Disney+ Original: Luca

Ein Vorwort

Gerade einmal ein halbes Jahr nachdem Pixar ‚Soul‘ herausbrachte, gibt es den zweiten Film. Während Soul noch als Kinofilm angelegt war, wirkt Luca wie für den Streamingdienst gemacht. Und erscheint auf den ersten Blick wie gemacht für laue Sommernächte. Was der Film ansonsten kann, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

An der italienischen Riviera lebt der Wasserjunge Luca. Sein Leben unter der Wasseroberfläche ödet ihn an. Bis er auf Alberto trifft, ebenfalls Wasserjunge, der Luca zeigt, dass er auch an Land überleben kann. Nach einem Streit mit seiner Familie flüchten die beiden Jungs an Land. Dort treffen sie auf Giulia, die unbedingt einen Triathlon gewonnen will.

Meine Meinung

Sommerurlaub in Italien klang selten so verführerisch wie nach diesem Film. Ein kleines Dorf am Meer, Mittags eine Portion Pasta, danach ein leckeres Gelato und das Ganze mit der italienischen Gemütlichkeit. Laue Sommernächste, heiße Tage, wo man sich nur im Wasser abkühlen will, all dies bietet Luca. Gepaart mit einer Unterwasserwelt? Klang ganz nach einem Film, den ich sehen musste.
Zunächst beginnt der Film ziemlich unspektakulär. Wir lernen Luca kennen, ein Wasserjunge – im Film auch gerne als Seemonster bezeichnet – der sich in seinem Alltag langweilt. Seine Familie lebt in großer Angst vor der Oberfläche und projiziert diese Angst auch auf Luca. Doch seine Neugier siegt und so folgt er der Spur von diversen Gegenständen, die auf dem Meeresgrund landen. Hier könnte der Film schnell in eine kritisierende Richtung driften zum Thema Meerverschmutzung. Diesen Teil überspringt er aber komplett. Stattdessen treffen wir auf Alberto, der zwischen Oberfläche und Unterwasser hin und herpendelt und den großen Traum einer eigenen Vespa hat. Die beiden verbringen einige Tage auf Alberto Insel. Bis zu diesem Punkt ist der Film schon zu einem Drittel fortgeschritten und man weiß noch nicht so wirklich worauf er hinauswill.
Erst mit dem darauffolgenden Streit von Luca und seiner Familie und seiner Flucht an Land, wo er zusammen mit Alberto versucht nicht aufzufallen, bekommt der Film eine Richtung. Hier ist es dann eine gute Mischung aus italienischem Lebensgefühl, Freundschaft und Selbstfindung. Die Angst der Dorfbewohner vor Seeungeheuern wirkt dann schon fast wie eine Metapher für Fremdenfeindlichkeit, doch dies wirklich herauszuarbeiten, so weit geht Luca dann doch nicht. Letztlich verpasst der Film an mehreren Stellen wirkliche Aussagen zu treffen, sondern beruf sich auf die lockere Erzählweise. Lediglich das Thema Freundschaft wird konkreter beleuchtet.
So hat Luca nicht wirklich viel Anspruch an die Handlung. Nach einer relativ langen Findungsphase versteht er sich darauf das Sommergefühl zu vermitteln. Schade bleibt es, dass das Unterwasserthema hier mehr oder weniger verschenkt wirkt. Lediglich für ein paar Witze und um die Angst der Dorfbewohner vor dem Unbekannten zu unterstreichen reicht es. Dabei hätte ich davon gerne mehr gesehen. Aber dann wäre es wohl ein anderer Film geworden. Letztlich ist es ein netter Film für einen Sommerabend.

Das Fazit

Luca hält, was er verspricht, und entführt den Zuschauer an einen Sommertag in Italien. Dabei bleibt die Handlung sehr oberflächlich, was aber die Figuren wieder wett machen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.

Luca ist seit dem 18.06.2021 auf Disney+ verfügbar

Netflix Original – To all the boys I’ve loved before

Ein Vorwort

Netflix haut ja bekanntlich eine Eigenproduktion nach der nächsten raus und die meisten werden mir auch regelmäßig vorgeschlagen, sie doch einmal zu gucken. Bei to all the boys I’ve loved before war es nicht wie letztes Jahr bei To the Bone, wo ich darauf gewartet habe, dass Netflix ihn herausbringt, sondern die vielen positiven Reaktionen auf meinem privaten Facebookprofil brachten mich dazu dem Film eine Chance zu geben. Ob es sich gelohnt hat, erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Lara-Jean lebt nach dem Tod ihrer Mutter zusammen mit ihrem Vater und ihren beiden Schwestern. In ihrem Leben war sie bisher fünfmal verliebt. Jedes Mal wenn sie in der schlimmen Verknalltphase war, hat sie dem Jungen einen Liebesbrief geschrieben, aber nie abgeschickt. Bis dies eines Tages jemand anderes für sie übernimmt und ihr sonst so geordnetes Leben ordentlich aus der Bahn wirft.

Meine Meinung

To all the boys I’ve loved before ist auf den ersten Blick ein typisches Teenagerdrama mit einer gewissen Portion Witz und einer gesunden Portion Romantik. Auch auf dem zweiten Blick bietet der Film nicht mehr, aber man merkt schnell, dass er zwar mit einigen Klischees um sich wirft, diese aber geschickt einsetzt, um die Geschichte zu erzählen. An erster Stelle lebt To all the boys I’ve loved before von seinen liebenswerten Charakteren.
Allen voran ist Lana Condor in der Rolle der Lara Jean. Sie verkörpert die Rolle des Mauerblümchens mit der richtigen Dosis Charme und schafft es so Lara sehr liebevoll darzustellen, so dass man nicht umhin kann sie zu mögen, auch wenn man ihre Gründe die Briefe zu schreiben und zu behalten, vielleicht nicht vollkommen nachvollziehen kann. Viele Couchpotatoes werden sich mit ihr verbunden fühlen, die keine Lust haben/hatten in der Schule immer bei allem mitzumachen oder den Zickenkrieg noch anzufachen, sondern lieber im Schutz der Familie bleiben. Als Bezugsperson hat sie ihren Vater Dan (John Corbett) und ihre Schwestern Margot (Janel Parrish) und Kitty (Anna Cathcart). Der Schicksalsschag durch den Tod der Mutter wird immer wieder thematisiert, aber nie überdramatisiert. Man merkt, dass alle vier ihren eigenen Weg zur Trauerbewältigung gehen, auch wenn Lara Jeans im Laufe des Films mehrfach in Frage gestellt wird.
Die Handlung wird geradlinig erzählt, wirkt mitunter aber doch etwas chaotisch, was dem Film ein Hauch Unvollkommenheit gibt und ihn dadurch noch sympathischer macht.

Das Fazit

To all the boys I’ve loved before ist ein Film, der sehr typisch für sein Genre ist, aber alles mit seinem eigenen Charme überhäuft, was den Film sehr sympathisch macht. So erfindet er am Ende das Rad nicht neu, liefert aber 100 Minuten sehvergnügen. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.