Jumanji: Willkommen im Dschungel

Am 21.12.2017 erschien ein zweiter Teil zu dem 1995 erschienenden Jumanji Film, damals mit Robin Williams, in den deutschen Kinos.

Ein Vorwort

Schon wieder ein Reboot, mag der eine gestöhnt haben. Können die sich nicht endlich mal was neues einfallen lassen? Nun ja, haben „die“ in diesem Fall tatsächlich. Denn natürlich basiert Willkommen im Dschungel auf dem Jumanji Film mit Robin Williams, der 1995 erschienen ist. Aber gleichzeitig wurde alles etwas modernisiert. So kommt zum Beispiel nicht der Dschungel zu den Brettspielenden, sondern ein Videospiel saugt die Spielenden ein und sie landen im Dschungel. Klingt im Ansatz erstmal gut? Ist es auch!

Die Handlung

Die Schüler Spencer (Alex Wolff), Fridge (Ser’Darius Blain), Bethany (Madison Iseman) und Martha (Morgan Turner) werden allesamt zum Nachsitzen verdonnert. Dabei entdecken sie ein altes Videospiel. Da keiner Lust auf die Strafarbeit hat, wählen sie ihre Avatare aus und werden schwupps ins Spiel gesogen. Auf einmal sind sie Ihre jeweiligen Charaktere Dr. Smolder Bravestone (Dwayne Johnson), Moose Finbar (Kevin Hart), Professor Shelly Oberon (Jack Black) und Ruby Roundhouse (Karen Gillan). Von nun an müssen sie sich durch den Dschungel kämpfen, um wieder in ihr altes Leben zurückkehren zu können.

Meine Meinung

Mit Guns N’ Roses „Welcome to the Jungle“ wusste schon der erste Trailer zu locken. Doch auch darüber hinaus hat der Film einiges zu bieten. Vor allem das Setting – Hauptdrehort war Hawaii – kann von der ersten Dschungelszene an begeistern. Hinzu kommt ein sehr gelungener Soundtrack. Beides bietet die Basis für den Film.
Doch auch der Rest muss sich an keiner Stelle verstecken. Die Handlung ist gut durchdacht. Zunächst werden die Schüler vorgestellt und kurz charakterisiert. So ist grob gesagt Spencer der Nerd ohne Freunde, Fridge der Sportler, der Spencer nur für seine Hausaufgaben braucht, Bethany das It-Girl, das ohne Internet und das tägliche Selfie nicht auskommt, und Martha das typische Mauerblümchen. Aus verschiedenen Gründen müssen sie nachsitzen. Nachdem sie ins Spiel gesaugt wurden, müssen sie erst einmal damit zurecht kommen, dass ihre Avatare nicht ihren eigentlichen Charakteren entspricht. So wurde der schüchterne Spencer zu dem muskelbepackten Anführer Dr. Smolder Bravestone, der ansonsten gut durchtrainierte Sportler Fridge wird zu dem kleinen und schwächlichen Moose Finbar, Bethany zu dem fetten, alten Shelly Oberon – sie wechselt also auch noch das Geschlecht und Mauerblümchen Marthy wird zur sexy Ruby Roundhouse. Auf dieser Umkehrung der Charaktere baut Jumanji auch zu größten Teilen seinen Humor auf. Und es funktioniert tatsächlich, denn jeder muss sich nun mit anderen Problemen auseinander setzen, was zu einer guten Charakterentwicklung führt. Die Szenen innerhalb Jumanjis sind aufgebaut, wie ein richtiges Videospiel. Die Charaktere auf die sie treffen, haben größtenteils nur einen begrenzten Handlungsrahmen oder reagieren nur auf bestimmte Signale. So bringt es nichts einen Jumanjicharakter ausfragen zu wollen, da er nur ganz bestimmte Phrasen sagen kann.
In Jumanji treffen Action und Humor in einer guten Portion aufeinander, so dass keins von beidem zu kurz kommt. Zusammen mit den Finden des eigentlich Ichs bringt Jumanji auch einige ernstere Gespräche zustande, die den Filmverlauf aber nicht belasten. Der Cast ist gut gewählt – nur ein Jack Black könnte ein It-Girl verkörpern, ohne dabei lächerlich zu wirken – und harmonisiert gut miteinander. Auch ist Kevin Hart diesmal nicht ganz so überdreht und nervig, wie in anderen Filmen. Der „Bösewicht“ Van Pelt gespielt von Bobby Cannavale passt ebenfalls gut in die Welt.

