Free Guy

Ein Vorwort

Wenn man einen Gamer nach einer gelungenen Videospielverfilmung fragt, gibt es selten eine Antwort ohne Augenrollen. Doch wie ergeht es eigentlich den Nicht spielbaren Nebencharakteren? Genau mit dieser Frage befasst sich Free Guy. Wie das in Filmform funktioniert und ob es endlich Hoffnung am Videospielverfilmungshimmel gibt, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Die Handlung

Guy (Ryan Reynolds) lebt in Free City. Was er nicht weiß ist, dass er ein Charakter in einem Videospiel ist. Als er auf Molotov Girl (Jodie Comer) trifft, fällt er aus seiner Endlosschleife heraus und versucht sie zu beeindrucken. Diese wiederum ist eine Spielerin, die einen Feldzug gegen den Entwickler des Spiels führt.

Meine Meinung

Free Guy funktionierte schon im Trailer gut und sah nach einem lustigen Zeitvertreib aus. Auch wenn man meint im Trailer schon viel gesehen zu haben: Der Film bietet noch mehr! Dabei sind es hier gerade auch die kleinen Anspielungen, die wahnsinnig gut funktionieren – außer, wenn Disney anfängt mit einem „Schaut mal, wofür wir alles die Rechte haben“, das war gerade am Ende ein bisschen viel.
Aber fangen wir vorne an. Free City ist von mehreren Videospielen inspiriert, unter anderem GTA. Das heißt Guy lebt in einer sehr brutalen Welt und ist als Bankangestellter daran gewöhnt mehrfach täglich überfallen zu werden. Die Tatsache und diese Selbstverständlichkeit wird so selbstironisch vermittelt, dass man schon hier aus dem Lachen kaum noch herauskommt. Da dies als vollständiger Film wohl kaum funktionieren würde, gibt es die zweite Ebene rund um Millie, die als Spielerin Molotov Girl einen versteckten Clip sucht, während sie im realen Leben einen Feldzug gegen den Entwickler des Spiels Antwan (Taika Waititi) führt, da er Code von ihr und ihrem ehemaligen Partner Keys geklaut hat. Leider muss sie es beweisen.
So hangelt man sich in beiden Erzählebenen an den einzelnen Stationen entlang, die zwischen Spaß, Spannung und Drama hin und herwechseln. So ist die Abwechslung garantiert. Mit Guy seine Welt noch einmal neu zu erkunden ist unglaublich aufregend. Gamer finden hier wahrscheinlich noch viel mehr versteckte Anspielungen.
Schauspielerisch funktioniert der Film ebenfalls wunderbar. Ryan Reynolds spielt zwar seine inzwischen perfektionierte Rolle, irgendwo zwischen Deadpool, The Voices und Meisterdetektiv Pikachu, aber hat spürbar viel Spaß Guy mit Leben zu füllen. Der restliche Cast ordnet sich genau da ein. Taika Waititis Overacting mögen manche als übertrieben ansehen, ich fand es On Point, um seinen Charakter so herrliche überdreht wirken zu lassen – okay am Ende war es auch mir zu viel, aber bis dahin hab ich die Rolle sehr gefeiert!
Mit einer Lauflänge von 115 Minuten schafft Free Guy es auf mehreren Ebenen zu erzählen, die Charaktere gut einzuführen und sich entwickeln zu lassen. Selbst beim meckern auf hohem Niveau lässt sich hier kaum etwas finden – außer die bereits angemerkten Kleinigkeiten. Der Film ist in sich rund und funktioniert bestimmt auch noch beim mehrmaligen Sehen.

Das Fazit

Free Guy spielt zwar in einem Videospiel bietet aber auch für Nicht-Gamer eine Menge Spaß und versprüht einfach nur gute Laune. Dafür gibt es 09 von 10 möglichen Punkten.

Free Guy läuft seit dem 12.08.2021 in den deutschen Kinos

Neulich in der Sneak: Killers Bodyguard 2

Ein Vorwort

Ja, ihr sehr richtig: Ich war mal wieder in einer Sneak. Während diese im Kino meines Vertrauens seit Corona die Überraschungsvorstellung nicht wieder eingeführt wurde, so doch bei meiner besten Freundin, die ich letzte Woche besucht habe. Statt eines guten Films lief Killers Bodyguard 2. Warum er mir nicht gefiel, erfahrt ihr in meinem heutigen Beitrag.

Was bisher geschah

Michael Bryce war einst ein gut bezahlter und hoch geachteter Bodyguard. Doch nachdem er einen Auftrag in den Sand setzte, verlor er fast alles und gibt sich nun mit unterklassigen Jobs zufrieden. Bis er einen Anruf von seiner Ex-Freundin bekommt, die den Auftragskiller Kincaid dringend zum internationalen Gerichtshof in Den Haag bringen muss, doch befürchtet, dass es in ihrer Organisation einen Maulwurf gibt. Doch Bryce und Kincaid können sich eigentlich überhaupt nicht riechen, da Kincaid öfter Aufträge hatte Bryce Klienten zu töten. Es folgt eine wilde Verfolgungsjagd, da die Handlanger des Angeklagten Vladislav Dukhovich ihnen dicht auf den Fernsen sind.

