Codename U.N.C.L.E.

Am 13.08.2015 erschien ein Film, der den kalten Krieg wieder thematisierte, aber auf eine ganz andere Art, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Napoleon Solo, ein Agent der CIA, soll in der DDR Gaby Teller befreien. Dabei wird er jedoch vom KGB-Agenten Illya Kuryakin beinahe gehindert. Doch kurz darauf wollen Russland und die USA gemeinsame Sache machen, um die deutsche Victoria Vinciguerra am Bau einer Atombombe zu hindern. Und als Agenten werden Solo und Kuryakin ausgewählt, um mit Gaby nach Italien zu reisen. Dies geht natürlich nicht ohne Konflikte.

 Natürlich klingt der Plot nicht so ganz neu, was vielleicht auch daran liegen könnte, dass der Film die Serie Solo für U.N.C.L.E. wieder beleben sollte. Ich kenne die Serie aus den 1960er Jahren nicht, bin aber sehr angetan von dem daraus erzeugten Film.
Denn wenn ein CIA-Agent und ein KGB-Agent schon in der ersten Szene aufeinander treffen und dort den gleichen Auftrag haben und sich noch gegenseitig umbringen wollen und kurz darauf wieder aufeinander treffen, aber auf einmal zusammen arbeiten sollen, ist das schon ein Grund zum Schmunzeln. Wenn dann aber auch bei der Art der Ausführung des Auftrags grundsätzliche Unterschiede bestehen, jeder aber auf seine Art vertraut, resultieren da schon sehr lustige Dialoge heraus, die das Publikum aus vollem Halse lachen lassen.
So richtig trauen die beiden Agenten sich während des ganzen Films nicht über den Weg, obwohl sie irgendwann anfangen für einander einzustehen, was die Spannung des Films hält. Die die eher schlecht als recht geschlossene Freundschaft steht durchgehen auf der Kippe und der Zuschauer weiß auch gar nicht so recht, was er sich denn wünschen soll, weil beide Varianten mit viel Humor gezeigt werden. Auch könnten die beiden Charaktere einfach nicht unterschiedlicher sein. Natürlich wurden ihnen teilweise Charaktereigenschaften, die man mit ihrem Herkunftsland verbindet, zugeschrieben, so dass auch nie ein Zweifel aufkommt, wer jetzt aus welchem Lager kommt. Diese tropfen natürlich voller Vorurteile, wirken sich aber nicht negativ auf den Film aus.
Auch die anderen Charaktere wurden liebevoll und mit dem nötigen Tiefgang gezeichnet und zeigen auch im Laufe des Films mehrere Seiten ihres Charakters, was das Katz- und Maus-Agenten-Versteckspiel noch ausgefeilter und spannender macht. Trotz allem bleiben einige Teile des Films leider etwas zu vorhersehbar.
Die Kostüme sind zeitgemäß und sehr gut gewählt. Der ungeschulte Zuschauer erkennt auf erstem Blick zwar nicht die einzelnen Details, aber dafür wird dies teilweise im Film ausdiskutiert. Natürlich auf eine sehr lustige Art und Weise.

Alles in allem unterhält der Film das Publikum, schafft es aber im gleichen Atemzug durchgehend spannend zu bleiben. Dafür erhält er 07 von 10 möglichen Punkten.

Fantastic Four

Am 13.08.2015 erschien der neue Versuch die vier Marvel Helden auf die Leinwand zu bekommen in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Reed Richards weiß seit seiner Kindheit, dass er irgendwann Lebewesen in andere Dimensionen teleportieren möchte. Doch auch als er älter wurde, wurde er dafür immer nur ausgelacht und von seinen Lehrern verurteilt. Nur sein Freund Ben Grimm hielt immer zu ihm. Bis er auf … und Sue Storm trifft, die an seine Vision glauben und bereits ähnliche Versionen wie Reed entworfen haben. Kurzerhand wird Reed angeworben zusammen mit Victor van Doom und Sues und ihrem Bruder Johnny an einem Teleporter zu arbeiten. Tatsächlich schaffen sie es auch, nur das die Geldgeber nicht die Erbauer auch die ersten Teleportieren sein lassen wollen. Also versuchen sie es zusammen mit Reeds Freund aus Kindertagen Ben in einer Nacht und Nebel Aktion, die vollkommen nach hinten los geht.

