Neulich in der Sneak: Unknown User – Dark Web

Ein Vorwort

2015 erschien mit Unknown User der erste Horrorfilm, der als Desktopfilm funktionierte. Das heißt, dass der komplette Film nur mit der Ansicht über einen Desktop gefilmt wurde und die Charaktere alle via Videochat interagieren. Diese Form kam gut an und wurde erst kürzlich in Searching auf das Thrillergenre übertragen. Nun folgt der zweite Teil des Horrorvorbilds, da ein erfolgreicher Horrorfilm eigentlich immer einen zweiten nach sich zieht. Kann Dark Web nun auf der Erfolgswelle mitreiten oder schwächt er sich wie viele zweite Teile ab?

Die Handlung

Matias hat in einem Internetcafé einen Laptop aus den Fundsachen mitgehen lassen. Mit Hilfe des leistungsstarken Laptops möchte er ein Programm für seine gehörlose Freundin Amaya programmieren. Zunächst trifft er sich jedoch mit seinen Freunden Damon, AJ, Lexx, Nari und Serena zu einem Spieleabend via Videochat. Dabei stürzt der Laptop immer wieder ab, was mit einer gewaltigen Menge an gespeicherten Videos zu tun hat. Mit geteiltem Bildschirm untersuchen die Freunde die Videos und finden darauf verstörende Aufnahmen über entführte Frauen. Die Suche nach dem Geheimnis und einem Ausweg führt sie tief ins Dark Web.

Meine Meinung

Desktopfilme sind sehr eingeschränkt in ihren Möglichkeiten. Denn alles, was erzählt werden soll, muss irgendwie auf dem Bildschirm zu sehen sein. Genau diese Schwierigkeit hatte der erste Teil gut gemeistert und eine interessante Handlung darüber gesetzt. In einer Sache hat sich der zweite Teil nun schon positiv hervorgetan. Er hat es geschafft, dass alle Charaktere eine gute Internetverbindung und gute PCs haben, denn es gab kaum verschwommene oder verwackelte Aufnahmen bei den Videochats, was im ersten Teil noch massiv gestört hat.
Die Kunst war es hier auch noch einmal eine gänzlich neue Handlung zu schaffen. Denn Unknown User – Dark Web basiert nur vom Vorgehen her auf dem ersten Teil. Alle Charaktere sind komplett neu und auch das „Geheimnis“ ist diesmal neu und noch einmal wesentlich härter. Dabei wurde diesmal auch jeglicher übersinnlicher Ansatz – im ersten Teil agierte noch eine zuvor verstorbene online – wegradiert und am Ende eine durchdachte und (leider) mögliche Lösung präsentiert. Dadurch wirkt er aber noch eher wie ein Thriller und weniger wie ein Horrorfilm, woran schon der erste Teil etwas krankte.
Und während Dark Web in seiner Grundstruktur wieder voll mit guten Ansätzen ist, schafft er es nicht über seine Lauflänge von 89 Minuten zu überzeugen. Die meisten Charaktere bleiben blass zurück oder werden auf nur ein bis zwei Wesenszüge beschränkt. Während einige Szenen mit einer scheinbar nicht enden wollenden Fantasie gestaltet wurden und begeistern können, sind andere so lieblos gestaltet, dass man meinen könnte, dass die Macher hätten zu wenig Ideen für einen vollständigen Film gehabt und haben daher versucht den Film künstlich zu strecken.
Kurzum Dark Web hat nur wenig von den Kritiken über den ersten Teil gelernt und versucht das gleiche Prinzip erneut umzusetzen, aber diesmal ist nicht mehr der Innovationseffekt spürbar.

Das Fazit

Unknown User – Dark Web vollführt einen Drahtseilakt zwischen guten und misslungen Szenen und schafft es nicht die Spannung und das Tempo zu halten. Mit platten Charakteren krankt er an ähnlichen Stellen, wie schon der erste Teil. Dafür gibt es 05 von 10 möglichen Punkten.

Unknown User – Dark Web läuft seit dem 06.12.2018 in den deutschen Kinos.

Unknown User

Am 16.07.2015 erschien ein etwas andersartiger Horrorthriller in den deutschen Kinos.

Kurz zur Story: Vor genau einem Jahr brachte sich Laura Barns um, nachdem ein peinliches Video von ihr auf Youtube gestellt wurde und sie starkem Cybermobbing ausgesetzt war. Heute an ihrem Todestag skypen fünf Freunde, die alle Laura kannten. Doch irgendetwas ist seltsam. Ein 6. unbekannter User ist mit dabei und lässt sich nicht wegklicken. Es ist Laura Barns Account, die von nun an die fünf Freunde terrorisiert.

Wirklich neuartig ist die Story nicht, aber dafür die Inszenierung. Gedreht wurde der Film an einem Stück und zeigt die ganze Zeit nur den Bildschirm des Hauptcharakters. Die einzelnen Charaktere sieht man durch die Skype-Videochats und alle anderen Informationen erhält man, wenn Blaire (auf deren Bildschirm der Zuschauer sieht) etwas recherchiert. Dabei ist es sehr löblich, dass der komplette Bildschirm ins Deutsche übersetzt wurde und nicht nur alles mit einem Untertitel versehen wurde. Andererseits muss sich der Zuschauer auch seine Informationen selbst zusammen suchen. Wer nicht schnell genug liest, verliert teilweise Informationen. Zwar werden alle Chatfenster immer lange genug gezeigt, aber gerade, wenn Blaire etwas recherchiert, schafft man es eher nicht alle relevanten Informationen zu erlesen.
Der Film wurde dem Horrorgenre zugeordnet, ist hier aber ziemlich fehl am Platz. Denn gruselig ist der Film eher weniger. Klar zählt das „Abschlachten“ von Leuten auch mit in das Horrorgenre, aber trotzdem erzeugt der Film eher die durchgängige Spannung eines Thrillers. Wer sich also gruseln muss, um einen Film zu mögen, ist hier falsch. Trotz allem ist der Film nicht gleich schlecht.
Die Schauspielleistungen sind teilweise etwas Laienhaft, gerade wenn der Fokus nicht auf der Kamera liegt. Allerdings ist das Spielfeld auch relativ kein, wenn man nur vor einer kleinen Laptopkamera sitzt. Dafür war die Freundesgruppe sehr heterogen. Zicke, Computernerd, Schönling, Macho, etc. Und alle hatten irgendwie mit dem Tod Laura Barns zu tun. Während bei der Hälfte deutlich gezeigt wird, warum Laura deren Tod will, weiß ich es bei den anderen noch immer nicht (Wer die Lösung hat, darf mich gerne aufklären).
Was mich aber den ganzen Film über stört ist die durchgehend schlechte Internetverbindung. Die Videochats sind verruckelt, Videos und Bilder brauchen ewig zum laden, die den Film Längen verschafft, die zu vermeiden wären. Klar kann man jetzt mit dem Argument kommen „das wirkt halt authentischer“. Aber das Argument kommt nur von jemandem, der ebenfalls eine schlechte Internetverbindung hat (oder einen leistungsschwachen PC).

Alles in allem ist der Film kein Meisterwerk aber schön neuartig und daher für Thrillerfans zu empfehlen. Von mir bekommt er dafür 5 von 10 möglichen Punkten.