Die Handlung

Griechenland ist nach einer Ankündigung der EU im Ausnahmezustand. Dies nutzt Aristotle Papadopoulos (Antonia Banderas) aus, um Hackerangriffe an zentralen Knotenpunkten auszuführen. Der eigentlich in einer Auszeit befindliche Bodyguard Michael Bryce (Ryan Reynolds) wird von Sonia (Salma Hayek) abgeholt, um ihren Mann Darius Kincaid (Samuel L. Jackson) zu befreien. Kurz darauf wird den dreien der Auftrag gegeben, Papadopoulos aufzuhalten.

Meine Meinung

Ich musste tatsächlich nachgucken, wie ich den ersten Teil gefunden habe. Mit 08 von 10 möglichen Punkten scheint er mir ganz gut gefallen zu haben. Gerade das Duo aus Ryan Reynolds und Samuel L. Jackson habe ich lobend hervorgehoben. Ich musste das nachgucken, nicht weil ich mich nicht mehr erinnern konnte, dass er mir gefallen hat. Sondern, weil ich sicher gehen musste, dass meine Erinnerung wirklich an den ersten Teil dieses Film war. Denn dieser war so schlimm, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.
Also beginnen wir doch am Anfang. Griechenland befindet sich in einer Krise, die EU schreitet ein und fällt ein Urteil zum Ungunsten von Griechenland, was Aufstände auslöst. Das Land befindet sich kurz darauf im Ausnahmezustand. Das kommt einen vielleicht teilweise bekannt vor, denn genau dieses Szenario gab es vor ein paar Jahren. Wie das hier fast ins Lächerliche gezogen wird, ist ein Magenschlag für alle Griechen. Dann treffen wir auf Michael Bryce, der sich eine Auszeit vom Bodyguarding nehmen soll. Das ist tatsächlich der Teil des Films, der am besten funktioniert, was wohl schon alles sagt. Dann taucht Sonia Kincaid auf. Hat die echt schräge Beziehung zwischen Sonia und Darius (Jackson) im ersten Teil noch für Erheiterung gesorgt, so schlägt es hier ins Extreme um. Hier war man wohl der Ansicht, dass mehr besser sei und haben aus den wenigen Szenen im ersten Teil – wodurch es wahrscheinlich funktioniert hat – einen ganzen Film gebaut. Das sorgt dafür, dass der ganze Film extrem anstregend ist, da gerade Sonia (Hayek) nur am Fluchen und Keifen ist.
Wer davon noch nicht genervt genug ist, zumal auch die Herren nur damit beschäftigt sind, sich gegenseitig Beleidugungen an den Kopf zu werfen, dem wird noch eine absolut sinnlose Handlung hingeworfen, die größtenteils vorhersehbar ist, Wendungen hat, die keiner braucht und grundsätzlich komplett austauschbar. Denn die zweite Konstante neben den nervigen Charakteren sind die Explosionen im Minutentakt. Ja es ist ein Actionfilm und bei Verfolgungsjagden fliegt auch gerne mal was in die Luft. Aber so inflationär, wie es hier benutzt wird, wirkt es nur noch ermüdend.
Nun fragt ihr euch zurecht, ob es denn noch schlimmer kommen kann. Sagt euch gesagt: Ja, es geht. Auftritt Frank Grillo. Wobei nicht der Schauspieler das Problem ist, sondern der Charakter Bobby O’Neill. Wie man in der heutigen Zeit noch einen Charakter, der rassistisch, sexistisch und auch ansonsten in allen Facetten ein Arschloch ist, bleibt wohl ein Rätsel, das nur die Drehbuchautoren aufklären können.
So ist der Film weder spannend, da die Handlung zu generisch, austauschbar ist und dazu noch vorhersehbar, kein bisschen witzig (okay ein zwei Szenen am Anfang vielleicht), weil die Charaktere einfach nur nerven und dann auch noch auf mehren Ebene problematisch (Rassismus, Sexismus, Menschen mit Traumata werden lächerlich gemacht). Mein Tipp: Schaut euch lieber noch einmal den ersten Teil an und spart euer Geld.

Das Fazit

Killers Bodyguard 2 macht nicht nur so ziemlich alles falsch, was man falsch machen kann, sondern ist dann auch noch auf mehreren Ebene problematisch. Warum man aus dem soliden ersten Teil einen so schlechten zweiten Teil machen musste, bleibt fraglich. Dafür gibt es 02 von 10 möglichen Punkten.