Seit dem letzten Versuch von 2004 kennt man die vier Helden, die sich die Fantastic Four nennen. Reed Richards, der seine Gliedmasen gummiartig ausdehnen kann, Sue Storm, die sich unsichtbar machen kann, Johnny Storm, die menschliche Fackel und Ben Grimm, der nach dem Unfall nur noch ein großer Steinhaufen ist. Während viele Stimmen aus den Kritikerreihen, diesen Film als sehr schlecht und weit unter dem bereits schlechten ersten Teil sehen, muss ich sagen, dass ich die schlechten Kritiken nur teilweise nachvollziehen kann.
Denn im Gegensatz zum vorherigen Teil wird hier viel mehr auf die Details geachtet. Es beginnt schon mit der Schauspielerauswahl. Diesmal wird auf jüngere Darsteller gesetzt, allen voran Miles Teller, der spätestens seit Whiplash zeigte, was er drauf hatte. Das diese leider anhand des nicht gelungenen Drehbuches mit seinen teilweise sehr platten Dialogen grundsätzlich unterfordert scheinen, merkt man dem Film schon an, aber trotzdem holen sie viel aus dem Film heraus. Hinzu kommen geschlossene Handlungslöcher aus dem letzten Film. Denn diesmal wird ganz genau gezeigt, wieso die vier ausgerechnet diese “Kräfte” erhalten und keine anderen. Das ist zuvor immer unklar geblieben. Hinzu kommen liebevolle Details, wie klarere menschliche Umrisse bei Ben Grimm als “Das Ding”, wie einen sehr menschlich geformten Hintern.
Das sich Regisseur Josh Trank bereits von dem Film distanzierte, weil die für ihn entscheidenden Szenen herausgeschnitten wurden und er zu diesem Ende “gezwungen” wurde, ist schon verständlich, aber trotzdem merkt man, dass er sehr viel Herzblut in den Film investiert hat und auch die Charaktere auf einer sehr tiefen Ebene hätten liegen können. Reed wird diesmal nicht einfach plump als guten Wissenschaftler dargestellt, sondern wir lernen ihn bereits in der 5. Klasse kennen und erfahren, wie er Ben Grimm kennenlernte. Das macht ihn viel menschlicher und so fühlt man viel mehr mit ihm und seinen Entscheidungen als zuvor. Auch Johnny Storm bleibt zwar der bekannte Draufgänger, bringt aber mit seinem Ego in Verbinung mit seinen Kräften niemanden mehr in Gefahr, wie noch in der Version von 2004. Allgemein erhalten alle Charaktere mehr Tiefgang und so auch mehr Sympathiepunkte im Publikum.
Die viseullen Effekte sind der heutigen Generation angepasst und sorgen so für ein sehr schönes Bild zum angucken. Durch Liebe zum Detail, aber auch einer schönen Orientierung an den Comics fühlt man sich an die Qualität der Marvel-Reihe erinnert.

Alles in allem ist die Kritik am Film teilweise berechtigt, aber so schlecht wie viele ihn sehen, kann ich ihn einfach nicht bewerten, weil er durchaus auch seinen Wert hat. Dafür erhält er von mir 05 von 10 möglichen Punkten.

Boy 7

Am 20.08.2015 erscheint ein neuer deutscher Thriller in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Sam erwacht an einer U-Bahnstation ohne Erinnerungen. Doch anscheinend wird er von der Polizei gesucht. Er flieht vor den Beamten und versucht seine Schritte zu rekonstruieren. Dabei findet er sein Notizbuch, in dem er alles aufschrieb für den Fall, dass er sein Gedächtnis verlöre. Er findet heraus, dass er nachdem er die Schuldatenbank gehakt hatte, in eine Resozialisierungsanstalt gesteckt wurde. Während dort am Anfang alles gut aussieht und ihm gute Chancen geboten werden, merkte er immer mehr, dass etwas nicht stimmte.

