Solo Mio

Ein Vorwort

Kevin James ist in seiner Karriere bisher eher für seine komödiantischen Rollen bekannt. Vor allem die vielen Filme mit Adam Sandler haben gezeigt, dass mein Verständnis von Humor und seine Werke nicht wirklich kompatibel sind. Umso abgeneigter war ich von ihm in der Hauptrolle dieser Rom-Com. Aber das Setting in Rom hat mich überzeugt und ich muss sagen, zum Glück, denn so schlecht war der Film dann doch nicht. Mehr dazu in meinem heutigen Beitrag.

Fanart des Filmtitels auf einer Filmklappe

Die Handlung

Matt Taylor erfüllt sich einen großen Traum und plant seine Hochzeit in Rom. Nur, dass seine Braut kalte Füße bekommt und ihn am Altar stehen lässt. Da er sein Flitterwochenpaket nicht mehr stornieren kann, nimmt er an den Paaraktivitäten als Single teil. Nebenbei lernt er in einem Café Gia kennen, die ebenfalls eine schwierige Trennung hinter sich hat. Die beiden kommen sich näher, doch Matt hat Angst ihr zu sagen, dass er vor ein paar Tagen noch heiraten wollte.

Meine Meinung

Wenn ich an außergewöhnliche Hochzeitslocations denke, ist Rom nicht unbedingt die erste Idee, die mir kommt. Aber die Stadt ist ein Setting, das irgendwie aus der Mode gekommen ist, und ein bisschen italienisches Lebensgefühl schadet ja auch nicht. So zog mich das ganze Drumherum viel mehr an, als der Trailer an sich. Und zunächst scheint es auch einfach der typische „am Altar verlassen“ Plot zu werden, aber irgendwie hatte der Film auch direkt einen gewissen Charme.
Aber beginnen wir am Anfang. Wir lernen Matt Taylor und seine Verlobte nur kurz kennen. Eine schöne Szene der beiden Lehrenden bei seinem Antrag umringt von ihren Schüler*innen. Schon sind wir in Rom und die Hochzeit soll in wenigen Minuten starten. Nur, dass die Braut verschwunden ist. Die verzweifelte Suche, das Finden des Briefs, der Versuch sie zurückzuholen. All das ist nicht neu, bildete aber auch nur die Grundlage. Denn der eigentliche Film beginnt erst, wenn Matt erfährt, dass er sein Flitterwochenpaket nicht stornieren kann.
Ab hier treffen wir auf zwei weitere Paare, die das gleiche Paket gebucht haben und jede auf ihre Art völlig überzeichnet und teilweise toxisch ist. Aber das ist hier tatsächlich verzeihbar, denn der Punkt ist klar: Matt war mit seiner Verlobten vermeintlich viel glücklicher, aber die anderen haben die Hochzeit zusammen durchgezogen. Die Frage des Warums steht hier immer wieder im Raum, aber machen wir uns nichts vor: Tiefgründige Antworten finden wir hier nicht.
Doch durch das Auftauchen von Gia bekommt der Film eine neue Richtung. Wir bekommen Hoffnung und vorallem trotz eigener Probleme ein gewisses Gefühl für die Leichtigkeit in der Mentalität der Italiener*innen. Vielleicht geht es mit den beiden ein bisschen schnell. Plötzlich befinden wir uns im Anwesen von Gias Familie, Andrea Boticelli taucht auf und neben Fanboy Momenten Matts und seiner Freunde, gibt es auch mal ein Liedchen. Was sich deplatziert anhört, harmoniert erstaunlich gut mit der Geschichte und so fühlt es sich trotz allem irgendwie rund an.
Auch der Humor ist entgegen meiner Befürchtungen größtenteils gut gewählt und ergibt sich eher aus den Situationen, als dass plumpe Oneliner fließen. So haben wir zwar ausgewählte Klischees, aber auch irgendwie erfrischende Charaktere, die so sehr nicht passen, das sie schon wieder wunderbar in diesen Film gehören. Es werden genügend Emotionen erzeugt, dass ich mit Matt mitgefühlt und Gia und seine neuen Bekanntschaften schnell ins Herz geschlossen habe. Denn Solo Mio will eben nicht viel. Keine große Geschichte, keine großen Gesten, keine großen Gefühle. Nur eine warmherzige süße kleine Geschichte, die in Italien wunderbar ansässig ist und irgendwie ein gutes Gefühl hinterlässt. Ein Film, der aber auch weiß, dass er nicht mehr ist und auch gar nichts größeres anstrebt. Und damit ist er einer der besten Rom-Coms, die ich in den letzten Jahren gesehen habe.