Killers Bodyguard 2 läuft seit dem 26.08.2021 in den deutschen Kinos

Meisterdetektiv Pikachu

Ein Vorwort

Ich kann mich noch an eine Zeit erinnern, damals in der Grundschule, als auf dem Pausenhof noch ganz wild Pokemonkarten getauscht wurden. Das war damals so ziemlich meine einzige Berührung mit dem Thema, da ich niemals einen Game-Boy besaß und auch die Fernsehserie nicht geguckt habe. So konnte ich auch nie die Begeisterung der anderen verstehen. Erst viele viele Jahre später, so ungefähr vor drei Jahren, sollte ich meine erste Begegnung mit dem Thema haben. Es passierten nämlich zwei Sachen. Zum einen erschien Pokemon Go auf dem Markt und um mich herum wurde auf einmal sehr viel spazieren gegangen. Da ich gerade in diesem Hype in eine neue Stadt zog und mein Lebensgefährte sich auf einmal freiwillig bewegen wollte, nutze ich so die Chance meine Stadt gleich mit zu erkunden und fing auf einmal auch Pokemons auf meinem Handy. Kurz darauf kaufte sich mein Lebensgefährte für den Nintendo eines der ersten Spiele der Pokemon-Reihe, da die nostalgischen Gefühle von damals wieder wach wurden. Und so spielte auch ich das erste Mal in meinem Leben Pokemon. Ob euch das interessiert, weiß ich nicht, aber wenn ihr wissen wollt, wie der Film, der im Pokemonuniversum ansässig ist, geworden ist, dass erfahrt ihr in meiner Kritik.

Die Handlung

Tim Goodman reist nach dem Tod seines Vaters nach Ryme City, wo dieser lebte, um sich um den Nachlass zu kümmern. Ryme City ist dafür bekannt, dass dort Menschen und Pokemon Seite an Seite leben. Tims Vater war Polizist und beim Aufräumen in seinem Appartement findet Tim ein sprechendes Pikachu, das nur er hören kann. Es ist der Ansicht, dass Tims Vater noch lebt. Zusammen stellen sie Nachforschungen an.

Meine Meinung

Bevor ich den Film sah, hatte ich eine Diskussion mit meinem besten Freund, ob man für den Film etwas mit Pokemon anfangen können muss. Nach der Sichtung des Films, gibt es noch immer keine eindeutige Antwort auf diese Frage. Denn zum einen lebt der Film natürlich von einer guten Portion Nostalgie und natürlich freut man sich immer wieder, wenn ein bekanntes Pokemon irgendwo im Hintergrund vorbeiläuft. Hintergrundwissen an sich, braucht man jedoch keines, da die für die Handlung wichtigen Pokemons erklärt werden und die Welt in Ryme-City sowieso neu ist. Dennoch sollte man zumindest im Grundsatz an der Materie interessiert sein, denn die kleinen Monster sind nun einmal Bestandteil des Films.
Was am Film jedoch richtig fetzt ist der Gegensatz zwischen Ryan Reynolds Stimme (auch im deutschen seine bekannte Synchronstimme), die ganz Deadpool like ein paar richtig gute (trotzdem jugendfreie) Sprüche raushaut, und den süßen Kulleraugen von Pikachu. Genau darauf setzt der Film allerdings auch sein Hauptaugenmerk. Und während dieser Fakt für die meisten Lacher sorgt, Reynolds ein paar ziemlich gute Sätze von sich geben darf, ist der Rest mit ein paar kleinen Holperern versehen.
Die Handlung selbst ist gut durchdacht und macht größtenteils richtig Spaß oder baut einiges an Spannung auf. Doch zwischendurch gibt es dann doch immer wieder kleinere Szenen, die den Film unnötig strecken, bzw. ist der Endkampf dann wieder mit so vielen Klischees überstreut, die man schon zu oft in ähnlichen Endkämpfen gesehen hat, dass sie eben doch nicht ganz rund ist.
Justice Smith spielt seine Rolle generell sehr souverän. Allerdings merkt man ihm an, dass er mit größeren emotionalen Szenen völlig überfordert ist. Kathryn Newton schafft da schon den souveräneren Part. Bill Nighy spielt gewohnt souverän, leider lässt seine Rolle ihm wenig Spielraum.
Letztendlich liefert der Film genau den Spaß, den uns der Trailer versprach. Kleinere Längen und einen nicht ganz ideal besetzten Hauptcharakter sind wahrnehmbar, aber durchaus zu verschmerzen. Wer also ein Abenteuer in der Welt der Pokemon sucht, ist hier genau richtig.

Das Fazit

Meisterdetektiv Pikachu ist ein wilder Mix aus Humor, Action und vor allem Pokemon. Kleinere Schönheitsfehler sind zu verkraften, da Ryan Reynolds als Pikachu nach Deadpool erneut zur Höchstform aufläuft. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Meisterdetektiv Pikachu läuft seit dem 09.05.2019 in den deutschen Kinos.

Deadpool 2

Ein Vorwort

Während viele über die endlose Wucht aus Superhelden auf der großen Kinoleinwand stöhnen, konnte 2016 tauchte dann aber noch einmal ein ganz anderer „Held“ auf. Deadpool, zugehörig dem X-Men Universum, mischte als fluchender und nicht jugendfreier Film (ab 16 Jahren freigegeben) das Superheldengenre ordentlich auf. Und mit Erfolg! Der erste Teil konnte mich damals so sehr überzeugen, dass er die Höchstwerung von 10 Punkten erhielt. Kann der zweite Teil mithalten?

Was bisher geschah

Hier werde ich kurz die zuvor erschienenen Filme zusammenfassen. Dadurch sind Spoiler leider nicht zu vermeiden. Du weißt bereits, was geschah? Dann überspring diesen Absatz einfach.