Die Handlung klingt nun nicht gerade neu, denn dieses oder ähnliche Szenarios wurden schon öfter verfilmt. Nicht weiter verwunderlich ist es, dass der Film bis auf wenige Ausnahmen absolut vorhersehbar ist. Trotzdem gibt er eine ganz gute Leistung ab, wenn man mal von ein paar Logikfehlern absieht oder er doch teilweise ein paar Klitschees zu viel bedient.
Natürlich musste in diesem Film auch wieder die obligatorische Liebesgeschichte untergebracht werden, die eigentlich so gar nicht wirklich in die Handlung und vor allem nicht in die Szenerie passen will. Aber was erwartet man, wenn beide Geschlechter eine Hauptrolle bekommen.
Boy 7 hat einen der schrägsten Bösewichte, die ich seit langem gesehen habe. Man merkt zwar schon ab seiner ersten Szene, dass er wohl der Bösewicht sein soll, aber mit seinem sehr schmierigem Gehabe, seiner Arroganz seinem Aussehen betreffend und seiner neutralen und fast einschläfernden Stimme wirkt er zunächst nicht so. Auch im weitern Verlauf sorgt er eher für Erheiterung, als dass man ihn ernst nimmt. Aber genau das ist der Fehler, denn er hat es Faustdick hinter den Ohren. Und selbst wenn er oder seine Äußerungen lustig erscheinen, kann er jedoch gleichzeitig sehr kaltblütig sein. Das macht ihn zwar irgendwie interessant, aber so richtig ernstzunehmen ist er dann doch nicht. Daher fehlt dem Film doch irgendwie der Bösewicht, als dauerhafte Bedrohung.
Während Jens Harzer trotz aller Kritik an seiner Rolle als Bösewicht, diese trotzdem souverän spielt, enttäuscht David Kross in der Hauptrolle leider eher. Er schafft es leider nicht die Emotionen seiner Rolle dem Zuschauer verständlich ‘rüberzubringen. Diese muss der Zuschauer durch Situation und Dialoge erraten. Egal ob er nun auf der Flucht ist, im Gericht oder in der neuen Umgebung der Resozialisierungsanstalt, seine Mimik bleibt unverändert. Hier wäre jemand anderes wohl die bessere Wahl gewesen. Bei Emilia Schürle hingegen variiert die Leistung. Ihre harte Schale spielt sie souverän und gut. Sobald es aber auch hier um ein breiteres Spektrum an Emotionen geht, versagt auch sie. Man merkt ihr an, dass ihre Schauspielerfahrungen vor allem auf den Freche Mädchen-Filmen basieren.

Alles in allem ist Boy 7 durchaus spannend und auch sehenswert, bleibt aber hinter vergleichbaren Filmen seines Genres weit zurück. Dafür erhält er 04 von 10 möglichen Punkten.

Coconut hero

Am 13.08.2015 erschien ein neues lebensbejahendes Teenagerdrama in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Mike Tyson hat nur einen Wunsch. Er möchte sterben. Doch leider ist er der eine Prozent, der überlebt, wenn er sich mit einem Gewehr in den Kopf schießt. Zu seinem Glück wird jedoch bei einer Nachuntersuchung ein Tumor in seinem Kopf gefunden und ihm werden nur noch ein paar Monate Leben vorhergesagt. In diesen muss er jedoch an Therapiesitzungen teilnehmen und auch einen Sportkurs mitmachen, bei dem er die hübsche und sympathische Miranda kennenlernt. Ändert sie seine Meinung?

Coconut hero scheint das Thema Selbstmord und Pubertät einfach bunt miteinander zu mischen. Man lernt Mike kennen, der ein nicht ganz leichtes Teengerleben führt. In der Schule wird er gehänselt, seinen Vater hat er nicht kennengelernt, weil dieser sich direkt nach seiner Geburt aus dem Staub gemacht hat, und seine Mutter ist mit dem Thema Erziehung viel zu überfordert und lässt Mike doch lieber den ganzen Tag alleine. Das ganze ist vielleicht kein Einzelfall, aber im realen Leben werden dann doch eher verbitterte Erwachsene aus den Teenagern oder manche ertragen auch nur ihr Kindheit und genießen dann ihr Erwachsenendasein. Doch nicht Mike. Mike hat einfach keine Lust mehr zu leben. Vor seinem Selbstmordversuch ruft er ganz trocken bei der Zeitungsredaktion an und lässt sich einen Nachruf erstellen. Dieses Ausgangsszenario finde ich schon sehr extrem dargestellt, denn so einen wirklichen Auslöser für den Selbstmord gibt es nicht und sollte sich jetzt jeder Teenager umbringen, nur weil seine Eltern sich nicht richtig kümmern und man in der Schule gehänselt wird?
Aber das ist natürlich nicht die Grundlegende Nachricht des Films, denn Mike schafft den Selbstmord nicht und hat nun noch ein paar Monate, um über seine Entscheidung nachzudenken, bis ihn der Tumor umbringen wird. Außer natürlich er macht die lebensrettende OP. Und um diese Zeit geht es eigentlich in dem Film und um die Frage, ob Mike doch noch Gefallen am Leben findet.
Mike ist ein sehr ruhiger Charakter, der nicht so viel spricht. Hinzu kommt eine sehr langsame Erzählweise, so dass sich der Film an einigen Stellen schon zieht. Aufgelockert wird die Grundstimmung durch einige humorvolle Einlagen, die dem Zuschauer dann doch eine gewisse Lockerheit in das schwierige Grundthema bringt. Die Charaktere schwanken von liebenswert bis unsympathisch, wie es auch im realen Leben so ist.
Das Ende des Films spaltete mal wieder mich und meine Mitkinogänger in zwei Lager. Mir gefiel es nicht, das andere Lager fand es doch sehr passend. Mir war es doch zu vorhersehbar und leider auch zu kitschig. Das einzige, was am Film wirklich sehr störend war, war die schlechte deutsche Synchronisation. In Deutschland wird sich damit ja eigentlich große Mühe gegeben, aber in diesem Film wollten die Lippenbewegungen einfach nicht zum Gehörten passten.