Das Fazit

Jumanji – Willkommen im Dschungel ist spannend, witzig und ernst und das immer an den richtigen Stellen. Der Film weist ein gutes Setting und einen guten Soundtrack auf und kann mit den Darstellern punkten. Dennoch ist die Handlung relativ einfach gehalten und rein darauf ausgelegt zu unterhalten. Und genau das schafft Jumanji. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Gänsehaut

Am 04.02.2016 erscheint eine Verfilmung, die die bekannte Buchreihe Gänsehaut von R. L. Stine aufgreift, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Zach Cooper zieht mit seiner Mutter in eine Kleinstadt, da diese eine neue Stelle als stellvertretende Direktorin hat. Der einzige, der ihn an der neuen Schule wahrzunehmen scheint ist Champ, ein etwas kurioser Junge. Kurioser jedoch ist das hübsche Mädchen von Nebenan, dass akkribisch von ihrem Vater bewacht wird. Durch Zufall gelangen Zach und Champ in das Nachbarhaus und finen heraus, dass der Vater R. L. Stine, der Autor der Gänsehaut Bücher. Und promt kommt es zu einem Unfall und die verschlossenen Bücher öffnen sich und lassen die finsteren Kreaturen heraus.

Die Gänsehaut-Reihe ist nach Anzahl der verkauften Exemplaren die zweiterfolgreichste Jugendbuch-Reihe nach Harry Potter. Es gibt um die 100 verschiedenen Titel. Was also für eine Verfilmung tun? Ein Buch aussuchen und daraus vielleicht eine längerfristige Reihe gestalten? Allerdings gab es schon eine Fernsehserie. Also warum nicht einfach einen Film mit allen schaurigen Gestalten auf einmal? Also wurde eine komplett neue Handlung rund um den Autor der Gänsehaut-Reihe kreiert: R. L. Stine. Er lebt zurückgezogen in einem Haus in Greendale und behütet seine Tochter Hannah wie einen Schatz. Sie darf das Haus nicht verlassen, bekommt Privatunterricht und darf vor allem nicht mit Zach, dem gerade ins Nachbarhaus gezogenen Jungen, reden. Zach ist mit seiner Mutter aus einer Großstadt in das kleine unscheinbare Örtchen gezogen, da diese hier den Job als neue stellvertretende Direktorin erhalten hat. Doch Greendale ist nicht gerade der Traum eines Heranwachsenden, schon gar nicht, wenn man die Vorzüge einer Großstadt gewohnt ist. Auch Freunde finden gestaltet sich etwas schwierig. Der etwas ungewöhnliche Champ buhlt zwar sofort um Zachs Freundschaft, doch dessen eigentliches Interesse gilt der schönen Hannah aus dem Nachbarhaus. Leider kommt er hierbei nicht an ihrem strengen Vater vorbei. Als Zach glaubt, dass Stine Hannah bedrohen würde, dringt er in das Nachbarhaus ein. Dabei stößt er auf ein Regal voller verschlossener Bücher: Die Gänsehaut-Bücher. Durch einen kleinen Unfall öffnet sich ein Buch und das Unheil nimmt seinen lauf. Denn in die Bücher sind die realen Monster eingeschlossen, die sich nun ihren Weg aus den Seiten bahnen. Ganz neu ist die Idee auch nicht, denn sie ist adaptiert aus dem Gänsehaut Buch „Fürchte dich sehr“, in dem die Monster einen Brettspiels auf einmal real werden.
Der Film basiert zwar auf einer erfolgreichen Buchreihe, hat aber doch ein großes Problem mit der Zielgruppe. Denn der Gruselanteil ist sehr gering gehalten und wird mit einem hohen Humoranteil kompensiert, um sehr jungen Publikum – also die gleiche Zielgruppe, wie die Bücher anzusprechen. Gleichzeitig ist der Film jedoch ab 12 Jahren freigegeben. Damit wird die Hälfte der Zielgruppe schon ausgegrenzt. Lediglich die ältere Generation dürfte aus Nostalgiegründen in die Kinos stürmen. Doch durch die Anpassung auf das jüngere Publikum kann dem älteren Zuschauer schnell die Spannung und Dynamik fehlen. Denn die Charaktere sind nie wirklich in Lebensgefahr und die meisten Monster agieren sehr passiv und scheinen nur der Nostalgie wegen aufzutauchen. Trotzdem ist der Spaß an dem Film garantiert, denn die Humordichte in Gänsehaut ist sehr hoch. Hier können sich viele Komödien eine Scheibe von abschneiden.
Der ganze Film lebt im Prinzip von Jack Black in seiner Rolle als R. L. Stine. Allein ab der ersten Szene in dem er mit seinem einmaligen Psychopathenblick Zach verbietet mit Hannah zu reden, jagd einem einen größeren Schauer über den Rücken, als die ganzen Monster zusammen. Niemand anderes als Jack Black hätte die Rolle so hingebungsvoll und sarkastisch spielen können.
Im Gegensatz dazu sind die anderen Charaktere sehr klitscheehaft gestaltet. Zach, der unscheinbare Neue, Hannah, die hübsche und geheimisvolle, Champ der tollpatschige und etwas trottelige und die verrückte Tante. Kein Charakter überrascht oder hat eine tiefere Ebene, aber trotzdem hamonieren alle im Film.

Alles in allem überzeugt der Film durch die bekannten Monster, Jack Black und einer wunderschönen Dosis Humor. Nur wirkliche Spannung oder Gruselmomente kann der Film nicht aufbauen. Dafür gibt es 06 von 10 möglichen Punkten.