In Deadpool lernten wir den ehemaligen Soldaten Wade Wilson kennen, der sich mit kleinen Aufträgen über Wasser hält. Eines Tages lernt er die Prostituierte Vanessa kennen und lieben, bis bei Wade Krebs im Endstadium festgestellt wird. Als eines Tages ein mysteriöser Mann auftaucht und ihm anbietet aus ihm einen Superheld zu machen und dabei gleichzeitig den Krebs zu heilen, willigt Wade ein. Der dubiose Ajax injiziert ihm ein Mutationsmittel und setzt ihm dann einer langen Folter aus. Letztendlich geht jedoch eine Folter schief und Wade ist fortan entstellt. Gleichzeitig kann sein Körper aber inzwischen alles heilen. Nach einer Explosion im Labor, kann Wade fliehen. Er traut sich jedoch nicht zu Vanessa zurück. Er beschließt Ajax zu finden und ihn zu zwingen seinen entstellten Körper wieder zu heilen. Dabei treten ihm aber die X-Men Colossus und Negasonic Teenage Warhead in den Weg, die aus ihm lieber einen richtigen Superhelden machen würden. Im großen Showdown hat Ajax Vanessa entführt und Wade muss die beiden X-Men um Hilfe bitten, um seine große Liebe retten zu können.

Die Handlung

Wade und Vanessa sind wieder vereint. Doch nach einem Zwischenfall beschließt Wade sich den X-Men anzuschließen. Als Azubi-X-Men versucht er dem jungen Russell Collins alias Firefist zu helfen, beide landen jedoch im Gefängnis. Während Russell in Deadpool einen Vater sieht, möchte dieser keine Verantwortung übernehmen. Bis Cable auftaucht, der es auf den Jungen abgesehen hat und diesen töten will. Deadpool versucht dies nun zu verhindern.

Meine Meinung

Deadpool 2 ist eine völlig verrückte Aneinanderreihung von verschiedenen Geschichten aus verschiedenen Genres. Es gibt die Trauerbewältigung, die „Wie-erziehe-ich-ein-Kind/Bin-ich-ein-guter-Vater“, die Gründung einer Superheldengruppe, das „Wie-werde-ich-ein-guter-Superheld“ und natürlich den Kampf gegen das große Böse. Das ganze wird mit ordentlich viel Action, Deadpool-mäßigem deftigem Humor und einer Menge Selbstironie überschüttet und dabei heraus kommt ein Film, den man entweder liebt oder mit dem man relativ wenig anfangen kann.
Ein großer Pluspunkt des Films ist es, dass er die Charakterentwicklung weiter fortsetzt. Sei es nun bei Deadpool selbst, der gleichzeitig mit mehreren Problemen konfrontiert wird und doch seine selbstironische Art behält, aber auch andere Charaktere, wie der Taxifahrer Lupinda oder der X-Men Colossus. Gleichzeitig werden auch wieder neue Charaktere eingeführt, denen (größtenteils) die nötige Zeit für die Einführung und Erklärungen zum Charakter gewährt werden.
Ein großer Negativpunkt ist die viel zu bunt gemischte und ohne richtigen roten Faden verlaufende Handlung. Gerade zur Mitte des Films gibt es eine große Kehrtwende in der Handlung, die einfach so gar nicht richtig funktionieren will und den restlichen Film damit sehr surreal werden lässt. Dabei war der Ansatz zunächst sehr gut. Mit dieser Kehrtwende soll ein Handlungsproblem gelöst werden, was zwar gelingt, aber die Drehbuchschreiber haben es sich dabei doch sehr einfach gemacht.
Hindernis ist hier vor allem der von Josh Brolin verkörperte Bösewicht Cable. Wie schon in Avengers Infinity War bringt Brolin einen Bösewicht auf die Leinwand, der Ecken und Kanten hat und vor allem eine plausible Vorgeschichte aufweist. Doch auch er kann nicht mehr darüber hinwegspielen, dass es sich gerade in Bezug auf seinen Charakter teilweise handlungsmäßig sehr einfach gemacht wurde. Zwar wurde das selbstironisch auch so angesprochen, aber irgendwo steigert sich die Unzufriedenheit beim Zuschauer.

Wir fassen zusammen: Deadpool hat eine gute Grundidee, verrennt sich aber in zu vielen Themen und macht es sich dafür von der Handlung her mit Kehrtwenden sehr einfach. Aber wisst ihr was? Der Film mit der Figur Deadpool funktioniert trotzdem einwandfrei. Man kann natürlich deutliche Schwächen finden und diese habe ich nun auch angesprochen. Aber im Endeffekt macht Deadpool einfach nur wieder höllisch viel Spaß! Gerade für einen Fan von Comicverfilmungen sind so viele schöne Andeutungen und Hinweise gestreut, dass man ständig laut aufjauchzen möchte. Hinzu kommen einige Cameo-Auftritte, mit denen keiner gerechnet hat, und genau das richtige Mischverhältnis zwischen Humor und Selbstironie. Wer auch immer auf die James Bond-Anspielung mit Celine Dion kam, dieser jemand ist mein persönlicher Held! Ich musste nach der Sichtung ein paar Nächte über den Film schlafen, weil ich eigentlich dachte, dass mich die einfache Handlung doch irgendwo stören würde, aber letztendlich erinnere ich mich mehr an den Spaßfaktor. Und auch die moralische Seite kam im Film nicht zu kurz, wurde aber ebenfalls geschickt eingebaut.
Der absolut geniale Soundtrack läuft bei mir übrigens seit neustem rauf und runter!