Alles in allem ist es doch irgendwie ein lebensbejahender Film geworden, über dessen Grundsituation man streiten kann, das sich vielleicht auch etwas zieht, aber im Endeffekt doch irgendwo sehenswert ist. Dafür bekommt der Film 05 von 10 möglichen Punkten.

True Story (Kurzkritik)

Am 06.08.2015 erschien der neue Film, der Jonah Hill und James Franco zusammen vor der Kamera zeigt, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Michael Finkel arbeitet bei der New York Times, bis er dort in Ungnade fällt. Also räumt er seinen Schreibtisch, nur um kurz darauf zu erfahren, dass der vor Gericht stehende Christian Longo sich bei der Verhaftung als Finkel ausgab. Dieser versucht nun Longo, der seine Frau und Kinder umgebracht haben soll, näher kennenzulernen und findet bald Potenzial für ein Buch über ihn. Doch spielt Longo nur mit ihm?

Ich habe den Film bereits vor über einem Monat in der OV-Sneak gesehen. Das heißt in englischer Sprache und mit original Genuschel. Dadurch fiel es mir sehr schwer der Handlung zu folgen und ich muss gestehen: ich habe den Film leider nicht verstanden… Nichtsdestotrotz soll es hier nun eine Kritik geben, allerdings in verkürzter Form, da ich die Handlung natürlich nicht bewerten kann.

Im Vordergrund des Films standen vor allem die Schauspielleistungen der beiden Hauptdarsteller Jonah Hill und James Franco. Beide sind eher für ihre Darstellungen in Komödien bekannt, als dafür tiefgründige Schauspieler zu sein. Doch mit diesem Film schaffen beide ihr Image etwas aufzupolieren. Gerade Jonah Hill schafft es einen tiefgründigen Michael Finkel zu kreieren, mit dem man von Anfang bis Ende mitfühlt. Zum einen schafft er sehr sympathisch ‚rüberzukommen, zum anderen fragt man sich aber auch, ob ethisch alles so richtig ist, was er macht. Wobei selbst die zweifelhafteren Aktionen ihn nie als schlechten Menschen darstellen lassen. Man nimmt Hill also seine Performance vollkommen ab.
Bei James Franco hingegen ist es etwas schwieriger. Zwar spielt auch er vollkommen ernst und verkörpert auch gut den Mann, der seine Familie umgebracht haben soll. Jedoch ist seine Mimik teilweise etwas eingefroren und zeigt ständig die selben Regungen. Dies wirkt auf Dauer nicht aufregend und spielt daher auch wenig mit dem Zuschauer. Bei diesem Film gilt es für den Zuschauer herauszufinden, ob er an Longos Schuld oder Unschuld glaubt. Doch hier wird der Zuschauer den Dialogen überlassen, denn Francos Mimik und Gestik lassen einem im Dunkeln tappen. Das ist Schade, denn hier ist ein großer Spielraum verloren gegangen.
Der Film ist teilweise als Kammerspiel inziniert, denn viele Szenen spielen im Gefängnis, während Finkel und Longo sich gegenüber sitzen und reden. Doch selbst in dieser „simplen“ Szene bleibt der Film spannend und die Zeit rennt eher und man wird immer weiter in den Strudel von Longos Geschichten hineingerissen.