Das Fazit

Solo Mio ist eine süße Rom-Com, die Fernweh nach Italien auslöst, die Geschichte rund, wenn auch mit einigen Ecken und Kanten erzählt und dabei lediglich gut unterhalten will, statt große Thematiken aufzuwühlen. Und das macht er auf gute Weise, wird jedoch nicht lange im Gedächtnis bleiben. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Solo Mio läuft seit dem 28.05.2026 in den deutschen Kinos

Disney+ Original: Luca

Ein Vorwort

Gerade einmal ein halbes Jahr nachdem Pixar ‚Soul‘ herausbrachte, gibt es den zweiten Film. Während Soul noch als Kinofilm angelegt war, wirkt Luca wie für den Streamingdienst gemacht. Und erscheint auf den ersten Blick wie gemacht für laue Sommernächte. Was der Film ansonsten kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

An der italienischen Riviera lebt der Wasserjunge Luca. Sein Leben unter der Wasseroberfläche ödet ihn an. Bis er auf Alberto trifft, ebenfalls Wasserjunge, der Luca zeigt, dass er auch an Land überleben kann. Nach einem Streit mit seiner Familie flüchten die beiden Jungs an Land. Dort treffen sie auf Giulia, die unbedingt einen Triathlon gewonnen will.

Meine Meinung

Sommerurlaub in Italien klang selten so verführerisch wie nach diesem Film. Ein kleines Dorf am Meer, Mittags eine Portion Pasta, danach ein leckeres Gelato und das Ganze mit der italienischen Gemütlichkeit. Laue Sommernächste, heiße Tage, wo man sich nur im Wasser abkühlen will, all dies bietet Luca. Gepaart mit einer Unterwasserwelt? Klang ganz nach einem Film, den ich sehen musste.
Zunächst beginnt der Film ziemlich unspektakulär. Wir lernen Luca kennen, ein Wasserjunge – im Film auch gerne als Seemonster bezeichnet – der sich in seinem Alltag langweilt. Seine Familie lebt in großer Angst vor der Oberfläche und projiziert diese Angst auch auf Luca. Doch seine Neugier siegt und so folgt er der Spur von diversen Gegenständen, die auf dem Meeresgrund landen. Hier könnte der Film schnell in eine kritisierende Richtung driften zum Thema Meerverschmutzung. Diesen Teil überspringt er aber komplett. Stattdessen treffen wir auf Alberto, der zwischen Oberfläche und Unterwasser hin und herpendelt und den großen Traum einer eigenen Vespa hat. Die beiden verbringen einige Tage auf Alberto Insel. Bis zu diesem Punkt ist der Film schon zu einem Drittel fortgeschritten und man weiß noch nicht so wirklich worauf er hinauswill.
Erst mit dem darauffolgenden Streit von Luca und seiner Familie und seiner Flucht an Land, wo er zusammen mit Alberto versucht nicht aufzufallen, bekommt der Film eine Richtung. Hier ist es dann eine gute Mischung aus italienischem Lebensgefühl, Freundschaft und Selbstfindung. Die Angst der Dorfbewohner vor Seeungeheuern wirkt dann schon fast wie eine Metapher für Fremdenfeindlichkeit, doch dies wirklich herauszuarbeiten, so weit geht Luca dann doch nicht. Letztlich verpasst der Film an mehreren Stellen wirkliche Aussagen zu treffen, sondern beruf sich auf die lockere Erzählweise. Lediglich das Thema Freundschaft wird konkreter beleuchtet.
So hat Luca nicht wirklich viel Anspruch an die Handlung. Nach einer relativ langen Findungsphase versteht er sich darauf das Sommergefühl zu vermitteln. Schade bleibt es, dass das Unterwasserthema hier mehr oder weniger verschenkt wirkt. Lediglich für ein paar Witze und um die Angst der Dorfbewohner vor dem Unbekannten zu unterstreichen reicht es. Dabei hätte ich davon gerne mehr gesehen. Aber dann wäre es wohl ein anderer Film geworden. Letztlich ist es ein netter Film für einen Sommerabend.

Das Fazit

Luca hält, was er verspricht, und entführt den Zuschauer an einen Sommertag in Italien. Dabei bleibt die Handlung sehr oberflächlich, was aber die Figuren wieder wett machen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Luca ist seit dem 18.06.2021 auf Disney+ verfügbar