Das Fazit

Deadpool ist ein Film, dem man Schwächen nachweisen kann, den es aber überhaupt nicht interessiert. Das wilde Chaos an Genres, Themen, Handlungssträngen und Charakteren wird mit viel Witz und Selbstironie überschüttet, so dass der Film am Ende doch gut funktioniert und positiv in Erinnerung bleibt. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Deadpool 2 läuft seit dem 17.05.2018 in den deutschen Kinos.

Killers Bodyguard

Am 31.07.2017 erschien eine Actionkomödie mit Samuel L. Jackson und Ryan Reynolds in den deutschen Kinos.

Michael Bryce war einst ein gut bezahlter und hoch geachteter Bodyguard. Doch nachdem er einen Auftrag in den Sand setzte, verlor er fast alles und gibt sich nun mit unterklassigen Jobs zufrieden. Bis er einen Anruf von seiner Ex-Freundin bekommt, die den Auftragskiller Kincaid dringend zum internationalen Gerichtshof in Den Haag bringen muss, doch befürchtet, dass es in ihrer Organisation einen Maulwurf gibt. Doch Bryce und Kincaid können sich eigentlich überhaupt nicht riechen, da Kincaid öfter Aufträge hatte Bryce Klienten zu töten.

Man nehme einen Ryan Reynolds. Dann schreibe man ihm eine Rolle, die sehr pingelig gegenüber seinem Auftreten, seinem Aussehen, seinen Plänen und seinen Regeln ist. Für den eine Welt zusammen bricht, wenn auch nur ein Glied nicht in seine gut durchdachten Pläne passt oder etwas nicht wie gewünscht aufgeht. Also praktisch einen sehr steifen Charakter, den Reynolds aber mit seinem typischen Charme spielen kann, so dass man trotzdem mit ihm mitfühlt und ihn als Identifikationsfaktor nutzen kann. Als nächste nehme man einen Samuel L. Jackson mit seiner absolut unbeschreiblichen Lache. Dann schreibe man ihm die bekannte Rolle aus Pulp Fiction ein klein wenig um, lässt ihn aber unverhätnismäßig oft „Motherfucker“ sagen. Man hat nun also einen unkontrollierbaren, besserwisserischen, aber trotzdem saucoolen Gegenspieler zu Reynolds Rolle. Ungefähr so werden die Produzenten des Films Killer’s Bodyguard geplant haben. Als Krönchen auf dem bereits sehr gut ausgestatteten Cast, konnte man dann auch noch Gary Oldman für den Film gewinnen.
Während sich im Jahr 2016 bereits Russel Crowe und Ryan Gosling in „The Nice Guys“ an einer Actionkomödie mit zwei sehr unterschiedlichen Protagonisten versuchten und scheiterten, geben sich nun Jackson und Reynolds die Ehre. Und schaffen es tatsächlich trotz ihrer Unterschiede und Differenzen miteinander zu harmonieren, so dass allein die Wortgefechte der beiden viel Spaß machen. Es entwickelt sich eine einzigartige Hassliebe, die durch die großen Talente der beiden Schauspieler sehr gut hervorgehoben werden.
Die Handlung an sich ist sehr einfach konzipiert und bleibt an vielen Stellen sehr eindimensional. Teilweise war es wieder das typische Klischee, dass man schon so oft gesehen hat. Doch dadurch, dass die Actionszenen sehr schön choreographiert wurden und auf der großen Leinwand immer gut wirken und mit einem ganz eigenen Humor gekrönt werden, macht der Film unheimlich viel Spaß beim Anschauen, auch ohne tiefgründige Handlung. Durch kleinere Nebenstränge mit sehr guten Einfällen, um die Stimmung bewusst zu heben und zu senken, wirkt die Handlung abwechslungsreich, bleibt aber trotzdem schlüssig und geradlinig.
Der Humor des Films ist trotz der inflationären Benutzung von Motherfucker stets auf einem guten Niveau und nimmt sich auch ganz gerne an einigen Stellen selbst aufs Korn. So sorgt er für ein befreiendes Lachen und dass die Zuschauer den Kinosaal mit einem guten Gefühl verlassen.
Während Reynolds und Jackson ihr Talent in vielen Szenen unter Beweis stellen können, bleibt Gary Oldman in seiner Rolle sehr blass und hat einfach viel zu wenig Screentime, um wirklich etwas aus seiner Rolle zu machen. Die wenigen Szenen spielt er jedoch auf gewohnt sehr hohem Niveau.
Die musikalische Untermalung ist auch für jede Szene gut gewählt, auch wenn sehr oft auf Klassiker zurück gegriffen wurde. Trotzdem passen die Lieder, sind teilweise etwas ironisch für die Szene und passen damit nur noch besser.

Alles in allem macht Killer’s Bodyguard einfach Spaß beim Anschauen und kann auch ansonsten auf vielen Ebenen punkten. Dafür gibt es 08 von 10 möglichen Punkten.