Alles in allem bin ich mit einem sehr positivem Gefühl aus dem Film gegangen, kann ihn aber leider nicht entgültig bewerten, denn ich habe die Dialoge einfach nicht verstanden und damit auch nicht die Handlung. Daher gibt es erst einmal 05 von 10 möglichen Punkten, die ich nach einer neuen Sichtung des Films gerne nach oben oder unten korrigiere.

Horns

Am 06.08.2015 erschien der neue Film mit Daniel Radcliffe in der Hauptrolle in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Ignatius Perrish ist vollkommen glücklich mit der großen Liebe seines Lebens Merrin. Doch eines Tages wird diese vergewaltigt und ermordet und die ganze Welt glaubt, dass er es war. Doch egal, wie oft er auch seine Unschuld beteuert, die Leute lungern vor seinem Haus auf und protestieren, dass er noch nicht im Gefängnis sitzt. Doch eines Tages wachsen im Hörner und alle, die diese sehen, sagen auf einmal die Wahrheit. Und so fängt Ignatius an Selbstjustiz zu verüben.

Der Film weiß nicht so ganz, was er eigentlich möchte. Er springt wild durch die Genres Romantik, Drama, Horror, Thriller, Krimi, Komödie und Fantasy und ist doch keinem so richtig zuzuordnen. Die Handlung an sich braucht erst einmal ein bisschen um an Fahrt aufzunehmen, doch sobald die Hörner da sind, macht der Film definitiv Laune. Die Dialoge werden ausgefeilter und der Film nimmt an Geschwindigkeit zu. Zudem sorgt der Film ab da auch für einen guten Humoranteil, der den Film zusätzlichen Charme verleiht.
Die Charaktere sind allesamt interessant gezeichnet und trotz Rückblenden in die Kindheit der Charaktere, errät man bis zum Schluss nicht, wer der wahre Mörder Merrins ist. Daniel Radcliffe zeigt hier wieder, dass er auch außerhalb Harry Potters ein guter Schauspieler ist. Doch trotz seines guten Spiels, mag er nicht so ganz in die Rolle passen. Vielleicht ist man einfach nur vorgeschädigt durch sein Spiel in Harry Potter oder es liegt an seiner Ausstrahlung, die für mich einfach nicht in diese Art von Film passt.
Die Effekte des Films sind gut gemacht und sorgen optisch für ein durchgehend schönes Bild im Film. Schon die erste Szene, in der die Kamera praktisch durch die Erdmitte zu fahren scheint, um so zu vermitteln, dass zwischen den beiden Szenen etwas passiert sein muss, lässt auf kleine, aber geschickt eingesetzte, Effekte schließen, die dem Film seinen eigenen Charme verleiht. Auch die Maske hat gute Arbeit geleistet, denn die Hörner scheinen wirklich aus Radcliffes Kopf zu sprießen und wirken nur am Anfang wie eine Ananomalie, danach hat man sich bereits an sie gewöhnt und nimmt sie nur noch wahr, wenn die Handlung auf sie bezogen wird.
Die Handlung selbst ist von Anfang bis Ende sehr spannend gehalten, leider wurde sie am Ende wieder zu weit gesponnen. Ich hätte mir eher ein schönes rundes Ende gewünscht, ehe am Ende wieder alles zu weit abgedreht werden musste. Hier musste Regisseur Alexandre Aja, der auch „The hills have eyes“ drehte, doch noch beweisen, dass er aus dem Horror-Milieu kommt und seine Charaktere minutenlang verstümmeln. Ab hier wurde die Handlung einfach zu abgedreht und nahm den Film den vorher aufgebauten Charme.

Alles in allem bietet der Film aber doch viel für den Zuschauer und lohnt einen Blick. Von mir erhält er 06 von 10 möglichen Punkten.

Pixels

Am 30.07.2015 erschien der Film, der die Herzen aller früheren Arcaderspieler höher schlägen lässt, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: 1982 schickte die NASA eine Kapsel ins Weltall gefüllt mit allerlei Videos aus unserer Welt. Unter anderem von der Arcade-Weltmeisterschaft. Jahre später bedrohen Aliens die Welt, in dem sie zum Leben erweckte Videospiele auf die Erde schicken. Nun ruft die US-Regierung die Arcader von früher zusammen, damit sie mit ihrem Wissen die Welt retten können.

