Sommerloch während der WM, dürfte genug Zeit dafür sein.

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Was bisher geschah

Weil 18 Vorgängerfilme hier zusammenzufassen den Rahmen sprengen würde, aber die meisten direkte Hinweise auf Infinity War geben, war ich im Vorfeld fleißig und habe euch in drei Einzelbeiträgen die drei Phasen des MCU (Marvel Cinematic Universe) zusammengefasst.

Phase 1

Phase 2

Phase 3 

Die Handlung

Thanos der Weltenzerstörer ist auf der Suche nach den sechs Infinity Steinen. Wenn er sie findet, reicht ein Schnipsen mit seinem Handschuh und er kann die Hälfte des Universums auslöschen. Als die Avengers und die Guardians of the Galaxy davon erfahren, setzen sie alles daran, Thanos aufzuhalten.

Meine „Stichpunkt“ Meinung

  • Die Russo-Brüder haben zuvor die eher ernsten Captain America-Fortsetzungen „The Winter Soldier“ und „Civil War“ gedreht. Diesmal haben sie sich trotz ernster Grundstimmung auf den typischen Marvel-Humor besonnen. Allerdings wirkt er teilweise nicht so abgerundet und gesetzt, wie in anderen Teilen des MCU, auch wenn teilweise wieder gut zitierbare Sätze dabei waren.
  • Die Handlung ist an sich rund und logisch aufgebaut. Allerdings ist Infinity War auch der Film mit der kleinsten Handlung, da sie sich schon sehr auf Thanos Reise konzentriert und diese immer wieder mit epischen Schlachten mischt.
  • Die Optik des Films ist wieder einmal ungeschlagen. Sei es nun das wunderschöne Wakanda, oder die Einführung ganz neuer Welten
  • Die Russo-Brüder lassen es sich auch nicht nehmen, noch einmal neue Charaktere einzuführen. Trotzdem ist deren Einführungszeit dann relativ gering (ja ich spiele auf Peter Dinklages Rolle an)
  • All der kleinen Kritikpunkte zum trotz, ist Infinity War einer der stärksten Filme des MCU. Das liegt vorallem daran, dass er jeden möglichen Gedankengang zu Thanos auch zu Ende gedacht hat und keine Kompromisse eingeht. Trotz des vielen Humors und der Situationskomik, wenn gewisse Charaktere aufeinander treffen, bleibt der Film knallhart.
  • Das Ende dürfte wohl am meisten diskutiert werden und natürlich wird der zweite Teil hier einiges wieder gerade rücken (ansonsten sind das MCU und ich geschiedene Leute!) Aber ohne groß weiter darauf eingehen zu wollen, sei so viel gesagt: Nehmt euch eine große Packung Taschentücher mit.
  • Thanos ist mit Abstand der beste Bösewicht des MCU – liegt wohl daran, dass abgesehen von Loki die Bösewichte bisher sehr blass waren. Er kriegt genügen Screentime und Hintergrundgeschichte, um tatsächlich Charakter zu entwickeln und es werden sogar seine Beweggründe genauer erläutert, die zwar irgendwo sinnvoll klingen, aber trotzdem grausam bleiben. So ist Thanos kein Schwarz-Weiß Bösewicht, sondern tatsächlich mal jemand, über den man diskutieren kann!

Das Fazit

Der dritte Avengers-Teil ist nur ein Auftakt für den vierten und hatte das hauptsächliche Ziel die Weichen zu stellen und die Charaktere zusammenzuführen. Das hat der Film mit Bravour bestanden. Dadurch ist die Handlung sehr simpel gestaltet, was aber das Sehvergnügen an keiner Stelle stört. Einziger kleiner Kritikpunkt – also mal abgesehen von dem riesen Cliffhanger am Ende, auf dessen Aufklärung wir nun ein ganzes Jahr warten müssen – sind die ab und an etwas holprigen Dialoge. Beim Zusammentreffen mancher Charaktere habe ich mir doch mehr erwartet. Aber das bleibt Meckern auf hohem Niveau und so kriegt Infinity War 09 von 10 möglichen Punkten.