Life

Am 23.03.2017 erschien ein Film über Leben vom Mars in den deutschen Kinos.

Die ISS bei der Mars Pilgrim 7 Mission. Sechs Wissenschaftler befinden sich an Bord und untersuchen Proben einer Sonde, die gerade vom Mars kam. Dabei entdecken Sie einen winzigen außerirdischen Organismus, der jedoch schnell wächst. Die anfängliche Freude über das erste Leben im Weltraum, schlägt bald in einen Überlebenskampf um.

Während uns Denis Villeneuve im letzten Jahr mit Arrival einen friedlichen Film über Außerirdische brachte, schlägt Life wieder einen ganz anderen Ton an. In der Umsetzung wird er gerne als eine Mischung aus Alien und Gravity bezeichnet. Er spiegelt die anfängliche Euphorie der ganzen Welt wieder, als der außerirdische Organismus gefunden wurde und das der erste Beweis für Leben außerhalb der Erde ist. Diese Euphorie schlägt jedoch bald um als “Calvin”, wie der Organismus genannt wird, bösartig wird und sich gegen die Besatzung der ISS richtet.
Die Mars Pilgrim 7 Mission. An Bord der ISS befinden sich am Anfang des Films Dr. David Jordan, der Bordarzt, Miranda North, Quarantänenbeauftragte, Sho Murakami, der Systemingenieur, Dr. Hugh Derry, der leitende Wissenschaftler, Roy Adams, der Flugingenieur und Ekaterina Golovkina, ebenfalls Wissenschaftlerin. Ihr größter Wunsch: Leben außerhalb der Erde zu finden. Aber wie heißt es so schön: Man sollte aufpassen, was man sich wünscht. Zunächst sieht alles nach einer üblichen Mission aus. Die ISS empfängt Proben von einer Sonde, die diese vom Mars aufgesammelt hat. Ganz nach Vorschrift untersucht Dr. Derry die Proben und findet zunächst nichts ungewöhnliches. Bis er auf einen winzig kleinen Organismus stößt. Die Euphorie ist unbeschreiblich. Zum ersten Mal wurde Leben außerhalb der Erde nachgewiesen. Auch auf der Erde wird gefeiert. Schnell wird ein Name für den Organismus gefunden: Calvin. Doch Calvin scheint intelligenter zu sein, als zunächst angenommen. Schnell entdecken die Astronauten, dass Leben außerhalb der Erde nicht unbedingt etwas positives sein muss.
Life startet zunächst mit einer lockeren und entspannten Atmosphäre. Vorallem die Sprüche von Ryan Reynolds Charakter Roy Adams lockern die Stimmung ungemein auf. Sobald Calvin jedoch stärker wird, kippt die Stimmung und der Film befeuert von nun an eine spannungsgeladene Atmosphäre. Gerade ab hier erinnern viele Szenen an Alien. Man weiß, dass Calvin irgendwo auf der ISS sein muss. Nur wo? Die immer neuen Versteckspiele der Crew und die möglichen Lösungsansätze sind spannend und halten einen den ganzen Film über in Atem. Gerade das Ende ist noch einmal so spannend gestaltet, dass man gar nicht von der Leinwand wegsehen kann. Mit 104 Minuten Spiellänge trifft Life genau die richtige Länge, ehe der Überlebenskampf an Bord nicht mehr so spannend werden kann.
Die Einflüsse von Alien sind während des ganzen Films spürbar, so dass nun kein gänzlich neues Werk über die Leinwand flimmert. Dennoch sind viele neue Ideen dabei und gerade die guten schauspielerischen Leistungen machen Life sehenswert. Gerade das Zusammenspiel zwischen Ryan Reynolds und Jake Gyllenhaal trifft einen guten Ton. Diese Kombination aus Schauspielern wäre schon ein Film wert.
Letztendlich fühlt man sich während des Filmes gut unterhalten und bekommt genau den Film vorgesetzt, den man nach dem Trailer erwartet hat mit ein bis zwei positiven Überraschungen und Wendungen. Dennoch wird Life im Gegensatz zu Alien wohl kein zeitloser Klassiker werden. Dafür fehlte ihm irgendwo doch die gesunde Portion neuer Ansatz.

Alles in allem ein gelungener Film, der aber nicht aus dem Schatten seines Vorbildes springen kann. Dafür gibt es 07 von 10 möglichen Punkten.

Deadpool

Am 11.02.2016 erschien ein neuer Film aus dem Hause Marvel mit einem etwas anderen Helden in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Wade Wilson ist ein Söldner und führt eine glückliche Beziehung zu der Prostituierten Vanessa. Bis bei ihm Krebs diagnostiziert wird. Im Kampf ums Überleben gibt er sich in die Hände einer zwielichtigen Organisation, die ihm verspricht den Krebs zu heilen und ihn zu einem Superheld zu machen. Doch etwas geht gehörig schief und Wilson hat zwar Superheilungskräfte, ist aber auch komplett entstellt. In dem bekannten roten Anzug geht er auf die Suche nach dem Kopf der Organisation für seine Rache.