Mit Jahrgang ’93 bin ich wahrscheinlich nicht so ganz die Zielgruppe des Films, da mir die meisten Arcade Spiele nichts sagten. Dafür hatte ich aber meinen Freund dabei, der die meisten Spiele kannte und davon wiederum auch die meisten selbst gespielt hatte. Aber auch ohne das Vorwissen über die Spiele macht der Film Laune. Die Handlung an sich kann man bereits den Trailern entnehmen, die leider bereits wieder viel vorweg nehmen. Trotzdem bietet sie noch die ein oder anderes unvorhersehbaren Wendungen, die den Film trotzdem nicht an Spannung verlieren lässt.
Während der Anfang ein bisschen langsam dahin plätschert und schon die (anscheinend nicht vermeidbare) Liebesgeschichte einführt, nimmt der Film schnell Fahrt auf und lässt mit dem ein oder anderen lustigen Spruch das Publikum bereits lauthals loslachen. Die einzelnen Videospielschlachten im realen Leben sind sehr spannend und sorgen auch hier teilweise für Erheiterung. Der Kontrast zwischen der neuen 3D-Technik der Filme und den alten verpixelten Arcadespielen ist interessant anzusehen und gibt dem Film einen ganz eigenen Flair.
Über die Schauspielleistungen lässt sich bestimmt streiten, zumal Adam Sandler immer ein Streitpunkt ist. Meiner Meinung nach sind die Schauspielleistungen zwar nicht unbedingt gut, aber doch vollkommen ausreichend für den Film, der größtenteils auf die Arcadeanimation und die Schlachten baut. Auch hat man hier sehr namenhafte Schauspieler, die alle ihren ganz eigenen Charme einbringen. Nicht zuletzt Peter Dinklage sorgt für viele lustige Dialoge.
Während teilweise die Dialoge sehr ausgefeilt scheinen und zu großer Erheiterung führen, scheinen andere Passagen sehr gestellt und wirken nicht echt. Da wurde zu sehr auf die Humordrüse gedrückt, was leider nach hinten los ging. Ich finde, dass hat der Film nicht nötig, weil er es doch schafft den Zuschauer auf einer gewissen Humorebene zu packen.

Alles in allem macht der Film durchaus Laune und man kann leicht über seine paar Schwachstellen hinwegsehen. Dafür erhält der Film von mir 05 von 10 möglichen Punkten.

Mission Impossible: Rogue Nation

Am 06.08.2015 erschien der fünfte Teil der Mission Impossible-Reihe, die lose auf der Serie aus den 60er Jahren basieren, in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Nach den letzten Aktionen von Ethan Hunts Team wird das IMF durch den CIA Vorsitzenden Alan Hunley aufgelöst. Gerade hatte jedoch Hunt die Existenz des Syndikats entdeckt, einer Organisation, die das genaue Gegenteil des IMF darstellt, und taucht daher unter. Nun wird er verfolgt vom CIA und jagt selbst das Syndikat.

Ich bin ja ein großer Fan, der ursprünglichen Serie und war daher bei den ersten drei Filmen eher enttäuscht. Erst als das Team im vierten Teil neu besetzt wurde und durch Simon Pegg und Jeremy Renner eine humorvolle Seite bekam, wurden mir die Filme sympathisch.
Rogue Nation übernimmt größtenteils das Team aus dem vierten Teil, tauscht aber die Quotenfrau gegen Luther, eine der beliebtesten Figuren aus den ersten drei Teilen, aus. Dies ist für die Handlung des Films ein sehr geschickter Schachzug und funktioniert sehr gut. Doch trotzdem bietet der Film deutlichen Frauenpower. Denn es wird Ilsa Faust vorgestellt, bei der man bis zum Schluss nicht so genau weiß, auf welcher Seite sie eigentlich steht. Zwar wird sie auch in kurzem Kleid und teilweise aufreizender Poisition dargestellt, dafür ist sie aber auch die erste Frau im Film, die bei einer Flucht ihre High-heels auszieht!
Die Schauspielleistungen sind allesamt gekonnt im Film, vorallem von Antagonist Solomon Lane gespielt von Sean Harris. Auch die Actionszenen wurden sehr schön inzeniert und da lohnt der Gang ins Kino, um es auf großer Leinwand bewundern zu können. Die Stunts übertreffen natürlich wieder einmal den vorherigen Film, wobei man langsam echt an der Glaubwürdigkeit zweifelt (und ich lass Filmen da immer viel durchgehen).
Die Handlung überzeugt auf jeden Fall durchgehend, auch wenn sich das Ende eine Spur zu lange hinzieht. Hier hat mir eine Prise Schnelligkeit gefehlt, da das Ende diesmal ohne eine Verfolgungsjagd auskommt. Auch diesmal ist wieder eine gute Portion Humor im Film, kann jedoch nicht mit dem Vorgänger mithalten, da diesmal die Dialoge etwas enthumorisiert wurde.

Alles in allem macht der Film Laune und lohnt den Gang ins Kino, sofern man etwas mit der Reihe bzw. mit dem vierten Teil anfangen kann. Dafür erhält der Film 7 von 10 möglichen Punkten.

Suits

Hallo ihr Lieben,
ich hab mich neulich mal mit einer Freundin über Serien ausgetauscht, was der jeweils andere gerade sieht. Dabei schwärmte sie mir von Suits vor und ich musste mich sofort selbst von der Genialität der Serie überzeugen. Und ich verschlang die Serie.

Kurz zur Story: Mike Ross hat ein fotografisches Gedächtnis. Da er seine Harvard-Zulassung verloren hat, verdient er Geld damit, für andere die Prüfungen zu schreiben. Eines Tages überredet sein Freunde Trevor ihn an einem Drogendeal teilzunehmen, den ihn in die Anwaltskanzlei Pearson-Hardman führt. Auf der Flucht vor der Drogenaufsichtsbehörde, stolpert er in ein Vorstellungsgespräch bei Harvey Specter hinein. Dieser ist gerade Senior Partner geworden und braucht daher einen Junganwalt. Mike erzählt ihm, dass er kein abgeschlossenes Jurastudium hat, überzeugt Harvey aber durch sein fotografisches Gedächtnis. Dieser beschließt ihn trotz allem einzustellen und sie lügen allen vor, dass Mike in Harvard tatsächlich studiert hätte, immer in der Gefahr, dass sie auffliegen.

Das Grundszenario ist einfach Weltenklasse. Hier treffen zwei sehr unterschiedliche Charaktere aufeinander und entwickeln eine etwas merkwürdige Freundschaft. Natürlich entwickeln sich hierbei auch Konflikte, die beide lösen müssen.
Zumindest in den ersten beiden Staffeln wird in jeder Folge ein neuer Fall behandelt, so dass jede Folge an sich abgeschlossen ist, während die Beziehungen zwischen den einzelnen Charakteren sich stetig weiter entwickelt. Dies ändert sich ab der dritten Staffel, in der ein Fall sich über die ganze Staffel zieht. Ich habe bisher die ersten drei Staffeln gesehen, daher kann ich nicht sagen, ob sich das danach wieder ändert. Auf jeden Fall führt das neue Prinzip zu Längen in den Folgen. Es lenkt zwar nicht von den Charakterentwicklungen ab, diese stehen aber noch weiter im Vordergrund als sonst und wirken daher sehr aufdringlich. Vielleicht liegt es auch an mir, ich bevorzuge abgeschlossene Folgen in den Serien, die ich mir angucke.
Während Mike sich am Anfang noch etwas ungeschickt anstellt und es zur Erheiterung führt, wenn er anscheinend die leichtesten Sachen nicht kann, dann aber wieder Gesetze aus dem Gedächtnis zitiert. Doch schnell hat Mike anscheinend alles gelernt und es geht nur noch darum, dass niemand das Geheimnis aus anderen Gründen entdeckt. Ich finde, hier hätte man das Spiel durchaus noch etwas weiter treiben können, anstatt Mike so schnell lernen zu lassen.
Konflikte kommen und gehen, ebenso wie Charaktere (außer natürlich der Hauptstamm), wie in jeder guten Serie. Aber während in vielen anderen Serien kaum ist ein Konflikt gelöst, dieser auch schon wieder vergessen scheint, vergisst Suits nicht so leicht. Charaktere kommen wieder, bringen alte Konflikte wieder mit. Dies hat den Effekt, dass man als Zuschauer das Gefühl hat, dass jede Handlung, jede Entscheidung einen Sinn für die ganze Serie und nicht nur für eine einzelne Folge hat.
Den größten Teil an der Serie machen aber die Dialoge aus. Diese sind witzig, spritzig und teilweise auch mit Hintergedanken, die man erst erahnen muss oder, die in einer späteren Szene aufgeklärt werden. Aber auch voller Filmzitate, mit der sie sich gegenseitig „batteln“. Das einzige, was mich wirklich stört, ist die absolut überflüssige Liebesbeziehung zwischen Mike und Rachel, der hübschen Rechtsanwaltsgehilfin. Während die beiden als Freunde ein super Team sind, stehen sie mit ihren Gefühlen und ihrer Beziehung, der eigentlichen Handlung eher im Weg. Es funktioniert nicht wirklich, dann sind sie wieder zusammen, dann wieder nicht und so weiter und so fort. Spätestens nach dem dritten Sinneswandel ermüdet man als Zuschauer. (Ich habe mich zu diesem Thema auch in meinem Beitrag zu Frau Margaretes Serienblogarade All you need is love geäußert).