Deadpool ist vielleicht nicht der typische Held und der Film kein typischer Film aus dem Hause Marvel, aber dafür kann er noch mehr begeistern als andere. Deadpool ist brutal, sorgt für beinahe pausenlose Lachanfälle und hat so viel Charme, wie kaum ein Film vor ihm. Das ganze beginnt schon am Anfang. Anstatt mit einer Großaufnahme einer überflogenen Stadt oder irgendetwas ähnlichem Belanglosen anzufangen, beginnt Deadpool mit einem Standbild. Zunächst werden nur kleine Teile gezeigt, doch während des gesamten Vorspanns wird das Bild von allen Seiten gezeigt, wodurch sich ein sehr obstruses Bild ergibt. Doch viel Zeit zum Wundern bleibt nicht, denn die Beteiligten am Film werden genannt, nur halt nicht wie üblich mit Namen. Und schon liegt das Publikum halb auf dem Boden vor Lachen. Schnell wird der Film ein bisschen zurückgedreht und der Zuschauer erkennt, wie Deadpool in die Situation kam. Die Zeitachse wechselt sich nun ab. Zum einen wird das „aktuelle“ Geschehen gezeigt und zum anderen Deadpools Vorgeschichte. Dabei fällt es schwer zu entscheiden, welche Zeitebene einem besser gefällt, denn beide sind so voller Witz, Humor und Charme, dass beide Geschichten wunderbar funktionieren. Selbst die Liebesgeschichte stört kaum, denn sie wird im Schnelldurchlauf erzählt und Deadpool hatte schon vor seinem „Unfall“ eine große Klappe. Der Film bietet einige brutalen Szenen, die ungeschnitten gezeigt werden, aber nie zu Übertrieben sind. Das Publikum liegt in jeder zweiten Szene auf dem Boden vor Lachen, aber trotzdem punktet der Film als Actionfilm und auch anrüchige Witze landen nie unter der Gürtellinie. Es gibt unzählige Anspielungen auf das Marvel Cinematic Universe, die X-Men Filme, Green Lantern, etc, die für Fans zu noch mehr Erheiterung führte. Aber auch ohne vorher einen einzigen Marvel Film gesehen zu haben ist Deadpool in vollen Zügen zu genießen.
Ryan Reynolds übernimmt die Rolle des Wade Wilson bzw. des Deadpools. Er spielte die Rolle bereits im X-Men Universum in X-Men Origins: Wolverine. Dort hatte Deadpool aber eher einen kleinen Auftritt und konnte nicht überzeugen. Dafür gibt Reynolds in diesem Film alles. Wilson ist ein sarkastischer Söldner und wird zu einem sarkastischen… Held? Das bestreitet Deadpool die ganze Zeit und wirklich ein Held ist er nicht. Aber auf der Suche nach dem Mann, der ihn bei der Krebsheilung entstellt hat. Zur Seite stehen ihm mehrere Sidekicks, die ebenfalls alle ihren eigenen Charme und Humor haben.
Ed Skrein übernimmt die Rolle des Francis bzw. des Ajax. Damit übernimmt er die Rolle des Antagonisten also im Prinzip des Bösen (Kann man Deadpool daher als den Guten bezeichnen?). Eiskalt und mit einem sehr trockenen Humor ist er der perfekte Gegenspieler.
Auch die anderen Rollen sind alle sehr durchdacht besetzt. Es gibt keine Rolle, die nicht wie die Faust aufs Auge in den Film passt. Mit einer Spielzeit von unter 2 Stunden ist Deadpool für Marvel Verhältnisse ein kurzer Film. Dadurch wirkt aber auch keine Szene künstlich in die Länge gezogen, sondern der Film nimmt sich genau die Zeit, die er braucht, um die Geschichte zu erzählen. Die Vorgeschichte, die Suche nach Rache und natürlich die obligatorische Endschlacht. Alles hat eine gute Länge und braucht nicht mehr Zeit, um erzählt zu werden. Die Schauplätze sind gut gewählt und auch an den Effekten ist nichts auszusetzten.

Alles in allem überzeugt Deadpool in allen Blickpunkten und lässt keinen Raum für Kritik. Dafür gibt es 10 von 10 möglichen Punkten.

Self/less

Am 20.08.2015 erschien ein Film, der die Möglichkeit eines verlängerten Lebens aufzeigt, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Damian hat sein ganzes Leben seiner Arbeit gewidmet. Nun steht sein Tod kurz bevor und er merkt, dass er eigentlich nie wirklich gelebt hat. Doch er findet eine Firma, die ihm ein neues Leben mit einem neuen jungen Körper anbietet. Ihm wird versichert, dass der neue Körper in einem Labor entstand. Doch schon bald merkt Damian, dass etwas nicht stimmt.