Alles in allem ist die Serie sehr unterhaltsam und sehr empfehlenswert!

Unknown User

Am 16.07.2015 erschien ein etwas andersartiger Horrorthriller in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Vor genau einem Jahr brachte sich Laura Barns um, nachdem ein peinliches Video von ihr auf Youtube gestellt wurde und sie starkem Cybermobbing ausgesetzt war. Heute an ihrem Todestag skypen fünf Freunde, die alle Laura kannten. Doch irgendetwas ist seltsam. Ein 6. unbekannter User ist mit dabei und lässt sich nicht wegklicken. Es ist Laura Barns Account, die von nun an die fünf Freunde terrorisiert.

Wirklich neuartig ist die Story nicht, aber dafür die Inszenierung. Gedreht wurde der Film an einem Stück und zeigt die ganze Zeit nur den Bildschirm des Hauptcharakters. Die einzelnen Charaktere sieht man durch die Skype-Videochats und alle anderen Informationen erhält man, wenn Blaire (auf deren Bildschirm der Zuschauer sieht) etwas recherchiert. Dabei ist es sehr löblich, dass der komplette Bildschirm ins Deutsche übersetzt wurde und nicht nur alles mit einem Untertitel versehen wurde. Andererseits muss sich der Zuschauer auch seine Informationen selbst zusammen suchen. Wer nicht schnell genug liest, verliert teilweise Informationen. Zwar werden alle Chatfenster immer lange genug gezeigt, aber gerade, wenn Blaire etwas recherchiert, schafft man es eher nicht alle relevanten Informationen zu erlesen.
Der Film wurde dem Horrorgenre zugeordnet, ist hier aber ziemlich fehl am Platz. Denn gruselig ist der Film eher weniger. Klar zählt das „Abschlachten“ von Leuten auch mit in das Horrorgenre, aber trotzdem erzeugt der Film eher die durchgängige Spannung eines Thrillers. Wer sich also gruseln muss, um einen Film zu mögen, ist hier falsch. Trotz allem ist der Film nicht gleich schlecht.
Die Schauspielleistungen sind teilweise etwas Laienhaft, gerade wenn der Fokus nicht auf der Kamera liegt. Allerdings ist das Spielfeld auch relativ kein, wenn man nur vor einer kleinen Laptopkamera sitzt. Dafür war die Freundesgruppe sehr heterogen. Zicke, Computernerd, Schönling, Macho, etc. Und alle hatten irgendwie mit dem Tod Laura Barns zu tun. Während bei der Hälfte deutlich gezeigt wird, warum Laura deren Tod will, weiß ich es bei den anderen noch immer nicht (Wer die Lösung hat, darf mich gerne aufklären).
Was mich aber den ganzen Film über stört ist die durchgehend schlechte Internetverbindung. Die Videochats sind verruckelt, Videos und Bilder brauchen ewig zum laden, die den Film Längen verschafft, die zu vermeiden wären. Klar kann man jetzt mit dem Argument kommen „das wirkt halt authentischer“. Aber das Argument kommt nur von jemandem, der ebenfalls eine schlechte Internetverbindung hat (oder einen leistungsschwachen PC).

Alles in allem ist der Film kein Meisterwerk aber schön neuartig und daher für Thrillerfans zu empfehlen. Von mir bekommt er dafür 5 von 10 möglichen Punkten.