Self/less erinnert von der Handlung her an Filme wie “die Insel”, begeistert aber mit seinem ganz eigenen Flair. Das Thema des längeren Lebens wurde immer wieder behandelt und als sollte man es inzwischen gelernt haben, es geht nie gut aus. Während in diesem Film am Anfang auch wieder alles schön aussieht, lernt man im Laufe des Films doch wieder, dass dies nicht sein kann. Mit der Hauptperson zusammen findet man nach und nach Dinge heraus und schüttelt einmal mehr den Kopf über die Menschen. Im Film wird vieles erst später aufgeklärt und animiert so den Zuschauer permanent zum mitdenken. Dies zusammen mit der packenden Handlung, den gut choreographierten Actionszenen und einer gut dosierten Portion Humor lassen die Minuten nur so verfliegen.
Ben Kingsley übernimmt hier die Rolle des Damian. Man lernt ihn als reichen Mann kennen, der die besten Tage bereits hinter sich hat und alles in den Aufbau seiner Firma gesteckt hat. Sogar die wertvolle Zeit mit seiner Tochter, die nur noch Verachtung für ihn und sein Geld übrig hat. Trotzdem wirkt er durch eine Krankheit und durch das Bedauern seines Verhaltens durch und durch sympathisch. Ben Kingsley ist hier auch defintiv die richtige Schauspielerwahl, denn vor ihm hat man durchaus Achtung, wenn er in seinem teuren Anzug den Raum betritt.
Ryan Reynolds übernimmt dann den zweiten großen Part im Film, nämlich Damians neuer Körper. Nach dem Körpertausch noch geschwächt, lernt er schon bald ganz neue Züge an sich kennen, die in Verbindung mit dem Körper stehen. Er lässt sein bisheriges Leben hinter sich und möchte eigentlich noch einmal ganz von vorne anfangen. Aber etwas in ihm lässt ihn nicht. Reynolds zeigt in diesem Film einmal mehr, dass er von seiner Mimik mehr kann, auch wenn seine Leistung in diesem Film bei weitem nicht an seine Glanzleistung aus „The Voices“ heran kommt. Stellenweise schläft sein Ausdruck aber leider auch ein, weswegen er einem immer wieder den gleichen Ausdruck zeigt, was doch auf Dauer monoton wirkt. Hier wäre definitiv noch etwas gegangen.
Für Fans des Genres ist der Film definitiv empfehlenswert, auch wenn er von der Handlung einigen Filmen ähnelt, was bei manchen Zuschauern auf Ablehnung stieß. Der Film bietet dadurch wenig neues und vieles von der Handlung ist vorhersehbar. Mich hat er denoch überzeugt.

Alles in allem für Genrefans durchaus empfehlenswert und durch seinen ganz eigenen Charme bekommt er 06 von 10 möglichen Punkten.

The Voices

Ebenfalls am 30.04.2015 erschien ein etwas andersartiger Horrorfilm mit Ryan Reynolds in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Jerry Hickfang führt auf den ersten Blick ein ganz normales Leben. Er arbeitet in einer Badewannenfabrik, wohnt zusammen mit seinem Hund und seiner Katze über einer Bowlingbahn und schwärmt für Fiona aus der Buchhaltung. Aber Jerry ist schizophren und hört Stimmen, wie die von Hund und Katze. Während eines Dates mit Fiona kommt es zu einem Unfall und am Ende bringt Jerry Fiona ausversehen um. Sein Hund rät ihm zur Polizei zu gehen, doch seine Katze bringt ihn dazu, die Leiche verschwinden zu lassen. Fortan steht Fionas Kopf in seinem Kühlschrank und spricht auch mit ihm.

The Voices ist eindeutig ein andersartiger Film, der zwischen den Genres Horror und Komödie hin und her springt. Man braucht bitterbösen schwarzen Humor, um ihn zu mögen und darf nicht zimperlich sein, was Blut angeht. Die Handlung ist zwar skurril, aber trotzdem auch interessant und bietet auch einen guten Spannungsbogen. Während man am Anfang des Films schon in Jerrys „heile Welt“ hineingeworfen wird, entdeckt man erst nach und nach, wie die eigentliche reale Welt aussieht. Doch selbst als Zuschauer will man diese nicht sehen und wartet nur darauf wieder mit Jerry in seine Welt abzutauchen.
Ryan Reynolds zeigt in diesem Film sein ganzes Können als Schauspieler und bringt die Rolle des Jerry so liebevoll rüber, dass man eher Mitleid als Ekel empfindet. Auch die anderen Charaktere, gespielt von Gemma Arterton und Anna Kendrick, werden gut verkörpert und haben genau den richtigen Tiefgang, den der Film braucht.
Jerrys Hund und Katze agieren in dem Film als die Verkörperung von Engelchen und Teufelchen. Während der gute treue Hund meist Smalltalk mit ihm treibt, oder ihm gut zuredet, dass er zur Polizei gehen soll, weil er ja nichts für seine Taten könne, wird die Katze als bitterböse und manipulativ dargestellt, die Jerry ständig dazu drängt noch mehr zu morden. Die Idee nicht ein Engelchen und ein Teufelchen auf Jerrys Schulter zu setzen, sondern ihn mit seinen Tieren sprechen zu lassen finde ich gut, aber wieso ist die Katze eigentlich immer die Böse?

Alles in allem gibt es eine Filmempfehlung für alle, die schon den Trailer mochten. Ich war mit zwei Freunden im Film und während ich rausging mit einem „Es war einfach kein Film für mich“ waren meine Freunde absolut begeistert. Der Film erhält von mir 8 von 10 möglichen Punkten.